„Der Hunger ist ins Gehirn von Mr. Brooks zurückgekehrt.
Er war niemals wirklich daraus verschwunden.“
Sieh an, sieh an. Eine Überraschung.
MR. BROOKS ist gut erzählt, spannend strukturiert, witzig, stellenweise grausam, gerne auch mal blutig und wohl der unterhaltsamste Psychothriller, den ich seit geraumer Zeit gesehen habe.
Für mich hat die Geschichte über den Pappkartonfabrikanten, der eines Tages plötzlich wieder von seiner schizoid personifizierten Mordlust heimgesucht wird, perfekt funktioniert. Die genreüblichen Klischees und unvermeidlichen Handlungsbausteine werden nicht ignoriert, aber auf intelligente Weise gelenkt und abgewandelt. Da stört es auch nicht weiter, dass der Parallel-/Subplot mit Demi Moore als kämpferischer Polizistin die meiste Zeit über lediglich als Mittel zum Zweck fungiert, den ansonsten eher ruhigen Film mit ein paar Actionszenen aufzupeppen. So offensichtlich der Versuch auch ist, er erfüllt seinen Zweck.
Das größte Glück, das einem passieren kann, ist zuvor keine Inhaltsangabe gelesen zu haben, denn so gelingt es dem Film mehrfach mit seinen Richtungswechseln zu überraschen, was besonders das Ende aufwertet. Manch einer warf dem Film vor, an solchen Twists und Subplots überladen zu sein, meiner Ansicht nach ist das Gegenteil der Fall. Eine Glanzleistung von Bruce A. Evans und Raynold Gideon, die sich für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnen und auf verhältnismäßig wenig Referenzen zurückblicken können, was ihre Leistung noch nur bemerkenswerter macht. Ihnen ist es zu verdanken, dass derart altbackene Ideen so effektiv wiederbelebt werden konnten.
Die Darsteller sorgen für den Rest. Vor allem dank Coster und Hurt, die ihre Rollen mit sympathischer Routiniertheit spielen und dabei doch nie unterfordert wirken, stört die langsame Erzählgeschwindigkeit kein bisschen. Gerade durch ihre “Beziehung”, die im ersten Moment sehr befremdlich wirkt (mehr sei aus SPOILER-Gründen verschwiegen), gelingt es, die Gedankenwelt des Protagonisten für den Zuschauer in Dialogen darzulegen.
Die Entscheidung, diese Rolle zu übernehmen, war Vielleicht eine von Costners besten in den letzten Jahren. Mehr davon, bitte.