Transformers

Da ich mich heute wie auseinandergenommen und schlecht wieder zusammengeschraubt fühle, noch eine Kurzreview zu TRANSFORMERS. Den meisten Kritiken ist wenig hinzuzufügen, trotzdem lege ich jetzt noch meine zwei Cent mit auf den Kleingeldhügel, und gut ist. Wenigstens muss ich mir so nichts kreatives überlegen.

Meiner Meinung nach sieht es so aus:
Die Effekte versuchen nicht, die plumpe Handlung zu ersetzen oder zu kaschieren. Das setzt nämlich voraus, das man sich für die Handlung schämt oder dem Zuschauer weismachen will, es gäbe eine. Beides ist hier nicht der Fall. Sinn des Films ist nicht, eine mehr oder wenige gute Geschichte zu erzählen, sondern einzig und allein Roboter aus dem Weltall miteinander kämpfen zu lassen. Und dazu steht der Film in meinen Augen auch. Insofern ist es kein Fehler, sich von der aufwändigen Aufmachung blenden zu lassen – es ist unabdingbar.

Vergesst nicht:
Wir reden hier von einem Film über eine Kinderspielzeugreihe.

Kinder. Spielzeug.

Wenn man das WIRKLICH verinnerlicht, wenn man mit dieser Einstellung dem Film gegenübertritt, dann erklärt – ja rechtfertigt – das auch viele der nicht zu leugnenden Mängel. Wer über diese nicht lachen kann, darf dem Film gar nicht erst eine Chance geben.

Der infantile Humor, der einfach und doch nicht immer logisch konstruierte Plot, die archetypischen Klischee-Charaktere bar Realitätsbezug (mein Favorit bleibt das Hackerteam: dünner Nerd, dicker Nerd, BAYWATCH-Model) – beurteilt man all dies in Verbindung mit der Altersfreigabe, mit der anvisierten Zielgruppe, dann stören sie nicht so sehr. Denn wenn tatsächlich das Kind im Zuschauer erwacht, und auf darauf wird eindeutig abgezielt, dann ist einem der Großteil dieser Kritikpunkte plötzlich egal – zumindest bis zum Ende des Films.

Ein Beispiel, letztendlich auch das Kernstück meiner Argumentation:
Natürlich wirkt der Film stellenweise wie Werbung für die US-Army. Nicht umsonst lässt Herr Bay scheinbar die komplette Palette des aktuellen Kriegsgeräts eindrucksvoll auffahren. Man sieht Flugzeugträger und Zerstörer schwimmen, Abfangjäger eindrucksvoll über die Wüste sausen, und so weiter und so fort.

Das stört den politisch kritischen Erwachsenen, der Propaganda ablehnt. Das stört aber nicht erwähntes Kind, das beim spielen mit den Robotern damals auch sämtliche verfügbaren Fahrzeuge mit hinzuzog – und sich Panzer, wenn nicht vorhanden, zumindest gewünscht hat.

Wir haben damals die MASK-Figuren im PLAYMOBIL-Raumschiff gegen die MASTERS antreten lassen (die leider von oben ins Raumschiff spucken konnten, wenn sie wollten). Da mehr MASTERS als MASK zur Verfügung stand, schlugen sich noch die STAR-WARS-Figuren auf die Seite von MASK. Selbes Prinzip.

Wenn man es knapp 2 Stunden schafft, sich auf ein Spiel einzulassen, das diesen Regel folgt, und einfach alles einbaut was derzeit als cool gilt, wird man den Film danach zwar trotzdem kritisieren, man wird aber während der Laufzeit (und darauf kommt es letztlich an), seinen Spaß haben.

Transformers ist genau so gut und genau so schlecht wie alle sagen. Für mich hat er funktioniert, weil von den vielen Albernheiten dann schlußendlich doch einige Punkten konnten, weil nicht nur der kleine Junge in mir Kampfroboter cool findet und die Effekte, besonders die akustischen, wirklich bemerkenswert waren.

Zu welcher Seite man letztendlich tendiert, hängt diesmal wohl weniger von der Erwartungshaltung als vom Blickwinkel ab. Und ob man die OV zu sehen bekommt, oder nicht.


TM, 16.08.2007