The Horsemen.

The Horsemen.Wieviel ist ein zweiter Platz wert, wenn der schon angegraute Erstplatzierte deutlich heller strahlt? Wie groß kann das Ansehen für eine Leistung sein, die zwangsläufig im Schatten des bereits Erreichten stehen muss? THE HORSEMEN liegt mit seiner Grundidee sehr nah an SE7EN, und bei aller Qualität, die dieser durchaus solide Thriller an den Tag legt, sind die Fußstapfen, in die er tritt, einfach zu groß.

Nie, nie, nie beim Blind-Date den anderen den Ort bestimmen lassen.

Nie, nie, nie beim Blind-Date den anderen den Ort bestimmen lassen.

Dabei kann man für sich genommen kaum klagen: Die Story ist stimmig, die Atmosphäre dicht, Dennis Quaids Performance überzeugt und Langweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Sogar für einen kleinen Insiderwitz war Platz, denn es kann kaum Zufall sein, dass Liam James, der seit mittlerweile drei Jahren in der Erfolgsserie PSYCH die jüngere Version von Hauptfigur Sean Spencer verkörpert, auch in diesem Film von seinem Vater „Sean“ gerufen wird.

Aber zurück zum Wesentlichen: THE HORSEMEN meidet im Handlungsverlauf weitere Parallelen, spult also nicht einfach eine Reihe von bibelinspirierten Morden ab, sondern setzte eigene Schwerpunkte und weiß mit erählerischen Schlenkern zu überraschen. Hinzu kommt, dass die Charakterzeichnung, wenn auch nicht sonderlich innovativ, genug Raum erhält um den Thriller auf emotionaler Basis interessant zu halten. Deshalb stört es nicht weiter, dass relativ schnell klar wird, auf welche Enthüllung die Handlung hinausläuft. Man kann es sehen, schlecht erzählt ist die Geschichte deshalb nicht.

Wäre da nicht der unvermeidbare Vergleich, man könnte THE HORSEMEN (fast) uneingeschränkt loben. Doch eben dieser Vergleich ist es, der den finalen Plot-Twist ziemlich müde wirken lässt. Eben dieser Vergleich rückt das deutlich geringere Budget ins Bewußtsein und lässt Lone Ranger Quaid in den Hintergrund treten, denn seine Frustration und seine Verzweiflung sind kein Ersatz für den Kontrast, den die Figuren von Brad Pitt und Morgan Freeman auf die Leinwand brachten. Dass Ziyi Zhang, so putzig sie auch sein mag, Kevin Spacey nicht das Wasser reichen kann, bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung.

Im Endeffekt muss THE HORSEMEN als diabolischer Thriller an seinem Vorreiter scheitern. Als herber Krimi mit zeitgeistgemäßer Attitüde und ein paar coolen Ideen funktioniert er jedoch tadellos.

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Gescheiterter Leichtathletik-Event oder eigenwilliger Sehtest?


 

2 Kommentare zu “The Horsemen.”

  1. Sylvia sagt:

    Ich muss sagen, dass mir SE7EN vor allem gefallen hat, weil sie geziehlt spannung aufgebaut haben ohne zu detailiert die Morde selbst darzustellen. Andeutungen haben für den Spannungsbogen manchmal mehr Effekte als übermäßiger Kunstblutgebrauch… Ist das ähnlich bei Horsemen?

  2. Tom sagt:

    Nein, Horsemen ist schon ein Stück expliziter, was die Morde betrifft. Zumindest in zwei Szenen. Auch hier wird schnell abgeblendet, doch wird man akustisch noch Zeuge des Mordes. Wenn einem herbe Geräusche an die Nieren gehen, rate ich zur Vorsicht.

    Meiner Ansicht nach hält es sich aber in vertretbaren Grenzen. Was man sieht, ist man von Filmen wie 8mm oder Serien wie CSI und CO gewohnt. Das sagt auch eine unabhängige, weibliche Testperson :)

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