Watchmen.

Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der Verfilmung eines dieser Werke zu halten, selbst wenn diese fassbarer und zugänglicher scheint.

Dass FROM HELL nicht an die Klasse seiner Vorlage heranzureichen vermag, scheint weitestgehend Konsens zu sein. Der V FOR VENDETTA ging zwar viel der eben erwähnten Symbolik und Vielschichtigkeit verloren, die Verfilmung funktionierte aber für sich genommen sehr gut. Ähnlich verhält es sich nun bei WATCHMEN. Man mag im Abgleich mit dem Graphic Novel Änderungen kritisieren und generell viel vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass der Verfilmung irgendetwas fehlt.

WATCHMEN ist wie eine gute Collectors Edition. Aufwändig verpackt, offensichtlich teuer produziert, schick anzusehen und voller Dinge, die nicht lebensnotwendig sind, dem Fan (in spe) aber viel Freude bereiten können. Gepaart mit dem eigentlichen Plot, der über jeden Zweifel erhaben sein sollte, sowie einer Darstellerriege, die für ein erfreulich ernsthaftes Casting spricht, wird aus der Comicverfilmung ein cineastisches Bonbon, in dem gekonnt Substanz und Optik zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. So bleibt als einziges Manko die Ironie, dass die vielen Sonder- und Sammlereditionen, in denen die DVD auf den Markt geworfen wurde, mehr verwirren als erfreuen.

WATCHMEN ist Popkultur »at its finest« – großes, glänzendes Kino, das Eingeweihten wie Neulingen gerecht wird. Feine Sache.


TM, 28.08.2010