So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden später finde ich mich auf meiner eigenen Couch wieder und winde mich vor Schmerzen. MINDHUNTERS, so der Name meines Peinigers, ist ein Psychothriller aus dem Jahr 2004, in dem eine Gruppe angehender FBI-Profiler von einem Serienkiller mit einer Vorliebe für perfide Fallen im übertragenen wie wörtlichen Sinne auseinandergenommen wird. Im Gegensatz zu SAW, der im gleichen Jahr startete, handelt es sich hierbei jedoch um Fallen, die nicht auf Folter und ein eventuelles Überleben ausgelegt sind, sondern um heimtückische, ebenfalls individuelle für jedes Ziel konzipierten Attacken, die keinerlei Chance auf Überleben einräumen sollen.
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Selten sind sie, die Filme, in denen einfach alles stimmt. THE GHOSTWRITER ist solch ein Fall. Mit ruhigem Tempo und leisen Tönen komponiert (anders darf man es schon nicht mehr nennen) Regisseur Roman Polanski einen Thriller, wie man ihn sich harmonischer kaum wünschen kann. Der angedeutete Widerspruch in dieser Aussage ist dabei stellvertretend für den einzigen kritischen Hinweis, den man in diesem Kontext geben muss: THE GHOSTWRITER ist Programmkino, ein guter Wein mit edler Note, der jedoch auch einen gewissen »Feingeist« voraussetzt, um überzeugen zu können. Er ist nicht wahnsinnig packend, nicht unfassbar einfallsreich und auch nicht so intensiv, dass man noch Jahre später davon sprechen wird. Doch wer zieht nicht mit Freuden einen Film, der gut sein möchte und das schafft, einem Film vor, der bahnbrechend sein will, und an diesem Anspruch scheitert.
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Lasst uns etwas über Subtext reden. Dass BOOK OF ELI vordergründig ein recht gefälliger, zeitgemäß düsterer und von Farbfiltern gepeinigter Endzeit-Actioner ist, der viel von seiner Stilistik bei Genregrößen wie MAD MAX und Co abgeschaut hat, sollte allgemein Konsens sein. Dass die Besetzung der Nebenrollen mit Darstellern wie Gary Oldman, Tom Waits und Ray Stevenson höchst erfreulich ist, während Denzel Washington als Protagonist etwas zu blass bleibt (Ironie nicht beabsichtigt), ebenso. Während erstere mehr aus ihren Rollen machen, als das Drehbuch eigentlich her gibt, wankt letzterer charakter-, profil- und ausdrucksfrei durch die Einöde. Das mag in dieser speziellen Geschichte volle Absicht sein, ist aber trotzdem unbefriedigend, und sorgt wesentlich dafür, dass die Tristesse des öfteren in Langeweile kippt.
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Im DVD-Interview zu TRIANGLE erzählte einer der Macher, wenn mich die Erinnerung nicht trügt Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith himself, wie er auf die Idee zu TRIANGLE kam. Im Wesentlichen war es der Anblick eines Kreuzfahrt- schiffes, der den Stein ins Rollen brachte. Darauf folgte ein konkreter Einfall im Zusammenhang mit diesem Schiff, und der Film war geboren. In Folge dessen wurde »Schicht auf Schicht« hinzugefügt, bis am Ende ein Plot stand, der (SPOILER!) sich wohl als »Täglich grüßt das Murmeltierauf einem Hochseedampfer« beschreiben lässt – nur eben im Horrorgenre.
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Eines sei ihm zugestanden: Hübsch anzusehen ist er ja, der WOLFMAN. Also nicht die Figur selbst (die ist natürlich hässlich wie die Nacht finster), und auch nicht unbedingt Benicio del Toro (der in diesem Film etwas matschig wirkt), sondern der Film an sich, die Optik. An den Produktionswerten lässt sich jedenfalls wenig aussetzen. Diese kommen wundervoll klassisch daher und geben dem Film trotz zeitgemäßer Technik ein angenehm schweres, märchenhaftes Ambiente, das in seinen besseren Momenten an andere moderne Monster-Klassiker wie FRANKENSTEIN erinnert.
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Gewöhnlich scheinen deutsche Verleihfirmen bereits mit der Übersetzung eines simplen Titels heillos überfordert. Beispiele dafür, welch krude Ergebnisse daraus resultieren können, kennt wohl jeder zu Genüge. Besonders kompliziert bzw. perfide wird es allerdings, wenn ein Zweiteiler veröffentlicht wird, dessen Titel nur eine Gemeinsamkeit zeigen: Den Namen einer Person, die heute kaum einer mehr kennt. Also macht man aus »Mesrine: Public Enemy # 1« und »Mesrine: Killer Instinct« kurzerhand »Public Enemy No. 1: Mordinstinkt« und »Public Enemy No. 1: Todestrieb«, wobei letzterer dem deutschen Titel der Autobiografie entspricht, was sicher kein Zufall ist.
Glücklicherweise geriet der Film, der das Leben des berühmten Kriminellen und legendären Ausbrechers Jaques Mesrine beschreibt, deutlich verständlicher bzw. geradliniger. Zu geradlinig, möchte man meinen, denn der Film leidet unter dem selben Problem wie das Buch: Die Etappen eines Lebens lassen sich nicht ohne weiteres zu einer effektiven Erzählung verbinden.
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Die Marketingabteilung von GREEN ZONE, der mit der Tagline »Chief Warrant Officer Roy Miller is done following orders« beworben wurde, hat dem politisch informierten Kinogänger einiges erspart. Hätte man den so bepriesenen Film als das verkauft, was er tatsächlich ist – ein grundsolider Actionthriller mit einer moralisch differenzierten, leicht politischen Note – hätte man schwer leugnen können, dass er den Themen, die er anschneidet, nicht gerecht wird. Erwartet man hingegen einen reinen Actionfilm, darf man sich darüber freuen, dass die Sensibilität nicht gänzlich dem Krawall zum Opfer fiel.
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Als ich vorgestern beim Frühstück mit einem sehr klugen Menschen über Filme redete, bekam ich endlich die Bestätigung dafür, was ich schon lange vermutet habe. Es ist nicht nachvollziehbar, warum in diesem Weblog ständig Rezensionen offensichtlich mieser Filme auftauchen, die sich dann auch entsprechend aufgebracht lesen, wo doch von vorneherein klar gewesen sein muss, was mich als Zuschauer erwartet.
Normalerweise ist die Antwort darauf, warum ich mich wider besseren Wissens solchen Machwerken aussetze, etwas komplizierter. Im Falle von LEGION, der bereits und zu Recht von vielen Seiten eine gescheuert bekam, ist die Antwort hingegen ganz einfach: Paul Bettany. Der bald 40-jährige Brite hat sich nicht nur verdammt gut gehalten, sein durchdringender Blick hat mehr als nur einen Film visuell aufgewertet, allen voran den eher enttäuschenden GANGSTER No1, den er mit seiner persönlichen Tour de Force vor dem absoluten Aus rettete. So auch meine Hoffnung für LEGION.
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Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm nicht gelang, sein Publikum zu finden. Dies wäre dann aber eher jenen vorzuwerfen, die im Vorfeld eine gewisse Erwartungshaltung weckten. Auch auf die Gefahr hin, diese Kritik – wie schon die von SPLICE – zu einer unaufgeforderten, polemischen Verteidigungsschrift zu machen, und den Film damit indirekt ebenso zu erniedrigen, möchte ich die relevanten Faktoren einzeln ansprechen.
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Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen – bis auf wenige Ausnahmen – außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. Mag sein, dass es mehr einspielt, ein paar Jungdarsteller in fiktiven Quälereien zu demontieren, als eine klassische Gruselgeschichte zu erzählen. Sam Raimi hat es mit DRAG ME TO HELL versucht, dabei aber auch Zugeständnisse gemacht, und die Betonung auf den Trashfaktor gelegt, der derlei Filmen schnell anhaftet.
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