Black Dynamite.

blackdynamite_1Als der superpotente, megacoole und ultraharte Ex-CIA-Agent und Martial-Arts-Kämpfer BLACK DYNAMITE (Michael Jai White) vom Tod seines Bruders erfährt, packt ihn neben der Trauer auch das schlechte Gewissen. Schließlich hatte er seiner Mutter auf dem Sterbebett versprochen, auf ihn aufzupassen und dafür zu sorgen, dass er nicht mehr den Drogen verfällt. Nun bleibt ihm nur, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das bedeutet, die Gram in Wut zu wandeln und die Unterwelt der Stadt gehörig aufzumischen. Den Gesetzeshütern bleibt da kaum etwas anderes übrig, als sich mit dem Rachefeldzug abzufinden. Nachdem BLACK DYNAMITEs Lizenz zum Töten erneuert wurde, gibt es kein Halten mehr. Erbarmungslos prügelt und schießt er sich einen Weg ins Zentrum einer Verschwörung, deren Wurzeln bis hinauf ins Zentrum der amerikanischen Regierung reichen.

I'm not here fo' no Fu. I'm gonna get all Michael Jackson on yo' ass.

I'm not here fo' no Fu. I'm gonna get all Michael Jackson on yo' ass.

Das Schöne an BLACK DYNAMITE ist, dass er auch für Zuschauer funktionieren kann, die mit dem parodierten Blaxploitation-Genre nicht allzu viel anfangen können. Die Betonung liegt natürlich auf »kann«, denn ohne ein wenigstens gefühltes Verständnis der zahlreichen Seitenhiebe muss der Film für sich selbst einstehen können, und ob das funktioniert, liegt dann allein im Humor des Zuschauers begründet. SHAFT – um nur eine der Vorlagen zu nennen -  ist einigen Vielguckern spätestens durch das lahme 2000er Remake wieder ein Begriff, würde aber als Wissensgrundlage nicht ausreichen. Es ist mehr die Kenntnis einer Dekade mit ihrer gesellschaftlichen, kulturellen, modischen und politischen Situation, die Voraussetzung für ein uneingeschränkt unterhaltsames Kinoerlebnis darstellt.

Die wahre Zielgruppe liegt somit in der Altersgruppe, der oben genannte Aspekte und Filme der auslaufenden 60er und beginnenden 70er Jahre wenigstens in Ansätzen ein Begriff sind, seien es nun Streifen aus der »Harter Bulle mit eigenen Regeln«-Schiene, Rachefilme oder der ein oder andere Bruce-Lee-Streifen. Der Rest sollte zumindest einen gesunden Gefallen an trashigen Sprüchen, sexuellen Anspielungen und comichafter Gewalt finden.

Auch ein gutes Auge für Details zahlt sich aus, denn BLACK DYNAMITE belohnt die Aufmerksamkeit mit einer Fülle von lustigen “Fehlern”. Wenn das Auto, das nach einer Verfolgungsjagd über eine Klippe rast (und dabei natürlich sofort explodiert), eine andere Farbe als der Wagen hat, den man Sekunden zuvor auf der Straße fahren sah, oder ein eben erschossener Bösewicht dem Helden kurz darauf als neuer Gegner vor die Flinte läuft, ist BLACK DYNAMITE voll in seinem Element.

Mit guten Darstellern, herrlich überdrehter Action und viel Liebe zum Detail ist BLACK DYNAMITE definitiv witziger und auf seine Weise auch intelligenter als z.B. WASTING AWAY  oder die fäkalhumorigen Pseudo-Parodien und Spoofs (im Volksmund »Verarschefilme«) der letzten Jahre, denen das ironische Augenzwinkern zu sehr abgeht, und damit viel an Sympathiegehalt einbüßen. Dabei erreicht BLACK DYNAMITE nicht die Dichte eines HOT SHOTS, kreiert dank kompatibler Quellen aber ein homogeneres Gesamtbild, bzw. Filmgefühl.

An den einleitenden Voraussetzungen und Einschränkungen wurde sicher bereits ersichtlich, dass man diese Parodie nur eingeschränkt empfehlen kann. Wie witzig man den Trailer fand, kann ein hilfreicher Anhaltspunkt sein, gute Laune und gute Freunde sollte man aber auf jeden Fall mitbringen. Je nach Humor, Vorkenntnis und Tagesform wird das persönliche Fazit dann irgendwo zwischen »befriedigend« und »ausgezeichnet« liegen, mit einer objektiven Tendenz zu letzterem.

Can you dig that?

Fantasy Filmfest 2009 – Film 6


 

1 Kommentar zu “Black Dynamite.”

  1. Dr. Doom sagt:

    Auch ohne Vorkenntnisse funktioniert der Film meiner Meinung nach wunderbar. Wer über schlechte Schauspieler und üble Produktionen lachen kann wird den Film lieben.

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