Ende der Vorstellung

Das war’s. Aus der ungeplanten Auszeit wird offiziell der Ruhestand. Dieses Filmtagebuch geht bis auf Weiteres in den Kälteschlaf.

Falls die Gründe interessieren: Es mangelt an Zeit – sowohl für das Verfassen der Rezensionen, als auch für die Filme an sich. Es war eine tolle Zeit, ein gutes Format um in Übung zu bleiben, was das Schreiben betrifft. Auf Sicht werden nun aber andere Projekte die verfügbare Zeit für sich beanspruchen. Allein die ca. 50 Reviews zu schreiben, welche in unterschiedlichen Phasen der Fertigstellung auf Halde liegen, würde Wochen dauern. Deshalb, nicht ohne Wehmut, die genannte Konsequenz. Die bestehenden Rezensionen bleiben verfügbar, die Kommentarfunktion wird deaktiviert.

Dem illustren Kreis, der hier und auf facebook in den vergangenen Jahren mitgelesen und kommentiert hat, ein herzliches DANKE. Es war mir stets ein Fest.

So endet dieses Filmtagebuch, wie T.S.Eliot schrieb:
“Not with a bang but a whimper.”

copcar

Cop Car

Zwei kleine Jungen reißen von zu Hause aus. Sie haben kein bestimmtes Ziel, keinen Plan – vermutlich nicht einmal einen besonderen Grund abseits ihres kindlichen Freiheitsdrangs, der von ungestraftem Schimpfwortgebrauch bereits weitgehend befriedigt wird. Weiter

Reality

Reality

Subversiv zu sein, ohne dabei bemüht zu wirken, ist eine Kunst für sich. Quentin Dupieux scheint auf dem besten Weg, in dieser Disziplin ein wahrer Meister zu werden. Weiter

Office

Office (O piseu)

Einen Film auszuwählen, sei es in der Videothek, bei einem Streaming-Portal oder für eine Filmfest-Selektion, vergleiche ich gerne mit der Entscheidung für einen Wein. Der Film muss zu Anlass und Stimmung passen, genau wie der Wein zum Gericht. Auch grundsätzliche Präferenzen spielen eine Rolle. Und ab und an muss es einfach etwas Besonderes, etwas Exotisches, sein. Weiter

rabid dogs

Rabid Dogs

Lange dachte ich, der französische Film habe mir nichts mehr zu geben. Wo und wann diese unsinnige Überzeugung ihren Ursprung nahm – ich vermag es nicht zu sagen. So ist das eben manchmal, Ausnahmen bestätigten die Regel. Wäre RABID DOGS nicht als Centerpiece für das diesjährige Fantasy Filmfest gewählt worden, er hätte es vermutlich nicht einmal auf mein Radar geschafft. Weiter

Observance

Observance

Erstlingswerke verdienen besondere Aufmerksamkeit und erhöhte Anerkennung. Es ist wichtig, ihnen eine Chance zu geben, selbst wenn die Inszenierung holprig oder unbeholfen wirkt. OBSERVANCE ist – von der einen oder anderen filmischen Verneigung abgesehen – weder noch. Weiter

Nightfare

Night Fare

Mein erster Reinfall bei der diesjährigen Filmfest-Auswahl war keine große Überraschung. Die Geschichte über zwei Freunde mit dunklem Geheimnis, die von einem finsteren Taxifahrer durch Paris gejagt werden, nachdem sie ihn um sein Fahrgeld betrogen haben, wirkte bereits im Trailer wie ein Mid-Budget Slasher mit Stalker-Thematik, angereichert mit einer Prise DRIVE und etwas Car-Porn. Weiter

A Most Wanted Man

A Most Wanted Man

Da sind Sie ja endlich. Wo haben Sie gesteckt? (…) Planen Sie das nächstes Mal mit ein, okay? Wir haben nicht mehr viel Zeit, ich werde mich kurz fassen. (…) Gut. Nehmen Sie Platz. Weiter

Coherence

Coherence

Kleine Filme sind wichtig. Sie bieten Platz für ungewöhnliche, frische und mutige Ideen. COHERENCE ist ein solcher Film, der seine spannende Grundidee bei (nach heutigen Maßstäben geradezu spartanischen) 88 Minuten Laufzeit auch nicht über Gebühr strapaziert. Weiter

The Invitation

The Invitation

Eine Gruppe alter Freunde trifft sich zu einem gemeinsamen Abendessen. Es ist gut zwei Jahre her, dass man sich zum letzten Mal sah. Eingeladen haben Eden und ihr neuer Liebhaber David (Michiel Huisman, GAME OF THRONES), also findet sich die Clique in deren gemeinsamem Haus in Los Angeles ein. Weiter

Hyena

Hyena

“I have seen the future of crime films and it screams HYENA!“, soll Nicolas Winding Refn gesagt haben. So weit würde ich nicht gehen. Bedingt nachvollziehbar sind für mich auch die Vergleiche mit DRIVE oder ONLY GOD FORGIVES. HYENA trägt vielleicht eine ähnliche Zeichnung, ist aber eine andere Art von Tier, bedrohlich und verschlagen – eine Hyäne eben. Weiter

The Connection

The Connection

Großes, grandioses Kino. Mehr muss man zu THE CONNECTION eigentlich nicht sagen. Spätestens ein Vergleich mit Klassikern wie CASINO oder GOODFELLAS – den sich der französische Thriller tatsächlich verdient – sollte deutlich machen, auf welch hohem Niveau hier unterhalten wird. Weiter

Maggie

Maggie

Arnold Schwarzenegger in einer ernsten Rolle. Wer wissen wollte, ob das funktioniert, kann beruhigt durchatmen. Die Actionlegende hat sich mit seiner Darbietung in MAGGIE nicht blamiert. Weiter

The Hallow

The Hallow

THE HALLOW kommt erstaunlich schnell zur Sache. Eine junge Familie zieht in die Nähe eines Waldes, in dem der Vater bald eine merkwürdige Entdeckung macht. Bevor die Warnungen der Einheimischen verhallt sind, finden sich die Zugezogenen bereits in einer schier ausweglosen Lage wieder. Weiter

Kill Your Friends

Kill Your Friends

Eigentlich kann ich gar nicht mitreden. Die Buchvorlage von KILL YOUR FRIENDS habe ich nie gelesen, das Hörbuch einst gelangweilt abgebrochen. Weiter

Fury

Fury

FURY ist so ein Film, bei dessen Bewertung man sich eigentlich nur in die Nesseln setzen kann. Kritiken und Zuschauerstimmen lagen teils weit auseinander, der Tenor bei kritischeren Zuschauern war enttäuscht, bisweilen empört. Weiter

St Vincent

St. Vincent

Heilige Schlaftablette, Batman! Geht man nach Trailer oder Kurzbeschreibung, wirkt ST. VINCENT wie eine simple Feel-Good-Komödie ohne besondere Pointe. Weiter

Housebound

Housebound

Witzig und unheimlich zugleich zu sein, das ist wie laut flüstern oder schnell gehen: In jedem Fall anstrengend, und wenn man nicht aufpasst, tut es ziemlich weh. Weiter

Blue Ruin

Blue Ruin

Nachdem ich BLUE RUIN gesehen hatte, versuchte ich meiner Liebsten in wenigen Worten zu erklären, warum er mich beeindruckt hatte. Obwohl das Trauerspiel kaum fünf Minuten dauerte, kann man sagen, dass es keine Glanzstunde der Mundpropaganda war. Weiter

Nightcrawler

Nightcrawler

Ich wünschte mir, es gäbe mehr Filme wie NIGHTCRAWLER. Filme, die sich anfühlen wie nachts durch die Stadt zu fahren, dunkel und ein wenig verrucht. Weiter

Before I Go To Sleep

Before I Go to Sleep

Nach den beiden letzten Rezensionen ist mein Ärger beinahe aufgebraucht. Gute Bedingungen für einen Text über BEFORE I GO TO SLEEP, einen mittelguten Thriller mit Nicole Kidman, Colin Firth und Mark Strong, in dem eine Frau mit einer speziellen Form von Gedächtnisverlust ringt, durch den ihre Erinnerungen mit jedem neuen Tag wieder auf null gesetzt werden. Weiter

Calvary

Calvary

Kennt ihr diese Szene aus DER UNTERGANG, wo Bruno Ganz in der Rolle des Adolf Hitler cholerisch auf den Tisch haut und dabei ständig “NEIN NEIN NEIN” schreit? Weiter

Salvation

The Salvation

SALVATION ist einer jener Filme, die ich komplett vergessen würde, wenn es diesen Blog (bzw. die Liste zu rezensierender Filme in meinem Schreibprogramm) nicht gäbe. Weiter

Despicable Me 2

Despicable Me 2

Lang war die Pause, groß der Überdruss. Zu viele Animationsfilme mit kindgerechter Handlung und vorhersehbaren Wendungen, zu viel erzwungenes Herz und kalkulierte Niedlichkeit – die Füllmenge war erreicht. Weiter

good kill

Good Kill

Es gab einen Moment in GOOD KILL, an dem ich mich fragte, ob nicht jeder Film über den amerikanischen Dronenkrieg ein Dokumentarfilm sein müsse – schon allein, um sich nicht auf vielerlei Ebene angreifbar zu machen. Die Antwort, zu der ich gelangte, war kein entschiedenes, aber doch ein relativ überzeugtes “Nein”. Weiter