The Snake.

leserpentDas Grundkonzept ist wohlbekannt: Verbrecherischer Psychopath rächt sich für vor langer Zeit erlittenes Unrecht an einer wohlhabenden Familie, deren Welt unter den hinterlistigen Attacken vollständig zerbröckelt.
Herausgekommen ist im Falle von THE SNAKE ein geradliniger, sauber inszenierter Psychokrimi ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen. Die durchweg niveauvolle Optik weiß zu gefallen, die Darsteller agieren professionell, der Soundtrack hält sich meist zurück. Es mangelt jedoch an nennenswerten Ideen oder – sprechen wir es offen aus, auch wenn der Zeitgeist da beschämend ist – Extremen, die diesen Film von ähnlichen Produktionen unterscheiden. Dazu weicht der Plot dann doch zu wenig von der oben genannten Formel ab.

Die wahre Motivation des Schurken bleibt sehr lange im Hintergrund und erhält so den Beigeschmack eines Deus Ex Machina. Auch die Motivation des Protagonisten, das Spiel so weit treiben zu lassen, ist durchaus nachvollziehbar, wird manchen Zuschauer jedoch zum Kopfschütteln bringen, genauso wie dessen Ehefrau, die sogar noch ein gutes Stück unsympathischer ist als der Psychopath.

Ansonsten folgt Eric Barbiers (auf einem Roman von Ted Lewis basierendes) Drehbuch allen bekannten Wegpunkten des Genres, vom sich steigernden Aufbegehren des Opfers bis hin zum brutalen Finale. Das mag vorhersehbar sein, in letzter Konsequenz vielleicht sogar enttäuschend, doch schreitet die Handlung souverän genug voran, um nie wirklich zu langweilen.

Letztendlich teilt THE SNAKE das Schicksal vieler seiner Genrekollegen, insofern dass auch er im Schatten des großen KAP DER ANGST steht – an dem er im Vergleich natürlich scheitern muss.

Als solide Abendunterhaltung geeignet, aber definitiv kein must-see.


TM, 31.12.2008