Was genau macht eigentlich ein Produzent? Diese Frage kann man sowohl ernst als auch ironisch meinen, je nachdem zu welcher Gruppe man gehört: Denjenigen, die Filme nur ansehen oder jenen, die an deren Herstellung beteiligt sind. Wenn INSIDE HOLLYWOOD eines erreicht, dann ist es, diese Frage recht nachvollziehbar, wenn auch entsprechend oberflächlich, zu beantworten. Allerdings schleicht sich eine gewisse Ironie auch in diesen Aspekt: Die meiste Freude an dem Film werden Zuschauer haben, die die Antwort bereits kennen.
Die etwas krude Mischung aus Komödie und Drama beschäftigt sich mit den Sorgen und (Ehe-)Problemen eines Filmproduzenten (Robert de Niro), der darum kämpft, zwei Filme und somit sich selbst vor dem Ruin zu retten. Auf der einen Seite ist da der bereits abgedrehte Gangsterfilm eines britischen Indie-Regisseurs, dessen provokantes Ende bei den Testscreenings gnadenlos durchfiel, und der nun auf Druck der Studiochefin (Catherine Keener) hin umgeschnitten werden soll. Gleichzeitig probt der Star (Bruce Willis als er selbst) eines weiteren Films, dessen Drehstart nur wenige Tage entfernt liegt, einen Aufstand, da man ihm abverlangt, den Vollbart zu rasieren und die Plauze wegzutrainieren, die er sich in den letzten Wochen zugelegt hat.
Man ahnt an der Beschreibung bereits, worauf die Sache hinausläuft. Gemessen an seinem Drehbuch ist INSIDE HOLLYWOOD (Originaltitel: What just happened) kein großer und auch kein besonders überraschender Film. Weder die erzählerische Dichte noch der humoristische und inhaltliche Gehalt liegen nennenswert über dem, was man in einer 45-Minuten-Folge einer guten TV-Serie geboten bekommt. Während andere Genres derartige Mängelerscheinungen durch Effekte und Lautstärke ausgleichen, betrieb Regisseur Barry Levinson, der (zusammen mit Robert de Niro) auch als Produzent tätig war, ein zur Thematik passendes und recht ansehnliches »Facedropping«. Das illustre Aufgebot bekannter Gesichter, unter anderem auch der stets einmalige John Turturro, sind definitiv der beste Grund, den Film ins Heimkinoprogramm zu übernehmen.
Abgesehen von den Darstellern, die ihre Rollen allesamt brav und professionell servieren, und dem Film somit eine gewisse (da ist es wieder) ironische Authentizität verleihen, ist INSIDE HOLLYWOOD lediglich ein netter Beitrag zu einem Thema, dass bereits in anderen Produktionen weitaus besser und konzentrierter behandelt wurde. Für eine Satire über Hollywood sind die Einblicke einfach nicht dicht genug gepackt. Es gilt die Devise: Sympathisch, witzig – aber nicht witzig genug. Weitet man den Vergleichsbereich auf Filme aus, die das persönliche Scheitern erfolgreicher Männer thematisieren, muss sich INSIDE HOLLYWOOD sofort beschämt verstecken.
Wer seinen Lebensunterhalt damit verdient, mit bornierten Idioten zu verhandeln, wird die Leiden des Protagonisten gut nachvollziehen können. Abgesehen davon lassen die ernsten Töne an Gehalt vermissen und gehen somit ziemlich unter. Auch wenn sie dem Protagonisten ein klein wenig mehr Profil verleihen, werden die familiären Probleme viel zu lustlos abgehandelt, als das sie ehrlich nachempfunden werden oder die Geschichte tragen könnten. Die Figuren und ihre Probleme bleiben zweidimensional und schaffen kaum den Sprung von der Leinwand zum Zuschauer.
Für Filmfans, die sich für die Branche interessieren und die Absurditäten des Business jederzeit dem Klatsch und Tratsch der Stars und Königshäuser vorziehen, ist INSIDE HOLLYWOOD ein gefälliger Unterhaltungsfilm mit angenehmen Schmunzelfaktor. Kein Fehlgriff, viel mehr aber auch nicht.
Der Rest wird sich wahrscheinlich gepflegt langweilen und am Ende fragen, was das Ganze bitte sollte, und wer die Höhepunkte aus dem Film geschnitten hat.

