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	<title>The Midnight Screening &#187; action</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>13 Assassins</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 13:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Takashi Miike ist ein Regisseur, dessen Werk sich mir nicht erschließt. Von THE AUDITION mehr irritiert als begeistert und vom berüchtigten ICHI &#8211; THE KILLER klar unterwältigt, schloss ich mich um die Jahrtausendwende dankbar jenen an, die ihn und seine Filme in die Trash-Ecke schoben und von da an ignorierten. Alle paar Jahre mäanderte Miike [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2012/01/06/13-assassins/"><img class="alignnone size-full wp-image-4045" title="13 Assassins" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/13-Assassins.png" alt="" width="310" height="450" /></a></p>
<p>Takashi Miike ist ein Regisseur, dessen Werk sich mir nicht erschließt. Von THE AUDITION mehr irritiert als begeistert und vom berüchtigten ICHI &#8211; THE KILLER klar unterwältigt, schloss ich mich um die Jahrtausendwende dankbar jenen an, die ihn und seine Filme in die Trash-Ecke schoben und von da an ignorierten.<br />
<span id="more-4044"></span><br />
Alle paar Jahre mäanderte Miike wieder in meinen persönlichen Wahrnehmungsbereich, blieb dort aber selten lange genug, um Eindruck zu hinterlassen. Mit 13 ASSASSINS kann ich nun endlich einmal in die Lobeshymnen seiner treuen Fans einstimmen, denn auf seine Weise lässt dieser schmutzige, kleine Actionfilm selbst hoch budgetierte Genreverwandte wie RED CLIFF im Regen stehen.</p>
<p>Dass 13 ASSASSINS nicht allein vom Namen her an Kurosawas 7 SAMURAI erinnert, kann als Randnotiz vermerkt werden, spielt aber kaum eine Rolle. Misst man den Film an seiner Handlung &#8211; der Rekrutierung einer Gruppe ungleicher Gefährten für eine spezifische Mission (oft ein Himmelfahrtskommando), sowie die Durchführung eben dieser &#8211; werden noch weitaus mehr Vergleiche evident. Kurosawas Meisterwerk hat viele Nachfolger “inspiriert”, von dem direkten Remake DIE GLORREICHEN SIEBEN über Klassiker wie DAS DRECKIGE DUTZEND bis hin zu moderneren Ablegern wie OCEAN’S ELEVEN. Filme dieser Art werden stets große Ähnlichkeiten aufweisen, in so reduzierter Form wie hier aber auch immer die Ausnahme, und somit etwas Besonderes, bleiben.</p>
<p>Was am deutlichsten ins Auge fällt, ist, wie gut Miike hier seine Vorliebe für Schmutz und Abart unter Kontrolle hat. Sei es, wie er das Abgründige einsetzt, um den Antagonisten fast ohne dessen schauspielerisches Zutun in kürzester Zeit zum personifizierten Bösen aufzubauen, oder, wie er seine Helden durch Regen, Schmutz und Blut jagt, bis der unleugbare Pathos fast bis zur Unkenntlichkeit verkrustet ist &#8211; in 13 ASSASSINS regiert die Rohheit. Hier läuft niemand über Baumwipfel, hier durchschneiden keine Schwerter den herab fallenden Regen. Keine übermenschlichen Krieger kampftanzen auf Berggipfeln und Seen gegeneinander, und wenn der Tod bedeutungsschwer zelebriert wird, dann dort, wo Kultur und Geschichte dies verlangen.</p>
<p>Diese geradezu pragmatische Herangehensweise, die sich auch im Casting bemerkbar macht, lässt den Film viel erfrischender und kreativer wirken, als er eigentlich ist. Die Handlung bleibt banal, ihre Entwicklung bis zum Ende vorhersehbar. Es gibt kaum Überraschungen, weder in Zusammenstellung und Interaktion der Figuren noch in der Inszenierung. Dennoch bleibt das Ergebnis stets spannend und weist deutlich weniger Längen auf, als man bei verfilmten Legenden sonst erdulden darf.</p>
<p>13 ASSASSINS ist keine Filmkunst, keine Hochkultur, aber eine verdammt unterhaltsame Heldenmär, die in ihrer Einfachheit überzeugt und dabei niemals langweilt. Für Asia-Fans durchaus zu empfehlen.</p>
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		<title>Green Hornet</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 13:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein in diesem Blog zuletzt recht inflationär verwendeter Begriff ist „sympathisch“. Daran sind die besprochenen Filme sicher nicht unbeteiligt, denn Mittelmaß verdient nun mal nicht mehr. Trotzdem wäre es angemessen, das Wort vorerst zu meiden, und sei es nur, um konkretere Aussagen zu erzwingen. Bei GREEN HORNET fällt das jedoch schwer, denn kein anderes Wort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/17/green-hornet/"><img class="alignnone size-full wp-image-4003" title="Green Hornet" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/Green-Hornet.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Ein in diesem Blog zuletzt recht inflationär verwendeter Begriff ist „sympathisch“. Daran sind die besprochenen Filme sicher nicht unbeteiligt, denn Mittelmaß verdient nun mal nicht mehr. Trotzdem wäre es angemessen, das Wort vorerst zu meiden, und sei es nur, um konkretere Aussagen zu erzwingen. Bei GREEN HORNET fällt das jedoch schwer, denn kein anderes Wort beschreibt diesen Film besser.</p>
<p><span id="more-4002"></span>Klar, IRON MAN war ebenso sympathisch, in erster Linie dank Robert Downey Jr. Wenn ich nun aber sage, dass GREEN HORNET wie ein IRON MAN mit weniger Budget und spektakulären Effekten, sowie ohne Downey Jr, ist, will ihn dann noch jemand sehen? Nein, also lassen wir das. Auch ein Vergleich mit Spider-Man und Co ist müßig, denn kaum ein Blockbuster verzichtet auf coole Sprüche und comic relief.</p>
<p>Wie also unterscheidet sich GREEN HORNET von seinen Genrekollegen? Was macht ihn sehenswert, wenn die ganz großen Namen und Effekte fehlen? Die Antwort ist banal: Die Tatsache, dass es im Kern kein Superheldenfilm ist.</p>
<p>Seth Rogen, der hier die Hauptrolle spielt, kann seinen Kollegen in Charme und Chuzpe nicht das Wasser reichen, obwohl er mal wieder spielt, was er am besten kann – den Taugenichts. Da er am Drehbuch beteiligt war, muss man ihn dafür auch nicht in Schutz nehmen. Projektionsfläche für die Zuneigung der Zuschauer ist ohnehin Jay Chou, der den bescheidenen, jedoch überaus talentierten Mechaniker spielt, der als Sidekick von GREEN HORNET letztlich dessen Handlungsfähigkeit gewährleistet. Dass Anti-Bruce-Wayne Rogen ohne seine Hilfe keine 2 Minuten überleben würde, macht Chou zum stillen Star des ungleichen Gespanns.</p>
<p>Es ist die Gegensätzlichkeit dieser beiden Protagonisten, die den Film letztlich sehenswert macht. Action und Humor ziehen ihre Energie zum größten Teil aus der Dynamik des Duos, so dass man beinahe den Eindruck erhält, der Film würde auch ohne einen Bösewicht oder eine dramatische Rahmenhandlung gut funktionierten. Dass Christoph Waltz den Antagonisten stellt, bleibt dennoch ein massiver Mehrwert. Zum einen bringt er seinen größtenteils lächerlichen Sprechtext gut an den Mann und kann so tatsächlich einige Lacher für sich verbuchen. Zum anderen hat er mit INGLORIOUS BASTERDS bewiesen, wie souverän er eine Nebenrolle aufzuwerten versteht.</p>
<p>Als kleinen Bonus gibt es noch Cameron Diaz und Edward James Olmos, die zwar nichts Wesentliches zum Gesamtbild beitragen dürfen, aber wenigstens zu gefallen verstehen. Was weniger gefällt, sind die sporadischen, überflüssigen Ausbrüche von Gewalt, die in späteren Szenen heftiger inszeniert wurde, als in einem solchen Film angemessen scheint. Der Verfremdungseffekt schadet dem Gesamtbild nicht wesentlich, kindgerecht ist das Ergebnis trotzdem nicht.</p>
<p>Wer GREEN HORNET als Superheldenfilm begreifen möchte, sollte bereit sein, seine Erwartungen an die Konventionen des Genres etwas hintenan zu stellen. Wer sich (ergänzend oder ersatzweise) auf eine Buddy-Komödie einstellt, kommt voll auf seine Kosten. GREEN HORNET ist kein Film, der das Genre bereichert, aber ein großer Spaß, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.</p>
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		<title>The A-Team</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 13:54:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Daseinsberechtigung hat ein Film wie DAS A-TEAM? Ein Film, der auf einer Serie basiert, die fast 30 Jahre auf dem Buckel hat. Eine Serie, die damals ein Millionenpublikum erreichte, angeblich noch heute Kinder und Jugendliche begeistert und bei vielen, mittlerweile erwachsenen Fans Kultstatus genießt. Was darf man erwarten, womit muss man leben, wie gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/11/27/the-a-team/"><img class="alignnone size-full wp-image-3996" title="The-A-Team" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/The-A-Team.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Welche Daseinsberechtigung hat ein Film wie DAS A-TEAM? Ein Film, der auf einer Serie basiert, die fast 30 Jahre auf dem Buckel hat. Eine Serie, die damals ein Millionenpublikum erreichte, angeblich noch heute Kinder und Jugendliche begeistert und bei vielen, mittlerweile erwachsenen Fans Kultstatus genießt. Was darf man erwarten, womit muss man leben, wie gut kann er sein?<br />
<span id="more-3940"></span></p>
<p>Für mich persönlich ist das A-TEAM das, was für andere KNIGHT RIDER, MAGNUM oder MIAMI VICE war: eine mit Nostalgie schwangere Erinnerung. Eine Serie, die sich ins kollektive, popkulturelle Gedächtnis meiner Generation eingebrannt hat, und deren Darsteller ebenso wenig austauschbar scheinen wie das unerreichbare Dreigespann Kirk / Spock / Pille. Die Protagonisten jener Serien waren keine James Bonds, der alle paar Jahre gewechselt wird. Sie waren eine Instanz, eine unveränderliche Größe, kurz gesagt: sie waren zuverlässig.</p>
<p>Was aber noch viel wichtiger ist: Das A-TEAM war eine jener Serien, deren Naivität dem Star-Trek-Universum in Nichts nachstand. Eine Serie, wo viel geschossen und nie gestorben wurde, und das Gute im Menschen immer gewann. Doch genau in dieser Naivität steckt ein wesentliches Problem, mit dem jede Neuinterpretation konfrontiert ist: Was kann ein A-TEAM-Film heute, wo eben jene brachiale Harmlosigkeit selbst einem Teenager befremdlich scheint, noch an den Tisch bringen?</p>
<p>Der Reboot von STAR TREK hat bereit bewiesen: Es geht schon irgendwie. Selbst eine modernisierte Neuauflage, die sich gezwungenermaßen vom naiven Charme und sympathischen Kitsch des Originals verabschieden muss, kann Spaß machen, ohne das Erbe zu schänden. Nichtsdestotrotz: Wo ein zur Kindheitserinnerung mutierter Franchise wieder im Sinne seiner Definition gebraucht wird, nämlich um Geld zu verdienen, macht sich schnell Unbehagen breit. Und so lohnt es sich, vom kulturellen Selbsterhaltungstrieb Abstand zu nehmen und dem Ganzen so unvoreingenommen wie möglich entgegen zu treten.</p>
<p>Wem dies gelingt, der wird ohne Widerwillen zugeben können, dass das Kunststück einmal mehr  gelungen ist. DAS A-TEAM hat den Sprung geschafft, moderne, aufwändig inszenierte Action zu liefern, ohne die Unschuld des Originals dabei einzubüßen. Die Wärme, die Harmlosigkeit, der Kameradschaftsgeist und vor allen Dingen der Humor sind erhalten geblieben, und werden von der exzellenten Besetzung rückhaltlos getragen. Es ist ein Film geworden, den man sowohl mit nostalgischer Freude genießen als auch 12-Jährigen Jungs zeigen kann, ohne Gefahr zu laufen, sich oder sie zu langweilen.</p>
<p>Natürlich bleiben George Peppard, Dwight Schultz, Mr. T und Dirk Benedict unersetzbar. Liam Neeson, Sharlto Copley, Quinton Jackson und Bradley Cooper leisten aber verdammt gute Arbeit, die Figuren zu modernisieren, ohne deren jeweiliges Wesen aus den Augen zu verlieren. Es ist das erste Mal, dass ich den Darstellern glaube, wenn Sie in Interviews behaupten, als Kind selbst Fan des Originals gewesen zu sein, denn was hier zu sehen ist, geht deutlich über Dialogzeilen hinaus. Das selbe gilt für Regisseur Joe Carnahan, der, glaubt man eben solchen Einspielern, neben den handwerklichen Fähigkeiten vor allem die richtige Stimmung ans Set brachte, unter der ein solcher Film entstehen muss.</p>
<p>Aus der Rolle fällt allein Jessica Biel, die in der Runde großer Jungen eigenartig deplatziert wirkt. Da überrascht das Geständnis, sie habe nie eine Folge der Serie gesehen, kaum noch. Glücklicherweise ist sie die meiste Zeit selbst nur Zuschauer. Besonders deutlich wird die Bedeutungslosigkeit ihrer Rolle in einer Szene, in der sie auf einem Bildschirm beobachtet, wie sich das Team aus einem geklauten Militärflugzeug rettet, das unter Beschuss automatischer Drohnen steht. Ihre Figur ist immer noch ein Teil des Moments, aber sie interessiert nicht.</p>
<p>Diese Szene kann auch als Beispiel dafür dienen, wie das A-TEAM heute funktioniert. Leider wurde sie schon in einem Trailer verraten und wird viele deshalb nicht mehr so beeindruckt haben wie mich. Es genügt zu sagen, dass die Action so haarsträubend unrealistisch ist, dass man sich eigentlich nur mit breitem Grinsen zurück lehnen kann.</p>
<p>Knackige Action, ein paar absurde Stunts, tolle Effekte und vor allem viel Herz und Humor. Wenn es einen Film gibt, der Männer meines Alters mit Reboots klassischer Serien versöhnen sollte, dann diesen.</p>
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		<title>Toy Story 3</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 11:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer kann schon von sich sagen, gerne manipuliert zu werden? Dabei existiert kaum ein Medium, seien Geschichten, Bilder oder Musik, das es nicht zumindest versucht. Besonders Kinderfilme machen keinen Hehl daraus, was sie erreichen möchten. Über die Schauwerte und Schenkelklopfer hinaus sind sie meist einfach gestrickte Erzählungen mit einer klaren Botschaft und kindgerechten Lebensweisheiten. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/11/06/toy-story-3/"><img class="alignnone size-full wp-image-3951" title="ToyStory3" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/ToyStory3.png" alt="" width="310" height="439" /></a></p>
<p>Wer kann schon von sich sagen, gerne manipuliert zu werden? Dabei existiert kaum ein Medium, seien Geschichten, Bilder oder Musik, das es nicht zumindest versucht. Besonders Kinderfilme machen keinen Hehl daraus, was sie erreichen möchten. Über die Schauwerte und Schenkelklopfer hinaus sind sie meist einfach gestrickte Erzählungen mit einer klaren Botschaft und kindgerechten Lebensweisheiten. Und das ist auch gut so.<br />
<span id="more-3942"></span><br />
Viele Kritiken fragen deshalb nicht unbegründet nach dem Nutzwert jener Filme für das erwachsene Publikum. Man betont oder bemängelt Tiefe oder Sympathiegehalt der Figuren, die Qualität der Animationen, den subversiven/generischen Humor oder die quirlige/dröge Inszenierung. Nicht Zutreffendes bitte streichen.</p>
<p>Damit werden diese Kritiken ebenso vorhersehbar und manipulativ wir ihr Thema. Oftmals lesen sie sich sogar ähnlich öde und aussagelos wie die eher ermüdenden Genrebeiträge. Wir hinterfragen das nicht, denn wir sind es gewohnt. Wir lassen es geschehen und scrollen zum Fazit. Auch das ist okay. Aber spannend findet das niemand.</p>
<p>Kann man diese Strukturen und Mechanismen hinter sich lassen? Besonders wenn es der Film, um den es geht, selbst nicht wagt? Wo kann eine Kritik subversiv und anarchistisch sein, ohne zu verkennen, was Ziel und Zweck solcher Filme sind? Kohle machen, Kinderlachen, ein bisschen Kunst und ein paar Kalauer &#8211; wo soll ein Film wie TOY STORY 3 überraschen, wenn wir mittlerweile ein UP, ein WALL-E, einen NEMO und eine CORALINE haben?</p>
<p><strong>Also das übliche…</strong></p>
<p>Technisch beeindruckt TOY STORY 3 nicht besonders. Sicher, seit dem ersten Teil hat sich viel getan und man bemerkt Verbesserungen an jeder Ecke. Doch der Fokus liegt &#8211; völlig zu Recht &#8211; auf den Figuren, und diese haben sich nicht wesentlich verändert. Hier haben andere Animationsfilme allein aufgrund ihrer frischeren Ideen und des unverbrauchten Charakterdesigns die Nase vorn. Liebevoll gestaltet ist alles &#8211; imposant wenig.</p>
<p>Konzentriert man sich auf die einfache, aber bewegende Handlung, fallen deshalb weniger die Animationen auf, als die zahlreichen Referenzen, Inspirationsquellen und altbekannten Motive. Kurz: Man merkt der Geschichte deutlich an, wo sie herkommt, und kann leicht erahnen, wo sie hin möchte. Zyniker dürfen hier von Vorhersehbarkeit sprechen. Ob diese in einem Film mit einer derart jungen Zielgruppe ernsthaft eine Rolle spielt, darf jedoch angezweifelt werden &#8211; zu viele seiner Artgenossen wären genauso schuldig.</p>
<p>TOY STORY 3 möchte, was alle Filme wollen. Er will eine Resonanz bei seinem Publikum erwirken, und zwar bei allen, Groß und Klein. Was man auch von TOY STORY 3 mitnehmen möchte, sei es ein emotionaler Knuff, ein kleiner Denkanstoß für das eigene Leben, eine wichtige Botschaft für das Kind oder schlichtweg Unterhaltung -  mit leerem Herz geht hier niemand heim. Und das ist es, worauf es letztlich ankommt.</p>
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		<title>Attack the Block</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 11:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar unsympathische Kids &#8211; Entschuldigung, Gangster &#8211; bezeugen auf nächtlichem Raubzug in ihrem Wohnblock den Absturz eines Außerirdischen. Mit Abstürzen bestens vertraut und nach dem ersten Schreck wenig von dem schleimigen Vieh beeindruckt, packen sie den Gremlin ein und ziehen weiter. Kurz darauf treffen dessen missgelaunte Kumpel ein, und zwar im Dutzend. Wieder erschrocken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/11/05/attack-the-block/"><img class="alignnone size-full wp-image-3931" title="attack-the-block" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/attack-the-block.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Ein paar unsympathische Kids &#8211; Entschuldigung, Gangster &#8211; bezeugen auf nächtlichem Raubzug in ihrem Wohnblock den Absturz eines Außerirdischen. Mit Abstürzen bestens vertraut und nach dem ersten Schreck wenig von dem schleimigen Vieh beeindruckt, packen sie den Gremlin ein und ziehen weiter.</p>
<p><span id="more-3929"></span>Kurz darauf treffen dessen missgelaunte Kumpel ein, und zwar im Dutzend. Wieder erschrocken, aber immer noch von der unterschwelligen Vertrautheit dieser Vorgänge ermutigt, wappnen sich die Kinder für den Kampf. Als die prolligen und die wolligen kleinen Monster aufeinanderprallen, wird schnell deutlich, dass es kein Heimspiel für die Schlabberhosen wird.</p>
<p>Was folgt, sind 80 actionreiche, mit frechen Sprüchen und ordentlich Situationshumor aufgepeppte Minuten, in denen viel geschrien, gerannt und gekämpft wird. Da wundert es auch kaum, dass kein Erwachsener eingreift. Kinder sind nun mal Kinder, und der Unterschied zum normalem Leben in dieser Gegend nur mit der Lupe zu entdecken.</p>
<p>Da im Publikum aber auch noch andere Menschen sitzen, packt man genrekonform noch eine hübsche, zierliche aber letztlich äußerst taffe junge Frau mit ins Geschehen. Den ebenso obligatorischen Comic Relief übernimmt Nick Frost, der diesmal noch ein wenig fetter und schmieriger sein darf, aber immer für ein paar Lacher gut ist und doch irgendwie nett wirkt. Wie macht er das bloß?</p>
<p>Die Gratwanderung zwischen notwendiger Naivität und befremdlicher Verharmlosung gelingt dabei überwiegend gut. Wahl und Zeichnung der Charaktere erlauben ein Ausklammern der unbehaglichen Aspekte des Milieus, ohne aber völlig zu verdrängen, wie das Leben der Protagonisten normalerweise aussieht. Dies ist sowohl für die Geschichte und das Setting an sich, vor allem aber auch in diesem Genre unbedingt notwendig, um die erforderliche Leichtigkeit nicht zu verlieren.</p>
<p>ATTACK THE BLOCK ist eine Hommage an die Monsterfilme der 80er und 90er-Jahre, deren Flair er recht erfolgreich in die Neuzeit transportiert. Er ist aber auch ein Abklatsch der Monsterfilme der 80er- und 90er-Jahre, die heute niemanden mehr vom Hocker reißen. Am Ende sind die Kids sympathischer, der Wohnblock noch ein wenig schmutziger, und ansonsten alles beim Alten. Kann man sich das ansehen? Joah. Muss man das ansehen? Neee.</p>
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		<title>Red State</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 10:27:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[1994 drehte ein bis dahin praktisch unbekannter Regisseur einen Film über zwei Taugenichtse, die in benachbarten Läden arbeiteten und den ganzen Tag damit verbrachten, Unsinn zu reden, sich mit ihren neurotischen Kunden anzulegen und jeder Art von Verantwortung tunlichst aus dem Weg zu gehen. Die Dialoge waren frech, die Witze kompromisslos und jede zweite Szene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/10/15/red-state/"><img class="alignnone size-full wp-image-3903" title="Red State" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/redstate1.png" alt="" width="310" height="440" /></a></p>
<p>1994 drehte ein bis dahin praktisch unbekannter Regisseur einen Film über zwei Taugenichtse, die in benachbarten Läden arbeiteten und den ganzen Tag damit verbrachten, Unsinn zu reden, sich mit ihren neurotischen Kunden anzulegen und jeder Art von Verantwortung tunlichst aus dem Weg zu gehen. Die Dialoge waren frech, die Witze kompromisslos und jede zweite Szene perfekt zitierbar.<br />
<span id="more-3892"></span><br />
Der Film hieß CLERKS, war mit Minimalbudget in Schwarzweiß gedreht worden und avancierte aus dem Stand zum Kultfilm. Plötzlich hatte Kevin Smith, der in seinem Film auch eine Nebenrolle spielte und in dem Laden, der als Hauptschauplatz diente, nebenbei jobbte, eine Karriere. Es folgten weitere Filme, Comics, Stand Up Comedy und eine treu ergebene Fangemeinde, die von dem Slacker-Humor kaum genug bekommen konnte, sei es wegen dessen unverblümter Obszönität, oder weil die Narben, die der Tod von Kurt Cobain hinterlassen hatte, immer noch schmerzten. Die endlosen, authentisch klingenden Gespräche über Filme, Frauen, Drogen und Sex in CLERKS und Smiths nachfolgenden Werken waren genau der Balsam, den diese Generation brauchte &#8211; eine neue Art von Unbeschwertheit, die eine Rebellion ersetzte, ohne echten Einsatz zu erfordern.</p>
<p><strong>Geburtsort New Jersey, unbekannt verzogen</strong></p>
<p>12 Jahre später drehte Kevin Smith CLERKS 2. Der große Durchbruch mit DOGMA lag bereits einige Jahre zurück, die Smith-Euphorie war spürbar abgeebbt, und so richtig wollte der New Jersey Humor auch nicht mehr ziehen. Smith teilte plötzlich das Schicksal vieler Vorreiter: Er war von eben jenem Trend, den er mit erschaffen und wesentlich geprägt hatte, überholt worden. Obszönität war längst salonfähig geworden, schlimmer noch, Mainstream, und für die Art von Dreistigkeit, die jetzt noch provozierte, war Smith einfach zu smart, und vielleicht auch etwas zu erwachsen.</p>
<p>Dabei war er an seinem Schicksal keinesfalls unbeteiligt. Mit Filmen wie JAY &amp; SILENT BOB STRIKE BACK hatte er seine eigenen Kreationen gründlich totgeritten. Was als Gimmick in einem flapsig zusammen geschusterten Indie-Streifen hervorragend funktionierte, verlor unter der Last einer aufwändigeren Produktion und mangels Entwicklung erst seinen Charme, dann jegliche Authentizität. Dass Smith gleichzeitig begann, Material aus seinem StandUp-Programm in seinen Filmen aufzuwärmen, und sich somit wiederholt selbst zu zitieren, half dabei wenig. Selbst der solide ZACK &amp; MIRI MAKE A PORNO konnte nicht mehr richtig an jene alte Unbeschwertheit anknüpfen, vom viel getadelten COP OUT ganz zu schweigen. Smith war nicht mehr Indie, nicht mehr Kult, er war “der fette Typ in Stirb Langsam 4, der im Keller seiner Mutter wohnt und einen auf Hacker macht” (kein Zitat).</p>
<p>Was bleibt, sind Trümmer. Heute findet man neben erbitterten und verbitterten Fans deshalb auch jene, die sich fragen, welche Bedeutung Smith noch haben kann, nun da alles an den Tisch gebracht worden scheint, was er in petto hatte. Ehemalige Fans vielleicht, über die Jahre kritisch geworden, die Smiths Arbeit heute kaum mehr etwas abgewinnen können. Leute, die auf gewisse Weise älter geworden sind als der verschmitzte Schelm, der &#8211; wie jeder intelligente Mensch &#8211; tunlichst kaschiert, wie viel Furcht ihm manche Menschen bereiten.</p>
<p>Solange man Smith aber zugesteht, dass seine Arbeit einmal Relevanz hatte, einen unverkennbaren, eigenen Stil, muss man sich fragen, was es war, das seine Werke so einzigartig machte. Die Antwort darauf ist einfach. Es war nie das “Was”, sondern immer das “Wie.” Es war die Sichtweise eines Mannes, der trotz aller Klarsicht immer Kind geblieben ist, einem Geek aus Leidenschaft, der vor dem Leid der Welt flüchten und es manchmal auch banalisieren muss, um nicht an ihm zu zerbrechen. Der angesichts der Mentalitäten, die vor der eigenen Haustür lauern, ein gewisses Grauen nicht verbergen kann.</p>
<p><strong>Und dann kam das Grauen</strong></p>
<p>Wer nicht bereits zu dieser Erkenntnis gelangt ist, wird sie vielleicht bei RED STATE haben, denn was man auch über Smiths Ausflug ins Horror-Genre denken mag, eines sollte in jedem Fall unstrittig sein: Er ist erstaunlich unkonventionell. Die kleine Geschichte über ein paar notgeile Teenager, die in die Fänge einer ultrakonservativen, religiösen Gemeinde geraten, ist laut, brutal, absolut kompromisslos und überraschend kurzweilig geraten. Und wieder mal ist es das “wie”, nicht das “was”, welches für Erstaunen sorgt</p>
<p>Weniger wohlwollend könnte man formulieren, dass der Film von vorne bis hinten ein Fiasko ist; ein inkohärentes, launig zusammengestückeltes und manisch inszeniertes Filmchen, das mehr von John Goodman und Michael Parks darstellerischer Leistung zusammen gehalten wird als von seinem Drehbuch oder seinem Regisseur. Trotz seiner kurzen Laufzeit und seinem grausigen Thema gönnt sich Smith endlose Monologe, deplatzierten Slapstick und mehr als nur einen Bruch in Genre, Stilistik und Filmsprache (wobei ich mich mit Letzterem etwas aus dem Fenster lehne).</p>
<p>Gerade einem Genre, dem es so sehr an wirklich frischen Ideen mangelt, und das sich so gerne an Klischees bedient, bekommt diese unkonventionelle Erzählweise aber überraschend gut. Kein Zweifel, RED STATE wirkt genauso hingerotzt wie damals CLERKS, ohne dabei den selben Charme zu entwickeln, doch merkt man dem Geschehen an, dass Smith sich mit seinen ganz persönlichen Ängsten auseinander gesetzt hat. Dass er dabei versucht, möglichst keine Partei zu ergreifen, und neben der Sekte auch die Behörden und die Opfer bloßstellt, zeigt, dass ihm trotz aller Gewalt und Launigkeit an seinem Thema etwas lag.</p>
<p>RED STATE ist deshalb kein echter Horrorfilm geworden, und auch nicht keine rein polemische Hasstirade auf religiösen Fanatismus. Beide Aspekte werden zweifellos bedient, sei es durch Folterszenen oder eine ausufernde, von Wahnsinn vergiftete Predigt. Es ist kein Film über Zwischentöne, kein Film über Figuren, die irgend eine Art von Entwicklung durchleben. In erster Linie ist RED STATE eine Parabel über den Wahnsinn in unserer Welt, ein bitterer Witz, über den niemand so richtig lachen will. Und so scheint es mehr als passend, dass das Fazit Erinnerungen an BURN AFTER READING weckt, und nicht wenige Zuschauer mit der Frage in den Abspann entlassen werden, ob es das ernsthaft gewesen sein soll.</p>
<p>Man muss Kevin Smith deshalb nicht wieder mögen. Man muss nicht einmal RED STATE gesehen haben, so gut ist er nicht. Aber man muss Smith zugestehen, mit RED STATE endlich etwas Neues gewagt zu haben, ohne dabei zu vergessen, was eine Geschichte gut macht. Die persönliche Note, die Art und Weise, WIE man sie erzählt. Und so darf man &#8211; endlich und trotz Smiths Ankündigung, der nächste Film würde sein letzter sein &#8211; wieder auf seine kommenden Werke gespannt sein.</p>
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		<title>Super</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 10:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[3 Wochen. So lange hat es gedauert, diese Kritik fertigzustellen. Bis ich mich überwinden konnte, die endgültige Auseinandersetzung mit SUPER zu wagen. Warum? Weil ich ihn lieben möchte, und gleichzeitig hassen muss. Weil er etwas versucht, das intelligent, vielleicht sogar wichtig, ist, ohne sich dessen voll bewusst zu sein &#8211; und, was noch viel schlimmer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/10/02/super/"><img class="alignnone size-full wp-image-3886" title="super" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/super.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>3 Wochen. So lange hat es gedauert, diese Kritik fertigzustellen. Bis ich mich überwinden konnte, die endgültige Auseinandersetzung mit SUPER zu wagen. Warum? Weil ich ihn lieben möchte, und gleichzeitig hassen muss. <span id="more-3878"></span>Weil er etwas versucht, das intelligent, vielleicht sogar wichtig, ist, ohne sich dessen voll bewusst zu sein &#8211; und, was noch viel schlimmer ist, ohne dies in ausreichendem Maß dem Publikum zu vermitteln. Es ist ein Film, der die richtigen Werkzeuge wiederholt falsch einsetzt, und somit viel Potenzial verschenkt. Dafür verdient er Anerkennung und Verachtung zugleich, und in diesem Spannungsfeld der Extreme, in dem sich auch die Handlung des Films bewegt, sehe ich mich gefangen. Und deshalb geht es diesmal auch nicht komplett ohne kleine Spoiler.</p>
<p><strong>Kleine Erwartungen, große Überraschung</strong></p>
<p>Die erste Frage, die sich bereits angesichts des Trailers stellte, war, ob SUPER überhaupt notwendig sei. Nach der mehr als gelungenen Millar-Verfilmung KICK-ASS schien ein weiterer Film über einen ordinären Verlierer, der sich entschließt, ein Superheld zu werden, und mit der unbarmherzigen Realität konfrontiert wird, überflüssig. Daran änderte auch das Indie-Flair des Trailers, der gute Soundtrack und die stets sympathische Ellen Page in einer Nebenrolle wenig.</p>
<p>Wer SUPER gesehen hat, weiß, dass diese Frage schnell irrelevant wird. SUPER ersetzt nicht nur den naiv-verzweifelten Teenager durch einen erwachsenen Soziopathen, er geht auch in allen anderen Aspekten weiter als sein Konkurrent. Wer KICK-ASS für derb und respektlos hielt, kann sich bei SUPER auf eine heftige Überraschung gefasst machen, denn was dieser an Bösartigkeit und blanker Brutalität mitbringt, sollte einen Großteil der Zuschauer weit aus der Komfortzone heraus katapultieren. Das dieses “sollte” ein Problem darstellt, dazu später mehr.</p>
<p><strong>Auf die Fresse, gerne, aber muss das sein?</strong></p>
<p>Dieser Effekt, das Abkippen der harmlosen Komödie in eine wüste Gewaltorgie, wirkt selbstverständlich deutlich intensiver, wenn man lediglich den Trailer kennt. Dieser verspricht eine ironische, leicht schwarzhumorige, ansonsten aber unauffällige Komödie. Das stellenweise schlichtweg geschmacklose Schlachtfest, das SUPER in Wirklichkeit darstellt, dürfte nur von Wenigen in dieser Form erwartet worden sein. Das Problem dabei ist weniger das blanke Vorhandensein der Gewalt, sondern wie diese als komisch oder gar verzeihlich inszeniert wird.</p>
<p>Ganz gleich, wie man den Film schlussendlich bewertet, an einer Sache darf es keinen Zweifel geben: SUPER erzählt von einem schwer geistig gestörten Mann, der sich von niemand geringerem als Gott berufen fühlt, Verbrechen zu bekämpfen, und dabei selbst geringste Taten mit einer unfassbaren, widerlichen Brutalität ahndet, die bei schwerer Körperverletzung beginnt und bei einem Massenmord endet. Punkt.</p>
<p>Es sollte nicht erwähnt werden müssen, dass der Film in dem Augenblick aufhört, eine reine Komödie zu sein, als der Protagonist einen Handtaschendieb mit einer Rohrzange krankenhausreif schlägt. Oder der Freundin eines Proleten, der sich in die Schlange vor der Kinokasse drängelt, ein schweres Schädeltrauma zufügt. Oder einem Teenager, der angeblich ein Auto ruiniert haben soll, eine Glasvase im Gesicht zertrümmert wird. Und weil die Kamera immer drauf hält, bis zum bitteren Ende, bis das Leben aus den Augen des Opfers weicht, während der “Held” immer noch dessen Kopf auf den Steinboden schmettert. Das zweite “sollte”, das gleiche Problem.</p>
<p>Die Frage muss nun lauten: Wie viel Intelligenz gesteht man Drehbuchautor, Regie und Publikum zu? Und welche Relevanz hat dies für das Zusammenspiel zwischen Film und Publikum? Versucht man diese beiden Fragen zu beantworten, öffnet man gleich die nächste Büchse, ein Kaleidoskop der Fragezeichen, ein “Best of LOST”, wenn man so will.</p>
<p>Waren die Macher ernsthaft der Meinung, hier noch eine Komödie zu produzieren? Oder ist SUPER womöglich der ultimative Abgesang auf unsere Art, Entertainment zu definieren bzw. damit umzugehen? Hält er, wie jedes wirklich großartige Werk, der Welt und seinem Publikum einen Spiegel vor, indem unverblümt zeigt, wie fadenscheinig und verlogen unser Umgang mit Gewalt geworden ist? Will SUPER erreichen, dass uns das Lachen im Halse stecken bleibt, dass wir über uns selbst erschrecken, so wie es schwarzem Humor durchaus erlaubt ist? Und wenn ja, warum bleibt er dem Zuschauer ein klares Signal schuldig, was seine Intention betrifft?</p>
<p><strong>Wo das Dilemma wohnt</strong></p>
<p>Ein Beispiel &#8211; in dubio pro reo, wenn man so will: Wieso ist es vollkommen in Ordnung, Helden wie BATMAN cool zu finden? Weil die Art und Weise, wie Blockbuster inszeniert werden, Gewalt in etwas verwandelt, dass immer leicht verdaulich bleibt. Weil der Held immer nur die Bösen umbringt, wenn es nicht mehr anders geht, mit »gutem Grund«, wenn es die Handlung erlaubt, und die Bösen immer Unschuldige töten, damit wir wissen, wer die Bösen sind. Tot und Gewalt haben in diesen Geschichten stets ihre erzählerische Berechtigung, sie sind ein Mittel zum Zweck, über das man nicht nachdenkt, solange es in der gewohnten Form angewendet wird. Jeder weiß, dass Batman seine Gegner nicht tötet. Aber ist das nicht pure Augenwischerei? Ist das nicht komplett verlogen? Warum erlauben wir Batman, ein Held zu sein, der er in der Wirklichkeit nie sein könnte? Weil wir solche Helden brauchen, wie auch die Filme selbst nicht müde werden, zu betonen. Weil uns ein Batarang nicht weh tut. Weil die Kamera im FSK12-Blockbuster schnell beiseite wischt, wenn der Knüppel niedersaust, die Wirklichkeit aber keine Abblende kennt. Selbst die neueren Filme, die einen realistischeren Ansatz verfolgen, können sich nicht von diesem Erbe lösen. Sie wollen es auch gar nicht, denn solange ein Farbfilter über den Bildern liegt und vorrangig die Bösen für den Bodycount sorgen, wirkt der Gute lediglich wie ein »dunkler Ritter«. Es ist absurd.</p>
<p>Und hier liegt nun der Kern des Problems:  Wenn SUPER eine solche Botschaft hat, verlagert er sie beinahe vollständig in den Subtext. Auf diese Weise kaschiert er mit seinen Intentionen aber genau jene Aussage, die dem Publikum unbedingt vermittelt werden müsste. Somit stellt er sich auf eine Ebene mit Zombiefilmen, deren banale Sozial- und Gesellschaftskritik regelmäßig im blanken Entertainment untergeht.</p>
<p><strong>Die Herde schluckt alles</strong></p>
<p>Keine Frage: Super kann erschrecken, wenn nicht sogar verstören. Genau deshalb sollte aber klar sein, dass es ein Fehler wäre, ihn lediglich als derbe Komödie zu sehen. Das Problem ist, wie schon angedeutet, dieses “sollte”. Es ist das selbe Problem, das auch bei den INGLORIOUS BASTERDS zu wenig diskutiert wurde. Und in vielerlei Hinsicht sind diese beiden Filme miteinander vergleichbar. Das Lachen sollte einem im Halse stecken bleiben. Nur scheint das bei der Masse nicht der Fall zu sein.</p>
<p>Denn machen wir uns nichts vor: Angesichts überdreht-brachialer Gewalt und auf die breite Masse gerechnet, gehen selbst die besten Absichten im Blöken und Grunzen der Schafe und Schweine unter. Ich wähle diese Beleidigungen sehr bewusst, denn anders kann man das, was sich an einem Samstag Abend im Cineplex versammelt, häufig nicht bezeichnen. Im selben Maß, wie sich SUPER vor der Verantwortung drückt, seinem Publikum eine schallende Ohrfeige zu verpassen, bzw. ihm zu sagen, WARUM er dies tut, nimmt er es leider auch aus der Verantwortung, seine eigenen Reaktionen zu hinterfragen. Der Spiegel, den der Film seinem Publikum vorhält, ist zu stumpf, um etwas darin zu erkennen.<strong></strong></p>
<p><em>(Spoilerwarnung, die kommenden beiden Absätze bitte ggf. überspringen)</em></p>
<p>Wozu man auch tendiert, weder Film noch Publikum können aus der Verantwortung genommen werden. Ein Film, der mehr von seinem Publikum erwartet, als es leisten kann, macht sich ebenso schuldig wie ein Publikum, das nicht willens oder nicht fähig ist, zu verstehen, was es sieht, durch seine Reaktion aber eine klare Aussage trifft. Das macht SUPER zu einem Erlebnis, das in positiver wie negativer Weise einzigartig ist. Ein MANN BEISST HUND der Superheldenkomödie, wenn man so will, ein Machwerk sondergleichen. Braucht die Welt Filme wie SUPER? Sicherlich nicht. Die Welt braucht Menschen, die von Filmen wie SUPER verstört werden. Aber setzt das die Existenz eines solchen Films voraus? Neu ist diese Frage nicht.</p>
<p>Selbst wenn man eine wohlwollende Interpretation vertritt und SUPER damit eine gewisse Absolution erteilt, darf man nicht leugnen, dass er sich schlussendlich an einer essenziellen Sache schuldig macht: Inkonsequenz. Falls all die Rücksichtslosigkeit tatsächlich Mut sein sollte, dann hätte SUPER auch den Mut haben müssen, seine Geschichte in angemessener Form zu beenden. Dass er seinen Protagonisten aber nach einem Blutbad, das unzählige eindeutiger Spuren hinterlässt, in ein Happy End entkommen lässt, in dem er nicht für seinen Amoklauf zur Rechenschaft gezogen wird, ist feige und verlogen und spielt jenen Psychopathen in die Hände, die den Film als reine Komödie sehen.</p>
<p><strong>Was ist, ist, was nicht ist, ist möglich</strong></p>
<p>SUPER ist ein guter Film. Er ist voller herber Ideen und handwerklich tadellos inszeniert. Aber er hat mir nur stellenweise Spaß gemacht. Die Frage, die ich mir seitdem stelle, ist:<em> Sollte</em> er das überhaupt? So vehement ich die Frage auch verneinen und SUPER ein tadelloses Zeugnis ausstellen will &#8211; die Zweifel bleiben. Am Film. An uns, dem Publikum. Und inwieweit wir einander verstehen.</p>
<p>SUPER ist ein Film, der seine Zuschauer zu Mittätern macht, ohne sie zuvor um ihr Einverständnis zu bitten. Auch wenn ich es zuvor als Frage formuliert habe, bin ich mir doch sicher: Die Welt braucht solche Geschichten, sei es in Film, Literatur oder anderen Kunstformen. Die Frage ist nicht, ob das einem gefällt, die Frage ist, ob man sich von einem solchen Werk zum Opfer machen lassen möchte. Die Welt braucht nämlich auch Leute, die bei solch einem Film den Saal verlassen. Und wenn ich Respekt vor jenen habe, die einen solchen Affront dreist als Komödie tarnen, dann auch vor jenen, die sich weigern, an dieser Farce teilzunehmen. Wer sich dem verweigert, ist kein Spielverderber, sondern zieht eine persönliche Konsequenz aus einem unprovozierten Angriff auf das, was man mangels besserer Alternativen als guten Geschmack bezeichnen kann.</p>
<p><strong>Am Ende keine Erkenntnis</strong></p>
<p>Was wissen wir, am Ende dieser endlosen Überlegungen? Ich könnte sagen, dass ich SUPER für einen guten, vielleicht sogar hervorragenden Film halte, mir aber immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn vielleicht für schlauer halte, als er ist. SUPER stemmt sich mit Gewalt gegen jegliche Regeln, und wirft dabei eine Menge Fragen auf, ohne sie klar zu beantworten. Trägt ein Künstler die Verantwortung, nicht nur für sein Werk, sondern was es in den Augen jener, die es betrachten, darstellt? So formuliert muss die Antwort “Nein” lauten, aber es setzt voraus, einen Film wie ein Kunstwerk zu behandeln. Und dass SUPER dieses Prädikat verdient, darf angezweifelt werden.</p>
<p>In jedem Fall verdient er die Freigabe ab 18 wie kaum ein anderer Film, denn er erfordert ein gewisses Maß an Reife. Dass ein guter Teil des Publikums diesem Anspruch nicht gerecht werden wird, ist bedenklich. Wer über einen starken Magen verfügt und sich trotzdem eine gewisse Sensibilität erhalten hat, sollte ihn wahrscheinlich sehen. Eine Empfehlung behalte ich mir diesmal jedoch vor.</p>
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		<title>Kill List</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 13:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist recht leicht, KILL LIST zu hassen. Er ist brutal, obszön und moralisch mehr als fragwürdig. Eine tour de force über einen Ex-Soldaten, der aus Geldnot einen alten Freund bei einer Reihe von Auftragsmorden unterstützt, die bald völlig außer Kontrolle geraten. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist ein Thriller, der mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/09/05/kill-list/"><img class="alignnone size-full wp-image-3872" title="Kill List" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/kill-list-poster.png" alt="" width="310" height="464" /></a></p>
<p>Es ist recht leicht, KILL LIST zu hassen. Er ist brutal, obszön und moralisch mehr als fragwürdig. Eine tour de force über einen Ex-Soldaten, der aus Geldnot einen alten Freund bei einer Reihe von Auftragsmorden unterstützt, die bald völlig außer Kontrolle geraten.<br />
<span id="more-3870"></span><br />
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist ein Thriller, der mit seinem schmutzigen Realismus und seiner überraschend aufmerksamen Charakterzeichnung auf eine Weise an die Nieren geht, die das moderne Actionkino als moralisch nicht minder bedenkliche Verharmlosung enttarnt.</p>
<p>Das Erstaunliche dabei ist, dass der Film als spröde, fast dokumentarisch anmutende Milieustudie beginnt, dann als harter Selbstjustiz-Streifen die Grenzen der Glaubwürdigkeit im Rahmen seiner realistischen Erzählweise abtastet, nur um im letzten Akt vollkommen durchzudrehen und in einer albtraumhaft surrealen Hetzjagd zu explodieren, die den absehbaren Twist am Ende schon beinahe harmlos wirken lässt.</p>
<p>Wer bis zu diesem Punkt nicht bereits das Handtuch geworfen hat, erkennt hinter all dem Lärm und all der Raubeinigkeit eine gar nicht mal dumme Kombination zweier Klassiker, deren Nennung einem Spoiler gleich käme, jedem Filmfan aber ein Begriff sein sollten.</p>
<p>Getragen wird das Ganze von einem Drehbuch, das sich sowohl seiner Ziele als auch seiner Zielgruppe bewusst ist, und zwei Darstellern, die ihre Charaktere mit erschreckender Authentizität verkörpern. Selbst wenn die Geschichte für sich genommen enttäuschen oder abschrecken mag, schaffen es die beiden Protagonisten mühelos in meine persönlichen Top 10 der glaubwürdigsten Profikiller seit Alain Delon in LE SAMURAI.</p>
<p>Kompromisslos, derb und vollkommen wahnsinnig &#8211; KILL LIST ist ein grauschwarzer Albtraum, ein herber mindfuck irgendwo zwischen “bat shit crazy” und “quite smart”. Russisches Roulette für mutige Thrillerfans, die 8MM schon als nervigen Mainstream-Mist bezeichnen.</p>
<p>Ansehen auf eigene Gefahr.</p>
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