Alle gegen einen und keiner gewinnt.
Die Frage, die man sich nach diesem Streifen wahrscheinlich stellen wird, lautet: Was sollte das denn sein? Leider eine Frage, in der selten Begeisterung mitschwingt. So auch hier.
SMOKIN ACES hat mittlerweile ca. 2 Jahre auf dem Buckel und ist ein heillos überdrehter, derber und sporadisch schwarzhumoriger Ballerfilm, der in vielerlei Hinsicht am Ziel vorbei oder darüber hinaus schiesst. Er hat seine Momente, diese sind jedoch zu spärlich gestreut für ein Skript, das sich eigentlich nicht um einen Plot, geschweige denn Charaktere, kümmern muss, sondern nur eine mehr oder minder coole Szene an die nächste reiht und nebenher ein wenig was erklären will, damit die Figuren auch einen Grund haben, aufeinander loszugehen.
Eigentlich passiert recht wenig: Zu Anfang werden eine menge comichafter Figuren eingeführt, die dann alle den selben Typen umbringen oder retten sollen. Leider sind es viel zu viele, so dass kaum eines der Grüppchen genug Aufmerksamkeit erhält, um für den Zuschauer interessant zu werden, und selbst jene Subplots, denen das Kunststück gelingt, müssen aufgrund von Zeitmangel enttäuschen. Der Versuch, dem Kuddelmuddel durch eine ausführliche Monolog-Exposition eine erzählerische Legitimation zu verleihen, ist ebenso überflüssig wie zum Scheitern verurteilt.
Man kommt kaum mehr dazu, sich die Namen zu den Gesichtern zu merken, alles geht in der atemlosen Hektik unter, mit der dieser Teil absolviert wird. Als gegen Ende klar wird, dass kaum eine der Figuren dem Ziel auch nur Nahe kommen wird, und der monstermäßige Shoot-Out ausblieben wird (geboten werden dafür zwei Scharmützel weit unter Woo-Niveau), stellt sich dann trotz der frechen Sprüche und der vielen Stars (das größte Plus des Films) noch Frustration ein.
Somit taugt SMOKIN ACES lediglich als Schaulaufen vertrauter Gesichter: Ray Liotta, Andy Garcia, Ryan Reynolds, Ben Affleck, Alicia Keys und gleich drei aus LOST bekannte Namen: Matthew Fox, Nestor Carbonell und Kevin Durand. Diese Dichte rettet einen über die Spielzeit.
Die aktuelle Ballerreferenz SHOOT EM UP hat mit Clive Owen und Monica Belluci nur zwei große Namen, dafür aber weitaus mitreissendere Action – und bei aller Absurdität doch eine stimmigere Inszenierung – zu bieten.