Es war einmal: Die ersten beiden Teile der Reihe lagen gerade weit genug zurück, um erfolgreich verdrängt worden zu sein, da schickte sich dieses Prequel an, daran zu erinnern, wie uninspiriert der Franchise doch war. Und da der Regisseur der ersten beiden Teile keine Lust mehr hatte als Produzent voll hinter dem Projekt stand, verpflichtete man kurzerhand den Mann, der in den ersten beiden Teilen für die Effekte zuständig war. Das allein sagt mehr als die folgenden Zeilen je könnten.
Das Ergebnis entspricht den Erwartungen: UNDERWORLD: RISE OF THE LYCANS ist ein belangloser, blutleerer, jämmerlich geschriebener, Zelluloid gewordener Groschenroman, den man eigentlich nur noch minderjährigen Metallern und Gothmädels verkaufen kann, die sich noch davon beeindrucken lassen, wenn Frauen Fänge und Männer Mähnen haben und keine Filmminute ohne Blaufilter auskommt.
Das Beste, was sich demnach über RISE OF THE LYCANS sagen lässt, ist, dass er die vorangegangenen Teile im Vergleich richtig gut aussehen lässt, und trotz eklatanter Plotlöcher wenig Schmerzen bereitet, weil das Geschehen einfach zu langweilig ist, um sich darüber zu echauffieren. Auch darf man hoffen, dass Rhonda Mitras Karriere nicht darunter leidet, immerhin ist sie im Vergleich zu Kate Beckinsale als Actionheldin wenigstens glaubwürdig.
Für sich genommen ist der Film jedoch selbst als Hirn-aus-Kino unbefriedigend, nicht zuletzt weil offenbar auch kein Budget für ordentliche Effekte mehr vorhanden war.
Alles in allem eine in jedem Aspekt zweit- bis drittklassige Fantasy-Mär.
