Avatar.

Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee war, es bei einer selbstironischen Spitze zu belassen und einen Aufguss meiner eigenen Phrasen als Einleitung zu verwenden, im Stil von: »Es gibt Kinofilme, nach deren Besuch man merkt, wie mit jeder Minute die Begeisterung, und somit auch die persönliche Wertung, abebbt. Bei AVATAR stellt sich dieser Effekt weit vor dem Abspann ein.«
Haute mich aber auch nicht vom Hocker. Also lassen wir das.
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Sherlock Holmes.

Astreine Buddy-Action mit Robert Downey Jr. und Jude Law – man muss sich ja bereits vor dem ersten Griff in die Popcorn-Tüte die Finger lecken. Wäre da nicht der Haken mit dem Titel. Der erste Trailer zu SHERLOCK HOLMES hatte mehr von einem bösen Omen als einer freudigen Verheißung. Zwar sah die Inszenierung brillant aus, aber erstens ist das in einem Werbetrailer vortäuschbar und zweitens biss sich das Gezeigte mit vielem, das man gewöhnlich mit dem Meisterhirn assoziiert.

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Tödliches Kommando. / The hurt locker.

Was für eine Rezeptur: Die letzten Tage eines Bombenräum- kommandos im Irak, in gut 2 Stunden zusammengefasst. Keinerlei Handlung, die den Namen verdient hätte, bis auf wenige, kurzlebige Nebenfiguren kaum einprägsame Charaktere und eine stellenweise semi-dokumentarische, oftmals billig wirkende Kameraführung – ideale Voraussetzungen für einen inhaltsleeren, langweiligen Streifen, dessen Bestimmung die Grabbelkisten der Discounter sind.

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Coraline.

Mit dem Stichwort »morbide Filmästhetik« assoziiert die breite Masse zweifelsfrei Weirdmeister Tim Burton. Ein weiterer Name, wenn auch mit geringerem Bekanntheitsgrad und einem für die Filmindustrie eher ungesunden Verhältnis zwischen Schaffenszeit und Projektanzahl, ist Henry Selick. Mit seinem unvergessenen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS hatte er 1993 einen nachhaltigen Beitrag zur Animationsfilmgeschichte geschaffen, danach aber nicht mehr an dessen Erfolg anknüpfen können. CORALINE, sein neuestes Werk, ist ein Animationsfilm eben dieser Art, der statt gerenderter Figuren samt makelloser Anatomie und glatten Kurven die krude Stofflichkeit und den schrägen Charme eines Puppenspiels bevorzugt.
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Monsters vs. Aliens.

Seiner Prämisse nach zu urteilen hätte MONSTERS vs. ALIENS ein aufgedrehter, brüllend komischer Animationsspaß werden können. Tatsächlich enttäuscht das vermeintliche Erfolgsrezept aber, schon allein des ungenutzten Potentials wegen. Sämtliche Figuren (von Charakteren mag man gar nicht reden) leiden unter der chronischen Erkrankung, die sich durch viele Dreamworks-Produktionen (z.B. Shrek, Madagascar) zieht: Sie sind zu generisch, zu eindimensional gestrickt, um die Zuneigung der Pixar-verwöhnten Zuschauer zu erobern.

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Drag me to hell.

Ungeachtet der Gefahr, von Experten eines Besseren belehrt zu werden, sei die Behauptung in den Raum gestellt, dass kaum ein Filmgenre so viele Unterkategorien kennt wie Horror. Soweit, so dreist. Aber es kommt noch schlimmer. Der Einfachheit halber – und nicht zuletzt der nachfolgenden Argumentation wegen – möchte ich all diese Subgenres, ihre jeweiligen Charakteristika missachtend, in zwei grobe Klassen unterteilen.
Auf der einen Seite die Filme, in die man ein Date oder einen schreckhaften Partner mitnehmen würde. Ein halbgruseliger Streifen macht mehr Laune, wenn man jemanden dabei hat, der (mehr oder minder) genüsslich quiekt. Was zählt, ist die gemeinsame Freude an leichter, massenkompatibler Kost, nicht die Effektivität des geschilderten Grauens.

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Downloading Nancy.

Nancy (Maria Bello) ist todunglücklich. Ihrer Ehe fehlt jegliche Wärme, Liebe und Leidenschaft. Auch Respekt und Höflichkeit leiden unter der eisigen Atmosphäre, machen ihr das von einem schlimmen Kindheitstrauma überschattete Dasein zur Hölle. Lediglich ihre Internet-Bekanntschaften verschaffen ihr Momente der Freude. Kein Wunder, dass ihr im Hobbykeller Golf spielender Gatte (Rufus Sewell) erst von Nancys Vorhaben erfährt, als es bereits zu spät ist. Nancy hat ihn verlassen, um ihr Leben zu beenden – mit Hilfe eines Online-Bekannten, der ein paar Tage nach ihrem Verschwinden unvermittelt vor der Türe steht.

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The international.

The InternationalEine einfache Methode, nach der sich die Qualität eines actionbetonten Films beurteilen lässt, ist, an welche Szenen man sich nach einigen Wochen oder Monaten noch erinnert. In zweiter Instanz gilt es zu unterscheiden, ob deren Einprägsamkeit aus der Handlung oder lediglich aus der gezeigten Action resultiert. Wie viele Momente aus TERMINATOR 2 bleiben bis heute unvergessen? Was beeindruckte an ALIENS? Wie detailliert könnte man STIRB LANGSAM nacherzählen – und wie viel Nacherzählungspotential hatte TRANSFORMERS?

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Frost/Nixon.

Wie spannend kann ein Film werden, der die Geschichte eines historischen Interviews nacherzählt? Die öffentliche Demontage des berüchtigten Richard Nixon (im Film gespielt von Frank Langella) durch den australischen Showmaster David Frost (Michael Sheen) ist gut dokumentiert, die Hintergründe der relevanten Personen recherchierbar. Eine Dramatisierung scheint somit kaum möglich, ohne Realitätsbezug und Authentizität einzubüßen.

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Bronson.

bronson1Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? Letzteres muss Ziel gewesen sein, was auch – beginnend im grandiosen Trailer – gerne deutlich gemacht wurde. Doch gerade im Vergleich mit Kubricks Klassiker zeigt sich, welches Dilemma dem Film letztlich echte Relevanz verwehrt.

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