Acolytes.

Fantasy Filmfest 2008 – Film 10

Der Plot: Drei Teenager finden eine im Wald vergrabene Leiche und erpressen daraufhin den verantwortlichen, ortsansässigen Serienkiller. Dieser dreht den Spieß natürlich alsbald um und erteilt dem Trio eine deftige Lektion in Sachen “Spiel mit dem Feuer”.

Die Aussage mag gewagt klingen, aber unter den Horrorthrillern der letzten Zeit dürfte ACOLYTES der einzige Vertreter sein, den man beinahe als Kunstwerk bezeichnen kann. Zum einen ist er durchweg wunderschön, stellenweise fast poetisch fotografiert, zum anderen hat er einen ganz speziellen Star, der nicht in der Besetzungsliste aufzufinden ist: Den Sound.

Neben dem brillanten Soundtrack nutzen zahlreiche Szenen verschiedenste Klangeffekte und Geräuschkulissen, um eindringlicher zu wirken, was in den meisten Fällen auch vorzüglich funktioniert. Das ist vom Prinzip her nicht neu, wurde hier aber durchgängig und mit so viel Enthusiasmus angewendet, dass tatsächliche einige Momente entstanden sind, die eine faszinierende Kraft entwickeln.

Hier und da geht Regisseur Jon Hewitt leider vor lauter Eifer der Gaul durch, so dass manche Klangattacken in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zur jeweiligen Szene stehen. Auch zwei bis drei der Schreckmomente scheinen nur um ihrer selbst willen eingeflochten worden zu sein, um das Publikum künstlich aufzustacheln. Diese Vorgehensweise erinnert an THE NAMELESS, ACOLYTES übertreibt es aber erfreulicherweise mit derlei Experimenten nicht und kann schlussendlich mehr Erfolge als Fehlschläge für sich verbuchen.

Spätestens bei Plot und Darstellern werden sich die Geister scheiden. In meinen Augen nimmt sich die Handlung ausreichend Zeit für die Figuren und deren Verhältnis zueinander. Dass damit Zugeständnisse an die Handlungsdichte verbunden sind, sollte selbstverständlich sein. Die Darsteller wirken leicht hölzern, können dies jedoch durch die Charaktere, die sie spielen, rechtfertigen. Allein Teenager zu sehen, die dummes tun aber nicht vollkommen grenzdebil sind, ist in dem Genre eine wahre Wohltat. Ansonsten gibt es nur noch anzumerken, dass es geradezu angenehm sein kann, wenn die heftigen Ereignisse zur Abwechslung nicht explizit und minutenlang gezeigt werden.

ACOLYTES wird es nicht einfach haben. Genrefans, die einen oberflächlichen Slasher erwarten, wird er in jedem Fall zu öde sein. Dem Massenpublikum, das glattere Kost gewohnt ist, wird das deftige Ende und die experimentelle Umsetzung aufstoßen. All jenen, die sich zwischen diesen Gruppen sehen, und sich auf einen atmosphärisch dichten Thrillen einlassen wollen, sei ACOLYTES empfohlen.


TM, 02.09.2008