Party- und Splatterfilme beziehen gern einen guten Teil ihres Unterhaltungspotentials daraus, peinlich und albern zu sein. Wer nicht schon bei einer Prämisse wie “Menschenfresserschafe” (BLACK SHEEP) grinsen muss, sollte schleunigst das Weite suchen. DEAD SNOW bildet hier keine Ausnahme, zumal schon die Grundidee “Nazi-Zombies im Schnee” absolut dämlich klingt. Die Inszenierung hält mühelos mit und liefert schrägen, größtenteils aber freiwilligen Humor, der in seinen besseren Momenten an Klassiker wie BRAINDEAD erinnert und in seinem schlechteren trotzdem nicht sonderlich nervt.
Unfreiwillig komisch wird es lediglich bei den Effekten, die – auch hier finden sich Parallelen zu Genre-Klassikern wie eben genanntem – in gleichem Maße blutig wie billig sind. Das gilt insbesondere für die Maske, denn die tiefgefrorenen SS-Schergen wirken, erstmal in voller Schönheit präsentiert, so bedrohlich wie gefrorene Hundehäufchen – man will sie sicher nicht anfassen, flieht aber in erster Linie vor dem Geruch. Apropos Kot: Eine fäkalhumorige Szene muss man dann auch ertragen, doch auch hier ist die Schmerzgrenze noch nicht in Spuckreichweite. Erfrischung und Entschädigung bieten einige handwerklich solide Szenen, die vor dem Überkochen des grotesken Treibens ihren Weg auf die Leinwand finden, wodurch der Mixtur sogar noch ein paar Spannungsmomente beigemischt werden.
Die Opfer sind übrigens gewohnt dumm, jedoch bei weitem nicht so nervtötend wie das Gros der Charaktere, deren Ableben man in “ernsthafteren” Slashern meist schon vor dem ersten Auftritt des Häschers herbeisehnt. Was nicht heissen soll, dass sie sympathisch wären, aber dazu sind sie schließlich auch nicht da. Man soll sich ja freuen, wenn es einen erwischt, und hier zeigt DEAD SNOW durchweg seine kreative Seite.
Alles in allem bietet DEAD SNOW sehr unterhaltsame, selbstironische und turbulente 90 Minuten, die mit einem wirklich coolen Soundtrack unterlegt wurden – allein für die teils punkigen, teils kruden Rock- & New-Metal-Tracks aus dem Norden lohnt sich das Ansehen. Sollte sich ein deutscher Verleih finden, dürfte sich DEAD SNOW wohl einer bescheidenen, aber nachhaltigen Beliebtheit in Kreisen minder- bis gerade eben volljähriger Splatterfans erfreuen.
Mal spaßig, mal spannend: Kein Klassiker in spe, aber durchaus sympathisch.