Wer heute noch Buddy-Movies drehen will, muss schwere Geschütze auffahren. Die Blütezeit ist längst vorbei, die BAD BOYS und LETHAL WEAPONS wurden von prolligen Komödien auf der einen und derben Gangsterstreifen auf der anderen Seite abgelöst. WEITER
Wer ständig Andere kritisiert, muss auch Bereitschaft zeigen, selbstkritisch zu sein. Deshalb sei an dieser Stelle eingestanden, dass es schon eine ganz besondere Form von Dummheit braucht, einen Film mit dem Titel NORWEGIAN NINJA anzusehen, und davon ernsthaft mehr als grenzdebilen Mist zu erwarten.
Ach, es ist doch immer das Gleiche. Ein Rebell / Außenseiter / Einzelkämpfer gerät in eine andere Welt / Dimension / Zeit, wird dort als Rebellenführer / Auserwählter / Erlöser entdeckt oder erkoren und führt die Unterdrückten / Versteckten / Rückständigen gegen ein Terrorregime / Diktatoren / Invasoren in den Kampf und über ein paar Opfer hin zur Freiheit / zum Sieg / zu neuem Selbstbewusstsein. Es ist das ewige Erlöser-Einerlei, der immerzu gleiche Eskapismus, der sich in maßgeschneiderte CGI-Klamotten hüllt und auf innere Werte pocht, ohne selbst welche zu besitzen.
Einen Film wie MACHETE an erzählerischen und qualitativen Standards messen zu wollen, macht in etwa so viel Sinn, wie die 10 Gebote auf einen Barsch anzuwenden. Keinen. Klar sollte jedoch sein: Rodriguez liebt es, im Schlamm zu wühlen. Und, um noch gehässiger zu werden, alten Dreck nach oben zu ziehen, um sich dann davon zu ernähren, was er darin finden. Das zeugt von einem gewissen Chuzpe, muss aber nicht jedem gefallen. Ob der einleitende Satz als Qualitätsurteil oder Schuldspruch ausgelegt werden sollte, ist somit eine reine Glaubensfrage.
WEITER
Rachefilme sind wie ihre Protagonisten. Einfach nicht tot zu kriegen. Dabei hat das Genre seine Blütezeit längst hinter sich. Als Darsteller wie Charles Bronson in den 70er und 80er Jahren der Selbstjustiz ein Gesicht gaben und jegliche Zwischentöne vom Mündungsfeuer ihrer Schusswaffen überblendet wurden, war die Welt noch in Ordnung – beziehungsweise eben nicht, was den hauptsächlich mittelmäßigen bis gotterbärmlichen Produktionen einiges an Rückenwind bescherte. Dann kamen die 90er, und die Filme verschwanden in den Actionregalen der Videotheken und im Nachtprogramm der Privatsender, um schließlich auf billig produzierten VHS-Kassetten in den Wühltischen der Supermärkte zu vergammeln. Die Welt war immer noch nicht in Ordnung, aber Rachefilme alter Schule waren out.
WEITER
Ach, Comicverfilmungen: Prügelknaben der Dünnbrettbohrer. Kein anderes Genre provoziert mehr undifferenzierten Mist, zum einen seitens der Filmstudios, vor allem aber auch seitens Kritikern und Kinogängern. Selbst wenn Letztere dem Genre zugeneigt sind, kann man häufig nur den Kopf schütteln und an das alte Sprichwort vom Lob des Narren denken. Es überrascht dann auch nicht, wenn solche »Cineasten« bei der Erwähnung von ROAD TO PERDITION, AMERICAN SPLENDOR und A HISTORY OF VIOLENCE die Augenbrauchen hochziehen. Comicverfilmung, echt? Ja, echt. Depp.
Guter Trash, das muss selbst ich als Kostverächter eingestehen, ist eine Kunstform für sich. Das zeigt sich spätestens dann, wenn ein Film versucht, trashig zu sein, und dabei eine Bauchlandung hinlegt. Besonders fade wird es, wenn die Übung in Selbstironie 10 bis 20 Jahre zu spät kommt. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass beides auf THE EXPENDABLES zutrifft.
Die Rechnung war ja denkbar einfach: Man nehme ein Drehbuch für einen 80er-Jahre Actionknaller, füge ein wenig augenzwinkernden Charme hinzu, und multipliziere das Ganze mit 8. Acht Actionhelden alter Schule, von Urgesteinen wie Dolph Lundgren und Sylvester Stallone bis hin zu deren Erben Jet Li und Jason Statham, sollten mit mächtig Krawall und testosterongeladenen Einzeilern daran erinnern, was Actionfilme einst so unterhaltsam (und erfolgreich) machte. WEITER
Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen – und sei es nur, um sich ins Gedächtnis zu rufen, warum man den Franchise einmal mochte.
Dabei sind die Zutaten allen vorhanden: Harte Kerle, markige Sprüche, viel Urwald und ein fulminanter Showdown. Hinzu kommt noch Adrien Brody, der so unterfordert scheint, dass man ihm den Söldner schon aus purem Mitleid abkaufen möchte. Über jeden Zweifel erhaben und eindeutig Höhepunkt des Films ist jedoch nur der kleine Gastauftritt von Lawrence Fishburne. Sein Auftritt beweist die naheliegende These, dass man immer einen kleinen Lichtblick braucht, um ein Desaster in seinem vollen Umfang erfassen zu können.