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	<title>The Midnight Screening &#187; My Dear Diorama</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>Drive</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 12:06:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selten sind die Rezensionen, bei denen ich mir vor lauter Begeisterung die Frage stellen muss, ob ein euphorischer Einzeiler nicht ausreichen würde. Um zu vermeiden, dass dieser Blog zur Nörgelgrube verkommt, sollen trotzdem ein paar Anmerkungen über DRIVE ausformuliert werden, die Erwähnung bedürfen, und sei es nur, weil sie so viel Anerkennung verdienen. DRIVE erzählt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2012/02/07/drive/"><img class="alignnone size-full wp-image-4065" title="DRIVE" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/drive-movie-poster-2011-1020745540.jpg" alt="" width="310" height="442" /></a></p>
<p>Selten sind die Rezensionen, bei denen ich mir vor lauter Begeisterung die Frage stellen muss, ob ein euphorischer Einzeiler nicht ausreichen würde. Um zu vermeiden, dass dieser Blog zur Nörgelgrube verkommt, sollen trotzdem ein paar Anmerkungen über DRIVE ausformuliert werden, die Erwähnung bedürfen, und sei es nur, weil sie so viel Anerkennung verdienen.<br />
<span id="more-4063"></span></p>
<p>DRIVE erzählt, das muss man klar sagen, die älteste Geschichte der Welt. Ein wortkarger Einzelgänger, der als Spezialist im Schatten der Gesellschaft agiert und in dem Augenblick sein Schicksal unwiederbringlich besiegelt, als er sich etwas Menschlichkeit erlaubt – das ist alles, aber nicht neu oder innovativ. Als lupenreiner Gangsterfilm, der keine Abstecher in andere Genres wagt, könnte man fast von Massenware sprechen, wäre da nicht die simple Tatsache, dass die Form in diesem Fall den Inhalt perfektioniert, anstatt ihn zu ersetzen. DRIVE versucht nicht einmal, die bekannten Versatzstücke und Motive, Strukturen und Entwicklungen wesentlich zu modifizieren. Im Gegenteil, er zelebriert regelrecht ihre Vorhersehbarkeit, und hält sich dabei so streng an die Regeln des Genres wie sein neurotischer Protagonist an die seinen.</p>
<p>Das Besondere dabei ist, dass er dabei so verdammt gute Arbeit leistet. Nach BRONSON und VALHALLA RISING, die beide gut, aber nicht brillant waren, hat Regisseur Nicolas Winding Refn mit DRIVE endlich zu seiner Höchstform gefunden. Sein Gespür für eindrucksvolle Bilder und die minimalistische Inszenierung dialogarmer Geschichten zahlt sich in DRIVE, unterstützt von Ryan Goslings faszinierender Ausstrahlung, hundertfach aus. Das Ergebnis liegt irgendwo zwischen LE SAMOURAÏ mit Alain Delon und BULLIT mit Steve McQueen, und verdient sogar, in einem Atemzug mit beiden Klassikern genannt zu werden.</p>
<p>Refn inszeniert diese karge, finstere Geschichte auf eine lumineszierende Weise, die stimmiger und stimmungsvoller kaum sein könnte, und deren Spannungsmomente dann am unerträglichsten sind, wenn am Wenigsten passiert, also kurz vor dem unvermeidlichen Sturm. Er bedient sich an Klischees, ohne auf ihnen auszurutschen, und zelebriert seinen Stil rückhaltlos, ohne sich am Eye-Candy Karies zu holen. Die für Refn typische Brutalität ist wieder hart und plakativ, verkommt aber nicht zum Selbstzweck. Sie ist lediglich so konsequent wie der gesamte Film, und fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein.</p>
<p>Und wie viel mehr als bloße Bilder dieses Werk doch bietet: Die präzise Kameraführung und der omnipräsente Soundtrack verschmelzen zu einem bewegten Gemälde, einem flirrenden Daumenkino der Momentaufnahmen, in dessen Zentrum die ikonenhafte Jacke der Hauptfigur schwebt, wie das Relikt eines Amerikas, das es abseits Hollywood nie wirklich gab. DRIVE ist schnittig und sperrig, brutal und wundervoll zugleich – so schön, dass es fast weh tut, und das jede einzelne Minute. Ein Lächeln, ein Blick, das Knirschen von Leder und ein furchtbarer Knall – mit diesen Mitteln holt Refn das TAXI DRIVER Vermächtnis in eine jüngere Vergangenheit.</p>
<p>Es gäbe noch viel mehr zu schreiben. Über Ryan Gosling und seine Figur, über Carey Mulligan und Ron Perlman, über das Sounddesign und die Ausstattung, über Symbolik und Pacing, aber eigentlich gibt es nur eines, was man dringend noch erwähnen sollte, wenn es nicht bereits zu spät ist: Schaut keine Trailer. Lest keine weiteren Rezensionen. Meidet Samstag-Abend-Vorstellungen. Gönnt Euch die BluRay oder die DVD, die bereits seit einer Woche auf Amazon.co.uk verfügbar ist, und lasst euch einfach auf diesen Film ein.</p>
<p>DRIVE ist banal, aber nervenzerreißend. Ein grausam schöner Film, den man gesehen haben sollte, auch wenn derlei Filme eigentlich nicht mag. Denn wenn man verstehen will, was das Medium Film zu etwas Besonderem macht, der ist bei DRIVE genau richtig. Mehr Film als hier geht einfach nicht.</p>
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		<title>13 Assassins</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Takashi Miike ist ein Regisseur, dessen Werk sich mir nicht erschließt. Von THE AUDITION mehr irritiert als begeistert und vom berüchtigten ICHI &#8211; THE KILLER klar unterwältigt, schloss ich mich um die Jahrtausendwende dankbar jenen an, die ihn und seine Filme in die Trash-Ecke schoben und von da an ignorierten. Alle paar Jahre mäanderte Miike [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2012/01/06/13-assassins/"><img class="alignnone size-full wp-image-4045" title="13 Assassins" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/13-Assassins.png" alt="" width="310" height="450" /></a></p>
<p>Takashi Miike ist ein Regisseur, dessen Werk sich mir nicht erschließt. Von THE AUDITION mehr irritiert als begeistert und vom berüchtigten ICHI &#8211; THE KILLER klar unterwältigt, schloss ich mich um die Jahrtausendwende dankbar jenen an, die ihn und seine Filme in die Trash-Ecke schoben und von da an ignorierten.<br />
<span id="more-4044"></span><br />
Alle paar Jahre mäanderte Miike wieder in meinen persönlichen Wahrnehmungsbereich, blieb dort aber selten lange genug, um Eindruck zu hinterlassen. Mit 13 ASSASSINS kann ich nun endlich einmal in die Lobeshymnen seiner treuen Fans einstimmen, denn auf seine Weise lässt dieser schmutzige, kleine Actionfilm selbst hoch budgetierte Genreverwandte wie RED CLIFF im Regen stehen.</p>
<p>Dass 13 ASSASSINS nicht allein vom Namen her an Kurosawas 7 SAMURAI erinnert, kann als Randnotiz vermerkt werden, spielt aber kaum eine Rolle. Misst man den Film an seiner Handlung &#8211; der Rekrutierung einer Gruppe ungleicher Gefährten für eine spezifische Mission (oft ein Himmelfahrtskommando), sowie die Durchführung eben dieser &#8211; werden noch weitaus mehr Vergleiche evident. Kurosawas Meisterwerk hat viele Nachfolger “inspiriert”, von dem direkten Remake DIE GLORREICHEN SIEBEN über Klassiker wie DAS DRECKIGE DUTZEND bis hin zu moderneren Ablegern wie OCEAN’S ELEVEN. Filme dieser Art werden stets große Ähnlichkeiten aufweisen, in so reduzierter Form wie hier aber auch immer die Ausnahme, und somit etwas Besonderes, bleiben.</p>
<p>Was am deutlichsten ins Auge fällt, ist, wie gut Miike hier seine Vorliebe für Schmutz und Abart unter Kontrolle hat. Sei es, wie er das Abgründige einsetzt, um den Antagonisten fast ohne dessen schauspielerisches Zutun in kürzester Zeit zum personifizierten Bösen aufzubauen, oder, wie er seine Helden durch Regen, Schmutz und Blut jagt, bis der unleugbare Pathos fast bis zur Unkenntlichkeit verkrustet ist &#8211; in 13 ASSASSINS regiert die Rohheit. Hier läuft niemand über Baumwipfel, hier durchschneiden keine Schwerter den herab fallenden Regen. Keine übermenschlichen Krieger kampftanzen auf Berggipfeln und Seen gegeneinander, und wenn der Tod bedeutungsschwer zelebriert wird, dann dort, wo Kultur und Geschichte dies verlangen.</p>
<p>Diese geradezu pragmatische Herangehensweise, die sich auch im Casting bemerkbar macht, lässt den Film viel erfrischender und kreativer wirken, als er eigentlich ist. Die Handlung bleibt banal, ihre Entwicklung bis zum Ende vorhersehbar. Es gibt kaum Überraschungen, weder in Zusammenstellung und Interaktion der Figuren noch in der Inszenierung. Dennoch bleibt das Ergebnis stets spannend und weist deutlich weniger Längen auf, als man bei verfilmten Legenden sonst erdulden darf.</p>
<p>13 ASSASSINS ist keine Filmkunst, keine Hochkultur, aber eine verdammt unterhaltsame Heldenmär, die in ihrer Einfachheit überzeugt und dabei niemals langweilt. Für Asia-Fans durchaus zu empfehlen.</p>
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		<title>Napoleon Dynamite</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 16:47:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angenommen, Beavis and Butthead hätten diese Woche Premiere – wie wäre die Resonanz? Würde das Konzept heute noch funktionieren? Würde man ihr Lachen imitieren? Ihre Witze zitieren? Kurz gesagt: Wären die beiden noch popkulturell relevant? Ähnliche Fragen drängen sich auf, wenn man heute, bald 8 Jahre nach seinem Leinwanddebut, NAPOLEON DYNAMITE sieht. Die High-School-Komödie erfüllt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2012/01/05/napoleon-dynamite/"><img class="alignnone size-full wp-image-4040" title="Napoleon Dynamite" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/Napoleon-Dynamite.png" alt="" width="310" height="444" /></a></p>
<p>Angenommen, Beavis and Butthead hätten diese Woche Premiere – wie wäre die Resonanz? Würde das Konzept heute noch funktionieren? Würde man ihr Lachen imitieren? Ihre Witze zitieren? Kurz gesagt: Wären die beiden noch popkulturell relevant?<br />
<span id="more-4039"></span><br />
Ähnliche Fragen drängen sich auf, wenn man heute, bald 8 Jahre nach seinem Leinwanddebut, NAPOLEON DYNAMITE sieht. Die High-School-Komödie erfüllt viele der Voraussetzungen, die einen Kultfilm ausmachen können. Kleines Budget, schräger Humor, absurde Figuren, holpriger Plot, eigenwilliger Tonfall. Doch reicht das aus, um heute noch Begeisterung zu provozieren?</p>
<p>Für mich lautet die Antwort auf all diese Fragen: Nein, wohl eher nicht. NAPOLEON DYNAMITE hat dabei mehr mit den eingangs genannten Chaoten gemein als nur die Verbindung zu MTV. Beide sind, daran besteht trotz des Altersunterschieds von gut 10 Jahren kein Zweifel, Kinder der 90er. Als solches kam NAPOLEON DYNAMITE 2004 sicher nicht zu spät, wie die treue Fangemeinschaft belegt. Das Haltbarkeitsdatum ist mittlerweile aber abgelaufen.</p>
<p>Es mag unfair scheinen, einen Film so lange nach seiner Veröffentlichung zu rezensieren, und dann das Alter als Hauptkriterium ins Feld zu führen. Es gibt viele, großartige Filme, die schlecht gealtert sind oder aus anderen Gründen heute nicht mehr funktionieren. Verdammt, selbst Klassiker wie Poltergeist, Fahrenheit oder Planet der Affen wirken ohne nostalgische Verklärung schrecklich naiv, von den Genrekollegen dieses konkreten Beispiels ganz zu schweigen. Das ist der Lauf der Dinge.</p>
<p>Im Falle von NAPOLEON DYNAMITE gibt es aber auch viel Konkurrenz. Gerade wenn man die Dekade, auf die er sich bezieht, im passenden Alter erlebt hat, fallen einem genug Namen ein, die höhere Klassen besuchen. Ferris Bueller, Parker Lewis, Max Fisher aus RUSHMORE, ja sogar Malcom und Scott Pilgrim zählen zu den Konkurrenten, die dem dösigen, leicht debilen Napoleon den Rang ablaufen. Zeitlos ist keiner von ihnen, doch die Art, wie Verlierer und Geeks hier inszeniert werden, ist für sich genommen einfach nicht mehr cool.</p>
<p>Was bleibt, ist ein skurriler, kleiner Film, der gleichzeitig amüsiert und befremdet, und durch seine Andersartigkeit im Gedächtnis bleibt. Er funktioniert als naives Märchen über Freundschaft und Familie, über Außenseiter und Andersartige, scheitert aber daran, ein konkretes Lebensgefühl zu vermitteln, das mehr als pubertäre Orientierungslosigkeit beinhaltet. Insofern ist er sicher authentisch und auf abstrakte Weise glaubwürdig, ob der humoristische Funke überspringt, hängt aber allein vom Zuschauer ab.</p>
<p>Die Serie South Park, die in Punkto Absurdität und Erzählweise ähnliche Pfade beschreitet, hat es geschafft, über 15 Jahre aktuell und somit bis heute relevant zu bleiben. NAPOLEON DYNAMITE kann man dies leider nicht bescheinigen.</p>
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		<title>Up in the Air</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 12:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer häufiger hier liest, hat längst die leidvolle Erfahrung gemacht, dass ich mir für wenige Wortspiele zu schade bin. Ich bin mir der Schändlichkeit meines Schreibstils bewusst, und doch: wann immer ich Besserung gelobe, kommt ein Film wie UP IN THE AIR daher, und macht sämtliche guten Vorsätze in einem Streich zunichte. Und so muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/31/up-in-the-air/%20"><img class="alignnone size-full wp-image-4034" title="Up in the Air" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/Up_In_The_Air1.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Wer häufiger hier liest, hat längst die leidvolle Erfahrung gemacht, dass ich mir für wenige Wortspiele zu schade bin. Ich bin mir der Schändlichkeit meines Schreibstils bewusst, und doch: wann immer ich Besserung gelobe, kommt ein Film wie UP IN THE AIR daher, und macht sämtliche guten Vorsätze in einem Streich zunichte. Und so muss ich mit Bedauern folgendes nieder bringen:<br />
<span id="more-4032"></span><br />
UP IN THE AIR braucht ziemlich lange, bis er abhebt. Trotz leichten Gepäcks lässt sich das Drehbuch redlich Zeit beim einchecken seines Protagonisten. Und obwohl selbst schlecht informierten Flugbegleitern relativ bald klar sein sollte, wohin die Reise geht, dreht der Plot erst gemächlich ein paar Kurven auf der Rollbahn, bis endlich Höhe gewonnen wird.</p>
<p>Was dann aber folgt, ist höchster Komfort: Angenehme Konversation, schöne Aussicht und ein erfreulicher Mangel an zeternden Mitreisenden macht den Flug zu einer ebenso erhol- wie unterhaltsamen Angelegenheit. Stärkere Turbulenzen bleiben aus, eine kurze Zwischenlandung bei der nächstgelegenen Sinnkrise sorgt kurz vor Erreichen des Reiseziels aber noch für willkommene Aufregung.</p>
<p>Zwischendurch bleibt noch genügend Zeit, Clooneys perfekte Zähne zu bewundern und sich zu fragen, was mit Vera Farmigas Lippen passiert ist und wo genau die adrette Anna Kendrick ihr Profil versteckt. Von solchen Oberflächlichkeiten abgesehen, kann man sich keine bessere Reisegefährten vorstellen.</p>
<p>Spaß beiseite: UP IN THE AIR ist ein ruhiger Film über einsame Menschen. Über Workaholics, die berufliche Reisen nutzen, um einen Teil ihrer Persönlichkeit auszuleben, der in ihrem Privatleben keinen Platz mehr hat. Über Einzelgänger, die sich abschotten, um vor der Welt zu fliehen, und dabei letztlich sich selbst aus den Augen verlieren. Und über Zielstrebige, die erst an der Wirklichkeit scheitern müssen, um im Leben anzukommen.</p>
<p>Es ist ein unprätentiöser, profan strukturierter Film über Einsam- und Gemeinsamkeit, der nichts wirklich Neues zu erzählen hat, bei dem, was er erreichen möchte, aber gute Arbeit leistet. Das liegt vor allem daran, dass er meist nur zurückhaltend Position ergreift, und lediglich dort dick aufträgt, wo es das Genre erlaubt oder erfordert. Die Botschaft wird auch ohne ein dramatisches Finale deutlich.</p>
<p>Ob das gebotene dem Zuschauer ausreicht, hängt davon ab, was man erwartet. Sollten Selbstfindungsgeschichte und Romanze scheitern, bleiben immer noch die Kommentare auf die moderne Arbeitswelt, welche beim Ein oder Anderen die ein oder andere Saite anschlagen sollten. So gelingt UP IN THE AIR am Ende vielleicht keine Punkt-, aber doch eine sehr saubere Landung.</p>
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		<title>Horrible Bosses / Kill the Boss</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 12:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nett ist der kleine Bruder von Scheiße, betone ich gern. Wenn sich aber der Großteil aktueller Komödien in eben jener suhlt, und die Gürtellinie irgendwo am Firmament verblasst, kann dieses Urteil hier nicht gelten. HORRIBLE BOSSES ist eine nette Komödie, die in keiner Weise Maßstäbe setzt, mit ihrer sympathischen, wenig aufgeregten Art jedoch deutlich mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/30/horrible-bosses-kill-the-boss/"><img class="alignnone size-full wp-image-4026" title="Horrible Bosses" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/Horrible_Bosses.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Nett ist der kleine Bruder von Scheiße, betone ich gern. Wenn sich aber der Großteil aktueller Komödien in eben jener suhlt, und die Gürtellinie irgendwo am Firmament verblasst, kann dieses Urteil hier nicht gelten. HORRIBLE BOSSES ist eine nette Komödie, die in keiner Weise Maßstäbe setzt, mit ihrer sympathischen, wenig aufgeregten Art jedoch deutlich mehr Anerkennung verdient als Genrekollegen wie HANGOVER.</p>
<p><span id="more-4025"></span>Auch hier ist es eine Männer-Clique (Bateman, Day, Sudeiki), die sich Hals über Kopf in einer Sache verrennt, und auch hier dienen hauptsächlich Zoten als Marschverpflegung auf der routinierten Reise entlang handelsüblicher, humoristischer Wegpunkte. Von ihren absurd bösartigen Chefs in verschiedenerlei Ecken gedrängt und in ernster Sorge um ihre Existenz, entschließen die Freunde, die ungeliebten Vorgesetzten ins Jenseits zu befördern. Dass drei Kerle ohne Kanten oder kriminellen Hintergrund an dieser Herausforderung scheitern, versteht sich von selbst.</p>
<p>Die eigentlichen Stars dabei sind definitiv die titelgebenden Arbeitgeber. Colin Farell als kokain- und sexsüchtiger Widerling mit Halbglatze, Kevin Spacey als fieser Egomane mit Eifersuchtsproblemen sowie Jennifer Aniston als durchtriebene Schlampe spielen ihre Rollen mit einer Hingabe, die keinen Zweifel daran lässt, dass die Absurdität ihrer Aktionen gewollt ist. Das Besondere dabei ist, dass es jedem der drei gelingt, auf seine Weise einzigartig zu sein und greifbar zu bleiben. Obwohl es sich eindeutig um Karikaturen handelt, kann man nicht umhin, sie tatsächlich ein wenig zu hassen.</p>
<p>Schwieriger gestaltet sich die Chemie im Hinblick auf die Untergebenen. Sie sollen leiden, aber sympathisch bleiben, was angesichts des Mangels an Rückgrat, den insbesondere Batemans und Days Figuren demonstrieren, relativ schwer fällt. Obwohl Days Charakter die meisten Lacher auf seiner Seite hat, trägt Sudeikis lockere Art wesentlicher dazu bei, ein positives Bild der Gruppe zu wahren. Seine Sprüche sind selten echte Schenkelklopfer, lassen die Komödie aber stellenweise intelligenter wirken, als sie eigentlich ist, was Anerkennung verdient.</p>
<p>Trotz diese Qualitäten kann ich nicht umhin, mir vorzustellen, wie der Film als schwarze Komödie, die er definitiv nicht ist, funktioniert hätte. Durch die makabere Thematik drängt sich der Vergleich mit Filmen wie VERY BAD THINGS auf, dem HORRIBLE BOSSES wenig entgegen setzen kann. Ein kompromissloses Drehbuch mit passenden Darstellern wie Christian Slater und Cameron Diaz (die man auch mit Liebe hassen kann) konnten hier weitaus mehr erreichen, auch ohne sich rückhaltlos dem Analhumor zu verschreiben oder plump zu wirken.</p>
<p>Letztlich steht und fällt der Film mit der Bereitschaft, sich auf die Figuren und deren persönliche Sackgassen einzulassen. Reicht die Sorge, vielleicht keinen Job mehr zu finden, aus, um einen Chef wie Kevin Spacey zu ertragen? Vielleicht beantwortet ein Amerikaner diese Frage aktuell etwas anders als ich.</p>
<p>Ähnlich ist es bei dem Gespann Aniston &#8211; Day. Aniston inszeniert sich perfekt und macht &#8211; in jedem Sinn &#8211; eine hervorragende Figur. Im Gegenzug erhält Days Verlobte 3 magere Szenen, in denen sie kaum sprechen, dafür aber scheel lächeln darf. Dass Anistons Anzüglichkeiten unerträglich sein sollen, kann man in diesem Kontext selbst einem Darsteller wie Day nur schwer durchgehen lassen. Sicher, sein Dilemma ist nachvollziehbar, die unter den Avancen lauernde Bedrohung durchaus begreifbar &#8211; dennoch muss man schon eine Ecke weiter denken, um nicht fassungslos den Kopf zu schütteln, wie er auf manche der “Belästigungen” reagiert. Der Spott seiner Freunde ist da schon fast beruhigend, zeigt er doch auf, dass dieser Punkt nicht übersehen wurde. Unterm Strich freut, dass Aniston mal wieder zeigt, was sie kann, doch ein ENTHÜLLUNG ist HORRIBLE BOSSES halt auch nicht.</p>
<p>Letztendlich funktioniert mehr, als es zu bezweifeln gibt. Nicht jede Szene zündet, aber baden geht auch kaum eine. Im Gegensatz zu Sitcoms wie HOW I MET YOUR MOTHER, BIG BANG THEORY oder COUPLING werde ich mit Mainstream-Komödien selten warm. HORRIBLE BOSSES bringt es nicht zur goldenen Ausnahme, kann aber als entspannte Unterhaltung durchaus punkten. Schlecht für das Zwerchfell, gut für den Schmunzelmuskel.</p>
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		<title>Buried</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 11:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es liegt in der Natur des Menschen, der Intensität und Energie der eigenen Jugend nachzutrauern und im nächsten Atemzug der aktuellen Jugend eben solche abzusprechen. Von Ausnahmen abgesehen wird das, was im Jetzt für Spannung sorgt, vom Gestern stets verurteilt. Im Medium Film äußert sich dies darin, jedes Remake argwöhnisch zu beäugen, dem modernen Studiosystem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/26/buried/"><img class="alignnone size-full wp-image-4019" title="buried_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/buried_poster.png" alt="" width="310" height="434" /></a></p>
<p>Es liegt in der Natur des Menschen, der Intensität und Energie der eigenen Jugend nachzutrauern und im nächsten Atemzug der aktuellen Jugend eben solche abzusprechen. Von Ausnahmen abgesehen wird das, was im Jetzt für Spannung sorgt, vom Gestern stets verurteilt. Im Medium Film äußert sich dies darin, jedes Remake argwöhnisch zu beäugen, dem modernen Studiosystem jegliche Innovationsbereitschaft abzusprechen und &#8211; vor allem &#8211; den Mangel an echter Größe in der aktuellen Generation von (männlichen) Schauspielern zu beklagen.<br />
<span id="more-4017"></span><br />
Inwieweit diese Vorwürfe richtig scheinen oder sogar sind, muss jeder für sich entscheiden. Zweifellos haben Namen wie Paul Newman, Robert Redford, Dustin Hoffmann, Robert deNiro, Charlton Heston, Marlon Brando, Humphrey Bogart, James Stewart, Kirk Douglas, Jack Nicholson, Robert Mitchum, Clint Eastwood, Al Pacino (die Liste lässt sich fortführen) heute einen Nachhall, in dem Vermissen deutlich mitschwingt. Darsteller, deren Präsenz auf der Leinwand das romantische Bild von Film und Kino vollendeten und bis heute prägen. Ein Edward Norton hier sowie ein Leonardo DiCaprio oder ein Christian Bale dort können der Nostalgie nicht das Wasser reichen. Es reicht der Ausschnitt eines Klassikers, ein bloßer Satz, um an eine Zeit zu erinnern, in der nicht allein Effekte für Staunen sorgten.</p>
<p>Das dies ein Zerrbild ist, wird kaum jemand anzweifeln. Manch Name hat bereits die gleiche Wirkung (Gary Oldman, Kevin Spacey), manch Anderer kam lediglich spät zu seiner vollen Blüte (Viggo Mortensen, Liam Neeson). Nicht wenige Schauspieler sind dabei, ihren persönlichen Weg zur Unsterblichkeit zwischen Blockbustern und Indie-Produktionen zu finden. Heath Ledger hat es geschafft, leider auf furchtbar falsche Weise. Legenden, die der Tod geschaffen hat, kranken stets an Verklärung. Dabei zeigte sein Spiel in THE DARK KNIGHT eindrucksvoll, wie Intensität heute funktionieren kann. Tom Hardy ist ein weiterer, naheliegender Name, den man sich nicht allein des nächsten BATMAN Films wegen vormerken sollte. Doch auch er ist ein Mann der Extreme, und wo er landen wird, scheint ungewiss.</p>
<p>Ein großes Rätsel ist Ryan Reynolds. Hier gesellt sich THE NINES zu GREEN LANTERN, AMITYVILLE HORROR zu SMOKIN’ ACES und PAPER MAN zu SELBST IST DIE BRAUT. Das er sein Handwerk versteht, steht außer Frage. Doch auch den für Programmkinos geeigneten Stationen seiner Laufbahn fehlt es oft an eingangs beschriebener Intensität. Ob er sie zu selten zeigen darf, oder mit dem Gezeigten bereits an seine Grenzen stößt, scheint mir unmöglich zu beurteilen. Zu häufig scheint er mehr Projektionsfläche als Leuchtfeuer zu bleiben. In einem Film wie BURIED, der nicht mehr und nicht weniger als eine Ein-Mann-Tour-de-Force darstellt, sollte genau das aber eigentlich deutlich werden.</p>
<p>Über den Film selbst sagt man am Besten nichts. Die gesamte Wirkung des Kammerspiels ist davon abhängig, wie viel der Zuschauer bereits weiß, und wie rückhaltlos er sich auf das Geschehen einzulassen vermag. Das ist kein Allgemeinplatz: BURIED im Kino gesehen zu haben, mag gut für die  Einspielergebnisse gewesen sein, es gab aber in den letzten Jahren wohl kaum einen Film, bei dem das Risiko, unter dem Publikum zu leiden, größer war. Ein Film, der in einem geschlossenen Sarg spielt, und entsprechend über lange Strecken mit Dunkelheit, leisen Geräuschen und dem Grauen der todbringenden Isolation arbeitet, ist für größere Gruppen schlichtweg ungeeignet.</p>
<p>Wer allein oder zu zweit auf seinem Sofa sitzt und auf Beleuchtung verzichtet, darf sich aber auf ein eindringliches kleines Werk einstellen, dass aus dem restriktiven Setting mehr heraus holt, als man dem “modernen Film” eigentlich zutraut. BURIED ist spannend, beklemmend, anrührend und kompromisslos, und es wäre hirnverbrannt, dafür allein Drehbuch und Regisseur zu loben. Ryan Reynolds ist hier definitiv auf dem Zenit seiner Karriere angelangt, denn der Film zeigt mehr Facetten seines Fähigkeiten als all seine bisherigen Auftritte zusammengenommen.</p>
<p>Das ein solcher Film nicht an jedem Tag und für jeden Zuschauer funktionieren wird, sollte nachvollziehbar sein. Wenn aber die Umstände stimmen, bekommt man nicht nur einen starken Film geboten, sondern auch einen Grund, wieder etwas Glauben an ein Medium zurück zu gewinnen, dass in letzter Zeit mehr mit 3D-Spielereien und Produktionen wie “Schiffe versenken” beschäftigt schien.</p>
<p>In BURIED findet ein Talent zu seiner höchsten Form, und die Kunst der Reduktion zu seltenem Glanz. Wer das erkennt, darf seine Vorurteile begraben.</p>
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		<title>High Speed Money</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 12:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zeitreisen sind möglich. Zumindest in die 90er. Nach der Rezension der Schlaftablette WALL STREET &#8211; MONEY NEVER SLEEPS lieh mir ein Insider HIGH SPEED MONEY, mit der Anmerkung, der Film sei nicht frei von Schwächen, fange die Mentalität der Branche aber treffender ein. Was diesen letzteren Aspekt betrifft, kann ich mir kein Urteil anmaßen. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/18/high-speed-money/"><img class="alignnone size-full wp-image-4013" title="Rogue Trader" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/rogue_trader.png" alt="" width="310" height="456" /></a></p>
<p>Zeitreisen sind möglich. Zumindest in die 90er. Nach der Rezension der Schlaftablette WALL STREET &#8211; MONEY NEVER SLEEPS lieh mir ein Insider HIGH SPEED MONEY, mit der Anmerkung, der Film sei nicht frei von Schwächen, fange die Mentalität der Branche aber treffender ein. Was diesen letzteren Aspekt betrifft, kann ich mir kein Urteil anmaßen. Doch wenn ROGUE TRADER (so der Originaltitel) einen Eindruck vermittelt, dann den der Glaubwürdigkeit. Kunststück &#8211; er basiert auf einer wahren Geschichte.</p>
<p><span id="more-4008"></span>Wer sich für den Inhalt interessiert, braucht nur den “Nick Leeson” Artikel auf Wikipedia aufrufen. Dort wird der Aufstieg und Fall des britischen Derivatehändlers, der im Alleingang eine renommierte Traditionsbank in die Knie zwang, gut zusammengefasst. Was diesem Beitrag allerdings fehlt, ist die emotionale Komponente, ein Eindruck in das Seelenleben des Protagonisten. Hier kommt ROGUE TRADER zum Zug. Ewan McGregor funktioniert in der Hauptrolle insofern gut, da er dem uninteressanten und gewöhnlichen Leeson mit seinem Charme etwas Charakter gibt, und somit dessen Funktion als Sympathieträger auf darstellerischer Ebene sichert.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt, als dieser die Konsequenzen seines Handelns begreift und ein verzweifelter Existenzkampf beginnt, ist somit trotz mangelndem Profil genug Projektionsfläche vorhanden, um aus der wachsenden Verzweiflung des Hochstaplers etwas Spannung zu generieren. Und das, obwohl die ein oder andere Station mit einer Selbstverständlichkeit abgehandelt wird, an der (damals) auch ein McGregor scheitern musste. ROGUE TRADER ist deshalb kein weiterer WALL STREET (1), aber er vermittelt einen soliden, weitestgehend nachvollziehbaren Eindruck des Systems, seiner Perversionen und Schwächen. Man lernt nicht viel, hat aber auch selten den Eindruck, von der Handlung allein gelassen zu werden.</p>
<p>Wirklich wichtig ist das alles nicht. Wer ernsthaft heute eine erste Sichtung antritt, darf sich auf einen massiven Verfremdungseffekt gefasst machen. ROGUE TRADER ist in Inhalt und Form durch und durch ein 90er Jahre Film. Kleidung, Frisuren, Musik, Bild, Kamera, Erzählweise &#8211; auf seine Weise wirkt er stellenweise DEUTLICH älter als frühere Filme McGregors. Zum Teil ist dies natürlich der Handlung zuzuschreiben, bzw. der Zeit, in der sie spielt. Das ändert aber nichts am Ergebnis. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal einen Film mit derart viel Voice-over gesehen habe, bei dem es nicht ironisch oder als reines Stilmittel eingesetzt wurde.</p>
<p>Es fällt schwer, eine Empfehlung für einen Film auszusprechen, der solide, aber in allen Punkten schlecht gealtert ist. Für sich genommen kann ROGUE TRADER heute kaum mehr bestehen. Es sei denn, man hat Freude an einer kleinen Zeitreise. An der Thematik Interessierten ist deshalb eher zum Buch zu raten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Green Hornet</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 13:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein in diesem Blog zuletzt recht inflationär verwendeter Begriff ist „sympathisch“. Daran sind die besprochenen Filme sicher nicht unbeteiligt, denn Mittelmaß verdient nun mal nicht mehr. Trotzdem wäre es angemessen, das Wort vorerst zu meiden, und sei es nur, um konkretere Aussagen zu erzwingen. Bei GREEN HORNET fällt das jedoch schwer, denn kein anderes Wort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/17/green-hornet/"><img class="alignnone size-full wp-image-4003" title="Green Hornet" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/Green-Hornet.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Ein in diesem Blog zuletzt recht inflationär verwendeter Begriff ist „sympathisch“. Daran sind die besprochenen Filme sicher nicht unbeteiligt, denn Mittelmaß verdient nun mal nicht mehr. Trotzdem wäre es angemessen, das Wort vorerst zu meiden, und sei es nur, um konkretere Aussagen zu erzwingen. Bei GREEN HORNET fällt das jedoch schwer, denn kein anderes Wort beschreibt diesen Film besser.</p>
<p><span id="more-4002"></span>Klar, IRON MAN war ebenso sympathisch, in erster Linie dank Robert Downey Jr. Wenn ich nun aber sage, dass GREEN HORNET wie ein IRON MAN mit weniger Budget und spektakulären Effekten, sowie ohne Downey Jr, ist, will ihn dann noch jemand sehen? Nein, also lassen wir das. Auch ein Vergleich mit Spider-Man und Co ist müßig, denn kaum ein Blockbuster verzichtet auf coole Sprüche und comic relief.</p>
<p>Wie also unterscheidet sich GREEN HORNET von seinen Genrekollegen? Was macht ihn sehenswert, wenn die ganz großen Namen und Effekte fehlen? Die Antwort ist banal: Die Tatsache, dass es im Kern kein Superheldenfilm ist.</p>
<p>Seth Rogen, der hier die Hauptrolle spielt, kann seinen Kollegen in Charme und Chuzpe nicht das Wasser reichen, obwohl er mal wieder spielt, was er am besten kann – den Taugenichts. Da er am Drehbuch beteiligt war, muss man ihn dafür auch nicht in Schutz nehmen. Projektionsfläche für die Zuneigung der Zuschauer ist ohnehin Jay Chou, der den bescheidenen, jedoch überaus talentierten Mechaniker spielt, der als Sidekick von GREEN HORNET letztlich dessen Handlungsfähigkeit gewährleistet. Dass Anti-Bruce-Wayne Rogen ohne seine Hilfe keine 2 Minuten überleben würde, macht Chou zum stillen Star des ungleichen Gespanns.</p>
<p>Es ist die Gegensätzlichkeit dieser beiden Protagonisten, die den Film letztlich sehenswert macht. Action und Humor ziehen ihre Energie zum größten Teil aus der Dynamik des Duos, so dass man beinahe den Eindruck erhält, der Film würde auch ohne einen Bösewicht oder eine dramatische Rahmenhandlung gut funktionierten. Dass Christoph Waltz den Antagonisten stellt, bleibt dennoch ein massiver Mehrwert. Zum einen bringt er seinen größtenteils lächerlichen Sprechtext gut an den Mann und kann so tatsächlich einige Lacher für sich verbuchen. Zum anderen hat er mit INGLORIOUS BASTERDS bewiesen, wie souverän er eine Nebenrolle aufzuwerten versteht.</p>
<p>Als kleinen Bonus gibt es noch Cameron Diaz und Edward James Olmos, die zwar nichts Wesentliches zum Gesamtbild beitragen dürfen, aber wenigstens zu gefallen verstehen. Was weniger gefällt, sind die sporadischen, überflüssigen Ausbrüche von Gewalt, die in späteren Szenen heftiger inszeniert wurde, als in einem solchen Film angemessen scheint. Der Verfremdungseffekt schadet dem Gesamtbild nicht wesentlich, kindgerecht ist das Ergebnis trotzdem nicht.</p>
<p>Wer GREEN HORNET als Superheldenfilm begreifen möchte, sollte bereit sein, seine Erwartungen an die Konventionen des Genres etwas hintenan zu stellen. Wer sich (ergänzend oder ersatzweise) auf eine Buddy-Komödie einstellt, kommt voll auf seine Kosten. GREEN HORNET ist kein Film, der das Genre bereichert, aber ein großer Spaß, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.</p>
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