Splinter.

SPLINTERSo viele Unkenrufe, so wenig Anlass. SPLINTER ist kein großer Horrorfilm, das steht außer Frage. Er ist weder besonders gruselig noch erwähnenswert innovativ. Es ist ein kleiner Film, ein Frühwerk eines noch relativ unerfahrenen Regisseurs und gänzlich unverbrauchter Autoren, die eine Reihe klassischer Motive und Elemente aufgreifen und zu etwas zusammenfügen, was sich sporadisch wie eine lange Version der Lagerhallenszene in DER NEBEL anfühlt.

Warum dann ansehen? Weil so “entspannter” Horror selten ist.

Horch was will von draußen rein?

Horch was will von draußen rein?

SPLINTER will, das zu bestreiten dürfte schwierig werden, nicht mehr sein, als er ist. Das überschaubare Setting (kleine Tankstelle im Nirgendwo als quasi einziger Schauplatz des Geschehens) gewährt wenig Platz für Überraschungen, ebenso wie die Handvoll Protagonisten den Bodycount von vorneherein begrenzt. Konzentriert man sich aber aufs Geschehen, fällt durchaus positiv auf, wie bewußt das Drehbuch auf die Möglichkeiten des Umfelds eingeht. Man merkt, mit wie viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde, und dass die Darsteller ihre Rollen ernst genug nahmen, um die Szenen tragen zu können. Das ist bei einem Film in diesem Genre, mit diesem Budget, keinesfalls selbstverständlich und muss deshalb explizit und dankbar erwähnt werden.

Unter diesem Aspekt, und angesichts der teils erstaunlich soliden Effekte, verzeiht man vielleicht sogar die extrem wackelige Handkamera, die in drei Szenen zum Einsatz kommt, bei denen die Möglichkeiten oder das Budget dann doch nicht genügten. Regisseur Toby Wilkins sowie die Drehbuchautoren  Kai Barry und Ian Shorr können, sofern sie erreichen wollten, was SPLINTER zu bieten hat, stolz auf das Ergebnis sein.

The day potty-training went horribly wrong.

The day potty-training went horribly wrong.

Eine klare Empfehlung spreche auch ich nicht aus. Als kurzweilige Unterhaltung, als Dreingabe bei einem Double- oder Triple-Feature, kommt man jedoch sicher auf seine Kosten. Selbst wenn ausgebuffte Horrorfreaks sich gelassen auf ihren Hockern räkeln mögen, dürfte SPLINTER dem durschnittlichen Publikum das ein oder andere angeekelte Mienenspiel ins Gesicht oder einen gepflegten Schauer auf den Rücken zaubern.

Und dazu sind Monsterfilme ja schließlich da.


TM, 18.03.2009