Doomsday.

So wüst und mutig muss man erstmal klauen. DOOMSDAY ist nicht mehr als eine Neuauflage von DIE KLAPPERSCHLANGE, in Ästhetik und Ausstattung mit einem dicken Batzen MAD MAX angereichert. Das ganze wurde dann mit einer weiblichen Heldin geschmückt (seit RESIDENT EVIL, AEON FLUX & Co auch kein Novum mehr) und in eine 28 DAYS/WEEKS LATER – esque Rahmenhandlung gepackt. Für die Schauplätze wurden alle bislang genannten Filme vermengt, als Bonus gibt es sogar noch eine Mittelalter-Passage in der sehr simpel konstruierten Handlung. Dreist.

Überraschenderweise spielt all das kaum eine Rolle. DOOMSDAY ist zweifellos uninspiriert. Handlung und Inszenierung können weder durch Eigenständigkeit noch Selbstironie punkten und bedienen sich ohne jede Scham direkt bei ihren Vorbildern. Das Ergebnis ist ein platter, beizeiten schlichtweg dummer Film, der den mangelnden Plot durch bloße Lautstärke zu kompensieren versucht.

Aber er knallt. Er scheppert, blitzt und lärmt.
Oder anders formuliert: Er rockt.

Wenn man Rhona Mitra auf die Kacke hauen sieht, möchte man glatt nochmal 15 sein (Actionfilme machen nie mehr Spaß als in diesem Alter). Milla Jovovich muss sich festhalten, falls Mitra noch weitere Angebote in diese Richtung bekommt. Sie rüttelt schon am Thron. Da spielt es fast schon keine Rolle mehr, dass Bob Hoskins und Malcolm McDowell ihre illustren Nebenrollen mal wieder im Autopilot bestreiten.

Nach seinem Meisterwerk modernen Horrors, THE DESCENT, hat Neil Marshall mit DOOMSDAY das geschafft, was anderen häufig misslang: Eine Hommage an eine vergange Kino-Ära, die auch als solche funktioniert, und der man gerne den Ideenklau verzeiht.

Ein debiles, aber spaßiges Spektakel.


TM, 05.11.2008