MAX PAYNE macht seinem Namen keine Ehre. Der wohl belangloseste Actionfilm seit…
…ach, machen wir uns nichts vor. Die Umsetzung des bekannten Computerspiels ist nicht brutal genug. Ein hauchdünner, vorhersehbarer Plot lässt sich in dem Genre durchaus ertragen, wenn es dafür richtig knallt. Doch diesbezüglich ziert sich die Spielverfilmung wie eine frigide alte Südstaatenjungfer vor der FKK-Strandkasse.

Was Herrn Wahlberg hier nach unten zieht? Wahrscheinlich seine Karriere.
Dass Regisseur John Moore und Drehbuchautor Beau Thorne tatsächlich glaubten, Wahlbergs Mienenspiel und die hanebüchene, klischeebeladene Loner-Story könnten den Film tragen, zeugt von beachtlicher Ignoranz. Die unangemessen brave Inszenierung beweist zudem, dass die Vorlage und deren Erfolg weder berücksichtigt noch verstanden wurde. Film-Noir-Flair? Fehlanzeige. John-Woo-esque Gewaltorgie? Nix da. Dabei war die Mischung dieser bewährten Stile die Grundlage für den Erfolg des Spiels.
Klar, schick sieht er aus. Aber ohne die notwendige Coolness seitens Darstellern und Geschehen hat das Ergebnis in etwa den Charme eines Screensavers – und hinterlässt einen ähnlich nachhaltigen Eindruck. Dass mehr Schneeflocken als Schüsse fallen, geht ja noch. Dass der Schnee mehr begeistert als die Feuergefechte, ist schon ziemlich traurig.

Der rachsüchtige Witwer folgte dem Glimmen des magischen Eherings...
Wem SHOOT EM UP zu abgedreht und DOOM zu gruselig war, kann sich überlegen, dem transusigen Racheengel der Optik wegen eine Chance zu geben. Der Rest sollte nachsehen, ob im heimischen DVD-Regal noch irgendwo THE CROW herumfliegt. Der hat vor gut 15 Jahren mit ähnlicher Prämisse, vergleichbarer Vorlage, besserem Soundtrack und sinnvoller gewählter Altersfreigabe deutlich mehr gepunktet.
MAX PAYNE ist frischer Mörtel auf dem ohnehin längst einbetonierten, miesen Image der Videospielverfilmungen. Als nächstes dann am Besten gleich Noby Noby Boy.
April 23rd, 2009 at 12:54 am
Bei mir kam er ganz gut weg, wobei ich wirklich nicht weiß, was der Film mit dem Computerspiel zu tun haben soll. War irgendwie “Constantine Light”, aber mehr auch nicht.
April 23rd, 2009 at 9:16 pm
Constantine Zero triffts wohl eher :D Der Vergleich greit aber in Sachen Originaltreue, denn mit der Comicvorlage hatte CONSTANTINE ebenfalls wenig gemein. Ich bin immer noch nicht drüber hinweg, dass sie Keanu Reeves in als Hellblazer gecasted haben. Das war das unheimlichste am Film.