Fantasy Filmfest 2008 – Film 9
Wenn eine B-Movie-Legende sich selbst spielt, den betreffenden Film produziert und auch noch hinter der Kamera als Regisseur tätig ist, kann viel dabei herauskommen. Eine tatsächlich witzige Komödie ist nicht unbedingt das Erste, was einem als wahrscheinliches Resultat einfällt.
In MY NAME IS BRUCE wird Bruce Campbell, der sich selbst bzw. ein Ekel-Alter-Ego seiner selbst spielt, von einem Über-Fan entführt, um die Kleinstadt Gold Lick von dem Zorn eines versehentlich aufgeschreckten Dämons zu befreien. Es dürfte außerdem der erste Film sein, in dem das Monster mit einem eigenen Folk-Lied eingeführt wird.
Zu einem Film wie diesem kann es nur eine Form von Fazit geben: Wer Bruce Campbell kennt und mag, wird auf seine Kosten kommen. Wem der Name kein Begriff ist, soll um Himmels Willen zu Hause bleiben.
Davon abgesehen stellt sich natürlich die Frage, wie sich der Film innerhalb dieser Parameter platzieren kann. Hier muss auch der größte Fan zugeben: MY NAME IS BRUCE ist gut, aber nicht so pointiert und energiegeladen, wie er hätte sein können.
Dennoch: Die überdrehte, betont und bewußt trashige Horrorkomödie weiß zu unterhalten. Viele Insider-Witze rund um das Genre und den Star des Films lassen nie wirklich Langeweile aufkommen. Die übrigen Witze gehen zwar zum großen Teil unter die Gürtellinie, funktionieren aber gut genug um nicht zu nerven, und Campbells Timing gleicht die eher müde Performance der anderen Darsteller mühelos aus.
Der eigentliche Charme des Films geht aber von den vielen Details aus, mit denen Genre, Business und Fantum persifliert werden. Wenn Campbell das Gummimonster mit einem lebensgroßen Pappaufsteller seiner selbst in eine Falle lockt, einen Nachruf auf seine Karriere im Fernsehen sieht oder eine Actionfigur von sich aus der Mülltonne rettet, hat der Film seine stärksten, weil sympathischsten Momente.
Erweitertes Fazit: Nicht bloß eine wirre Aneinanderreihung von Kalauern, trotzdem mehr Hommage und One-Man-Show als Komödie – MY NAME IS BRUCE ist kein neuer BUBBA HO-TEP, aber ein lustiger Partyfilm für 2 und mehr Personen.