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	<title>The AcidBar</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>Avatar.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 21:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/16/avatar/"><img class="alignnone size-full wp-image-2721" title="Avatar Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_01.jpg" alt="" width="105" height="148" /></a>Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee war, es bei einer selbstironischen Spitze zu belassen und einen Aufguss meiner eigenen Phrasen als Einleitung zu verwenden, im Stil von: <em>»Es gibt Kinofilme, nach deren Besuch man merkt, wie mit jeder Minute die Begeisterung, und somit auch die persönliche Wertung, abebbt. Bei AVATAR stellt sich dieser Effekt weit vor dem Abspann ein.«</em><br />
Haute mich aber auch nicht vom Hocker. Also lassen wir das.<br />
<span id="more-2719"></span></p>
<div id="attachment_2720" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_04.jpg" rel="lightbox[2719]"><img class="size-full wp-image-2720" title="Was schleicht herum und trifft sehr schwer? Der Tiecher mit dem Schiessgewehr." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_04.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Hätte er nicht so kleine Ohren, würde er vermutlich hören, wie sich der Heli von hinten anschleicht.</p></div>
<p>AVATAR ist einfach alles, was die Kritiken besagen. Und weniger. Denn selbst in 3D auf gigantischer Leinwand kann die Sturmflut an Effekten die banale Langeweile nicht ersäufen, welche die Handlung heraufbeschwört. Man sieht sich fast genötigt, dem Film eine seiner wenigen Leistungen vorzuhalten: Die Welt, die James Cameron mit seinem CGI-Overkill erschaffen hat, ist absolut stimmig und leistet sich keine künstlerischen Ausrutscher &#8211; wirkt aber auch nicht fremdartig genug, um dauerhaft zu faszinieren. Ein halbes Dutzend schräge Tierarten und ein paar leuchtende Blumen machen eben aus einem Regenwald keinen faszinierenden, fremden Planeten.</p>
<p>Zugegeben: Die Gesichtsanimationen der Aliens sind hervorragend, Tier- und Pflanzenwelt wirken paradiesisch und fremdartig, aber nie übertrieben genug, um sich zu diskreditieren. Die 3D-Effekte werden konsequent und nicht allein um ihrer selbst willen eingesetzt, und fügen sich so nach einer Weile angenehm in das Filmerlebnis ein. Das bunte Treiben macht für eine Weile ordentlich Spaß, und man meint fast, sich an den Bildern niemals sattsehen zu können.</p>
<p>Dieses Gefühl hält ungefähr bis zur Hälfte des Filmes vor. Dummerweise mobilisiert das Drehbuch zum selben Zeitpunkt all seine Reserven. Das esoterische, religiös-verklärte Fantasygebrabbel der Figuren, welches zuvor als leichtes Hintergrundrauschen halbwegs ausgeblendet werden konnte, erreicht zunehmend eine Intensität, bei der sich besten Willens nicht mehr übersehen lässt, was einem da in hübscher Folie dargeboten wird: ein strunzbanaler Fantasyplot auf Grundschul-Niveau, in seiner Harmlosigkeit und Vorhersehbarkeit kaum mehr zu übertreffen. Wer sich in eine Welt, bevölkert von Indianern, die Bäume anbeten und auf Drachen (ja, was sonst bitte?) reiten, als bahnbrechende Science-Fiction verkaufen lässt, ist selbst schuld. Genauso all jene, die sich von derart weichgespülten Konflikten und Erwählten-Fantasien mitreißen lassen, um nach Filmende in der Schlange einer FastFood-Kette darüber zu diskutieren, wie wir doch mit mehr Nähe zur Natur bessere Menschen werden könnten.</p>
<div id="attachment_2723" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_02.jpg" rel="lightbox[2719]"><img class="size-full wp-image-2723" title="Gebannt beobachteten sie das Heranwachsen ihres ersten Uhrzeitkrebses." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_02.jpg" alt="" width="460" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Was ist das, Rambo?&quot; -  &quot;Ein blaues Licht.&quot; - &quot;Was tut es?&quot; - &quot;...&quot;</p></div>
<p>Gegen Ende hin wird das Getöse noch einmal richtig laut, um über ein paar Logikfehler und erzählerische Dreistigkeiten hinweg zu täuschen. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht bereits mit dem Einnicken ringt, sitzt wahrscheinlich in der Nachmittagsvorstellung. Das Positivste, das man wagen kann, ist AVATAR als eine Art Reise in eine fremde Welt zu bezeichnen. Selbst dafür ist er jedoch erschreckend inhaltsarm, werden doch die wenigen, interessanten Fragen und Aspekte (neurale Vernetzung des gesamten Planeten, kulturelle Besonderheiten, Missionierung der Einwohner durch Schulen) in Halb- und Nebensätzen abgehandelt. Es braucht keine Forschung, keine Völkerverständigung, nur einen Helden mit Bierfilz-tauglicher Motivation, der zahlreiche Nebenfiguren voller Inbrunst in den Untergang führt, ohne jemals inne zu halten. Wirft man einen halbwegs klaren Blick auf das Geschehen, kann man nicht umhin, zu erkennen, wie erstaunlich konservativ, angepasst und fundamentalistisch all das Treiben im Kern ist. Das macht aus AVATAR in erster Linie eine unglaubliche Ansammlung verschenkter Chancen,  etwas wirklich Ungewöhnliches, Provokantes oder Fremdartiges zu zeigen. Der Mut der Macher reichte leider nicht einmal für Polygamie oder ein Kastensystem, dass mehr als »Jäger« kennt.</p>
<p>Schlussendlich dürfte egal sein, was die Kritiker sagen. Der Erfolg gibt Cameron Recht, und so wird AVATAR ganz sicher nicht der letzte seiner Art sein. Aber der Erfolg spricht auch Bände über jene, die ihn zu verantworten haben.</p>
<p>Er spricht Bände über uns.</p>
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		<title>Sherlock Holmes.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 14:26:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Astreine Buddy-Action mit Robert Downey Jr. und Jude Law &#8211; man muss sich ja bereits vor dem ersten Griff in die Popcorn-Tüte die Finger lecken. Wäre da nicht der Haken mit dem Titel. Der erste Trailer zu SHERLOCK HOLMES hatte mehr von einem bösen Omen als einer freudigen Verheißung. Zwar sah die Inszenierung brillant aus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/14/sherlock-holmes/"><img class="alignnone size-full wp-image-2708" title="Sherlock Holmes Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_0.jpg" alt="" width="105" height="153" /></a>Astreine Buddy-Action mit Robert Downey Jr. und Jude Law &#8211; man muss sich ja bereits vor dem ersten Griff in die Popcorn-Tüte die Finger lecken. Wäre da nicht der Haken mit dem Titel. Der erste Trailer zu SHERLOCK HOLMES hatte mehr von einem bösen Omen als einer freudigen Verheißung. Zwar sah die Inszenierung brillant aus, aber erstens ist das in einem Werbetrailer vortäuschbar und zweitens biss sich das Gezeigte mit vielem, das man gewöhnlich mit dem Meisterhirn assoziiert.</p>
<p><span id="more-2706"></span></p>
<div id="attachment_2709" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_1.jpg" rel="lightbox[2706]"><img class="size-full wp-image-2709" title="Holmes konnte schon immer schwer &quot;Nein&quot; sagen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_1.jpg" alt="" width="460" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">Die Casting-Shows werden auch immer derber.</p></div>
<p>Der Knackpunkt ist: Man muss die neue Interpretation erleben, um zu entdecken, mit wie viel Liebe und Respekt sich der Figur genähert wurde. So sind zahlreiche Elemente und Charaktere, die auch die ikonisierte Version des Meisterhirns auszeichnen, auch hier vorhanden, was die abschweifenden Actionszenen verzeihlich macht. Letztere wurden zudem sinnvoll genutzt, um Holmes brillante Auffassungsgabe in den Eye-Candy-Bereich zu transferieren. Anstatt bloß in vornehmen Salons über seine Entdeckungen zu referieren, benutzt Action-Holmes sein geschultes Auge, um durch gezielte Attacken im Nahkampf über seine Gegner zu triumphieren. Eine tolle, auch nicht aus der Luft gegriffene, Idee, die gleich zu Anfang eingeführt wird und einen guten Teil der Bedenken, der Intellekt könnte zu kurz kommen, zerstreut.</p>
<p>Diese Herangehensweise resultiert in einem weiteren interessanten Effekt: die Übernahme der verschiedenen Merkmale (Verkleidungstalent, Drogenabhängigkeit, Violinenspiel, großes Interesse an Chemie) gibt der Figur eine gefühlte Tiefe und Komplexität, die das Drehbuch eigentlich nicht bietet. Hätte es sich bei Holmes also um eine Neuerfindung gehandelt, hätte man den Autoren vorwerfen können, ihrer Figur derart viele Eigenschaften und Fähigkeiten anzudichten, ohne diese ausreichend zu erklären oder zu legitimisieren. So aber nimmt man deren Erwähnung erfreut zur Kenntnis, akzeptiert „dass es so ist“ und stürzt sich trotz banaler Handlung in die liebevoll inszenierten Actionszenen, ohne sich um eine erzählerische Basis betrogen zu fühlen.</p>
<p>Dass dies so funktioniert, ist nicht allein der Regie und der Spielfreude, die Downey Jr. und Law an den Tag legen, zu verdanken. Was einem hier an musikalischer Untermalung und ideenreicher Kameraarbeit auf Ohren und Augen gezaubert wird, verdient Beachtung und besondere Erwähnung. Alles wirkt stimmig und doch einfallsreich genug, um aufzufallen. Ebenso die Sprache, die gerade weit genug auf die Epoche eingeht, um interessant zu wirken, ohne gleich anzustrengen oder überkandidelt zu wirken. Hardcore-Anglophile und Holmes-Fanatiker werden sicher einiges zu kritisieren finden, als Abwechslung zum üblichen Actionfilm-Einerlei funktioniert es aber prächtig.</p>
<div id="attachment_2710" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_2.jpg" rel="lightbox[2706]"><img class="size-full wp-image-2710" title="Die Mutter aller neuzeitlichen Männerfreundschaften." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_2.jpg" alt="" width="460" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Man knobelt, prügelt, gratuliert - so feiern echte Kumpel.</p></div>
<p>Ein »Aber&#8230;« bleibt: Trotz (oder, wie immer, wegen) seiner stilistischen Eigenständigkeit kann sich SHERLOCK HOLMES nicht aus der allgegenwärtigen Eskapismus-Front lösen. Ungeachtet seiner eher düsteren Stilistik und smarten Präsentation zeigt Richie lediglich eine prall mit Magie und Feuerwerk gefüllte Welt, die nach sehr einfachen Regeln funktioniert. Eine Welt, in der man jeder Figur die Gesinnung vom Gesicht lesen und die Guten auf einen Blick von den Bösen trennen kann. Es scheint unwahrscheinlich, dass die versprochene Fortsetzung hier subtilere Pfade einschlägt. HARRY POTTER, AVATAR, PERCY JONES, THE MUMMY und Konsorten lässt dieses Spektakel aber dennoch mühelos im Rinnstein stehen.</p>
<p>Ein spaßiger Abenteuerfilm, der seine Zuschauer nicht für vollkommen blöde hält.<br />
Der derzeit heißeste Anwärter auf die INDIANA-JONES-Thronfolge.</p>
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		<title>Tödliches Kommando. / The hurt locker.</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 00:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für eine Rezeptur: Die letzten Tage eines Bombenräum- kommandos im Irak, in gut 2 Stunden zusammengefasst. Keinerlei Handlung, die den Namen verdient hätte, bis auf wenige, kurzlebige Nebenfiguren kaum einprägsame Charaktere und eine stellenweise semi-dokumentarische, oftmals billig wirkende Kameraführung &#8211; ideale Voraussetzungen für einen inhaltsleeren, langweiligen Streifen, dessen Bestimmung die Grabbelkisten der Discounter sind.

Umso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/12/the-hurt-locker/"><img class="alignnone size-full wp-image-2696" title="The hurt locker Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_0.jpg" alt="" width="105" height="163" /></a>Was für eine Rezeptur: Die letzten Tage eines Bombenräum- kommandos im Irak, in gut 2 Stunden zusammengefasst. Keinerlei Handlung, die den Namen verdient hätte, bis auf wenige, kurzlebige Nebenfiguren kaum einprägsame Charaktere und eine stellenweise semi-dokumentarische, oftmals billig wirkende Kameraführung &#8211; ideale Voraussetzungen für einen inhaltsleeren, langweiligen Streifen, dessen Bestimmung die Grabbelkisten der Discounter sind.</p>
<p><span id="more-2693"></span></p>
<div id="attachment_2697" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_1.jpg" rel="lightbox[2693]"><img class="size-full wp-image-2697" title="Trotz stillgelegtem Gleis fühlte er sich 5 Minuten später wie vom Zug überrollt." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_1.jpg" alt="" width="460" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Worst. catwalk. ever.</p></div>
<p>Umso erstaunlicher, was den Zuschauer tatsächlich erwartet. Hinter dem unglücklich übersetzten B-Movie-Titel verbirgt sich in Wirklichkeit der effektivste Actionthriller seit Langem. Regisseurin Kathryn Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal ist das Kunststück gelungen, einen erzählerisch ungemein banalen Stoff so effektiv zu inszenieren, dass man über zwei Stunden gebannt auf dem Sofarand hockt und den Blick kaum vom Geschehen zu lösen vermag. Dabei werden ausschließlich und episodenhaft einzelne Einsätze aneinandergereiht, deren Eindringlichkeit und Intensität aber zu keiner Sekunde unter den genannten Absenzen leiden. Im Gegenteil, die Atmosphäre allgegenwärtiger Bedrohung sowie die grauenvolle, unvorhersehbare Beliebigkeit von Tod und Gewalt erreichen auf diese Weise ein Niveau, den beinahe der Sprung zum Doku-Drama gelingt, wird doch der Alltag des Bombenentschärfungskommandos auf abstrakte Weise greifbar.</p>
<p>Negativ zu verbuchen bleibt lediglich die Wackelkamera, die oftmals unnötig scheint. Als Entschädigung gibt es noch zwei bekannte Gesichter in Kleinstrollen, von denen zwar nur eine Daseinsberechtigung hat, aber beide erfreuen dürften. Fans werden die Auftritte zu knapp bemessen finden, angesichts der wenigen Zeit, die der Plot den Hauptfiguren widmet, ist es jedoch nur konsequent, sich auch hier aufs Wesentliche zu beschränken.</p>
<p>Ein Meisterwerk des Suspense-Kinos, dem hoffentlich in Videotheken ein nachhaltigerer Erfolg beschieden ist, als die Präsentation hinsichtlich Titel, Packung (nicht die oben  gezeigte) und Trailer verdient.</p>
<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_2.jpg" rel="lightbox[2693]"><img class="alignnone size-full wp-image-2698" title="Hurt Locker Poster Art" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_2.jpg" alt="" width="423" height="604" /></a></p>
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		<title>Coraline.</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 23:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Stichwort »morbide Filmästhetik« assoziiert die breite Masse zweifelsfrei Weirdmeister Tim Burton. Ein weiterer Name, wenn auch mit geringerem Bekanntheitsgrad und einem für die Filmindustrie eher ungesunden Verhältnis zwischen Schaffenszeit und Projektanzahl, ist Henry Selick. Mit seinem unvergessenen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS hatte er 1993 einen nachhaltigen Beitrag zur Animationsfilmgeschichte geschaffen, danach aber nicht mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/10/coraline/"><img class="alignnone size-full wp-image-2686" title="Coraline Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Coraline_0.jpg" alt="" width="105" height="155" /></a>Mit dem Stichwort »morbide Filmästhetik« assoziiert die breite Masse zweifelsfrei Weirdmeister Tim Burton. Ein weiterer Name, wenn auch mit geringerem Bekanntheitsgrad und einem für die Filmindustrie eher ungesunden Verhältnis zwischen Schaffenszeit und Projektanzahl, ist Henry Selick. Mit seinem unvergessenen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS hatte er 1993 einen nachhaltigen Beitrag zur Animationsfilmgeschichte geschaffen, danach aber nicht mehr an dessen Erfolg anknüpfen können. CORALINE, sein neuestes Werk, ist ein Animationsfilm eben dieser Art, der statt gerenderter Figuren samt makelloser Anatomie und glatten Kurven die krude Stofflichkeit und den schrägen Charme eines Puppenspiels bevorzugt.<br />
<span id="more-2685"></span></p>
<div id="attachment_2688" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Coraline_1.jpg" rel="lightbox[2685]"><img class="size-full wp-image-2688" title="Nur zu, nur zu, fassen Sie ihn ruhig an! Ich freue mich so, Sie zu sehen!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Coraline_1.jpg" alt="" width="460" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">Jeder Künstler hat irgendwann seine blaue Phase. Aber nicht jeder hat auch einen blauen Bart.</p></div>
<p>Aufgrund seines düsteren Stils, seiner eher ruhigen Inszenierung und einiger erstaunlich gruseliger Szenen ist CORALINE, wie es die Handlung zunächst vermuten lässt, kein lupenreiner Kinderfilm. Dieser Punkt ist das einzige, echte Problem des Films, da der Spagat zwischen kindkompatibler Märchenhandlung und erzählerischer wie stilistischer Ambitionen nicht immer aufgeht. Selbst die humorigen Figuren wirken stellenweise unheimlich, die Grundstimmung ist trotz vieler, putziger Momente meist trist, in den Parallelwelt-Szenen subtil bedrohlich. Angesichts der Tatsache, dass es sich um die Adaption einer Neil Gaiman Geschichte handelt, wenig verwunderlich, dennoch bemerkenswert.</p>
<p>Eben diese Stimmung ist es aber auch, die für CORALINE trotz bekannter Handlungselemente und vertrauter Stilistik zum Alleinstellungsmerkmal wird. Für zündenden Witz und anrührende Geschichten bleiben Pixar-Produktionen die beste Anlaufstelle. Wer Abwechslung schätzt, wird bei CORALINE aber auf ein erfreulich konsequentes Kontrastprogramm zu den knallbunten, zuckersüßen Genregrößen stoßen, das besonders glänzt, wenn es darum geht, kleinen Dingen, wie einem Paar Handschuhe oder  Haustieren, emotionalen Gehalt zu verleihen. Der zurückhaltende, nie bösartige Humor trägt seinen Teil dazu bei, eben jene Sympathie hervor zu rufen, die man sich von einem Film wie diesem wünscht.</p>
<div id="attachment_2689" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Coraline_2.jpg" rel="lightbox[2685]"><img class="size-full wp-image-2689" title="Kurz darauf begriff er die Bedeutung von &quot;ohrenbetäubendem Applaus&quot;." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Coraline_2.jpg" alt="" width="460" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">Ein gutes Beispiel dafür, was eine Stubenfliege kurz vor ihrem Tod erblickt.</p></div>
<p>Um noch einmal auf den einleitenden Gedanken zurückzukommen: Ungeachtet der erwartungsvollen Begeisterung, die ALICE IM WUNDERLAND allerorts entgegengebracht wird, kann man es niemandem verdenken, sich an Burtons Stil satt gesehen zu haben. (Allein die Omnipräsenz von Helena Bonham Cartern schadet der Magie seiner Welten und Werke mittlerweile mehr, als sie nützt.)<br />
Auch CORALINE hat stilistisch einen hohen Wiedererkennungswert, der allerdings nicht weiter stört, schaffen es doch wenige Animationsfilme dieser Art auf die Leinwand. So vermag das eigenwillige Märchen die wenig überraschende Handlung mit dem erwarteten Potpourri an schrägen Charakteren und kruden Ideen erfolgreich zu übertünchen.</p>
<p>Ein schöner Film für einen regnerischen Nachmittag.<br />
Mit 9 in den Startlöchern aber (noch) keine neue Referenz.</p>
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		<title>Monsters vs. Aliens.</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 13:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seiner Prämisse nach zu urteilen hätte MONSTERS vs. ALIENS ein aufgedrehter, brüllend komischer Animationsspaß werden können. Tatsächlich enttäuscht das vermeintliche Erfolgsrezept aber, schon allein des ungenutzten Potentials wegen. Sämtliche Figuren (von Charakteren mag man gar nicht reden) leiden unter der chronischen Erkrankung, die sich durch viele Dreamworks-Produktionen (z.B. Shrek, Madagascar) zieht: Sie sind zu generisch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/07/monsters-vs-aliens/"><img class="alignnone size-full wp-image-2678" title="Monsters vs. Aliens Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/monsters_vs_aliens_0.jpg" alt="" width="105" height="148" /></a>Seiner Prämisse nach zu urteilen hätte MONSTERS vs. ALIENS ein aufgedrehter, brüllend komischer Animationsspaß werden können. Tatsächlich enttäuscht das vermeintliche Erfolgsrezept aber, schon allein des ungenutzten Potentials wegen. Sämtliche Figuren (von Charakteren mag man gar nicht reden) leiden unter der chronischen Erkrankung, die sich durch viele Dreamworks-Produktionen (z.B. Shrek, Madagascar) zieht: Sie sind zu generisch, zu eindimensional gestrickt, um die Zuneigung der Pixar-verwöhnten Zuschauer zu erobern.</p>
<p><span id="more-2675"></span><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/monsters_vs_aliens_2.jpg" rel="lightbox[2675]"><img class="size-full wp-image-2677" title="&quot;Okay, bei drei heben wir ruckartig an, und wer die meisten Autos verschluckt, hat gewonnen.&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/monsters_vs_aliens_2.jpg" alt="" width="460" height="196" /></a></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_2677" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px;">
<dd class="wp-caption-dd">Auch für die WM im Wettstarren gilt: Location, Location, Location.</dd>
</dl>
</div>
<p>Es mag stimmen, dass sich eine gute Geschichte hauptsächlich aus den Charakteren entwickeln sollte. Das darf &#8211; zumindest sollte es &#8211; aber nicht bedeuten, dass die wichtigsten Meilensteine der Handlung sowie jegliche Entwicklungen der Figuren vorhersehbar sind. Eine durchschnittliche Folge SpongeBob Schwammkopf bietet ein Vielfaches an Anarcho-Komik und Überraschungen, ohne die Zielgruppe zu überfordern. Somit drängt sich der Verdacht auf, dass hier zu viel Rücksicht auf das anvisierte Publikum genommen wurde, ohne dieses wirklich zu verstehen. Ernsthaft: Niemand hat ein MARS ATTACKS des Animationsfilms erwartet. Aber ein REIGN OF FIRE (Drachen vs. Panzer, eine weitere Traumkombination, die schlussendlich enttäuschte) für Kleinkinder hätte es auch nicht werden müssen.</p>
<p>Hauptsächlich ist es die eklatante Ideenarmut, die zum Staunen anregt. Die tolle Grundidee mündet lediglich in absehbaren, naheliegenden Szenen, das stellenweise tolle Design wird vom dahin plätschernden Plot ertränkt.</p>
<div id="attachment_2680" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/monsters_vs_aliens_1.jpg" rel="lightbox[2675]"><img class="size-full wp-image-2680" title="Bei Gott, ich hoffe, sie bringen Brot und Salz." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/monsters_vs_aliens_1.jpg" alt="" width="460" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Suchbild aus der Abschlussprüfung für Bewerber der Einwanderungsbehörde.</p></div>
<p>Ein gutes Beispiel dafür, wie abgedroschene Elemente als humoristisches Feuerwerk verkauft werden sollen, bietet die geniale Schabe Dr. Cockroach Ph.D.. Kleinwüchsige, hochintelligente Psychopathen mit fortlaufend scheiternden Flucht- oder Welteroberungsplänen (und optional bescheuerten Gehilfen) haben mit Pinky und Brain und Stewie von Family Guy ihre Blütezeit lange hinter sich gebracht.<br />
Zugegeben: Es kann auch heute noch funktionieren. Damit der Sprung von der Idee über das Drehbuch bis zu den Lachmuskeln der Zuschauer klappt, braucht es aber eine gekonnte Schreibe oder den richtigen Humor. Fehlt es an beidem, ist auch dieser Plan zum Scheitern verurteilt. Daran ändert auch Hugh Laurey als Sprecher recht wenig.</p>
<p>Da man zur Laufzeit angenehm unterhalten wird, sehe ich mich genötigt, das abschließende Urteil abzumildern. MONSTERS vs. ALIENS ist zumindest ein netter Spaß, der weder nervt, noch die Geduld seines Publikums überstrapaziert. Somit hat er als Nachmittagsfilm oder Hintergrundbeschallung bei einem Kindergeburtstag durchaus seine Daseinsberechtigung. Wer Neues und Ungesehenes erwartet, sollte besser von einem anderen Stern kommen.</p>
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		<title>Drag me to hell.</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 13:17:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[humor]]></category>
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		<description><![CDATA[Ungeachtet der Gefahr, von Experten eines Besseren belehrt zu werden, sei die Behauptung in den Raum gestellt, dass kaum ein Filmgenre so viele Unterkategorien kennt wie Horror. Soweit, so dreist. Aber es kommt noch schlimmer. Der Einfachheit halber &#8211; und nicht zuletzt der nachfolgenden Argumentation wegen &#8211; möchte ich all diese Subgenres, ihre jeweiligen Charakteristika [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/07/drag-me-to-hell/"><img class="alignnone size-full wp-image-2669" title="Drag me to hell Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/drag-me-to-hell_0.jpg" alt="" width="104" height="154" /></a>Ungeachtet der Gefahr, von Experten eines Besseren belehrt zu werden, sei die Behauptung in den Raum gestellt, dass kaum ein Filmgenre so viele Unterkategorien kennt wie Horror. Soweit, so dreist. Aber es kommt noch schlimmer. Der Einfachheit halber &#8211; und nicht zuletzt der nachfolgenden Argumentation wegen &#8211; möchte ich all diese Subgenres, ihre jeweiligen Charakteristika missachtend, in zwei grobe Klassen unterteilen.<br />
Auf der einen Seite die Filme, in die man ein Date oder einen schreckhaften Partner mitnehmen würde. Ein halbgruseliger Streifen macht mehr Laune, wenn man jemanden dabei hat, der (mehr oder minder) genüsslich quiekt. Was zählt, ist die gemeinsame Freude an leichter, massenkompatibler Kost, nicht die Effektivität des geschilderten Grauens.</p>
<p><span id="more-2666"></span></p>
<div id="attachment_2670" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/drag-me-to-hell_1.jpg" rel="lightbox[2666]"><img class="size-full wp-image-2670 " title="Der ernüchternde Anblick nach der durchzechten Nacht beendete endgültig ihre &quot;bi-curious&quot;-Phase." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/drag-me-to-hell_1.jpg" alt="Der ernüchternde Anblick nach der durchzechten Nacht beendete endgültig ihre &quot;bi-curious&quot;-Phase." width="460" height="236" /></a><p class="wp-caption-text">Der beste Grund dafür, sich vor dem schlafengehen abzuschminken.</p></div>
<p>Auf der anderen Seite wären jene Filme, an die man sich bevorzugt allein wagt, oder die man gleich auf DVD ansieht, weil man den Horror voll auskosten möchte. Weil die kalte Dusche für das Gehirn, die ein richtiger Schocker zu verabreichen versteht, ihre volle Wirkung am Besten entfaltet, wenn man sich vollständig im Film verliert. Was zählt, ist, dass das Geschehen einen am Schlafittchen packt und zwei Stunden in die Mangel nimmt.</p>
<p>Natürlich scheitert dieses Prinzip insofern an der Wirklichkeit, da es in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger wurde, zu definieren, was thematisch und an Drastik gemessen noch gesellschaftstauglich ist. Torture Porn sei Undank.<br />
DRAG ME TO HELL zählt jedoch definitiv zur ersten Kategorie und ist mit seiner FSK16 Freigabe auch für sensiblere Gemüter geeignet. Die simple Geistergeschichte auf Groschenheftniveau motiviert eher durch ihren Trashfaktor als mit Spannung zum wohligen Schaudern. Von einer befremdlichen Faszination für Körperflüssigkeiten, insbesondere Speichel, abgesehen, bekommt man kaum etwas gezeigt, das einen nachhaltig ekelt, auch wenn man zugestehen muss, dass sich die Spezialeffekte redlich Mühe geben. Genau diese werden aber auch zu Stolpersteinen, wirken sie doch stellenweise viel zu aufgesetzt und künstlich, um ein verwöhntes Publikum zu überzeugen.</p>
<div id="attachment_2671" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/drag-me-to-hell_2.jpg" rel="lightbox[2666]"><img class="size-full wp-image-2671" title="Irgendwann ist es zu spät, sich Verliehenes zurückzuholen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/drag-me-to-hell_2.jpg" alt="" width="460" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Seit THE DARK KNIGHT muss alles düster sein. Sogar Schlammcatchen.</p></div>
<p>Das Motto »Kitsch as Kitsch can.« gilt auch für die Handlung, die erfreulich leichtfüßig voranschreitet und sich selten scheut, Klischees genüsslich auszuloten. Wirklich schräg wagt sich das Drehbuch allerdings nicht zu werden, wodurch mehr der Eindruck einer Hommage als einer Persiflage entsteht. Dies mag durchaus Regisseur Sam Raimis Absicht gewesen sein, bringt den Film jedoch beinah zu Fall. Die erzählerischen Haltestellen werden so routiniert und uninspiriert abgeklappert, dass sich trotz der kurzen Laufzeit wiederholt Langeweile einstellt. Zudem wirken manche Reaktionen der Figuren so unfassbar unglaubwürdig, dass sich die Genrezugehörigkeit auf negative Weise bemerkbar macht.</p>
<p>Und das war es dann auch schon. Das Finale auf dem Friedhof bringt den Film doch noch auf eine Geschwindigkeit, die Laune und etwas vom im Mittelteil verlorenen Boden wettmacht.</p>
<p>Dem <a href="http://www.moviegod.de/kino/kritik/1559/drag-me-to-hell" target="_blank">Filmgott</a> muss zugestanden werden, dass man den Film zweifelsohne als Horrorspaß mit trashigem Charme bewerten kann. Doch greift auch ein anderer Vergleich: Mehr als einen cineastischen Rundgang durch eine alte Geisterbahn sollte man nicht erwarten.</p>
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		<title>Downloading Nancy.</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 15:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<description><![CDATA[
Nancy (Maria Bello) ist todunglücklich. Ihrer Ehe fehlt jegliche Wärme, Liebe und Leidenschaft. Auch Respekt und Höflichkeit leiden unter der eisigen Atmosphäre, machen ihr das von einem schlimmen Kindheitstrauma überschattete Dasein zur Hölle. Lediglich ihre Internet-Bekanntschaften verschaffen ihr Momente der Freude. Kein Wunder, dass ihr im Hobbykeller Golf spielender Gatte (Rufus Sewell) erst von Nancys [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/09/downloading-nancy/"></a></p>
<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/09/downloading-nancy/"><img class="alignnone size-full wp-image-2654" title="Downloading Nancy" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy.jpg" alt="" width="104" height="155" /></a>Nancy (Maria Bello) ist todunglücklich. Ihrer Ehe fehlt jegliche Wärme, Liebe und Leidenschaft. Auch Respekt und Höflichkeit leiden unter der eisigen Atmosphäre, machen ihr das von einem schlimmen Kindheitstrauma überschattete Dasein zur Hölle. Lediglich ihre Internet-Bekanntschaften verschaffen ihr Momente der Freude. Kein Wunder, dass ihr im Hobbykeller Golf spielender Gatte (Rufus Sewell) erst von Nancys Vorhaben erfährt, als es bereits zu spät ist. Nancy hat ihn verlassen, um ihr Leben zu beenden &#8211; mit Hilfe eines Online-Bekannten, der ein paar Tage nach ihrem Verschwinden unvermittelt vor der Türe steht.</p>
<p><span id="more-2651"></span></p>
<div id="attachment_2655" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy01.jpg" rel="lightbox[2651]"><img class="size-full wp-image-2655 " title="Erfolglose Autoren schrecken irgendwann vor nichts mehr zurück, um sich Publikum zu verschaffen. Ich sag nur..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy01.jpg" alt="" width="460" height="278" /></a><p class="wp-caption-text">Manche lasen das Drehbuch freiwillig zu Ende, andere musste man überzeugen.</p></div>
<p>Zum Plot gibt es wenig zu sagen. Was sich in der Zusammenfassung krude liest, entwickelt in Ausführung eine schleichende, beklemmende Glaubwürdigkeit. Mit demselben Wort kann man den kompletten Film zu versehen.</p>
<p>DOWNLOADING NANCY ist beklemmend, insbesondere weil und wenn er die Tragik nicht künstlich hochspielt. Die unterkühlte Welt des emotionalen Winters, in welchem Nancy vor sich hinvegetiert, reflektiert sich in Wetter, Farbgebung und einer schmerzhaften Tristesse. Auch die Jämmerlichkeit, die ihre &#8211; und suggeriert unser aller &#8211; Realität prägt, wird fortwährend betont. Am deutlichsten zeigt sich das immer dort, wo mehrere Menschen zugegen sind. Die Firmenfeier, der Hobbykeller, das Restaurant, der Baumarkt &#8211; alle wirken verlassen, die anwesenden Personen distanziert, stumm und peinlich voneinander berührt.</p>
<p>Die Konsequenz, mit der diese Stimmung beibehalten wird, macht die inne Leere der Protagonistin bin zu einem gewissen Grad für den Zuschauer nachvollziehbar. Sie raubt dem Film aber auch erkennbare Höhen und Tiefen, weshalb dem Nachempfinden wenig Mitgefühl folgt. Da niemand glücklich scheint, kann man kaum umhin sich zu fragen, was Nancy von anderen unterscheidet, außer dass sie Gelegenheit erhält, von ihrem Traumata zu berichten. Der sexuelle Kontext, der in expliziten Bildern dargestellt wird, verstärkt das Unbehagen, beweist aber die Reife, keine Grenzen zu überschreiten, die der Ernsthaftigkeit des Themas eher abträglich wären.</p>
<p>Dem Effekt und Subtilität des Films abträglich sind die kurzen Szenen, in denen Nancys erfolglose Therapiesitzungen erzählt werden. Diese wirken aufgesetzt und lassen den gefühlten Tiefgang vermissen, den man vielen anderen so deutlich anmerkt. Da sich diese Momente in Grenzen halten, bleiben sie Stolpersteine.</p>
<div id="attachment_2658" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy03.jpg" rel="lightbox[2651]"><img class="size-full wp-image-2658" title="Ich würde jetzt gerne &quot;Alles in Obi&quot; schreiben und dann das Wort &quot;Psychopath&quot; einbringen, aber dann werde ich wahrscheinlich abgemahnt..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy03.jpg" alt="" width="460" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Ja, in Baumärkten fühle ich mich nach circa 10 Minuten ähnlich...</p></div>
<p>Maria Bello und Rufus Sewell beweisen in Ihren Rollen Mut, Einfühlungsvermögen und schauspielerische Klasse. Erfahren in schwierigen Rollen demontieren sich die beiden Sympathieträger mit einer Selbstverständlichkeit, die man sich von mehr Dramendarstellern wünscht. Kamera, Licht und Ton rangieren eher auf dem Niveau eines Arthaus-Films, versuchen durch dokumentarisch geprägten Stil also die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, machen dabei aber keine schlimmen Fehler.</p>
<p>Keine Wahrheit, keine Erlösung, keine Erkenntnis. DOWNLOADING NANCY lässt den Zuschauer mit dem Gefühl zurück, dass trotz allem etwas fehlt. Ein letzter Baustein, der verstehen macht, wann und auf welche Weise der Entschluss gefallen sein mag, der Nancy an ihr Ende bringt. Damit erreicht der Film genau das Ziel, das er sich (hoffentlich) auf die Fahnen geschrieben hatte. Denn wie man auch eine Geschichte wie diese auflöst &#8211; »zufriedenstellend« kann sie einfach nicht enden.</p>
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		<title>The international.</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 14:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine einfache Methode, nach der sich die Qualität eines actionbetonten Films beurteilen lässt, ist, an welche Szenen man sich nach einigen Wochen oder Monaten noch erinnert. In zweiter Instanz gilt es zu unterscheiden, ob deren Einprägsamkeit aus der Handlung oder lediglich aus der gezeigten Action resultiert. Wie viele Momente aus TERMINATOR 2 bleiben bis heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/03/the-international/"><img class="alignnone size-full wp-image-2646" title="The International" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_1.jpg" alt="The International" width="104" height="155" /></a>Eine einfache Methode, nach der sich die Qualität eines actionbetonten Films beurteilen lässt, ist, an welche Szenen man sich nach einigen Wochen oder Monaten noch erinnert. In zweiter Instanz gilt es zu unterscheiden, ob deren Einprägsamkeit aus der Handlung oder lediglich aus der gezeigten Action resultiert. Wie viele Momente aus TERMINATOR 2 bleiben bis heute unvergessen? Was beeindruckte an ALIENS? Wie detailliert könnte man STIRB LANGSAM nacherzählen &#8211; und wie viel Nacherzählungspotential hatte TRANSFORMERS?</p>
<p><span id="more-2644"></span></p>
<div id="attachment_2647" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_2.jpg" rel="lightbox[2644]"><img class="size-full wp-image-2647 " title="Nur noch ein Augenblick, dann fordert die Bananenschale des Terrors ein weiteres Opfer..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_2.jpg" alt="Nur noch ein Augenblick, dann fordert die Bananenschale des Terrors ein weiteres Opfer..." width="460" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Manchmal kriegt man sie, die Straßenbahn, und manchmal...</p></div>
<p>THE INTERNATIONAL besitzt bestenfalls ein halbes Dutzend erinnerungswürdiger Szenen. Die ersten fünf Minuten, ein späteres Attentat, ein ausuferndes Feuergefecht im Guggenheim-Museum und der Showdown auf den Dächern von Istanbul. Viel mehr bleibt nicht hängen. Jedenfalls nicht von der Geschichte, die den Konspirations-Zug erst auf Volldampf bringt, nur um dann unbemerkt auf einen anderen zu springen, und sich fortan mit durchschnittlicher Actionkost zu begnügen. Warum man Komplexität suggerieren will, wenn man sie später nicht ergründet, bleibt ebenso unverständlich, wie der Plot es auf diese Weise zwangsläufig werden muss.</p>
<p>Versöhnlich stimmen die Hauptdarsteller. Clive Owen und Naomi Watts nudeln zwar ihr Standard-Repertoire herunter, wirken jedoch stilsicher genug, um damit zu überzeugen. Wer die beiden Darsteller mag, bekommt ausreichend Mienenspiel und Eye-Candy geboten, um über die Irrelevanz ihres Handelns hinwegzusehen. Armin Müller-Stahl liefert ebenfalls einen Aufguss von Bekanntem und wirkt stellenweise von Cronenbergs EASTERN PROMISES abgepaust.</p>
<div id="attachment_2648" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_3.jpg" rel="lightbox[2644]"><img class="size-full wp-image-2648 " title="Ihre Erfahrung als Profilerin sagt ihr, dass der Täter schlampig ist, aber lesen kann." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_3.jpg" alt="Ihre Erfahrung als Profilerin sagt ihr, dass der Täter schlampig ist, aber lesen kann." width="460" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Die BILD-Zeitung wegwerfen? Was für ein Unmensch würde so etwas tun?</p></div>
<p>Tom Tykwers THE INTERNATIONAL ist beileibe kein schlechter Film. Er unterhält über weite Strecken souverän und gleicht seine Geschwindigkeit auf interessante Weise dem an, was man vom durchschnittlichen Kinopublikum an einem Samstagabend an Geduld erwarten darf. Heimkinogänger, die mehr Aufmerksamkeit mitbringen, sollten sicherstellen, dass gerade keine vielversprechenderen Alternativen verfügbar sind. Da sich das Genre im vergangenen Jahr nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, kann THE INTERNATIONAL mit der entsprechenden Erwartungshaltung wenigstens als Füllfilm dienen.</p>
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		<title>Frost/Nixon.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 13:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[drama]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie spannend kann ein Film werden, der die Geschichte eines historischen Interviews nacherzählt? Die öffentliche Demontage des berüchtigten Richard Nixon (im Film gespielt von Frank Langella) durch den australischen Showmaster David Frost (Michael Sheen) ist gut dokumentiert, die Hintergründe der relevanten Personen recherchierbar. Eine Dramatisierung scheint somit kaum möglich, ohne Realitätsbezug und Authentizität einzubüßen.

Drehbuchautor Peter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/12/31/frostnixon/"><img class="alignnone size-full wp-image-2638" title="Frost / Nixon" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_0.jpg" alt="" width="104" height="154" /></a>Wie spannend kann ein Film werden, der die Geschichte eines historischen Interviews nacherzählt? Die öffentliche Demontage des berüchtigten Richard Nixon (im Film gespielt von Frank Langella) durch den australischen Showmaster David Frost (Michael Sheen) ist gut dokumentiert, die Hintergründe der relevanten Personen recherchierbar. Eine Dramatisierung scheint somit kaum möglich, ohne Realitätsbezug und Authentizität einzubüßen.</p>
<p><span id="more-2633"></span></p>
<div id="attachment_2635" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_1.jpg" rel="lightbox[2633]"><img class="size-full wp-image-2635" title="Das Wichtigste beim bedeutungsvollen Starren: Nicht ablenken lassen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_1.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Ihr safeword für das Interview ist &quot;Kumbaya.&quot;, my Lord.</p></div>
<p>Drehbuchautor Peter Morgan und Regisseur Ron Howard stellten sich dennoch der Herausforderung, die einleitenden Geschehnisse und die Figuren im Hintergrund näher auszuleuchten. Auch musste das mehrteilige Interview auf eine Länge gekürzt werden, welche die Geduld der Zuschauer nicht übermäßig strapaziert. Dabei der Originalfassung treu zu bleiben, ohne an inhaltlicher wie struktureller Verständlichkeit zu verlieren, ist eine der beachtlichsten Leistungen des Projekts, mit dem Morgen bereits im Rahmen eines erfolgreichen Theaterstücks überzeugte.</p>
<p>Ob das Zielpublikum des Films dies auch zu schätzen weiß, ist kaum zu beurteilen. Man darf davon ausgehen, dass nicht nur Zuschauer angesprochen werden sollten, die Nixons Amtszeit persönlich erlebt und in seinen Niedergang sowie die darauf folgenden Querelen in bewusster Erinnerung haben. Ohne diesen Bezug fällt es aber schwer, emotionalen Zugang zu den Geschehnissen zu finden. Die Verfilmung vermag für sich genommen weder das zugrundeliegende »David gegen Goliath«-Motiv ausreichend zu transportieren, noch eine Intensität aufzubauen, die das Gespräch zu einem echten »battle of the minds« avancieren lässt. Morgans Skript kann dafür nur zum Teil verantwortlich gemacht werden: Aus heutiger Sicht, gemessen an den großen und kleinen politischen Skandalen der letzten beiden Dekaden, erscheint das finale Geständnis wenig dramatisch, geradezu harmlos.</p>
<div id="attachment_2637" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_2.jpg" rel="lightbox[2633]"><img class="size-full wp-image-2637" title="Sie können ihre Fragen ja ablesen, aber wo stehen meine Antworten?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_2.jpg" alt="" width="460" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Ich schwöre Ihnen, ich war SO kurz davor, die Wahrheit zu sagen.</p></div>
<p>Als Film wäre Frost / Nixon also nur wenig sinnvoller als das Theaterstück oder eine waschechte Dokumentation &#8211; wäre da nicht die Darstellerriege. Langella und Sheen, die ihre Rollen bereits in der Bühnenversion verkörperten, aber auch die Darsteller in zweiter Reihe, wie Kevin Bacon und Sam Rockwell, machen die Geschichte emotional greifbar und gleichen somit die Einschränkungen aus. Hier stellt die Nähe der Kamera einen echten Gewinn dar, denn Langellas nuanciertes Spiel &#8211; insbesondere seine Mimik &#8211; erreicht ein geradezu erschreckendes Niveau. In dem Moment des Schweigens, der dem Geständnis folgt, muss man die politische Tragweite seiner Worte nicht mehr verstehen. Es genügt, in sein Gesicht zu blicken, um den menschlichen Aspekt, und somit erst das volle Ausmaß seiner Niederlage, zu begreifen.</p>
<p>Frost/Nixon ist ein akkurat ausgestattetes und sorgfältig inszeniertes Drama mit tollen Darstellern, das die Balance zwischen Fakten und Dichtung effektiv zu halten vermag. Es mangelt mir, um die eingangs aufgeworfene Frage zu beantworten, etwas an Intensität, einer echten Katharsis, um die uneingeschränkte Begeisterung vieler Kritiker teilen zu können. Wer sich davon nicht abhalten lässt, bekommt einen klugen, großartig gespielten Film geboten.</p>
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		<title>Bronson.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/06/bronson-movie-review/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/06/bronson-movie-review/"><img class="alignnone size-full wp-image-2623" title="BRONSON" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson1.jpg" alt="bronson1" width="104" height="148" /></a>Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? Letzteres muss Ziel gewesen sein, was auch &#8211; beginnend im grandiosen Trailer – gerne deutlich gemacht wurde. Doch gerade im Vergleich mit Kubricks Klassiker zeigt sich, welches Dilemma dem Film letztlich echte Relevanz verwehrt.</p>
<p><span id="more-2620"></span></p>
<div id="attachment_2621" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2621" title="&quot;Raten Sie mal welche Stelle ich gestern zu rasieren vergessen habe!&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" alt="Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt." width="460" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt.</p></div>
<p>Charles Bronson, der mit bürgerlichem Namen Michael Petersen hieß, ist zweifellos eine interessante Figur. Von dem ungeklärten, im Film mit dem Wunsch nach Berühmtheit abgehandelten Trieb abgesehen, der einen Mann in solch ein Leben drängt, zeigt sich das Besondere vornehmlich im Detail, wie zum Beispiel dem Umstand, dass Bronson trotz diverser Geiselnahmen und mindestens einem Mordversuch doch kein pathologischer Mörder war. Auf der anderen Seite ist die hohe Gewaltbereitschaft, das rigorose Training kombiniert mit der völligen Missachtung des eigenen, leiblichen Wohlergehens kaum anders als mit einer ordentlichen Psychose zu erklären.</p>
<p>Der bislang eher auf Actionfilme abonnierte Regisseur Nicolas Winding Refn versuchte, diese Mischung aus Gewalt und Irrsinn mit den &#8211; eben auch aus CLOCKWERK ORANGE bekannten &#8211; Elementen zu inszenieren und so beim Zuschauer Faszination für die Figur zu wecken. Ein Voice-Over der Hauptfigur führt durchs Geschehen und gibt Einblicke in das vermeintliche Weltbild des Protagonisten. Bunte Farben und eine historisch korrekte, jedoch stark stilisierte und überspitzte Ausstattung und Garderobe sorgen für den visuellen Verfremdungseffekt. Hinzu kommt noch die bekannte Unterlegung von Gewaltszenen mit einem antithetisch gestalteten und aus zeitgenössischen Songs zusammengestellten Soundtrack.</p>
<div id="attachment_2622" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2622" title="Dieser Raum ist nicht groß genug für mein Ego." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" alt="Im Frühtau, die Berge, sie zieh'n, fallera..." width="460" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Im Frühtau, die Berge, sie ziehn, fallera...</p></div>
<p>All die Zutaten für einen Kultfilm sind also vorhanden, dennoch verkommt das Ergebnis trotz brillanter Theater-Einlagen, in denen Bronson in Clown-Maske die Episoden seines Lebens anmoderiert, zu reiner Unterhaltung. Ein richtiges Erschrecken, die Nachhaltigkeit eines echten Konventionsbruchs, die innerliche wie gesellschaftliche Kontroverse einer wahrlich provokanten Vision, will sich nicht so recht einstellen. Somit ist BRONSON gerade durch den Mangel an Eindruck, den er in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 hinterlassen wird, ein Kommentar auf den kulturellen und sozialen Zustand unserer Gesellschaft, und sollte uns durchaus zu denken geben.<br />
Für sich genommen ist der 90-Minüter aber nur ein leicht befremdlicher, sporadisch kreativer Spaß mit einigen tollen Einfällen, interessanter Optik und einem Hauptdarsteller, der mit seinem Spiel im Alleingang transportiert, was das Drehbuch vergeblich zu vermitteln versucht.</p>
<p>Wer Tom Hardy, unsere aktuelle Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiederbelebung des MAD MAX Franchise, in absoluter Höchstform sehen will, kommt an BRONSON nicht vorbei. Wer sich ernsthaft für die Person Michael Petersen interessiert, wird gut unterhalten, schlussendlich aber enttäuscht.</p>
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