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	<title>The AcidBar &#187; comedy</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>OSS117 &#8211; Lost in Rio.</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 15:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[OSS117 &#8211; LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/oss117-lost-in-rio/"><img class="alignnone size-full wp-image-3021" title="OSS 117 - Lost in Rio." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/OSS_117_Lost_in_Rio_poster.jpg" alt="" width="180" height="233" /></a>OSS117 &#8211; LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige Maß an Chuzpe verleiht, um dem Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken, wo viele andere Parodien eine Bauchlandung machen würden.</p>
<p><span id="more-3020"></span></p>
<p>Der Humor der Fortsetzung ist dabei etwas weniger kindisch geraten, was fast ein wenig schade ist, denkt man z.B. an den Lichtschalter im Hühnerstall. Dafür sind die Dialoge bissiger und pointensicherer, was nötig war und dankend angenommen wird. Auch die Aussetzer des Protagonisten gerieten diesmal noch eine Idee peinlicher, was weiter zur Erheiterung beiträgt.</p>
<p>Die »französische Arroganz« kann natürlich nur im Originalton funktionieren. Hier verleiht die Synchronisation dem gesamten Film unweigerlich eine andere Note, weshalb dringend angeraten ist, Untertitel einer Synchronisation vorzuziehen, und sei es nur, um den Klang der Sprache zu genießen.</p>
<p>Im Bezug auf eingangs genannte Ähnlichkeit klaue ich nun beim Fazit einfach dreist bei mir selbst: OSS17 ist auch in seiner zweiten Inkarnation kein großer Wurf, aber sehr solide Unterhaltung, die mit mindestens drei richtig großen Lachern aufwarten kann. In anderen Parodien finden sich deutlich weniger.</p>
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		<title>Men who stare at goats.</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 14:53:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Solch eine schöne Idee, so viele verpasste Gelegenheiten. Kaum ein Film in letzter Zeit versprach einen vergleichbar hohen Unterhaltungswert, nur um dann derart zu enttäuschen. Bereits der Titel klang nach einer herrlich exzentrischen Komödie, womöglich im Stil eines BURN AFTER READING, in jedem Fall aber abseits dessen, was einem derzeit sonst so als Komödie verkauft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/men-who-stare-at-goats/"><img class="alignnone size-full wp-image-3015" title="men-who-stare-at-goats-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/men-who-stare-at-goats-poster.jpg" alt="" width="180" height="266" /></a>Solch eine schöne Idee, so viele verpasste Gelegenheiten. Kaum ein Film in letzter Zeit versprach einen vergleichbar hohen Unterhaltungswert, nur um dann derart zu enttäuschen. Bereits der Titel klang nach einer herrlich exzentrischen Komödie, womöglich im Stil eines BURN AFTER READING, in jedem Fall aber abseits dessen, was einem derzeit sonst so als Komödie verkauft wird. Als der erste Trailer auf die Massen losgelassen wurde, bestätigte sich dieser Eindruck und ließ Großes Ahnen: Schräges Thema, kruder Humor, tolle Bilder, große Darsteller. Was konnte da schon schief gehen?<br />
<span id="more-3014"></span><br />
Leider vermag der eigentliche Film weit weniger zu überzeugen. Die Trennung in die zwei parallel verlaufenden Handlungsstränge (Gegenwart / Vergangenheit) schadet letztlich beiden Ebenen, da keine davon echte Kraft aufzubauen vermag. Dies wirkt sich insbesondere auf die Stimmung aus, die erst nicht richtig in die Gänge kommen will, dann immer wieder Rückschläge erfährt und schließlich, beim großen Finale, zu wenig etabliert ist um den Zuschauer in den gezeigten Taumel einzusaugen. Selbst das &#8211; im Rahmen einer solchen Handlung legitime &#8211; Voiceover von Ewan McGregor bleibt somit als eher störendes Element präsent und vergrößert noch die Distanz, die man gegenüber Figuren und Geschehen verspürt. Auch das Ende, dass mit ausuferndem Schlusskommentar noch eine Positionsbestimmung versucht, verpufft wirkungslos, da die Figur, der es sich widmet, nie ein echtes Profil bekommen hat. Auch hinsichtlich dieses Details sei noch einmal eingangs erwähnter Coen-Film aufgeführt, dem es auf kongeniale Weise gelang, sein buntes Treiben mit einem erzählerischen Rahmen zu versehen und dieses abschliessend souverän zu beenden.</p>
<p>MEN WHO STARE AT GOATS hat zweifelsohne einige gelungene Ideen, nette Gags und zitierfähige Sprüche parat, doch gerade die Präsenz von Altmeister Jeff Bridges erinnert schmerzlich daran, um wie viel schöner schräge Geschichten sein können, wenn Drehbuch und Regie gut Hand in Hand arbeiten. Wenn Bridges, wie auch im Trailer zu sehen, von einem Hausdach springt , dabei die bereit gestellten Matten verfehlt und sich daraufhin in bester Lebowski-Manier stöhnend auf dem Boden wälzt, ist das auf skurrile Weise viel sympathischer als der Großteil der Gags, die von den beiden Hauptdarstellern transportiert werden. Und genau darin liegt das Problem eines Films, dessen Macher offenbar viel zu konservativ waren, um eine derart subversive Geschichte zu erzählen.</p>
<p>So unfair und anmaßend es auch klingen mag: Als Coen-Film wäre MEN WHO STARE AT GOATS eine Offenbarung gewesen. In den Händen eines verhältnismäßig unerfahrenen Regisseurs wie Grant Heslov verfehlt der Film sein Potenzial um Welten.</p>
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		<title>Zombieland.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 19:07:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es hätte so schön werden können. Nachdem das Revival der Zombie-Filme seinen Höhepunkt überschritten und sich die Welle der qualitativ minderwertigen Nachahmer längst am Publikum gebrochen hatte, kam ZOMBIELAND daher, um dem Trend ein würdiges, massentaugliches Ende zu setzen. Es wusste von dieser Bestimmung vielleicht nichts, aber von meiner Warte aus standen die Sterne günstig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/09/zombieland/"><img class="alignnone size-full wp-image-2928" title="Zombieland_Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/Zombieland_Poster.jpg" alt="" width="180" height="251" /></a>Es hätte so schön werden können. Nachdem das Revival der Zombie-Filme seinen Höhepunkt überschritten und sich die Welle der qualitativ minderwertigen Nachahmer längst am Publikum gebrochen hatte, kam ZOMBIELAND daher, um dem Trend ein würdiges, massentaugliches Ende zu setzen. Es wusste von dieser Bestimmung vielleicht nichts, aber von meiner Warte aus standen die Sterne günstig. Was danach noch folgen mochte, so meine Überzeugung, würde man getrost vergessen können &#8211; genau wie die Zombiefilme, die vor dem  2004er-Remake von DAWN OF THE DEAD niemanden interessierten. Und nein, ich habe 28 DAYS LATER nicht vergessen, ich ignoriere ihn bloß.</p>
<p><span id="more-2927"></span></p>
<p>Was dann aber kam, war ein nettes Filmchen, das zwar zu unterhalten wusste, in punkto schwarzer Humor und anarchischer Witz aber weit, weit hinter meinen Erwartungen zurück blieb. Keine Frage, die Inszenierung machte Spaß, zeigte aber auch einen eklatanten Mangel an Mut, das Außergewöhnliche zu wagen. Statt es hier und da richtig krachen zu lassen, wurden die bekannten Elemente zitiert und leicht ironisch aufbereitet. Auffällig hierbei war vor allem, wie wenig echte Sympathiepunkte die jungen Darsteller für sich verbuchen konnten. Woody Harrelson wirkte dem zwar bereitwillig entgegen, der Mangel an Pep auf der anderen Seite ließ die Funktion seiner Rolle aber gleichzeitig allzu transparent werden.</p>
<p>ZOMBIELAND ist, und das darf auch gern als Kompliment gewertet werden, ein Zombiefilm für die ganze Familie. Es ist aber auch ein Sonntagsausflug des Genres, an dem man viel zu sehr auf Harmonie bedacht war, um das notwendige Maß an Biss an den Tag zu legen. So blüht dem Genre wohl nicht der eingangs heraufbeschworene Abgang mit Stil, sondern das Schicksal seiner namenlosen Stars:</p>
<p>Ein schleichender, nicht enden wollender Tod.</p>
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		<title>Where the buffalo roam.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 18:55:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gut 18 Jahre bevor Johnny Depp in Terry Gilliams &#8220;Fear and Loathing in Las Vegas&#8221; den berühmten Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson auf höchst unterhaltsame Weise porträtierte, gab es einen Film mit dem wenig mitreißenden Titel &#8220;Where the buffalo roam&#8221;, der sich ebenfalls Thompsons Eskapaden widmete.  Hauptdarsteller war ein junger, aufstrebender Schauspieler, der sich mit seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/09/where-the-buffalo-roam/"><img class="alignnone size-full wp-image-2923" title="where_the_buffallo_roam" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/where_the_buffallo_roam.jpg" alt="" width="180" height="256" /></a>Gut 18 Jahre bevor Johnny Depp in Terry Gilliams &#8220;Fear and Loathing in Las Vegas&#8221; den berühmten Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson auf höchst unterhaltsame Weise porträtierte, gab es einen Film mit dem wenig mitreißenden Titel &#8220;Where the buffalo roam&#8221;, der sich ebenfalls Thompsons Eskapaden widmete.  Hauptdarsteller war ein junger, aufstrebender Schauspieler, der sich mit seinen Auftritten bei Saturday Night Live bereits einen guten Namen gemacht hatte, und 4 Jahre später als Geisterjäger unsterblich werden sollte: Bill Murray.<br />
<span id="more-2920"></span></p>
<p>Der mittlerweile ziemlich in Vergessenheit geratene Streifen konzentrierte sich weniger auf den weltbekannten Roman, der die erstgenannte Verfilmung betitelt, sondern versuchte sich an einem etwas umfassenderen Blick auf die Kultfigur Thompson. Dazu wurden einige repräsentative Momente und Lebensphasen mit fiktiven Elementen angereichert und zu einer fragmentarischen Pseudo-Biografie aufbereitet. Die so entstandene Mischung huldigt der Legende zwangsläufig mehr als dem Menschen, präsentiert aber dennoch ein breiteres Spektrum als Gilliams Fassung.</p>
<p>Das Ergebnis ist &#8211; besonders für heutiges Publikum &#8211; trotzdem eher irritierend als befriedigend, da ohne Hintergrundwissen kaum erfassbar ist, welche Teile des kruden Geschehens ernst gemeint und in ähnlicher Form passiert sein könnten, und wie viel von Thompsons Leben der Film effektiv beschreiben soll. Die Inszenierung wirkt zudem über weite Strecken wie ein Theaterstück und vermag keine rechte Eigendynamik aufzubauen. Dass man dem Film darüber hinaus auch technisch sein Alter deutlich anmerkt, muss wohl nicht extra erwähnt werden.</p>
<p>All das ist allerdings nur bis zu einem gewissen Grad als Mängelrüge anzusehen. Schafft man es, sich an die Erzählweise und den eigenwilligen Tonfall zu gewöhnen, vermag der Film durchaus einen Eindruck seines Protagonisten zu vermitteln.</p>
<p>Somit ist WHERE THE BUFFALLO ROAM zumindest eine interessante Annäherung an einen Mann, dessen  Denken und Handeln schon Zeit seines Lebens vielen Menschen gänzlich unverständlich schienen. Eine Verbeugung vor einem rücksichtslosen Genie, die aber mehr filmhistorische Relevanz als echten Unterhaltungswert hat.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Inglorious Basterds.</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 08:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon alles gesagt. Damit muss man ja quasi eine Kritik zu diesem Film, die jetzt erst kommt, beginnen. Nichts, was man noch hinzufügen könnte, kein Blickwinkel, der nicht auf mehr Niveau, als mir möglich ist, bis ins Detail ausgeleuchtet wurde. Alles schon gesagt. Sogar dieser Ausdruck, der auf seine Weise selbst verlogen ist, dient er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/07/10/inglorious-basterds/"><img class="alignnone size-full wp-image-2899" title="inglourious_basterds_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/inglourious_basterds_poster.jpg" alt="" width="180" height="254" /></a>Schon alles gesagt. Damit muss man ja quasi eine Kritik zu diesem Film, die jetzt erst kommt, beginnen. Nichts, was man noch hinzufügen könnte, kein Blickwinkel, der nicht auf mehr Niveau, als mir möglich ist, bis ins Detail ausgeleuchtet wurde.</p>
<p>Alles schon gesagt. Sogar dieser Ausdruck, der auf seine Weise selbst verlogen ist, dient er doch lediglich als Alibi, sämtlichen Anspruch auf Objektivität und Vollständigkeit hinsichtlich der Berichterstattung über Bord zu werfen.</p>
<p>Wie gut, dass es sich bei diesem Eintrag nicht um eine Kritik handelt, sondern um blanke Polemik, genährt durch eine befremdliche Mischung aus Ekel und Frustration. Denn so unterhaltsam wie INGLORIOUS BASTERDS ist, so sehr muss man sich wundern, was hier von Volk und FSK als Entertainment dankend durchgewunken wurde.</p>
<p><span id="more-2896"></span><br />
Was haben wir also hier? Zum Einen, zweifelsfrei: einen echten Tarantino. Denn hier tut er mal wieder das, was er am Besten kann: Endlose, aber hochgradig unterhaltsame Dialoge schreiben, die dann zu einem dünnen, aber niemals langweiligen Plot zusammen gestückelt und mit ein paar Referenzen angereichert werden. Das gelingt auch diesmal wunderbar. Obwohl der Film nicht ganz so zitierbar ist wie Tarantinos frühere Werke, lässt er doch jede Menge toller Momente entstehen, die ihre Wirkung über den Abspann hinaus halten. In diesem Zusammenhang muss natürlich augenblicklich Christoph Waltz erwähnt werden, der den Film derart beherrscht, dass man kitschig sagen darf: Ohne sein Zutun wäre der Streifen verzichtbar. Was Waltz in seinen Szenen leistet, die nicht ohne Grund länger und unterhaltsamer sind als die von Pitt, ist mehr als beachtlich und in jedem Fall das Geld für eine Kinokarte oder DVD wert.</p>
<p>Soviel zum Guten. Doch wie der Film folgt auch diese Kritik gewissen Klischees und Konventionen: Wenn mit dem Positiven begonnen wird, folgt unweigerlich ein längerer, kritischer Teil.</p>
<p>Für mich persönlich endete der Spaß in der Szene, in der Eli Roth als »Bear Jew« einen deutschen Offizier mit einem Baseballschläger zu Tode prügelt. Im aktuellen Mainstream-Kino suchen diese paar Minuten ihresgleichen. Jede Sekunde, von der Inszenierung von Roth über den kurzen Dialog bis zur eigentlichen Ermordung, ist grauenvoll und abstoßend. Das wäre vollkommen in Ordnung, womöglich sogar lobenswert, sprächen wir hier von einem Drama, einer Tragödie oder einem Thriller. Wir reden aber von einem Film, der weder sich noch sein Thema ernst nimmt, einem gewalt- und effekttrunkenen Partyfilm, der in etwa das selbe Verhältnis zu Mord und Totschlag hat wie 300 oder SIN CITY.</p>
<p>Und während einer der Helden, angefeuert von seinen Kameraden, auf einen wehrlosen Kriegsgefangenen eindrischt, frage ich mich, ob ich ebenso empfinden würde, wenn in den Credits ein anderer Regisseur aufgeführt wäre. Einer, der nicht mit KILLBILL bewiesen hätte, dass ihm jegliches Gefühl für Zwischentöne abhanden gekommen ist, und der für einen Effekt allein jegliche Moral über Bord wirft. Ich frage mich, ob es mich weniger stören würde, wenn es nicht der Regisseur des unsäglichen HOSTEL wäre, der den Schläger hält, und von seinem Kumpel als Archetyp für jüdisches Selbstbewusstsein inszeniert wird.</p>
<p>Die Frage ist natürlich akademisch und lässt sich nicht beantworten, da die Erkenntnis unweigerlich lauten müsste, dass es in diesem Fall wohl generell ein komplett anderer Film geworden wäre. Ein einfaches Gemüt dürfte den Kritikern sogar entgegen halten, dass dieser Moment, in dieser Form, der Klarstellung der »Basterds« als Anti-Helden dienen soll. Die Szene wären jedoch allein nicht Grund genug, so ausführlich angesprochen zu werden, wäre sie nicht auch der Auslöser für weitere Fragen. Sie ist der Kern des Übels, der erkennen lässt, welche Überlegungen sich aufdrängen, wenn man einmal kurz aus dem Moment gerissen wird:</p>
<p>Man darf infrage stellen, ob die Figuren diesmal mehr sind als Abziehbilder aus einer 90er-Jahre Kaugummiverpackung. Ob die spannenden Momente wirklich dem Drehbuch, oder vielleicht doch  mehr den Darstellern zu verdanken sind, die bis auf wenige Ausnahmen durch die Bank brillieren. Tarantino zeigt, was er kann, wenn er seine Akteure ihr Bestes geben lässt &#8211; aber auch wenn er jenen, die nicht viel vermögen, kein Quäntchen Leistung entlockt.</p>
<p>Des weiteren sollte man sich fragen, WER da einem WAS als cool verkaufen möchte. Man sollte sich fragen, ob unter den Leuten, die jene Szenen mit Schmunzeln, Gelächter oder Szenenapplaus adeln, nicht auch jene sind, die angesichts von Horrorfilmen und Ego-Shootern die Nase rümpfen. Man sollte sich fragen, ob jene, die sich diesen Film kaufen und wiederholt zelebrieren, nicht genauso schlimm sind wie Leute, die allen Ernstes mehrfach für einen Film wie Avatar bezahlen. Tarantino ist, mit all seinen Macken, Mainstream. Doch wenn dies Mainstream ist, warum dann Verbote und Indizierungen? Wenn dieser Film eine 16er-Freigabe bekommen kann, warum dann überhaupt noch FSK?</p>
<p>Aber es ist ja alles nur Spaß. Es ist ja alles zu grotesk, zu überdreht, man meint das ja nicht ernst. Genau. Ironie ist die Totschlagattitüde unserer Generation. Mögen sich Menschen mit eigener Meinung aufregen und ereifern; jedes wohl durchdachte Argument muss unweigerlich an dem scheitern, was gelassene Verfechter als subversiven Spaß etikettieren. Genau wie jede Kritik zwangsläufig von dem Spruch »Tarantino mache Filme, die er selbst sehen möchte, Filme, die ihm Spaß machen« ausgebremst werden soll, obwohl dabei verkannt wird, dass sich öffentliches Erzählen immer an dem messen lassen muss, was als wertig gilt. Angesichts all der Gewalt möchte man ein Auge, das ununterbrochen zwinkert, selbst mit einem Faustschlag schließen.</p>
<p>Für jene, die nun fragen, wo bitte der Unterschied zur Ohr-ab-Szene in RESERVOIR DOGS liegt, sei ergänzend erwähnt: Genannte Szene in INGLORIOUS BASTERDS trägt nichts zur Handlung, nicht einmal zur Dynamik zwischen den Figuren bei. Sie ist einfach nur geschmacklos. Hätte man sie aus dem Film entfernt oder weniger menschenverachtend inszeniert, es wäre nicht aufgefallen. Bemerkenswert ist lediglich, dass es auch in diesem Film wieder in erster Linie <em>ein</em> versierter Darsteller ist, der die <em>wirklich</em> handlungsrelevanten Szenen über den Durchschnitt rettet.</p>
<p>BASTERDS glaubt von sich, cool genug zu sein, um damit durchzukommen. Dass er damit offenbar recht hatte, finde ich in gleichem Maße ärgerlich wie bedenklich. Was der Film kommuniziert, ist: Solange man Spaß dabei hat, ist alles erlaubt. Mit seiner unterhaltsamen Inszenierung verschleiert er letztlich aber nur, wie menschenverachtend das Geschehen eigentlich ist. Gewöhnlich wird ein solcher Film ab 18 freigegeben &#8211; mit gutem Grund. Aber bei einem Tarantino ticken die Uhren ja ein wenig anders.</p>
<p>INGLORIOUS BASTERDS ist Tarantino in Bestform, mit all seinen Stärken und Schwächen. Wer sich an oben erwähnten Faktoren nicht stört, bekommt ein actionreiches Schauspiel mit einigen grotesken Momenten und überaus unterhaltsamen Situationen geboten. Wer mit KILLBILL und Co nicht glücklich wurde, und Gewalt nicht per se unterhaltsam findet, sollte sich dem Streifen nur mit äußerster Vorsicht nähern.</p>
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		<title>Kalender girls.</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 10:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rund um die Jahrtausendwende, offenbar zu einer Zeit, als in gewissen Bevölkerungsgruppen ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität und Harmonie herrschte*, schafften es eine Reihe von Filmen auf die Leinwände mittlerer bis kleinerer Säle, die man herablassend als &#8220;Dorfkomödien&#8221; bezeichnen könnte. Filme wie LANG LEBE NED DEVINE und GRASGEFLÜSTER setzten auf frechen, aber leicht verdaulichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/09/kalender-girls/"><img class="alignnone size-full wp-image-2796" title="calendar_girls" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/calendar_girls.jpg" alt="" width="180" height="266" /></a>Rund um die Jahrtausendwende, offenbar zu einer Zeit, als in gewissen Bevölkerungsgruppen ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität und Harmonie herrschte*, schafften es eine Reihe von Filmen auf die Leinwände mittlerer bis kleinerer Säle, die man herablassend als &#8220;Dorfkomödien&#8221; bezeichnen könnte. Filme wie LANG LEBE NED DEVINE und GRASGEFLÜSTER setzten auf frechen, aber leicht verdaulichen Humor sowie schrullige Charaktere, die in ländlichem Setting von charmant verrunzelten Darstellern verkörpert wurden.<br />
Das kam gut an und wurde beinahe zu einem cineastischen Même, dessen Ausläufer noch Jahre später spürbar waren. Selbst heute  beschert der Wunsch nach Landidylle und Culture Clash Komödien Filmen wie dem mies übersetzten WILLKOMMEN BEI DEN SCH&#8217;TIS noch ein dankbares Publikum. Nüchtern betrachtet war CHOCOLAT jedoch der einzige Vertreter der &#8220;gentle comedies&#8221;, der dank großer Namen und süßem Thema nachhaltig Freude bereiten konnte. Selbst dieser findet heute jedoch bestenfalls noch in Frauenzeitschriften und Fernsehprogrammen Erwähnung.</p>
<p><span id="more-2790"></span></p>
<p>KALENDER GIRLS gehört zu eben dieser Sorte Film, war aber damals (2003) schon fast ein Nachzügler. Sieht man ihn sich heute an, muss man zugeben, dass er weniger gut gealtert ist als seine Darsteller. Die komplett konfliktbefreite Story über eine Gruppe Hausfrauen, die für einen guten Zweck einen erotischen Kalender publizieren, in dem sie selbst die Models sind, plätschert mit einer Gelassenheit vor sich hin, die schon beinahe weh tut. Sämtliche Ansätze, die über die ach so drollige Prämisse hinausgehen, werden kurz angesprochen und dann links liegen gelassen. Dabei wären gerade Themen wie familiäre Spannungen in diesem Kontext &#8211; wenn nicht interessant &#8211; dann doch zumindest eigenständige Facetten abzugewinnen gewesen. Statt dessen begnügt sich das Drehbuch, die rüstigen Damen nach Hollywood zu schicken &#8211; ein Besuch, der sich die ganze Zeit über wie eine Montage anfühlt &#8211; und den dort &#8220;eskalierenden&#8221; Egotrip der Hauptdarstellerin (Helen Mirren) kurz darauf mit einem Blick und einem Lächeln wieder abzutun.</p>
<p>Was man aus dem Film für sich mitnehmen kann, ist die Erkenntnis, dass Helen Mirren in jeder Rolle cool wirken kann &#8211; was nach SHADOWBOXER aber sowieso niemand mehr in Frage stellen wird &#8211; und dass eine coole Sau wie Philip Glenister immer sympathisch wirkt, egal ob er einen chauvinistisch-bulligen Loner wie DCI Gene Hunt in Life on Mars oder &#8211; in diesem Fall &#8211; einen schüchternen, zurückhaltenen Hobbyfotografen spielt.</p>
<p>Außerdem in einer Nebenrolle: Ciarán Hinds (ROME, HALLAM FOE, THERE WILL BE BLOOD), dessen Charaktergesicht und Präsenz zu keiner Sekunde genutzt werden, der aber wenigstens der Rolle des verständnisvollen, wenn auch wenig begeisterten Gatten jene Authentizität verleiht, die ein Film wie dieser unbedingt benötigt, um wenigstens grundlegend zu funktionieren. Dass Männer in diesem Film ansonsten bestenfalls als kleine Widersacher oder große Kinder zur Verfügung stehen, untermauert den Eindruck, dass der KALENDER GIRLS lediglich für eine sehr spezielle, kleine Zielgruppe gemacht wurde.</p>
<p>Freunden des Genres bleibt zu hoffen, dass solche Filme in noch einmal 10 bis 20 Jahren jenen Unterhaltungswert zugesprochen bekommen, den man heute alten Heinz-Erhardt-Streifen und Lümmel-Filmen zugesteht. Wahrscheinlicher scheint, dass sie bis dahin in Vergessenheit geraten sein werden. In diesem Fall: Good riddance.</p>
<p><em>*Wann das nicht der Fall ist, vermag ich nicht zu sagen.</em></p>
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		<title>Zack &amp; Miri make a porno.</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 12:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Was hat dich bloß so ruiniert?&#8221;, hörte man es vor Kurzem aus dem Lager der Kritiker schallen, nachdem Kevin Smiths missratene Komödie COP OUT ihre Pressevorstellungen absolviert hatte. Im Falle von ZACK &#38; MIRI MAKE A PORNO müsste man eher &#8220;Warum ist mit dir nichts passiert?&#8221; rufen. So schmerzlich, wie der Film Esprit vermissen lässt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/02/zack-and-miri-make-a-porno/"><img class="alignnone size-full wp-image-2745" title="Zack And Miri Make A Porno Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/zackandmiri1.jpg" alt="" width="105" height="160" /></a>&#8220;Was hat dich bloß so ruiniert?&#8221;, hörte man es vor Kurzem aus dem Lager der Kritiker schallen, nachdem Kevin Smiths missratene Komödie COP OUT ihre Pressevorstellungen absolviert hatte. Im Falle von ZACK &amp; MIRI MAKE A PORNO müsste man eher &#8220;Warum ist mit dir nichts passiert?&#8221; rufen. So schmerzlich, wie der Film Esprit vermissen lässt, muss man sich nämlich fragen, ob man hier noch von einer künstlerischen Entwicklung reden kann, oder ob es sich einfach um einen unbedeutenden Lückenbüßer handelt, der auf die komplette Filmographie des Regisseurs gerechnet keinerlei Relevanz hat. Anders gesagt: Es scheint an der Zeit, sich einzugestehen, dass Kevin Smiths Filme  nicht zu  kennen keine Bildungslücke mehr darstellt.</p>
<p><span id="more-2740"></span></p>
<div id="attachment_2746" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/zackandmiri2.jpg" rel="lightbox[2740]"><img class="size-full wp-image-2746" title="Was meinst du, Schatz, bekommt sie den Fußball da wieder raus?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/zackandmiri2.jpg" alt="" width="460" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Genau so hatte ich mir das &#39;Zimmer mit Aussicht&#39; vorgestellt.&quot;</p></div>
<p>Was ist also passiert? Kevin Smith war immer witzig, und die kleine Komödie über die beiden Sandkastenfreunde Zack &amp; Miri, die aus finanzieller Not heraus entschließen, einen Porno zu drehen, ist genau seine Kragenweite. Entsprechend liefert Smith, unterstützt vom wie immer sympathischen Spiel von Elizabeth Banks und Seth Rogen, einige wirklich solider Lacher ab, die trotz Smiths infantiler Ader genug Charme versprühen, um sich von den oftmals nur peinlichen Genre-Kollegen abzuheben. Dass Smith auch diesmal nicht ohne Kot-Kalauer auskommt, ist zu bedauern, aber auch nicht wirklich überraschend. Genauso wenig wie der Plot, der dermaßen formelhaft verläuft, dass es schon fast beschämt, ihn anzusprechen.</p>
<p>Das Problem liegt darin, dass es dem Ganzen an jenem anarchistischen Geist mangelt, der CLERKS und MALLRATS damals auszeichnete und genau jene Note anschlug, die die Komödien der 90er weitgehend vermissen ließen. Sicher spielt hier auch die Thematik eine Rolle. Internet und Porno sind längst im Mainstream angekommen und werden entsprechend überall thematisiert. Nerds und Geeks gelten längst als en vogue, sind vielleicht nicht unbedingt cool, als Träger humoristischer Eskapaden aber in keinem Fall mehr innovativ. Wenn also Zack auf Amazon Sexspielzeug bestellt, ist das bestenfalls noch einen Schmunzler wert, im schlimmsten Fall banales Product Placement.</p>
<p>Mit ZACK &amp; MIRI wird klar: Kevin Smith wurde von eben jenem Zeitgeist überholt, den er einst mit geprägt hat. Die Generation, der er angehört, ist im Begriff, ihn hinter sich zu lassen.  Das ist einerseits traurig, andererseits unumgänglich. Es bleibt zu hoffen, dass er sich als Nächstes endlich eine Comicverfilmung vorknöpft bzw. vorknöpfen darf. Dort wäre sein Talent wahrscheinlich besser aufgehoben.</p>
<p>Ein viel zu netter Film, der gerade deshalb hinter den Erwartungen zurückbleibt.</p>
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		<title>Sherlock Holmes.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 14:26:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Astreine Buddy-Action mit Robert Downey Jr. und Jude Law &#8211; man muss sich ja bereits vor dem ersten Griff in die Popcorn-Tüte die Finger lecken. Wäre da nicht der Haken mit dem Titel. Der erste Trailer zu SHERLOCK HOLMES hatte mehr von einem bösen Omen als einer freudigen Verheißung. Zwar sah die Inszenierung brillant aus, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/14/sherlock-holmes/"><img class="alignnone size-full wp-image-2708" title="Sherlock Holmes Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_0.jpg" alt="" width="105" height="153" /></a>Astreine Buddy-Action mit Robert Downey Jr. und Jude Law &#8211; man muss sich ja bereits vor dem ersten Griff in die Popcorn-Tüte die Finger lecken. Wäre da nicht der Haken mit dem Titel. Der erste Trailer zu SHERLOCK HOLMES hatte mehr von einem bösen Omen als einer freudigen Verheißung. Zwar sah die Inszenierung brillant aus, aber erstens ist das in einem Werbetrailer vortäuschbar und zweitens biss sich das Gezeigte mit vielem, das man gewöhnlich mit dem Meisterhirn assoziiert.</p>
<p><span id="more-2706"></span></p>
<div id="attachment_2709" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_1.jpg" rel="lightbox[2706]"><img class="size-full wp-image-2709" title="Holmes konnte schon immer schwer &quot;Nein&quot; sagen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_1.jpg" alt="" width="460" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">Die Casting-Shows werden auch immer derber.</p></div>
<p>Der Knackpunkt ist: Man muss die neue Interpretation erleben, um zu entdecken, mit wie viel Liebe und Respekt sich der Figur genähert wurde. So sind zahlreiche Elemente und Charaktere, die auch die ikonisierte Version des Meisterhirns auszeichnen, auch hier vorhanden, was die abschweifenden Actionszenen verzeihlich macht. Letztere wurden zudem sinnvoll genutzt, um Holmes brillante Auffassungsgabe in den Eye-Candy-Bereich zu transferieren. Anstatt bloß in vornehmen Salons über seine Entdeckungen zu referieren, benutzt Action-Holmes sein geschultes Auge, um durch gezielte Attacken im Nahkampf über seine Gegner zu triumphieren. Eine tolle, auch nicht aus der Luft gegriffene, Idee, die gleich zu Anfang eingeführt wird und einen guten Teil der Bedenken, der Intellekt könnte zu kurz kommen, zerstreut.</p>
<p>Diese Herangehensweise resultiert in einem weiteren interessanten Effekt: die Übernahme der verschiedenen Merkmale (Verkleidungstalent, Drogenabhängigkeit, Violinenspiel, großes Interesse an Chemie) gibt der Figur eine gefühlte Tiefe und Komplexität, die das Drehbuch eigentlich nicht bietet. Hätte es sich bei Holmes also um eine Neuerfindung gehandelt, hätte man den Autoren vorwerfen können, ihrer Figur derart viele Eigenschaften und Fähigkeiten anzudichten, ohne diese ausreichend zu erklären oder zu legitimisieren. So aber nimmt man deren Erwähnung erfreut zur Kenntnis, akzeptiert „dass es so ist“ und stürzt sich trotz banaler Handlung in die liebevoll inszenierten Actionszenen, ohne sich um eine erzählerische Basis betrogen zu fühlen.</p>
<p>Dass dies so funktioniert, ist nicht allein der Regie und der Spielfreude, die Downey Jr. und Law an den Tag legen, zu verdanken. Was einem hier an musikalischer Untermalung und ideenreicher Kameraarbeit auf Ohren und Augen gezaubert wird, verdient Beachtung und besondere Erwähnung. Alles wirkt stimmig und doch einfallsreich genug, um aufzufallen. Ebenso die Sprache, die gerade weit genug auf die Epoche eingeht, um interessant zu wirken, ohne gleich anzustrengen oder überkandidelt zu wirken. Hardcore-Anglophile und Holmes-Fanatiker werden sicher einiges zu kritisieren finden, als Abwechslung zum üblichen Actionfilm-Einerlei funktioniert es aber prächtig.</p>
<div id="attachment_2710" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_2.jpg" rel="lightbox[2706]"><img class="size-full wp-image-2710" title="Die Mutter aller neuzeitlichen Männerfreundschaften." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/holmes_2.jpg" alt="" width="460" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Man knobelt, prügelt, gratuliert - so feiern echte Kumpel.</p></div>
<p>Ein »Aber&#8230;« bleibt: Trotz (oder, wie immer, wegen) seiner stilistischen Eigenständigkeit kann sich SHERLOCK HOLMES nicht aus der allgegenwärtigen Eskapismus-Front lösen. Ungeachtet seiner eher düsteren Stilistik und smarten Präsentation zeigt Richie lediglich eine prall mit Magie und Feuerwerk gefüllte Welt, die nach sehr einfachen Regeln funktioniert. Eine Welt, in der man jeder Figur die Gesinnung vom Gesicht lesen und die Guten auf einen Blick von den Bösen trennen kann. Es scheint unwahrscheinlich, dass die versprochene Fortsetzung hier subtilere Pfade einschlägt. HARRY POTTER, AVATAR, PERCY JONES, THE MUMMY und Konsorten lässt dieses Spektakel aber dennoch mühelos im Rinnstein stehen.</p>
<p>Ein spaßiger Abenteuerfilm, der seine Zuschauer nicht für vollkommen blöde hält.<br />
Der derzeit heißeste Anwärter auf die INDIANA-JONES-Thronfolge.</p>
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		<title>Bronson.</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/06/bronson-movie-review/"><img class="alignnone size-full wp-image-2623" title="BRONSON" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson1.jpg" alt="bronson1" width="104" height="148" /></a>Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? Letzteres muss Ziel gewesen sein, was auch &#8211; beginnend im grandiosen Trailer – gerne deutlich gemacht wurde. Doch gerade im Vergleich mit Kubricks Klassiker zeigt sich, welches Dilemma dem Film letztlich echte Relevanz verwehrt.</p>
<p><span id="more-2620"></span></p>
<div id="attachment_2621" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2621" title="&quot;Raten Sie mal welche Stelle ich gestern zu rasieren vergessen habe!&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" alt="Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt." width="460" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt.</p></div>
<p>Charles Bronson, der mit bürgerlichem Namen Michael Petersen hieß, ist zweifellos eine interessante Figur. Von dem ungeklärten, im Film mit dem Wunsch nach Berühmtheit abgehandelten Trieb abgesehen, der einen Mann in solch ein Leben drängt, zeigt sich das Besondere vornehmlich im Detail, wie zum Beispiel dem Umstand, dass Bronson trotz diverser Geiselnahmen und mindestens einem Mordversuch doch kein pathologischer Mörder war. Auf der anderen Seite ist die hohe Gewaltbereitschaft, das rigorose Training kombiniert mit der völligen Missachtung des eigenen, leiblichen Wohlergehens kaum anders als mit einer ordentlichen Psychose zu erklären.</p>
<p>Der bislang eher auf Actionfilme abonnierte Regisseur Nicolas Winding Refn versuchte, diese Mischung aus Gewalt und Irrsinn mit den &#8211; eben auch aus CLOCKWERK ORANGE bekannten &#8211; Elementen zu inszenieren und so beim Zuschauer Faszination für die Figur zu wecken. Ein Voice-Over der Hauptfigur führt durchs Geschehen und gibt Einblicke in das vermeintliche Weltbild des Protagonisten. Bunte Farben und eine historisch korrekte, jedoch stark stilisierte und überspitzte Ausstattung und Garderobe sorgen für den visuellen Verfremdungseffekt. Hinzu kommt noch die bekannte Unterlegung von Gewaltszenen mit einem antithetisch gestalteten und aus zeitgenössischen Songs zusammengestellten Soundtrack.</p>
<div id="attachment_2622" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2622" title="Dieser Raum ist nicht groß genug für mein Ego." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" alt="Im Frühtau, die Berge, sie zieh'n, fallera..." width="460" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Im Frühtau, die Berge, sie ziehn, fallera...</p></div>
<p>All die Zutaten für einen Kultfilm sind also vorhanden, dennoch verkommt das Ergebnis trotz brillanter Theater-Einlagen, in denen Bronson in Clown-Maske die Episoden seines Lebens anmoderiert, zu reiner Unterhaltung. Ein richtiges Erschrecken, die Nachhaltigkeit eines echten Konventionsbruchs, die innerliche wie gesellschaftliche Kontroverse einer wahrlich provokanten Vision, will sich nicht so recht einstellen. Somit ist BRONSON gerade durch den Mangel an Eindruck, den er in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 hinterlassen wird, ein Kommentar auf den kulturellen und sozialen Zustand unserer Gesellschaft, und sollte uns durchaus zu denken geben.<br />
Für sich genommen ist der 90-Minüter aber nur ein leicht befremdlicher, sporadisch kreativer Spaß mit einigen tollen Einfällen, interessanter Optik und einem Hauptdarsteller, der mit seinem Spiel im Alleingang transportiert, was das Drehbuch vergeblich zu vermitteln versucht.</p>
<p>Wer Tom Hardy, unsere aktuelle Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiederbelebung des MAD MAX Franchise, in absoluter Höchstform sehen will, kommt an BRONSON nicht vorbei. Wer sich ernsthaft für die Person Michael Petersen interessiert, wird gut unterhalten, schlussendlich aber enttäuscht.</p>
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		<title>Radio Rock Revolution.</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 16:16:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schließt ein waschechter Gute-Laune-Film eine erwähnenswerte Handlung aus? Im Falle von RADIO ROCK REVOLUTION aka THE BOAT THAT ROCKED aka PRIATE RADIO, ist die Antwort ein klares »Ja«. Die Geschichte, wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte, ist kaum der Rede wert: Eine Gruppe charismatischer Chaoten betreibt auf hoher See einen Piratenradiosender, dessen Treiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/04/radio-rock-revolution/"><img class="alignnone size-full wp-image-2616" title="Radio Rock Revolution / Pirate Radio / The Boat That Rocked." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/Radio_Rock_Revolution_1.jpg" alt="Radio Rock Revolution / Pirate Radio / The Boat That Rocked." width="104" height="147" /></a>Schließt ein waschechter Gute-Laune-Film eine erwähnenswerte Handlung aus? Im Falle von RADIO ROCK REVOLUTION aka THE BOAT THAT ROCKED aka PRIATE RADIO, ist die Antwort ein klares »Ja«. Die Geschichte, wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte, ist kaum der Rede wert: Eine Gruppe charismatischer Chaoten betreibt auf hoher See einen Piratenradiosender, dessen Treiben die stockkonservativen Regierungsvertreter, allen voran Sir Alistair Dormandy (Kenneth Branagh)  und sein Lakai Twatt (Jack Davenport), mit allen Mitteln Einhalt gebieten wollen.</p>
<p><span id="more-2614"></span></p>
<div id="attachment_2617" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/Radio_Rock_Revolution_2.jpg" rel="lightbox[2614]"><img class="size-full wp-image-2617" title="Und nebenbei definiert der Film das Horrorgenre neu." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/Radio_Rock_Revolution_2.jpg" alt="DAS ist es, was ein blindes Huhn tatsächlich findet. Einen fetten Hahn." width="460" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">DAS ist es, was ein blindes Huhn tatsächlich findet. Einen fetten Hahn.</p></div>
<p>Jegliches Tun und Lassen der Antagonisten spielt sich dabei auf einem ähnlichen Niveau und mit vergleichbarem Tiefgang ab wie das der Lehrer in den »Lümmel«-Filmen oder einer Highschool-Serie wie Parker Lewis. Man muss schon das richtige Alter oder ein nostalgische Ader haben, um viel Freude daran zu haben, wenn die Coolen stets und primär deshalb triumphieren, weil sie cool sind, nicht aufgrund dessen, was sie tun, und die Spießer sich arg ärgern, wenn sie den Coolen nichts anhaben können, obwohl sie es auch nicht wirklich versuchen. Beizeiten wirkt es fast, als habe der Festland-Part des Films gar keinen Bezug zum Hochsee-Teil, den ein echter Konflikt findet gar nicht statt. Wichtig ist nur der Spaß, den die Musikrebellen auf ihrer schwimmenden Kommune haben, und der Abgleich mit der Tristesse, in der die Spaßverderber vegetieren.</p>
<p>Diese Unschuld, die man auch Naivität nennen kann, sollte man eilig wiederentdecken, wenn man an THE BOAT THAT ROCKED Gefallen finden will. Andernfalls drängt sich die Erkenntnis auf, dass es nur solange witzig und interessant ist, anderen beim feiern zuzusehen, wie man sich nicht daran erinnert, das man auch feiern gehen und selbst etwas erleben könnte, anstatt vor dem Fernseher zu sitzen.</p>
<p>Zeit, das Ruder ein Stück weit herum zu reißen. Glücklicherweise gibt es drei Aspekte, die das Boot bis zum furiosen Finale vor dem Untergang retten. Zum einen natürlich der Soundtrack, der den gesamten Film dominiert und in seinen besten Momenten sogar Dialoge überflüssig macht. Zahl und Spektrum der Lieder sind gigantisch, der Soundtrack umfasst nicht umsonst 2 CDs, die komplett ohne Instrumental-Score auskommen. Des weiteren und in nicht minder erschlagender Fülle versetzt die Zahl bekannter Gesichter in Freude und Erstaunen. Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Nick Frost und Chris O&#8217;Dowd legen eine Spielfreude an den Tag, die immer wieder für den Mangel an Dimension im Bezug auf die Figuren entschädigt. Zu guter Letzt entstehen durch die Verbindung der beiden vorangegangenen Faktoren durchaus ein paar Szenen, die in lebhafter Erinnerung bleiben, und dem Film somit eine Nachhaltigkeit verleihen, die er eigentlich nicht haben dürfte.</p>
<p>Ob ein echtes Nachempfinden des besonderen Charmes und der kulturellen Bedeutung, die Radio damals innewohnte, auf Seiten des Zuschauers möglich ist, wird durch dessen Alter, Musikgeschmack und Vorbildung entschieden werden. Für sich genommen ist THE BOAT THAT ROCKED ein netter Feelgood-Movie, der, wenn er einen nicht sofort vereinnahmt, trotz all der schrägen Typen und durchaus witzigen Szenen jedoch eher wie ein zu lang geratenes Werbevideo für den beachtlichen Soundtrack wirkt.</p>
<p>Unterm Strich? Ein Musikfilm, den man mögen, ja sogar dafür lieben kann, was er ist, der aber bei nüchterner Betrachtung keiner Kritik stand hält. Im Zweifelsfall selber eine 60er-Jahre-Party schmeißen und je nach Bekanntenkreis Film oder Soundtrack dazu laufen lassen. Macht in jedem Fall mehr Spaß.</p>
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