RED

Ach, Comicverfilmungen: Prügelknaben der Dünnbrettbohrer. Kein anderes Genre provoziert mehr undifferenzierten Mist, zum einen seitens der Filmstudios, vor allem aber auch seitens Kritikern und Kinogängern. Selbst wenn Letztere dem Genre zugeneigt sind, kann man häufig nur den Kopf schütteln und an das alte Sprichwort vom Lob des Narren denken. Es überrascht dann auch nicht, wenn solche »Cineasten« bei der Erwähnung von ROAD TO PERDITION, AMERICAN SPLENDOR und A HISTORY OF VIOLENCE die Augenbrauchen hochziehen. Comicverfilmung, echt? Ja, echt. Depp.

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Despicable me

Will wirklich noch jemand eine Rezension zu einem Animationsfilm lesen? Und was noch viel wichtiger ist: will ich eine schreiben? Welche Überraschungen kann man dem Leser bieten, ohne ins Abstruse abzurutschen, besonders wenn der Film, um den es geht, selbst nur wenige Überraschungen bereit hält? Die Grundidee, einen archetypischen Superfiesling als Protagonisten für eine herzerwärmende Geschichte über Familie und den weichen Kern in jedem von zu verwenden, ist nett, verrät ihre Höhe- und Wendepunkte aber zu einem guten Teil im Trailer. Und selbst wenn es jemandem gelungen sein sollte, die Teaser weiträumig zu umschiffen, lässt sich der Verlauf der Geschichte so präzise vorhersagen wie die Wahrscheinlichkeit, in einer Folge der Schlümpfe weiße Mützen zu sehen.

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A Serious Man

Das wird jetzt ein wenig weh tun. Vor allem meiner Reputation. Und meiner Überzeugung, ein Coen-Fan zu sein. Denn A SERIOUS MAN läuft in meinem Kino der emotional behafteten Kalauer unter dem Titel »A TEDIOUS FILM«. Es ist nicht leicht, darüber zu schreiben, was mir gefiel – denn davon gab es wenig. Nähern wir uns dem Film deshalb von einer anderen Seite. Beginnen wir auf einem Allgemeinplatz.

Zu den seltenen und eher fragwürdigen Freuden eines Filmfans gehört, sich mit Oscarnominierten anzulegen. Das kann viel Ärger mit sich bringen, besonders wenn es sich dabei um einen Kandidaten wie die Coen-Brüder handelt, die nicht nur – und vollkommen zu Recht – Kultstatus genießen, sondern bei den Academy Awards auch regelmäßig leer ausgehen. Dies mag nicht verwundern, wenn man die Kompromisslosigkeit bedenkt, mit der sie ihre Themen und Geschichten wählen. Dennoch schmerzt es mich als überzeugten Anhänger ihrer Werke, diesmal aus voller Überzeugung zu verkünden, dass A SERIOUS MAN mein Rohrkrepierer des Quartals war.

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The Expendables

Guter Trash, das muss selbst ich als Kostverächter eingestehen, ist eine Kunstform für sich. Das zeigt sich spätestens dann, wenn ein Film versucht, trashig zu sein, und dabei eine Bauchlandung hinlegt. Besonders fade wird es, wenn die Übung in Selbstironie 10 bis 20 Jahre zu spät kommt. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass beides auf THE EXPENDABLES zutrifft.

Die Rechnung war ja denkbar einfach: Man nehme ein Drehbuch für einen 80er-Jahre Actionknaller, füge ein wenig augenzwinkernden Charme hinzu, und multipliziere das Ganze mit 8. Acht Actionhelden alter Schule, von Urgesteinen wie Dolph Lundgren und Sylvester Stallone bis hin zu deren Erben Jet Li und Jason Statham, sollten mit mächtig Krawall und testosterongeladenen Einzeilern daran erinnern, was Actionfilme einst so unterhaltsam (und erfolgreich) machte.

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Little Big Soldier

Schuster, bleib bei deinem Leisten. LITTLE BIG SOLDIER funktioniert als Abenteuerfilm mit Herz genau in jenen Szenen, in denen Jackie Chan das tut, was er am Besten kann: Martial Arts mit einfachem, verschmitztem Humor anreichern. Mit dieser Einsicht lässt sich das Drehbuch leider Zeit. Der augenzwinkernde Charme des kleinen Mannes, der eigentlich kein Held sein will, hat Chan berühmt gemacht, braucht hier aber erstaunlich lange, um in die Gänge zu kommen.

Filme wie THE SHINJUKU INCIDENT  (den ich nicht gesehen habe) lassen vermuten, dass LITTLE BIG SOLDIER ein weiterer Versuch von Chan war, ein ihm wichtiges Thema oder eine ihm wichtige Geschichte mit etwas mehr Ernst zu behandeln, als die breite Masse von seinen Filmen gewohnt ist. Leider funktioniert dies nur insoweit, dass der Film ohne Chans »special sauce« wie jeder x-beliebige, asiatische Mittelalterfilm daher kommt: austauschbar und unterkühlt pathetisch.

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Kick-Ass

Das Dilemma, über KICK-ASS zu schreiben, besteht darin, dass eine Schilderung seiner Stärken zwangsläufig den Überraschungseffekt ruiniert, der den Film zu einem besonderen Erlebnis macht. Diese Behauptung basiert nicht allein auf persönlichem Empfinden. Die Reaktionen meiner Mitgucker, die von dem Film noch weniger wussten als ich, bekräftigen dies. Insofern gilt für folgende Zeilen trotz mangelnder Inhaltsbeschreibung eine durchgehende Spoilerwarnung. Wer der Meinung dieses Blogs vertraut, und KICK-ASS nicht gesehen hat, sollte morgen Abend in der Videothek stehen oder gleich den Warenkorb eines präferierten Online-Shops bestücken. Weiterlesen ist unnötig.

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Alice im Wunderland

ALICE IM WUNDERLAND hat eigentlich zwei Kritiken verdient. Weniger, weil er besonders gut oder unglaublich schlecht wäre (wobei sich beide Standpunkte mühelos vertreten lassen), sondern weil es zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen an den Film gibt, die letztlich zu eben genannten Urteilen führen.

Weil mal wieder eine Rezension auf einer positiven Note enden soll, beginnen wir mit dem Negativen:
Jeder, der sich einigermaßen lebhaft an die Buchvorlage erinnert oder – Gott bewahre – mit dieser sogar schöne Erinnerungen verbindet, wird maßlos enttäuscht. Dabei ist weniger das Problem, was alles weg gelassen oder hinzugefügt wurde, sondern wie die Elemente der Vorlage, die es in die Verfilmung schafften, letztlich umgesetzt wurden. Wie schon die Trailer zeigen, mangelt es nicht am kunterbunten Augenweiden. Dafür jedoch an Atmosphäre und Herz.

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Das Kabinett des Dr. Parnassus.

Eine der wenigen Regeln, die ich für meine Rezensionen aufgestellt und nicht zwischenzeitlich wieder verworfen habe, lautet: Kritiken ausschließlich chronologisch einstellen, also in der Reihenfolge, in der ich auch die Filme gesehen habe. Dabei geht es ein wenig um Kontext (ein Melodram wird direkt nach zwei Slashern anders abschneiden als unter seinesgleichen), sondern in erster Linie aber ums Prinzip. Filmtagebuch und so. Ab und zu bremst mich das aus, doch früher oder später bekommt jeder sein Fett weg. Kommt Zeit, kommt Wort. Luxus eines Hobbykritikers.

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