Waltz with Bashir

Krieg ist ein Monster. Es frisst uns bei lebendigem Leibe auf. Es korrumpiert, zerstört, pervertiert und vernichtet Körper und Seele auf und abseits der Schlachtfelder. Die einzige Gnade, die jenen bleibt, die seinem Leib entrannen, ist das Vergessen. Doch selbst wenn die Erinnerungen verblassen, lebt es noch in uns weiter, ein dunkler Hauch, der gleich einer Meute hungriger Hunde durch unser Unterbewusstsein streift, geifernd von einer Gier, die sich aus Alpträumen nährt.

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The Thing

Wer ernsthaft die Diskussion führen möchte, ob ein Prequel/Remake von John Carpenter’s 1982er THE THING notwendig bzw. sinnvoll war, ist hier falsch. Das Original mag nicht in jeder Hinsicht gut gealtert sein, funktioniert aber noch heute erstaunlich gut, und hat als Meilenstein des Genres immer noch Relevanz. Eine Neuinterpretation konnte dem eigentlich nur schaden, nicht nützen.

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50/50

Adam (Joseph Gordon-Levitt) ist 27 Jahre alt, als er aus heiterem Himmel eine Diagnose erhält, die sein bis dato sehr stilles, geordnetes Leben aus den Fugen hebt: Er hat Krebs, noch dazu eine seltene Form.

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We need to talk about Kevin

Manchmal braucht es eine Nachbesprechung, um einen Film in seiner Weite und Tiefe zu erfassen. Bei Filmen, die auf diversen Ebenen funktionieren, oder zumindest unter verschiedenen Blickwinkeln interessant sind, kann dies durchaus ein Qualitätsmerkmal sein. So auch hier.

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Thor

Es ist wirklich schwer, über THOR zu sprechen, ohne gehässig zu klingen. Selbst wenn man ihn lediglich an den Standards seines Genres misst, in dem wirklich gute Filme weiterhin die Ausnahme bleiben, erstaunt, wie langweilig und uninspiriert dieses Effektspektakel daherkommt. Die Ursache dafür ist dabei schnell gefunden: Wenn sympathische Darsteller zu nervtötenden Platzhaltern mutieren, liegt der Vorwurf nahe, dass bei der Arbeit am Drehbuch und der Regie etwas sehr, sehr falsch gelaufen ist.

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Love

Wenn ein Film das Publikum spaltet, sagt man gern, dass er polarisiert. Klingt irgendwie netter als: »Die Hälfte fand ihn scheiße«. Wenn ein Film noch dazu in sich zwiespältig scheint, wird es schwierig mit der Einschätzung. Muss man ihn generell schlecht finden, weil er als Ganzes versagt, oder darf man ihn für die Momente mögen und empfehlen, in denen er beachtliches leistet? LOVE versucht, in die Fußstapfen eines großen Vorbilds zu treten, demonstriert dabei viele Qualitäten, strauchelt aber auf der Zielgeraden und scheitert schließlich als Gesamtwerk.

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Verblendung

Lasst uns ehrlich zueinander sein: Ich habe keine Ahnung von Krimis. Weder kann ich behaupten, mich mit dem Genre sonderlich gut auszukennen, noch würde ich darauf beharren, besonders viel Freude an Kriminalgeschichten zu verspüren. Da mir in diesem speziellen Fall auch die Romanvorlage nicht bekannt war, können wir uns eine fantaugliche Rezension von VERBLENDUNG wohl in die Haare schmieren.

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Tinker Tailor Soldier Spy

Schleichen wir nicht lange um den heißen Brei: Der mit Abstand beste Grund, sich TINKER TAILOR SOLDIER SPY anzusehen, ist die Besetzung. Mit Gary Oldman, Colin Firth, John Hurt, Tom Hardy, Benedict Cumberbatch, Mark Strong und Ciaràn Hinds hat Regisseur Tomas Alfredson einen illustren Querschnitt durch die stillen Stars gleich mehrerer Generationen in seine Darstellerriege bekommen. Bei allem Respekt für die Rolle des Regisseurs – das darstellerische Niveau seines Films dürfte Alfredsons geringste Sorge gewesen.

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Biutiful

Irgendwann hat wohl jeder schon einmal Nachrichten gelesen und ist dabei von einer deprimierenden Meldung in die Nächste gerutscht. Wer sich den Glauben an die Menschheit bewahren möchte, hat abseits eines tibetanischen Klosters oder einer Tauchschule auf den Malediven scheinbar wenig Platz in dieser Welt. Das ist nichts Neues, auch nicht in der Kunst. Und doch ist da der Drang, unser aller Streben und Scheitern in Worte und Bilder zu fassen, vielleicht in der Hoffnung, sie so emotional besser verordnen zu können, oder eine Sicht auf das Leben zu vermitteln, die über das hinausgeht, was unsereins Alltag nennt.

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X-Men: First Class

An einem sonnigen Nachmittag in L.A. saß ein Executive von 20th Century Fox an seinem Schreibtisch, malte lustlos Sudoku-Felder aus und überlegte, mit welchem Projekt er seiner Karriere wieder auf die Sprünge helfen könnte. Der letzte Erfolg war lange her, und er brauchte dringend die Art Beachtung, die einen neuen Maserati finanziert.

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Black Swan

„Denken heißt vergleichen“, hat Walter Rathenau einmal notiert, und verglichen wurde viel bei BLACK SWAN, vor allem mit dem vorangegangenen Werk des Ausnahmeregisseurs Aronofsky, THE WRESTLER. Dabei ist die Geschichte über eine Ballerina (Natalie Portman), die an der größten Rolle ihres Lebens zerbricht, weitaus kopflastiger geschrieben und inszeniert als das leise, bodenständige Melodram über einen gealterten, einsamen Schaukämpfer.

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Der Biber

DER BIBER mit Mel Gibson ist einer jener Filme, die sich aus verschiedensten Richtungen angehen lassen. In einer Zeit, in der Mel Gibson mehr Persona non grata denn beliebter Darsteller scheint, fällt es schwer, diesen Film nicht als Liebeserklärung zu sehen, zumal mit Jodie Foster eine der wenigen Personen Regie führte, die ihm trotz all seiner privaten Eskapaden die Treue gehalten hatten.

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The King’s Speech

Es sollte ein eigenes Genre “Oscar-Filme” geben. Nicht um später alle Gewinner zu reklassifizieren oder im Vorfeld potenzielle Kandidaten auszumachen, nicht um eine Kategorie Film zu schaffen, bei der ein gewisses Maß an Qualität quasi garantiert ist, sondern weil es eine Sorte Film gibt, die zehn Meilen gegen den Wind so intensiv nach Nominierung riecht, dass man fast von Anbiederung sprechen könnte.

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Captain America – The first Avenger

Warum muss man Popcorn-Kino verachten? Weil es stets an den kleinsten gemeinsamen Nenner appelliert, oder weil es – trotzdem oder darum – häufig so gut funktioniert? Weil es damit durchkommt, uns reaktionären Blödsinn in hübscher Verpackung unter zu jubeln, und darauf auch noch stolz ist? Oder weil es sich um Glaubwürdigkeit und erzählerische Substanz nicht schert, wenn nur alle paar Minuten etwas explodiert?

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Rango

Die wichtigste Szene in einem, auf Knirpse ausgerichteten, Animationsfilm ist der Moment der Erkenntnis. Der Augenblick, in dem der Held oder die Heldin erkennt, dass Freunde das Wichtigste im Leben sind / man sich immer treu bleiben muss / jedem Ende auch ein Anfang innewohnt / allein sein irgendwie doof ist. Zweck dieser Szene ist, die Moral der Geschichte her- und das glückliche Ende einzuleiten – sprich: jenes Finale zu provozieren, das für Zuschauer mit zweistelligem Alter meist schon seit einer ganzen Weile absehbar ist.

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Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten

So. FLUCH DER KARIBIK, Teil … 4. Genau. Wo anfangen? Das Letzte, woran ich mich vor Filmbeginn noch erinnerte, war, wie Jack Sparrow von diesem Riesenkraken verschluckt wurde. Das war cool. Blöderweise aber auch das Ende von Teil 2, nicht 3, wie mir nach einer kurzen,  vorbereitenden Recherche klar wurde. Um schnell Zugang in das Geschehen des vierten Teils zu finden, las ich also nach, was im dritten Teil überhaupt passiert war. 15 Minuten später verstand ich, dass das Problem nicht allein meinem schlechten Gedächtnis geschuldet war.

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Drive

Selten sind die Rezensionen, bei denen ich mir vor lauter Begeisterung die Frage stellen muss, ob ein euphorischer Einzeiler nicht ausreichen würde. Um zu vermeiden, dass dieser Blog zur Nörgelgrube verkommt, sollen trotzdem ein paar Anmerkungen über DRIVE ausformuliert werden, die Erwähnung bedürfen, und sei es nur, weil sie so viel Anerkennung verdienen.

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13 Assassins

Takashi Miike ist ein Regisseur, dessen Werk sich mir nicht erschließt. Von THE AUDITION mehr irritiert als begeistert und vom berüchtigten ICHI – THE KILLER klar unterwältigt, schloss ich mich um die Jahrtausendwende dankbar jenen an, die ihn und seine Filme in die Trash-Ecke schoben und von da an ignorierten.

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Napoleon Dynamite

Angenommen, Beavis and Butthead hätten diese Woche Premiere – wie wäre die Resonanz? Würde das Konzept heute noch funktionieren? Würde man ihr Lachen imitieren? Ihre Witze zitieren? Kurz gesagt: Wären die beiden noch popkulturell relevant?

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Up in the Air

Wer häufiger hier liest, hat längst die leidvolle Erfahrung gemacht, dass ich mir für wenige Wortspiele zu schade bin. Ich bin mir der Schändlichkeit meines Schreibstils bewusst, und doch: wann immer ich Besserung gelobe, kommt ein Film wie UP IN THE AIR daher, und macht sämtliche guten Vorsätze in einem Streich zunichte. Und so muss ich mit Bedauern folgendes nieder bringen:

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