Coraline.
Wednesday, February 10th, 2010
Mit dem Stichwort »morbide Filmästhetik« assoziiert die breite Masse zweifelsfrei Weirdmeister Tim Burton. Ein weiterer Name, wenn auch mit geringerem Bekanntheitsgrad und einem für die Filmindustrie eher ungesunden Verhältnis zwischen Schaffenszeit und Projektanzahl, ist Henry Selick. Mit seinem unvergessenen NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS hatte er 1993 einen nachhaltigen Beitrag zur Animationsfilmgeschichte geschaffen, danach aber nicht mehr an dessen Erfolg anknüpfen können. CORALINE, sein neuestes Werk, ist ein Animationsfilm eben dieser Art, der statt gerenderter Figuren samt makelloser Anatomie und glatten Kurven die krude Stofflichkeit und den schrägen Charme eines Puppenspiels bevorzugt.
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Nimmt man als Maßstab, wie schwer es war, den Film im Verleih in die Finger zu bekommen, muss WALL-E auch jetzt noch ein Riesenerfolg sein. Und wie viele andere, heiß begehrte Filme erreicht auch dieser nicht ganz die Höhen, auf die der Hype die Erwartungsmesslatte gelegt hatte. Selbiges gilt für den allseits gelobten Kurzfilm PRESTO, dem ich wenig abgewinnen konnte.
Yeah, I know. Lange genug hat es gedauert. Die penetrante Werbekampagne ist verdrängt, der Film so gut wie vergessen, endlich Gelegenheit also, sich Jerry Seinfelds animiertes Baby halbwegs unvoreingenommen anzusehen. Die Frage, die sich schon nach wenigen Minuten aufdrängt: Reicht es heute noch aus, einfach nur »putzig« zu sein? Und kann ein Film, der wenig anders als »ANTZ mit Bienen« darstellt, überhaupt – here comes the pun – noch einen Stich machen?