Es gibt Verlockungen, denen kann man nicht widerstehen, auch wenn man vorher schon weiß, dass man es bereuen wird. Das letzte Bier, der sechste Knödel, die reduzierten Stiefel oder der kleine Hund – die Liste ist unendlich und meist sehr persönlich. Als Filmfan hat man es besonders schwer, denn nirgendwo finden sich mehr solch fatale Versuchungen als in der örtlichen Videothek oder den Nice-Price-Listen der DVD-Shops.
OUTPOST ist so ein Fall. Direct-to-DVD-Release, für ein paar Kröten auf Amazon zu haben, und mit einem unschlagbaren Konzept in petto: Nazi-Zombies.
Richtig gelesen. OUTPOST handelt von einer Gruppe Söldner, angeführt von Ray Stevenson aka »Titus Pullo« von ROME, die einen zwielichten Konzernangestellten in einen hart umkämpften Landstrich in »Ost-Europa« eskortieren. Dort entdecken sie einen alten SS-Bunker, in dem eine merkwürdige Maschine steht. Und dann geht der Ärger auch schon los … und mehr passiert dann eigentlich auch nicht.
Die Reviews hatten recht: Return to Castle W. lässt grüßen. Die Ironie bei der Sache: Das Spiel hat deutlich mehr an Inhalt aufzuweisen als der Film. Das einfallslose Drehbuch macht deutlich, dass es die Macher lediglich um die Grundidee ging, und weder Wille noch Talent vorhanden war, mehr aus dem Konzept zu machen.
Das ist an sich nicht schlimm, denn als cineastische Fertigsuppe kann man sich sowas schon antun, ein bis zwei Szenen gerieten sogar überraschend atmosphärisch. Leider gab man sich auch wenig Mühe, das Gemetzel selbst halbwegs stimmig zu inszenieren. Es ist keinerlei Muster, Schema oder Logik hinter dem Auftauchen der Geistersoldaten erkennbar. Sie erscheinen und verschwinden, wann es ihnen beliebt, legen Pausen ein, wenn es Drehbuchautor und Regisseur gerade in den Kram passt, und verfügen auch sonst über stark variierende Fähigkeiten, insbesondere im Bezug auf ihr Vermögen zur Fortbewegung. Genau genommen stehen sie meistens nur bedrohlich rum, als würden sie auf eine Regieanweisung warten, die einfach nicht kommen will. Ich bin wirklich kein Pedant, was Logik in diesem Genre betrifft, aber wenn man nicht von einem Plot abgelenkt wird, fallen solche Mängel halt auf. Andererseits: Wenn man sieht, was einem der Film gegen Ende als überraschenden Twist vorsetzt, kann man fast schon früh darüber sein, dass nicht versucht wurde, eine Geschichte zu erzählen.
Mit 12 Jahren hätten meine Kumpels und ich den Film wahrscheinlich geliebt. Heute gibt es dafür lediglich ein nostalgisches Schmunzeln. OUTPOST ist eine profillose Fingerübung in Sachen Farbfilter und Spuk-Elemente, deren größter Verdienst es darstellt, an Filme zu erinnern, die diese gekonnter einsetzen.
Für richtigen Bunker-Horror sollte man doch besser THE BUNKER besuchen.
Der ist auch nur mittelprächtig, aber wenigstens spannend.