Toy Story 3

Wer kann schon von sich sagen, gerne manipuliert zu werden? Dabei existiert kaum ein Medium, seien Geschichten, Bilder oder Musik, das es nicht zumindest versucht. Besonders Kinderfilme machen keinen Hehl daraus, was sie erreichen möchten. Über die Schauwerte und Schenkelklopfer hinaus sind sie meist einfach gestrickte Erzählungen mit einer klaren Botschaft und kindgerechten Lebensweisheiten. Und das ist auch gut so.

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Tangled

TANGLED lässt sich mit zwei Worten beschreiben: Instant Zuckerschock. Wer nicht von der ersten Minute an Karies bekommt, ist entweder in jungen Jahren von Bambi und Kollegen rangenommen worden, oder generell nur bedingt zurechnungsfähig. Die relativ freie Interpretation des Märchens von Rapunzel verzichtet zwar gnädigerweise darauf, den Tieren Stimmen zu geben, was in Anbetracht von Handlung und Erzählweise eine kluge Entscheidung war, geizt aber in keinem anderen Belang mit Zuckerguss und Sahne. So wirklich fies ist niemand, nicht einmal Halunken und Mörder, die blonde Prinzessin dafür doppelt so niedlich, harmlos und von jeglicher Sexualität restlos befreit. Disney halt. Es wird geneckt, gelacht, getanzt – und gesungen, ja gesungen wird auch, und das nicht einmal besonders überragend, dafür sogar einmal im Duett.

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Despicable me

Will wirklich noch jemand eine Rezension zu einem Animationsfilm lesen? Und was noch viel wichtiger ist: will ich eine schreiben? Welche Überraschungen kann man dem Leser bieten, ohne ins Abstruse abzurutschen, besonders wenn der Film, um den es geht, selbst nur wenige Überraschungen bereit hält? Die Grundidee, einen archetypischen Superfiesling als Protagonisten für eine herzerwärmende Geschichte über Familie und den weichen Kern in jedem von zu verwenden, ist nett, verrät ihre Höhe- und Wendepunkte aber zu einem guten Teil im Trailer. Und selbst wenn es jemandem gelungen sein sollte, die Teaser weiträumig zu umschiffen, lässt sich der Verlauf der Geschichte so präzise vorhersagen wie die Wahrscheinlichkeit, in einer Folge der Schlümpfe weiße Mützen zu sehen.

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Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Jeden Animationsfilm an den Pixar Produktionen zu messen ist in etwa so, wie jedes Auto mit einem Mercedes zu vergleichen. Kann man machen, besonders wenn man die Eigenschaften des Letzteren gewohnt ist, muss man aber nicht. Besser sollte entschieden werden, ob der Film für sich funktioniert. Und das trifft auf WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN zweifellos zu. Die Grundidee mit dem Wetter aus Lebensmitteln verbraucht sich weniger schnell, als man meinen sollte, und da sich das Drehbuch nicht zu sehr auf ihr ausruht, gestalten sich die klug bemessenen 80 Minuten durchweg amüsant und unterhaltsam.

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Alice im Wunderland

ALICE IM WUNDERLAND hat eigentlich zwei Kritiken verdient. Weniger, weil er besonders gut oder unglaublich schlecht wäre (wobei sich beide Standpunkte mühelos vertreten lassen), sondern weil es zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen an den Film gibt, die letztlich zu eben genannten Urteilen führen.

Weil mal wieder eine Rezension auf einer positiven Note enden soll, beginnen wir mit dem Negativen:
Jeder, der sich einigermaßen lebhaft an die Buchvorlage erinnert oder – Gott bewahre – mit dieser sogar schöne Erinnerungen verbindet, wird maßlos enttäuscht. Dabei ist weniger das Problem, was alles weg gelassen oder hinzugefügt wurde, sondern wie die Elemente der Vorlage, die es in die Verfilmung schafften, letztlich umgesetzt wurden. Wie schon die Trailer zeigen, mangelt es nicht am kunterbunten Augenweiden. Dafür jedoch an Atmosphäre und Herz.

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Metropia.

Am Anfang dieser Kritik stand ursprünglich eine irrsinnig clevere Einleitung, die damit begann, dass Konversationskärtchen überflüssig seien, solange es Filme gibt, über die sich leidenschaftlich und hitzig diskutieren lässt. Abgesehen davon, dass die Überleitung ziemlich austauschbar klingt (lies: hinkt) und Gesprächsthemenwahl auf Basis vorgefertigter Stichworte grundsätzlich höchst verwerflich ist, hatte dieser Vergleich zwei Probleme: Erstens hielt er sich für cleverer, als er tatsächlich war. Zweitens fiel mir ein, dass ich mir die Mühe eines eloquenten Aufbaus sparen konnte, wenn ich mich statt dessen in simple Obskurität stürzte. Wie es der Zufall so will, sind dies auch die Makel, die METROPIA zu Fall bringen.

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Dead Space: Downfall.

Bitte weiterscrollen, hier gibt es nichts zu sehen. Der einzige Grund, warum ich auch nur ansatzweise auf die Idee kam, mir DEAD SPACE: DOWNFALL anzusehen, ist meine hingebungsvolle Liebe zu dem gleichnamigen 3rd Person Shooter DEAD SPACE, dessen Erscheinen dieser Anime 2008 begleitete. Von mehr als einer Marketingmaßnahme kann hier allerdings nicht die Rede sein, denn für sich genommen besteht dieses Machwerk keine 2 Minuten, bevor es in seiner eigenen Minderwertigkeit verglüht.

DEAD SPACE: DOWNFALL ist in jeglicher Hinsicht eine Katastrophe, die technisch nicht einmal als Bonusmaterial überzeugen könnte. So wäre der Stil, gemessen an anderen Anime-Filmen, schon 1998 zeichnerisch veraltet gewesen. Aus jener Zeit sind mir jedenfalls  Produktionen bekannt, die trotz überschaubarem Budget das hier Gezeigte bei weitem übertreffen.

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Coraline.

Mit dem Stichwort »morbide Filmästhetik« assoziiert die breite Masse zweifelsfrei Weirdmeister Tim Burton. Ein weiterer Name, wenn auch mit geringerem Bekanntheitsgrad und einem für die Filmindustrie eher ungesunden Verhältnis zwischen Schaffenszeit und Projektanzahl, ist Henry Selick. Mit seinem unvergessenen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS hatte er 1993 einen nachhaltigen Beitrag zur Animationsfilmgeschichte geschaffen, danach aber nicht mehr an dessen Erfolg anknüpfen können. CORALINE, sein neuestes Werk, ist ein Animationsfilm eben dieser Art, der statt gerenderter Figuren samt makelloser Anatomie und glatten Kurven die krude Stofflichkeit und den schrägen Charme eines Puppenspiels bevorzugt.

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