Andere haben es bereits vor mir erkannt: Was gibt es am Ende dieser Reihe noch zu sagen? Sie hatte ihre Momente, vielleicht sogar den ein oder anderen Höhepunkt. Sie wurde in den späteren Teilen in fortschreitendem Maß dröge und schaffte es nicht, die stilistische Entwicklung und das Heranreifen ihrer Darsteller auch auf erzählerischer Ebene zu vermitteln. Und wie hört das Ganze nun nach über 7 Jahren auf? Mit einem Knall, viel Drama – und wenig Konsequenzen.
Trotz abgelaufener Schonfrist erfreulich ungespoilert dachten wir tatsächlich, auf uns würde ein tragischer Schluss warten. Doch für den – auch hier noch eine Spoilerwarnung – hat es schlussendlich nicht gereicht. Schlimmer noch: die finale Szene, der Abschied auch vom Kinopublikum, geriet dermaßen einfallslos und harmoniesüchtig, dass mich die dem Film folgenden Jahre im Leben Harry Potters auch nicht interessieren würden, wenn noch weitere Verfilmungen folgen würden.
Doch obwohl kein berührendes, tragisches Ende wartet, wirkt der Weg dorthin so episch, dramatisch und bombastisch, wie man es erwarten durfte. Dies liegt auch daran, dass alles, was den Vorgänger so unerträglich machte, diesem Film zum Vorteil gereicht. Befreit vom Ballast der müden Schnitzeljagd und den Ansprüchen einer gehaltvollen, in sich geschlossenen Erzählung gewinnt der fulminante Showdown – die letzte große Konfrontation zwischen Harry Potter und Lord Voldemort – tatsächlich an Unterhaltungswert.
Auf dieser Grundierung aus Pathos, Effektgewitter und bedeutungsvollen Enthüllungen, im Rahmen einer letztlich schon zu Filmbeginn abgeschlossenen Geschichte, finden tatsächlich ein paar schöne Farbtupfer Platz. Wie manche Nebenfigur sich dem drohenden Untergang stellt, wie der ein oder andere Kommentar einen eher nebensächlichen Charakter noch einmal aufleben lässt, um ihn dann zu einem Abschluss zu führen, das hat tatsächlich etwas Befriedigendes.
Die Milde dieser Zeilen ist dabei natürlich der im Vorfeld nachjustierten Erwartungshaltung geschuldet. Jeder wusste, dass nur noch das Finale wartet, und so entschuldigt man die Logikfehler und billigen Erzähltricks nun mit einer resignativen Ruhe. Wer bis hierher durchgehalten hat, kann und will sich nicht mehr aufregen, und diese Einstellung wird von der gekonnten, bombastischen Inszenierung gut unterstützt.
Wer nie ein Fan der Reihe war, wird jenes Gefühl von Endgültigkeit, dass ein emotional vereinnahmendes Ende haben kann, nicht verspüren. Aber man muss sich auch anstrengen, enttäuscht aus dem Kino zu gehen. Es gibt schlechtere Arten, eine Filmreihe abzuschließen.