“Was hat dich bloß so ruiniert?”, hörte man es vor Kurzem aus dem Lager der Kritiker schallen, nachdem Kevin Smiths missratene Komödie COP OUT ihre Pressevorstellungen absolviert hatte. Im Falle von ZACK & MIRI MAKE A PORNO müsste man eher “Warum ist mit dir nichts passiert?” rufen. So schmerzlich, wie der Film Esprit vermissen lässt, muss man sich nämlich fragen, ob man hier noch von einer künstlerischen Entwicklung reden kann, oder ob es sich einfach um einen unbedeutenden Lückenbüßer handelt, der auf die komplette Filmographie des Regisseurs gerechnet keinerlei Relevanz hat. Anders gesagt: Es scheint an der Zeit, sich einzugestehen, dass Kevin Smiths Filme nicht zu kennen keine Bildungslücke mehr darstellt.
Was ist also passiert? Kevin Smith war immer witzig, und die kleine Komödie über die beiden Sandkastenfreunde Zack & Miri, die aus finanzieller Not heraus entschließen, einen Porno zu drehen, ist genau seine Kragenweite. Entsprechend liefert Smith, unterstützt vom wie immer sympathischen Spiel von Elizabeth Banks und Seth Rogen, einige wirklich solider Lacher ab, die trotz Smiths infantiler Ader genug Charme versprühen, um sich von den oftmals nur peinlichen Genre-Kollegen abzuheben. Dass Smith auch diesmal nicht ohne Kot-Kalauer auskommt, ist zu bedauern, aber auch nicht wirklich überraschend. Genauso wenig wie der Plot, der dermaßen formelhaft verläuft, dass es schon fast beschämt, ihn anzusprechen.
Das Problem liegt darin, dass es dem Ganzen an jenem anarchistischen Geist mangelt, der CLERKS und MALLRATS damals auszeichnete und genau jene Note anschlug, die die Komödien der 90er weitgehend vermissen ließen. Sicher spielt hier auch die Thematik eine Rolle. Internet und Porno sind längst im Mainstream angekommen und werden entsprechend überall thematisiert. Nerds und Geeks gelten längst als en vogue, sind vielleicht nicht unbedingt cool, als Träger humoristischer Eskapaden aber in keinem Fall mehr innovativ. Wenn also Zack auf Amazon Sexspielzeug bestellt, ist das bestenfalls noch einen Schmunzler wert, im schlimmsten Fall banales Product Placement.
Mit ZACK & MIRI wird klar: Kevin Smith wurde von eben jenem Zeitgeist überholt, den er einst mit geprägt hat. Die Generation, der er angehört, ist im Begriff, ihn hinter sich zu lassen. Das ist einerseits traurig, andererseits unumgänglich. Es bleibt zu hoffen, dass er sich als Nächstes endlich eine Comicverfilmung vorknöpft bzw. vorknöpfen darf. Dort wäre sein Talent wahrscheinlich besser aufgehoben.
Ein viel zu netter Film, der gerade deshalb hinter den Erwartungen zurückbleibt.
