Als vor zwanzig Jahren ein gewaltiges Raumschiff über Johannesburg, Südafrika, auftauchte, war die Aufregung weltweit enorm. Nicht minder groß war die Ernüchterung, als nach Ausbleiben jeglicher Kontaktaufnahme seitens der Besucher ein Team entsendet wurde, sich das Innere des UFOs anzusehen. Die fremden Wesen entpuppten sich als hässliche, ausgemergelte und sozial unterentwickelte Nutznießer ohne Führung, die selbst kaum mehr fähig schienen, ihre technischen Errungenschaften zu nutzen.
Heute leben gut 1,8 Millionen Aliens unterhalb ihres einstigen Mutterschiffs in einem gigantischen Slum: District 9. Verbrechen, Kriminalität und Tod sind an der Tagesordnung. Da die aufgestaute Frustration und Furcht in der menschlichen Bevölkerung zu eskalieren drohen, sollen die unerwünschten Schmarotzer nun in ein neues Lager außerhalb der Stadt umgesiedelt werden. Als der leitende Beamte Wikus Van De Merwe zu Beginn der Aktion mit einer fremdartigen Substanz in Berührung kommt, wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die das Schicksal der gesamten Welt verändern kann. WEITER
Kino, Sommer und Substanz, dieses Trio erlebt man ungefähr so häufig gemeinsam in Aktion wie die heilige Dreifaltigkeit. Dieses Jahr bildete bislang keine Ausnahme, und mit aktuellen Blockbuster-Kanidaten wie G.I. JOE oder G-Force scheint es in diesem Stil noch eine Weile weiter zu gehen. Trotzdem, und ungeachtet recht geringer Erwartungen bedingt durch mäßige Rezensionen, durfte man darauf hoffen, mit PUBLIC ENEMIES wenn schon keine positive Überraschung, dann doch wenigstens einen soliden Gangsterfilm geboten zu bekommen. Mit Johnny Depp und Christian Bale in den Hauptrollen war eine Performance zu erwarten, die über dem Niveau der Konkurrenz lag.
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Der kleine Hund BOLT ist der Held einer actionreichen Kinderserie, weiß davon aber nichts, denn dank geschickter Manipulation seitens Regie und Crew hält er alles für uneingeschränkte Realität – einschließlich seiner Superkräfte. Als er zufällig vom Studiogelände verfrachtet wird, beginnt er im Glauben an die Echtheit eines Cliffhanger die Suche nach seinem vermeintlich entführten Frauchen. Bevor er sie findet, holt ihn allerdings die unbarmherzige Wirklichkeit ein.
Bei einem Heimaturlaub gerät der von Karriereproblemen und einem Sorgerechtsstreit angeschlagene Actionstar Jean-Claude Van Damme (Jean-Claude Van Damme) in einen Bankraub. Von den Räubern zur Mithilfe gezwungen, hält ihn die örtliche Polizei mangels anderslautender Informationen schnell für den Drahtzieher des Verbrechens. Es beginnt ein zermürbendes Geiseldrama.
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Selbst wenn ich Gefahr laufe, mit dieser Aussage jegliche Glaubwürdigkeit im Hinblick auf anspruchsvolles Kino zu verlieren: PUNISHER: WAR ZONE ist nicht übel. PUNISHER: WAR ZONE, nie gehört? Kein Wunder. Im Gegensatz zur ersten Verfilmung mit Thomas Jane hat dieser Quasi-Nachfolger es nicht in die hiesigen Kinos, ja bislang noch nicht einmal in die deutschen Videotheken geschafft, denn nach kurzer Ankündigung verschwand er zunächst spurlos von den Ankündigungslisten. Mittlerweile ist vom Herbst dieses Jahres die Rede, genaueres weiß man nicht. Entsprechend kostspielig war es, ihn dennoch zu sehen zu bekommen, und ich will ehrlich sein und gebe deshalb zu, dass sich die Mühe aktuell für 90% des potentiellen Publikums nicht lohnen würde. Klingt widersprüchlich? Das hat seinen Grund.
Wir sind ja selbst schuld. Eigentlich wollen wir unterhalten werden, von Filmen mit spannenden Geschichten, faszinierenden Charakteren, packender Inszenierung. Und dann schauen wir uns Filme wie Wolverine, Terminator: Die Erlösung oder Transformers 2 im Kino an, der Effekte wegen, und ärgern uns hinterher, wenn wir den Saal unbeeindruckt verlassen, weil es all den Explosionen und all der Wucht wieder einmal nicht gelungen ist, den stets hauchdünnen Plot zu verbergen. Und warum das alles? Weil uns der Anspruch, die schweren Momente und behäbigen Tempi des Erzählkinos zu anstrengend sind, jedenfalls an einem Freitag abend.
Auch eine absehbare Enttäuschung kann frustrierend sein. Sechs Jahre nach dem missratenen und mittlerweile in gnadenvolle Vergessenheit geratenen dritten Teil kommt nun ein Film daher, der ein Auftakt zu einem Neustart des Franchise sein könnte, jedoch keinerlei Interesse zu wecken vermag, weder für sich noch für das, was nach ihm kommen mag.
Es will mir nicht in den Kopf. Vor einigen Wochen wurden neue FSK-Logos eingeführt, die mit ihrer lächerlichen Größe jedes DVD-Artwork ruinieren und Filmfans deutschlandweit zum Zähneknirschen bringen. Mal von der Unsinnigkeit dieser Maßnahme abgesehen stellt sich da die Frage, wieso einerseits derartige Hinweise erzwungen werden, gleichzeitig aber ein Entertainment-Gau wie das Remake von DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILL STAND ohne eine spezielle Kennzeichnung in den Regalen stehen darf. Wenn es ein Gegenstück zu “Prädikat: besonders wertvoll” gäbe, diese Missgeburt von einem Film hätte sie verdient.
Einer der lustigsten Abende meines Lebens war die Geburtstagsfeier einer Kumpeline, die aus irgend einem Grund in der Privatwohnung eines uns bekannten Kneipenbesitzers landete. Mitten in der Nacht begann dieser, vollkommen bekifft einen Vortrag zu halten, der mit einem Monolog über den Aralsee begann und von diesem Punkt aus ungefähr ein Dutzend weiterer Themen ausufernd behandelte. Nach ungefähr einer Stunde war ich soweit, dass ich vor Lachen beinahe kotzen musste.
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Unter Filmfans ist weithin bekannt, dass man schon krank im Kopf sein muss, um freiwillig Geld für einen Uwe-Boll-Film auszugeben. Was liegt also näher, dachte ich, als sich am Höhepunkt einer Erkältung, todmüde und mit einem von verschleimter Stirn schwerem Schädel, den aktuellsten kulturellen Tiefschlag der deutschen Regisseur-Koryphäe anzutun? Ich war ja schon auf Schmerzmitteln, wie schlimm konnte es also werden? Wie sich zeigte, habe ich Boll unterschätzt. Der Selbstversuch ging gnadenlos nach hinten los.
Für den folgenden Absatz bekomme ich wahrscheinlich Kloppe, aber was solls: Ich bin nicht sicher, ob Regisseur Gavin Hood wusste, was für einen Film er mit X-Men Origins: WOLVERINE machen wollte. Oder sollte. Nachdem der Kinobesuch nun ein paar Tage zurück liegt und das Gesehene in Ruhe einsickern konnte, bleibt nach Ausschluss aller Alternativen letztendlich nur ein Urteil übrig, dass gleichzeitig die vielleicht größte Überraschung darstellt: WOLVERINE ist vor allem und unterm Strich – ein Frauenfilm.
Wer schon immer wissen wollte, wie man sich mit 60 fühlt, kann die Stützstrümpfe ausziehen und die Feldstudien im Seniorenheim einstellen. Mit MÜNCHEN gelingt es Steven Spielberg mühelos, den Zuschauer in knapp 3 Stunden um gefühlte 30-40 Jahre altern zu lassen. Blöd nur, dass man auch in der Illusion, Spielbergs Jahrgang zu sein, wenig Gefallen an diesem Betroffenheitsklumpen finden wird.
Paul W.S. Anderson ist für manche so etwas wie der kleine Bruder von Uwe Boll. Seine Drehbücher und Regiearbeiten bieten schnelle, komprimierte Action, die alle wichtigen Genrefaktoren berücksichtigt und dann in Sachen Logikfehler und Unschlüssigkeiten richtig einschlägt. Die Verachtung, mit der viele seinen Werke – meist Verfilmungen von Videospielen oder ähnlichen Vorlagen – deshalb gegenüberstehen, ist aber nur zum Teil verdient. Sicher: Seine Filme erreichen selten qualitative Höhen, die Anerkennung verdienen. Er sinkt aber auch nur selten in Tiefen hinab, die Grund zu echtem Ärger bieten.
Das hat Überwindung gekostet. Vom Moment der ersten Meldung an war klar, dass eine Verfilmung von Mark Millars rotzig-furiosem Comic ihrer Vorlage nicht das Wasser würde reichen können. Zu nihilistisch. Der Erfolg, den der Film an den Kinokassen verbuchen konnte, war abseits der einschlägigen Kritiken ein hinreichender, wenn auch indirekter Beleg dafür. Nun, da die vorverurteilende Abneigung einer gemäßigten Gleichgültigkeit gewichen war, bekam WANTED doch noch seine Chance, mich zu überzeugen. Erstaunlicherweise überwogen die positiven Überraschungen. Anfangs.
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Wenn Leonardo DiCaprio mit gehetztem Blick durch ein fremdes Land streift, kommt seltsamerweise immer der Moment, meist nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit, an dem ich pausiere und kurz etwas anderes mache, zum Beispiel Kaffee kochen oder die Wäsche aufhängen. Das war bei BLOOD DIAMOND so, das war genau genommen schon bei THE BEACH so, und das war nun auch hier, bei dem im Original deutlich fescher betitelten BODY OF LIES, der Fall. Der wesentliche Unterschied zu BLOOD DIAMOND besteht darin, dass ich diesmal nach gut 15 Minuten weiter schaute.
Den mit 96 HOURS unnötig umtitelten TAKEN zu sehen, ist ein zwiespältiges Erlebnis. Der bodenständig inszenierte Thriller besticht neben der tadellos choreografierten Action und seinem erstaunlich glaubwürdigen Hauptdarsteller vor allem durch eine merkwürdige Widersprüchlichkeit, bedingt durch die Diskrepanz zwischen realitätsnahem Feeling und fahrlässig vereinfachter Erzählweise.
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MAX PAYNE macht seinem Namen keine Ehre. Der wohl belangloseste Actionfilm seit…
…ach, machen wir uns nichts vor. Die Umsetzung des bekannten Computerspiels ist nicht brutal genug. Ein hauchdünner, vorhersehbarer Plot lässt sich in dem Genre durchaus ertragen, wenn es dafür richtig knallt. Doch diesbezüglich ziert sich die Spielverfilmung wie eine frigide alte Südstaatenjungfer vor der FKK-Strandkasse.