Oben.

Oben PosterWohlwollende Kritiken sind langweilig. Besonders, wenn man beim besten Willen nichts Negatives findet, das eine explizite Erwähnung rechtfertigt. Deshalb halten wir es heute kurz: OBEN ist ein süßer und überraschend lustiger Film, der mit einem ruhigen Anfang und einigen melancholischen Momenten erzählerisch mehr wagt, als man von kinderfreundlichen Animationsfilmen gewohnt ist – und sich gerade dadurch von den anderen, nicht minder gelungenen Pixar-Produktionen abhebt. (Schon aufgefallen, wie sich die Wortwahl meiner Rezensionen in letzter Zeit zunehmend an den Filminhalt angleicht? Cool, nicht?)

"Ich sehe einen dunklen Tunnel, da wachsen lauter hässliche graue Bäume!"

"Ich sehe einen dunklen Tunnel, da wachsen lauter hässliche, graue Bäume!"

Natürlich – in weiten Teilen setzt man auf bewährte Zutaten in bekannter Rezeptur. Was spricht auch dagegen? Wenn das Ergebnis so gut funktioniert, und sich die gerade mal 90 Minuten wie zwei prall gefüllte Stunden anfühlen (im positiven Sinne), gibt es keinen Grund sich zu beschweren. An der Cleverness und Dichte, mit der hier gleichzeitig erzählt und gealbert wird, können sich die meisten Realfilm-Komödien mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

Mit den sprechenden Hunden, die sich nach dem ersten Drittel in die Geschichte drängen, wird die althergebrachte Vermenschlichung von Tieren ein wenig zu spürbar angewendet und prominent in den Vordergrund gerückt; dank der menschlichen Hauptdarsteller, die weniger niedlich gestaltet wurden, lässt sich aber auch das ertragen. Wo sonst sieht man einen Film, der Kinder und Jugendliche zu seiner Kernzielgruppe zählt, und gleich zwei Rentner in Hauptrollen aufweist?

OBEN ist lustig, traurig, niedlich und schön anzusehen – besonders in 3D. Wer bisher von Schwachsinn wie FINAL DESTINATION 4 und MY BLOODY VALENTINE 3D abgeschreckt wurde, sollte die Gelegenheit nutzen, den Effekt bei einem Film zu erleben, der auch für sich genommen überzeugt.


 

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