Yeah, I know. Lange genug hat es gedauert. Die penetrante Werbekampagne ist verdrängt, der Film so gut wie vergessen, endlich Gelegenheit also, sich Jerry Seinfelds animiertes Baby halbwegs unvoreingenommen anzusehen. Die Frage, die sich schon nach wenigen Minuten aufdrängt: Reicht es heute noch aus, einfach nur »putzig« zu sein? Und kann ein Film, der wenig anders als »ANTZ mit Bienen« darstellt, überhaupt – here comes the pun – noch einen Stich machen?

Nananananananana, Bee-Men, Bee-Men, Bee-Men.
Die Naivität, mit der BEE MOVIE seine Geschichte erzählt, mag Resultat der Zielgruppenorientierung sein, kommt aber durchaus sympathisch daher. Ein paar der Ideen sind tatsächlich überraschend, einige der Witze funktionieren gut, die Popkultur-Referenzen halten sich in Grenzen und die Figuren wirken, trotz oder gerade aufgrund ihres Mangels an Tiefe, recht liebenswert.
Die Animationen sind hübsch aber weitgehend unspektakulär und funktionieren immer dann am Besten, wenn es darum geht, die humorige Seite zu betonen. Hier glänzen auch die Dialoge, die vielleicht die größte Stärke des Films darstellen, und ebenso herzlich wie ironisch geraten sind – selbst in der deutschen Fassung.
Für einen Film, der auch Erwachsene unterhalten möchte, und an dem noch dazu gleich vier Autoren tätig waren, reicht das aber nicht. Spätestens, wenn man die Gegenüberstellung mit Genre-Größen wie FINDET NEMO, DIE UNGLAUBLICHEN, MONSTER AG oder dem deutlich frischeren KUNG FU PANDA versucht, wird deutlich, wie wenig Innovatives sich das Seinfeld-Dreamworks-Gespann einfallen ließ.
Das Leitbild, die menschliche Lebens- und Denkweise auf verniedlichte Tiere zu übertragen und so zu persiflieren, ist steinalt. Wie immer funktioniert die Prämisse gut genug, um vergnüglich zu sein. BEE MOVIE trägt jedoch nichts bei, dem Motiv etwas Neues hinzuzufügen, zum Beispiel in Form einer eigenen Stimme, vergisst zu allem Überfluss darüber ein wenig den »Handlungsbedarf« und schränkt sein eigenes Potential somit von Beginn an aufs Wesentlichste ein.
Entsprechend absehbar ist das Ende, das noch dazu mit seiner Botschaft einen SEHR flauen Nachgeschmack hinterlässt. Mag sein, dass die Kernaussage des Films, jeder habe die einem bestimmte Rolle zu erfüllen, will man nicht das Wohl der ganzen Gesellschaft riskieren, etwas ist, das man Kindern heute vermitteln muss. Auf eine solche Weise trivialisiert und demonstriert stößt es dennoch bitter auf. Da ändern auch die kleinen Zugeständnisse an den Individualismus nichts.
Letztendlich ist man, der Kritik zum Trotz, mit BEE MOVIE aber halbwegs gut beraten. Auch wenn er irgendwo im Mittelfeld versackt, geriet er in allen Punkten um Längen besser als mit MADAGASCAR und SHREK (zumindest die Fortsetzungen), mit denen immerhin auf dem Kinoplakat geworben wurde.
Eine Donnergurke ist BEE MOVIE keinesfalls.
Feinste Auslese aber auch nicht.