The Wrestler.

wrestler_01Man muss wahrscheinlich Fan von Schaukämpfen sein oder gewesen sein, um wirklich erfassen zu können, wie ungeschminkt und doch liebevoll Darren Aronofsky hier eine Branche portraitiert, die ihre Blütezeit hinter sich haben mag, angeblich aber abseits der großen Namen in vielen kleinen Ligen durchaus noch Blüten trägt. Die Frage für Nicht-Fans muss somit sein, ob man zu einem Film emotionalen Bezug aufbauen kann, dessen Sympathieträger ein gealterter, abgehalfterter Wrestler weit jenseits seines Zenits ist, der seinen Körper einer Karriere geopfert hat, von der nun nichts mehr übrig ist als die Chance auf ein kurzes, vernichtendes Comeback.

Doch nur dritter Platz im Axel-Rose-Lookalike-Contest.

Doch nur dritter Platz im Axel-Rose-Lookalike-Contest.

Kann man. Zwar gewinnt dadurch der zynische – und vielleicht auch ungerechtfertigte – Eindruck die Oberhand, dass Hauptdarsteller Mickey Rourke mit diesem Film sein eigenes Leben/Schicksal exorziert, dem Ergebnis tut das allerdings keinen Abbruch. THE WRESTLER ist einfach bewegend und wirkt über seine komplette Laufzeit stets so authentisch, dass bestenfalls eine Handvoll Momente “gemacht” wirken. Ein paar kleineren Szenen merkt man an, dass ihnen ein Drehbuch zugrunde liegt, welches ein paar Aussagen treffen möchte. Da der Film ansonsten kaum konventionallen Handlungsfäden folgt, ist dieser Umstand jedoch verzeichlich.

Als Drama mit Dokumentarfilm-Feeling profitiert THE WRESTLER vornehmlich von Mikey Rourkes kraftvollem Spiel. Ihn als geschlagenes Relikt zu sehen, das nur von seinen Kollegen und ein paar eingefleischten Fans noch respektiert und bewundert wird und doch in seinem tiefsten Inneren Würde bewahrt, ist ein ergreifendes Erlebnis. Diesen vordergründigen Aspekten wird noch eine Vielzahl weiterer Facetten hinzugefügt, was die eigentliche Faszination des Films ausmacht, der sich – auf die Kernpunkte des Geschehens reduziert – nicht von anderen, typischen Verlierergeschichten unterscheiden würde.

Wissen Sie, wo ihr Metzger sein Fleisch bezieht?

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Geheimer Star des Films ist Marisa Tomei in ihrer Rolle als Nachtclub-Tänzerin, die dem Film zusätzliche Erdung und der Welt um Hauptfigur Randy “The Ram” Menschlichkeit und Wärme verleiht. Ohne sie und Evan Rachel Wood als Randys Tochter wäre die Darstellung einer größtenteils gleichgültigen, manchmal sogar erniedrigenden Gesellschaft zur Karikatur geworden.

THE WRESTLER ist trotz der blutrünstigen Kämpfe sehr stiller Film, der besonders in der zweiten Hälfte zu bewegen weiß und ein hervorragenden Schlusspunkt setzt. Sicher nicht jedermanns Fall, das Lob und die Golden Globes sind aber verdient.

*Anmerkung: Für eine Rezension, die näher an der Sportart und somit zwangsläufig näher am Film liegt, möchte ich ausnahmsweise auf eine zusätzliche, hervorragende Kritik verweisen, nämlich die auf Moviegod.de.


 

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