Schließt ein waschechter Gute-Laune-Film eine erwähnenswerte Handlung aus? Im Falle von RADIO ROCK REVOLUTION aka THE BOAT THAT ROCKED aka PRIATE RADIO, ist die Antwort ein klares »Ja«. Die Geschichte, wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte, ist kaum der Rede wert: Eine Gruppe charismatischer Chaoten betreibt auf hoher See einen Piratenradiosender, dessen Treiben die stockkonservativen Regierungsvertreter, allen voran Sir Alistair Dormandy (Kenneth Branagh) und sein Lakai Twatt (Jack Davenport), mit allen Mitteln Einhalt gebieten wollen.
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Man stelle sich vor, der Drehbuchautor von TAXI DRIVER hätte sich einer geradlinigen Rachegeschichte angenommen, die in bester Pulp-Manier verfilmt worden wäre, somit Quentin Tarantino begeistert* und Bonnie Prince Billy inspiriert hätte – und dann vollkommen in Vergessenheit geriet. So geschehen im Fall von ROLLING THUNDER. Der 1977er Film mit William Devane und einem erschreckend jungen Tommy Lee Jones gilt als verschollene Perle seiner Zeit, und ist aktuell bestenfalls noch gebraucht oder in eingestaubten Wühltischen aufzufinden.
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Wohlwollende Kritiken sind langweilig. Besonders, wenn man beim besten Willen nichts Negatives findet, das eine explizite Erwähnung rechtfertigt. Deshalb halten wir es heute kurz: OBEN ist ein süßer und überraschend lustiger Film, der mit einem ruhigen Anfang und einigen melancholischen Momenten erzählerisch mehr wagt, als man von kinderfreundlichen Animationsfilmen gewohnt ist – und sich gerade dadurch von den anderen, nicht minder gelungenen Pixar-Produktionen abhebt. (Schon aufgefallen, wie sich die Wortwahl meiner Rezensionen in letzter Zeit zunehmend an den Filminhalt angleicht? Cool, nicht?)
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Von wegen seicht:
Durchschifft man die breiten Gewässer der Agentenparodien, tun sich Abgründe auf, gegen die ist der Marianengraben kaum mehr als ein Loch auf einer Minigolfbahn. Leider nur was die Qualität betrifft. Von “halbwegs witzig” über “bemüht, aber nett”, bis hin zu AUSTIN POWERS reicht die Kette, in der sich nur wenige echte Perlen finden lassen.
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Wie heißt es so schön? »Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd?« Pfeifendeckel! Treffender wäre: »In Tirol dreht gleich ein Gastwirt hohl« – jedenfalls wenn eine neugierige Göre auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin auf ein wohl gehütetes Geheimnis stößt.
Aber fangen wir von vorne an:
Nach den Ereignissen im Vorgänger lebt die junge Nina (sehr blond, aber auch sehr ernst: Sabrina Reiter) in Wien, wo sie die grausamen Ereignisse zu vergessen versucht, die sie vor eineinhalb Jahren einen guten Teil ihrer Schulkameraden kostete (Sommerschlussverkauf bei H&M? Fast.). Diese Ereignisse haben mit der Leiche zu tun, die zu Filmbeginn aus einem See gezogen wird, und deren Entdeckung bei Nina unliebsame Erinnerungen wieder aufwühlt.
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Eine abgelegene Radiostation, an einem kalten, von heftigem Schneetreiben verdunkelten Morgen. Der in die Jahre gekommene, durch seinen provokanten Stil unbequem gewordene Radiomoderator Grant Mazzy beginnt seine Sendung mit der üblichen, öden Verlesung lokaler Nachrichten, als ein live zugeschalteter Verkehrsreporters beunruhigende Beobachtungen übermittelt. Eine Menge aufgebrachter Menschen scheint sich versammelt zu haben und die Gegend zu durchstreifen, zudem ist von seltsamen Anfällen die Rede, von sich ununterbrochen wiederholenden Rufen und gewalttätigen Ausschreitungen. Angeblich sollen sogar Militär und Polizei bereits auf der Bildfläche erschienen sein. Während das kleine Team um Grant noch versucht, die Berichte zu verifizieren, verschärft sich die Lage dramatisch. Bald wird deutlich, dass man zwar von der Außenwelt abgeschnitten ist, nicht aber von dem, was den eigenartigen Infekt überträgt: Sprache.
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Großstadt-Teenager Jamie (Alastair Mackenzie) steht mit einem Bein in der Gosse. Er lebt mit seiner älteren, kaum lebensfähigen Schwester in einem kleinen, miesen Appartement in einem der Wohnblockghettos am Rande von Edinburgh. Kein Job, keine Perspektive, keine Zukunft jenseits der nächsten, verzweifelt durchfeierten Party.
Als er erfährt, dass seine Schwester bis zum Hals in Schulden steckt, die sie in unmittelbarer Zukunft durch Drogenschmuggel abarbeiten soll, macht sich blanke Verzweiflung in ihm breit. Da kommt das Angebot, das er unvermittelt auf einer Restauranttoilette von zwei gelackten Bankern (Dougray Scott und Alastair Mackenzie) erhält, gerade recht: Wenn er es schafft, sich eine ganze Nacht vor Ihnen zu verstecken, ohne dass sie ihn kriegen, erhält er als Belohnung exakt jene Summe, die er braucht. Widerwillig und mangels Alternativen nimmt er an. Dass die Sache nicht koscher und die Übereinstimmung von aktuellen Umständen und versprochener Summe verdächtig ist, wird ihm in ihrem vollen Ausmaß wieder bewusst, als er wirklich versteht, was die beiden mit »kriegen« eigentlich meinen.
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Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor langer Zeit voneinander entfremdet haben. Dieser ist mittlerweile ein einflussreicher Geschäftsmann und hat sich kürzlich im Rahmen einer Filmproduktion wieder in der Gegend niedergelassen.
Was Robicheaux jedoch viel mehr aus der Bahn wirft, ist das in eine schwere Eisenkette verstrickte Skelett, das bei Dreharbeiten zu besagtem Film im selben Sumpf gefunden wird, denn es erinnert ihn an ein ungesühntes Verbrechen, dass er in seiner Jugend bezeugte. Als ihm auch noch ein konföderierter General der amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Visionen erscheint, begibt sich Robicheaux allmählich in ein Zwielicht, in dem sich ihm zwar wichtige Hinweise erschließen, in dem er aber auch Gefahr läuft, Selbstkontrolle und Realitätsbezug zu verlieren.
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Eine britische Strafkolonie am Ende der Welt, dem hintersten Winkel Australiens, im Jahre 1882. Hier gibt es keine Zäune, keine Gitter, keine Wände. Flucht ist möglich, aber sinnlos, denn die umliegenden, tiefen Wälder ersticken jeden Gedanken an ein Entkommen im Keim. Das gespenstisches Rauschen der Zweige, das Plätschern der eisigen Bäche und die gezackten Buckel der Berge, auf denen sich die Stämme endlos drängen, lässt Männer verstummen und Hoffnungen erstarren.
Und dennoch: Acht begehren auf. Acht Sträflinge überwältigen eines tristen Morgens beim Baumfällen ihren Aufseher und flüchten, zufällig von weiteren Wachen entdeckt, in kopfloser Hast in den Urwald. Abseits der geplanten Route, ohne Verpflegung, schützende Kleidung und Fauna, die es zu jagen lohnt, wird den Mannen bald bewusst, welches Schicksal ihnen blüht. Und dass, damit auch nur einer die nächste Siedlung erreichen kann, Opfer erbracht werden müssen.
Erbracht – oder erzwungen.
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Lars (Jens Andersen) ist Lastwagenfahrer und voller Hass. Seine Wut und seine Frustration ventiliert er mit Hilfe von Gewalt, Alkohol und Rassismus, zum Beispiel gegenüber dem Bosnier Alain, der in dem kleinen, dänischen Dorf, in dem auch Lars lebt, das Trauma des Verlust seiner Familie zu verschmerzen versucht.
Johannes (Lasse Rimmer) ist Anwalt und Lars Bruder. Er hat kürzlich das Familienanwesen in seinem Heimatdorf bezogen, um seiner Frau Pernille und seinen Kindern die Idylle zu bieten, die er selbst in seiner Jugend so liebte. Mit seinem Bruder spricht er nicht mehr, dafür freundet er sich mit Alain an, der ihm dabei hilft, den umfangreichen Garten auf Vordermann zu bringen.
Als Lars eines morgens die Frau des ehemaligen Bürgermeisters und Bürgerwehrleiters anfährt, schiebt er den Unfall mit einer gekonnten Intrige Alain in die Schuhe. Als die Leiche gefunden und das laufende Volksfest unterbrochen wird, steht für die alkoholisierte, aufgebrachte Menge schnell der Schuldige fest.
Da die Situation bereits im Bierzelt außer Kontrolle gerät, jedoch kein Ordnungshüter in der Nähe ist, schafft Johannes Alain kurzerhand in seine Wohnung. Der Akt der Vernunft und Nächstenliebe hat tragische Konsequenzen. Die Meute folgt dem Anwalt bis zu seinem Haus.
Kurz darauf fallen die ersten Schüsse.
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