OSS117 – Lost in Rio.

OSS117 – LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige Maß an Chuzpe verleiht, um dem Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken, wo viele andere Parodien eine Bauchlandung machen würden.

Der Humor der Fortsetzung ist dabei etwas weniger kindisch geraten, was fast ein wenig schade ist, denkt man z.B. an den Lichtschalter im Hühnerstall. Dafür sind die Dialoge bissiger und pointensicherer, was nötig war und dankend angenommen wird. Auch die Aussetzer des Protagonisten gerieten diesmal noch eine Idee peinlicher, was weiter zur Erheiterung beiträgt.

Die »französische Arroganz« kann natürlich nur im Originalton funktionieren. Hier verleiht die Synchronisation dem gesamten Film unweigerlich eine andere Note, weshalb dringend angeraten ist, Untertitel einer Synchronisation vorzuziehen, und sei es nur, um den Klang der Sprache zu genießen.

Im Bezug auf eingangs genannte Ähnlichkeit klaue ich nun beim Fazit einfach dreist bei mir selbst: OSS17 ist auch in seiner zweiten Inkarnation kein großer Wurf, aber sehr solide Unterhaltung, die mit mindestens drei richtig großen Lachern aufwarten kann. In anderen Parodien finden sich deutlich weniger.


TM, 29.08.2010