FantasyFilmfest Notizen, Tag 4 Film 1
Für mich die erste echte Enttäuschung dieses Filmfests und eine traurige Bestätigung des Klischees, dass es deutschen Produktionen bis auf wenige Ausnahmen stets an etwas mangelt, sei es die passende Optik oder das rechte “Feeling”, um in internationaler Konkurrenz bestehen zu können. Gut, okay, es waren wohl Projekte von Filmstudenten. Das merkt man ihnen aber auch leider deutlich an. Die Verbindung der beiden Filme zu einem Double Feature erhält jedenfalls fast eine ironische Note, wenn man sie miteinander vergleicht.
NIMMERMEHR ist sauber produziert und kann mit schönen Bildern aufwarten. Besonders die Zirkusvorstellung inklusive Scherenschnitt-Theater ist sehr ansprechend geraten. Leider wirken die Dialoge (und Charaktere) oft unecht und hölzern, dann plötzlich wieder übertrieben und zu laut, was man nur zum Teil den Darstellern anlasten kann. Hauptschuldiger ist hier, neben dem Drehbuch, eindeutig die Regie, welche das befremdliche (Over-)acting in manchen Szenen entweder forderte oder nicht eindämmte. Märchen hin oder her, Geschichte wie Figuren funktionieren einfach nicht. Selbst mit bloß 60 Minuten Spieldauer zieht sich der Film somit merklich, schleppt sich von einer mittelprächtigen Szene zur nächsten und mündet in einem wenig überzeugenden Ende.
Auch auf die Gefahr hin, oberflächlich zu klingen, sei eines angemerkt: Warum gleich zwei Figuren lispeln mussten, wollte mir nicht so recht in den Kopf, und die englischen Untertitel waren der Wirkung des Filmes ebenfalls nicht gerade zuträglich. Hier wäre für das deutsche Publikum eine Fassung ohne Untertitel sinnvoll gewesen.
KALTMIETE kann mit glaubwürdigeren, figurennahen Dialogen aufwarten, leidet aber dafür unter mangelhaftem Bild und schlechtem Ton. Gerade in den ersten Minuten erweisen sich die nervtötenden Untertitel somit auf einmal als sehr hilfreich. Unterm Strich ein solides Studentenfilmchen, das hier und da einen Punkt landet, im Gesamteindruck, besonders mit dem nervigen Vorgänger als Sparpaket, sein Geld leider nicht wert war. Das ändert auch die gelungene Auflösung am Ende nicht.