The Thaw.

The Thaw PosterNahe einer arktischen Forschungsstation, die sich mit den Auswirkungen der globalen Erderwärmung auf Polarbären befasst, macht der renommierte Doktor David Kruipen (Val Kilmer) eine ungewöhnliche Entdeckung. Wenige Tage später treffen drei Studenten sowie Kruipens Tochter auf der Station ein, um die Arbeiten zu unterstützen. Doch das komplette Team scheint verschwunden, und der tote Eisbär, der auf einem OP-Tisch im Untersuchungsraum liegt, zeigt zunächst keine erkennbare Todesursache. Als die Gruppe zu begreifen beginnt, was im Argen liegt, ist es bereits zu spät.

Und von hinten nähert sich schleichend ... DIE WIESE!

Und von hinten nähert sich schleichend ... DIE WIESE!

An und für sich ist THE THAW ein vergleichsweise stiller Survival-Horror, der mehr auf die beklemmende Atmosphäre von Ort und Situation als auf eine explizite Inszenierung blutiger Taten setzt. Das funktioniert soweit ganz gut, und schnell wird deutlich, dass die befürchteten Parallelen zu THE THING kaum der Rede wert sind. Leider ist der Pfad, den das Drehbuch beschreitet, nicht nur weniger ausgetreten, sondern auch weniger unterhaltsam und spannend. Die Stimmung fesselt, die Handlung aber nicht, und so fehlt es dem Film spürbar an nennenswerten Höhepunkten.

Das wäre noch zu verschmerzen. Immerhin sind die Protagonisten etwas weniger bzw. auf andere Weise nervtötend als die Opfer klassischer Slasher. So treten ausgeprägte Neurosen und Psychosen an Stelle von Alkoholmissbrauch, Stupidität und Geilheit. Ob man das als Verbesserung empfindet ist Geschmackssache, die Abwechslung ist aber zu begrüßen. Was jedoch außer Frage steht, ist, dass der Film an drei Dingen scheitert:

(ACHTUNG SPOILER!)

1. Vorhersehbarkeit: Ab dem ersten Drittel ist beinahe jede Entwicklung der Geschichte absehbar. Keine der Überraschungen zündet, da sich die Geschichte in fortschreitendem Maße an Konventionen bedient bzw. allzu durchsichtige Taschenspielertricks anwendet.

2. Kilmerdefizit: Der Film beginnt mit einer Videoaufzeichnung von Val Kilmer. Als einziges, wirklich bekanntes Gesicht und durchaus fähiger Darsteller wünscht man sich eine möglichst hohe Präsenz seiner Figur. Er ist jedoch, und hier suggerieren sowohl Trailer als auch Eröffnungsszene das Gegenteil, eine bloße Randfigur des Geschehens, die neben geringer Leinwandzeit auch kaum echte Relevanz für die Handlung hat.

3. Glaubwürdigkeitsmangel: Als einer der Studenten, der den Rest der Gruppe in seiner Panik mehrfach mit einem Gewehr bedroht und seiner infizierten Ex-Freundin einen »Gnadenschuss« versetzt, nach mehreren, haarsträubenden Zwischenfällen ENDLICH mit einem Kinnhaken niedergestreckt wird und seine Waffe verliert, kommt niemand auf die Idee, ihm die Waffe wegzunehmen, was sich natürlich, wenige Minuten später, rächt. Dieser Fehler seitens der Charaktere ist angesichts der vorangegangenen Szenen selbst mit viel Wohlwollen nicht mehr zu entschuldigen und stellt für den mitfiebernden Zuschauer einen echten Schlag ins Gesicht dar, der dem Gesamtbild nachhaltig schadet.

(SPOILER ENDE)

Angesichts dieser Mängel rutscht THE THAW von einem sicheren »nett« auf ein bloßes »geht so« ab, ein marginal klingender Unterschied, der eine Empfehlung aber unmöglich macht. Das Genre-Publikum, und kein anderes wird sich diesen Film ansehen, wird mit dem, was passiert, jedenfalls kaum hinter dem Ofen vorzulocken sein.

Anmerkung: Der Film wird in Deutschland voraussichtlich unter dem Titel FROZEN auf DVD veröffentlicht.

Fantasy Filmfest 2009 – Film 7


 

1 Kommentar zu “The Thaw.”

  1. MadMoses sagt:

    Wegen der meiner Meinung nach ständig völlig wirklichkeitsfremden Verhaltensweisen der Protagonisten kriegt der von mir nur ein ungenügend. Oder auch “geht nicht mehr so.”

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