JCVD.

JCVD Poster

Bei einem Heimaturlaub gerät der von Karriereproblemen und einem Sorgerechtsstreit angeschlagene Actionstar Jean-Claude Van Damme (Jean-Claude Van Damme) in einen Bankraub. Von den Räubern zur Mithilfe gezwungen, hält ihn die örtliche Polizei mangels anderslautender Informationen schnell für den Drahtzieher des Verbrechens. Es beginnt ein zermürbendes Geiseldrama.

... und zwischen den Aufnahmen das Warten aufs Comeback.

... und zwischen den Aufnahmen das Warten aufs Comeback.

Die Verwendung eines geeigneten Vergleichs ist ein probates, wenn nicht sogar das beste Mittel, den Charakter eines Films zu veranschaulichen, will man nicht allzu viel beschreiben. In diesem Fall gestaltet sich die Suche schwer, deshalb muss eine Behelfslösung genügen: JCVD ist im Wesentlichen der ernste Bruder von MY NAME IS BRUCE. Beide Filme setzen sich satirisch und selbstironisch mit den jeweils titelgebenden B- bzw. C-Klasse Darstellern auseinander. Während Bruce Campbell letztes Jahr offen, unverblümt und durchaus erfolgreich die alberne Schiene fuhr, schlichen sich bei JCVD nicht nur optisch nüchternere Töne ein.

Dieser Eindruck mag auch aus dem Umstand entstehen, dass viele Anspielungen für Nicht-Fans nur schwer verständlich oder eingeschränkt lustig sein werden. Das war streng genommen bei MY NAME IS BRUCE nicht anders, wurde aber durch die generelle Albernheit in geringerem Maße spürbar. Ob man die teils enervierenden bzw. für die Figur frustrierenden Szenen in JCVD nun ebenfalls komisch findet oder angesichts der tristen Optik eher als ernste, ehrliche Porträtierung betrachtet, wird sich einerseits am Humor des Zuschauers, vielleicht aber auch an dessen Wissensstand bezüglich der Biografie des belgischen Stars entscheiden. Dass es Momente gibt, in denen der Humor beiseitetritt und einen Blick auf einen Mann gewährt, für den all die Probleme (von dem Bankraub abgesehen) Teil des echten Lebens sind und waren, sollte jedoch unstrittig sein.

Never mess with hotel security.

Never mess with hotel security.

Im selben Maß gilt jedoch: Ungeachtet wie komisch man das Geschehen findet, ist kaum zu übersehen, wie sich der Belgier ins Zeug legt. So hat man Van Damme noch nie spielen sehen, und dank der guten Kamera und angenehmen Farbfilter sieht das Ergebnis auch noch besser aus als ein guter Teil der Filme, mit denen er berühmt und erfolgreich wurde. Da mag man zynisch »Kunststück« unken, an der Beachtlichkeit der Leistung ändert das nichts. Leider hatte sich im Vorfeld schnell herum gesprochen, welche eindrucksvolle Sequenz quasi das Herzstück des Film bildet, wodurch sie bei Betrachtung wesentlich an Wirkung einbüßt. Ein wenig angerührt darf man aber trotzdem sein

Bei all dem Lob behält die wesentlichste, eingangs angedeutete Frage ihre Gültigkeit:
Lohnt sich JCVD auch für Zuschauer, die mit dem Schauspieler wenig bis nichts anfangen können, also mit dem Lebensweg des Darstellers kein Stück weit vertraut sind? Die Antwort lautet: Nein. Der Film funktioniert trotz oder gerade wegen Van Dammes Leistung besser, wenn man mit dem Namen auch etwas anfangen kann. Es ist bestimmt nicht immer leicht, sich selbst zu spielen, doch was in diesem Fall derartig Eindruck macht, setzt man bei anderen Filmen grundsätzlich voraus. So sehr der Film auch von seinem ungewöhnlichen Charakter profitiert, hier muss er sich auf objektiver Ebene den Vergleich mit der Normkost gefallen lassen.

JCVD ist die sympathische Abrechnung eines müden Volkshelden mit Karriere, Berühmtheit, persönlichen Fehlern und dem eigenen Leben. Das ist ganz sicher unterhaltsam, doch nicht uneingeschränkt empfehlenswert.


 

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