Grave Encounters

Grave Encounters

Wackel wackel, kreisch kreisch. GRAVE ENCOUNTERS ist ein Found Footage Film, und damit ist eigentlich auch schon genug gesagt – zumindest was den leidgeprüften Genrefan betrifft. Verhältnismäßig günstig zu produzieren und stilistisch leicht zu bewältigen, reflektieren die zahllosen BLAIR WITCH Ableger mit ihrer anstrengenden Optik und drögen Beliebigkeit das krude Authentizitäts-Empfinden einer Generation, die für hochauflösendes 3D-Eventkino tief in die Tasche greift, ansonsten aber ihr Entertainment gerne mit mieser Auflösung auf Video- und Streamingwebsites konsumiert, solange es kostenlos bleibt. Weiter

Guilty of Romance

Guilty of Romance

Konventionelles Kino kann so unfassbar trist sein. Vorhersehbare Geschichten und blasse Figuren, aufgewärmte Emotionen und abgegriffene Strukturen. Selbst im Exzess stets brav in der Komfortzone des Publikums, selbst im Aufbegehren noch bodenständig und kontrolliert. Wenn die Blockbuster mit ihren schalen Botschaften träge über die Netzhäute rollen, wenn das Arthaus-Kino mit seiner affektierten Andersartigkeit das gegenüberliegende Ende des Künstlichkeitsspektrums markiert, wenn also moralinsaure Langeweile in all ihren Facetten die Leinwände regiert – wohin sollen wir uns wenden, in unserer Not? Ganz klar, nach Asien! Weiter

cabin-in-the-woods

Cabin in the Woods

Joss Whedon ist ein feiner Mann, der auch gut erzählen kann. Ob man sich nun vor langer Zeit in Vampirjägerin BUFFY verliebt hat, die kurze Reise der FIREFLY in einem viel zu gehetzten Spielfilm enden sah oder bei ASTONISHING X-MEN neben Lachfalten auch eine Träne der Rührung im Augenwinkel spürte – Whedon vermag wie nur Wenige sonst Action mit Humor und Herz anzureichern und Genreprogramm über den Status reiner Nerdfantasien zu levitieren. Weiter

stoker

Stoker

Sparen wir uns die langen Herleitungen. STOKER ist, in jeder Hinsicht, ein Kunstwerk. Meisterlich inszeniert, verbindet der Familienthriller von OldBoy-Regisseur Chan-wook Park makellose Hochglanz-Ästhetik mit subtiler Abgründigkeit. Dabei beweist seine Regiearbeit ein großartiges Feingefühl für Komposition und Bildsprache. In Kombination mit der hervorragenden Schauspielführung wird die recht einfache Handlung schließlich auf ein Niveau gehoben, das den Film nicht nur über dem Durchschnitt, sondern auch abseits anderer Genregrößen platziert – und somit einzigartig macht. Weiter

insensibles

Painless (Insensibles)

Wer sich für fantastische Geschichten interessiert, sollte die Bereitschaft mitbringen, sich auf das Gezeigte einzulassen – und bei Logikmängeln auch mal ein Auge zukneifen, wenn es dem Gesamtbild dient. Zweifelsfrei scheren sich einige der stärksten Geschichten unserer Zeit recht wenig um Plausibilität und Erklärbarkeit. Was PAINLESS dem Zuschauer abverlangt, überstieg jedoch meine Vorstellungskraft – und meinen guten Willen. Weiter

John-Dies-at-the-End

John dies at the end

Wir öffnen das Fenster, scheuchen die Spinnen beiseite, öffnen die oberen beiden Knöpfe unserer Hemden und schreien laut zur nächtlichen Straßenbeleuchtung: »JOHN DIES AT THE END ist ein ganz toller Film!« Um sicher zu gehen, auch gehört worden zu sein, wiederholen wir die Aussage noch einige Male, bis der überwiegende Teil der Fenster in der gegenüberliegenden Fassage erleuchtet ist. Mit amüsiertem Schmunzeln über die einfallsreichen Morddrohungen nehmen wir auf dem Sofa Platz, wischen uns den Senf vom Ohr und warten auf das Klingeln. Weiter

prometheus

Prometheus

Bestünde die Aufgabe eines Regisseurs lediglich darin, für eine visuell hochwertige und handwerklich astreine Inszenierung zu sorgen, man könnte Ridley Scott für PROMETHEUS hervorragende Arbeit bescheinigen. Erwachsene Science-Fiction mit intergalaktischem Setting ist selten genug, und zieht man einmal die ganzen Space-Operas ab, bleibt nur eine Handvoll halbwegs ansehnlicher und erträglicher Streifen übrig. Weiter

hanna

Hanna / Wer ist Hanna? (D)

Was für ein Jammer. So viel Talent, so viele Ideen, bekannte Gesichter, tolle Aufnahmen… und doch so schal, so platt, so leer. WER IST HANNA zeigt, wie peinlich großes Kino wirken kann, wenn vor lauter Ambition die Zwischentöne verloren gehen. Weiter

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The Raid

Während einstige Titanen des Actionkinos, wie Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger, derzeit ebenso verbissen wie vergeblich alte Stärken in zeitgemäßer Form zu präsentieren versuchen, ist offenbar altmodisches Asia-Kino erforderlich, um zu demonstrieren, wie viel pure Energie in 90 Minuten passt – und wie man auch heute noch ohne CGI und 100 Explosionen eindrucksvolle Action inszeniert. Weiter

pusher3

Pusher 3

Hm. Nach dem guten, aber erzählerisch rohen PUSHER und dem authentischen, packenden PUSHER 2 wirkt der letzte Teil der Trilogie ein wenig müde. Passend, könnte man meinen, denn mit dem Dealer Milo – wieder hervorragend gespielt von Zlatko Buric – führt PUSHER 3 seinen ältesten Protagonisten ins Feld. Mehr denn je und mehr als die anderen vor ihm wirkt Milo wie ein Mann, der eigentlich nur seine Ruhe will – kriminelle Geschäfte nicht eingeschlossen. Weiter

headhunters

Headhunters

Was für eine Überraschung – ein überraschender Film. Der auf einem Roman von Jo Nesbø basierende HEADHUNTERS sieht zunächst wie ein generischer Hochglanz-Thriller aus, begeistert aber mit Charme, Witz, seiner nordischen Tonalität und einigen Wendungen, die der 08/15-Titel nicht einmal im Ansatz vermuten lässt. Weiter

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The Raven

Es gibt Tage, da kann man wehleidige Klagen über Hollywoods Ideenarmut mit der resignierten Reife eines Cineasten belächeln. Und es gibt Tage, da regt man sich selbst unfassbar über Filme auf, die irgendwo zwischen Kreativitäts-Kannibalismus und Inspirations-Inzest in den Eingeweiden besserer Vorgänger herumstochern. THE RAVEN ist ein Film, der einen großen Namen zum Protagonist nimmt, sich letztlich aber nur in den Fußstapfen seiner Vorgänger räkelt. Weiter

Source Code

Source Code

SOURCE CODE hat, das muss man sagen, mehr Sollbruchstellen als ein 1€-Plastikliegestuhl. Soll heißen: man wird sich nicht lange damit entspannen können, bevor es anfängt, weh zu tun – wenn das Konstrukt nicht gar ganz zusammenbricht. Das Einzige, was an dem TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER mit Terrorplot bequem ist, sind die netten Zufälle und forcierten Charakterentwicklungen, mit denen der Film gefällig auf sein recht triviales Finale zusteuert. Weiter

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The Woman in Black

Wie viele Filme werden nötig sein, um HARRY POTTER zu vergessen? Daniel Radcliffe wagt mit THE WOMAN IN BLACK aka DIE FRAU IN SCHWARZ den Schritt ins Erwachsenenkino, bleibt dabei aber dem Fantastischen treu. Auf welche Weise man das gruselig findet, kann variieren. Mit blutigen Knien endet der Karriereschritt trotz sporadischem Stolpern nicht. Weiter

HELL

Hell

HELL ist ein blitzgescheiter Film, das merkt man schon am Titel. HELL ist nämlich nicht nur die Sonne, die in recht naher Zukunft unseren Planeten bis zur Unbewohnbarkeit ausdörrt, sondern auch englisch für die Hölle, zu der unsere Zivilisation verkommt, wenn der Mensch des Menschen Bestie wird. Clever, nicht wahr? Weiter