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	<title>The Midnight Screening &#187; comics</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>Super</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 10:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[3 Wochen. So lange hat es gedauert, diese Kritik fertigzustellen. Bis ich mich überwinden konnte, die endgültige Auseinandersetzung mit SUPER zu wagen. Warum? Weil ich ihn lieben möchte, und gleichzeitig hassen muss. Weil er etwas versucht, das intelligent, vielleicht sogar wichtig, ist, ohne sich dessen voll bewusst zu sein &#8211; und, was noch viel schlimmer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/10/02/super/"><img class="alignnone size-full wp-image-3886" title="super" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/super.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>3 Wochen. So lange hat es gedauert, diese Kritik fertigzustellen. Bis ich mich überwinden konnte, die endgültige Auseinandersetzung mit SUPER zu wagen. Warum? Weil ich ihn lieben möchte, und gleichzeitig hassen muss. <span id="more-3878"></span>Weil er etwas versucht, das intelligent, vielleicht sogar wichtig, ist, ohne sich dessen voll bewusst zu sein &#8211; und, was noch viel schlimmer ist, ohne dies in ausreichendem Maß dem Publikum zu vermitteln. Es ist ein Film, der die richtigen Werkzeuge wiederholt falsch einsetzt, und somit viel Potenzial verschenkt. Dafür verdient er Anerkennung und Verachtung zugleich, und in diesem Spannungsfeld der Extreme, in dem sich auch die Handlung des Films bewegt, sehe ich mich gefangen. Und deshalb geht es diesmal auch nicht komplett ohne kleine Spoiler.</p>
<p><strong>Kleine Erwartungen, große Überraschung</strong></p>
<p>Die erste Frage, die sich bereits angesichts des Trailers stellte, war, ob SUPER überhaupt notwendig sei. Nach der mehr als gelungenen Millar-Verfilmung KICK-ASS schien ein weiterer Film über einen ordinären Verlierer, der sich entschließt, ein Superheld zu werden, und mit der unbarmherzigen Realität konfrontiert wird, überflüssig. Daran änderte auch das Indie-Flair des Trailers, der gute Soundtrack und die stets sympathische Ellen Page in einer Nebenrolle wenig.</p>
<p>Wer SUPER gesehen hat, weiß, dass diese Frage schnell irrelevant wird. SUPER ersetzt nicht nur den naiv-verzweifelten Teenager durch einen erwachsenen Soziopathen, er geht auch in allen anderen Aspekten weiter als sein Konkurrent. Wer KICK-ASS für derb und respektlos hielt, kann sich bei SUPER auf eine heftige Überraschung gefasst machen, denn was dieser an Bösartigkeit und blanker Brutalität mitbringt, sollte einen Großteil der Zuschauer weit aus der Komfortzone heraus katapultieren. Das dieses “sollte” ein Problem darstellt, dazu später mehr.</p>
<p><strong>Auf die Fresse, gerne, aber muss das sein?</strong></p>
<p>Dieser Effekt, das Abkippen der harmlosen Komödie in eine wüste Gewaltorgie, wirkt selbstverständlich deutlich intensiver, wenn man lediglich den Trailer kennt. Dieser verspricht eine ironische, leicht schwarzhumorige, ansonsten aber unauffällige Komödie. Das stellenweise schlichtweg geschmacklose Schlachtfest, das SUPER in Wirklichkeit darstellt, dürfte nur von Wenigen in dieser Form erwartet worden sein. Das Problem dabei ist weniger das blanke Vorhandensein der Gewalt, sondern wie diese als komisch oder gar verzeihlich inszeniert wird.</p>
<p>Ganz gleich, wie man den Film schlussendlich bewertet, an einer Sache darf es keinen Zweifel geben: SUPER erzählt von einem schwer geistig gestörten Mann, der sich von niemand geringerem als Gott berufen fühlt, Verbrechen zu bekämpfen, und dabei selbst geringste Taten mit einer unfassbaren, widerlichen Brutalität ahndet, die bei schwerer Körperverletzung beginnt und bei einem Massenmord endet. Punkt.</p>
<p>Es sollte nicht erwähnt werden müssen, dass der Film in dem Augenblick aufhört, eine reine Komödie zu sein, als der Protagonist einen Handtaschendieb mit einer Rohrzange krankenhausreif schlägt. Oder der Freundin eines Proleten, der sich in die Schlange vor der Kinokasse drängelt, ein schweres Schädeltrauma zufügt. Oder einem Teenager, der angeblich ein Auto ruiniert haben soll, eine Glasvase im Gesicht zertrümmert wird. Und weil die Kamera immer drauf hält, bis zum bitteren Ende, bis das Leben aus den Augen des Opfers weicht, während der “Held” immer noch dessen Kopf auf den Steinboden schmettert. Das zweite “sollte”, das gleiche Problem.</p>
<p>Die Frage muss nun lauten: Wie viel Intelligenz gesteht man Drehbuchautor, Regie und Publikum zu? Und welche Relevanz hat dies für das Zusammenspiel zwischen Film und Publikum? Versucht man diese beiden Fragen zu beantworten, öffnet man gleich die nächste Büchse, ein Kaleidoskop der Fragezeichen, ein “Best of LOST”, wenn man so will.</p>
<p>Waren die Macher ernsthaft der Meinung, hier noch eine Komödie zu produzieren? Oder ist SUPER womöglich der ultimative Abgesang auf unsere Art, Entertainment zu definieren bzw. damit umzugehen? Hält er, wie jedes wirklich großartige Werk, der Welt und seinem Publikum einen Spiegel vor, indem unverblümt zeigt, wie fadenscheinig und verlogen unser Umgang mit Gewalt geworden ist? Will SUPER erreichen, dass uns das Lachen im Halse stecken bleibt, dass wir über uns selbst erschrecken, so wie es schwarzem Humor durchaus erlaubt ist? Und wenn ja, warum bleibt er dem Zuschauer ein klares Signal schuldig, was seine Intention betrifft?</p>
<p><strong>Wo das Dilemma wohnt</strong></p>
<p>Ein Beispiel &#8211; in dubio pro reo, wenn man so will: Wieso ist es vollkommen in Ordnung, Helden wie BATMAN cool zu finden? Weil die Art und Weise, wie Blockbuster inszeniert werden, Gewalt in etwas verwandelt, dass immer leicht verdaulich bleibt. Weil der Held immer nur die Bösen umbringt, wenn es nicht mehr anders geht, mit »gutem Grund«, wenn es die Handlung erlaubt, und die Bösen immer Unschuldige töten, damit wir wissen, wer die Bösen sind. Tot und Gewalt haben in diesen Geschichten stets ihre erzählerische Berechtigung, sie sind ein Mittel zum Zweck, über das man nicht nachdenkt, solange es in der gewohnten Form angewendet wird. Jeder weiß, dass Batman seine Gegner nicht tötet. Aber ist das nicht pure Augenwischerei? Ist das nicht komplett verlogen? Warum erlauben wir Batman, ein Held zu sein, der er in der Wirklichkeit nie sein könnte? Weil wir solche Helden brauchen, wie auch die Filme selbst nicht müde werden, zu betonen. Weil uns ein Batarang nicht weh tut. Weil die Kamera im FSK12-Blockbuster schnell beiseite wischt, wenn der Knüppel niedersaust, die Wirklichkeit aber keine Abblende kennt. Selbst die neueren Filme, die einen realistischeren Ansatz verfolgen, können sich nicht von diesem Erbe lösen. Sie wollen es auch gar nicht, denn solange ein Farbfilter über den Bildern liegt und vorrangig die Bösen für den Bodycount sorgen, wirkt der Gute lediglich wie ein »dunkler Ritter«. Es ist absurd.</p>
<p>Und hier liegt nun der Kern des Problems:  Wenn SUPER eine solche Botschaft hat, verlagert er sie beinahe vollständig in den Subtext. Auf diese Weise kaschiert er mit seinen Intentionen aber genau jene Aussage, die dem Publikum unbedingt vermittelt werden müsste. Somit stellt er sich auf eine Ebene mit Zombiefilmen, deren banale Sozial- und Gesellschaftskritik regelmäßig im blanken Entertainment untergeht.</p>
<p><strong>Die Herde schluckt alles</strong></p>
<p>Keine Frage: Super kann erschrecken, wenn nicht sogar verstören. Genau deshalb sollte aber klar sein, dass es ein Fehler wäre, ihn lediglich als derbe Komödie zu sehen. Das Problem ist, wie schon angedeutet, dieses “sollte”. Es ist das selbe Problem, das auch bei den INGLORIOUS BASTERDS zu wenig diskutiert wurde. Und in vielerlei Hinsicht sind diese beiden Filme miteinander vergleichbar. Das Lachen sollte einem im Halse stecken bleiben. Nur scheint das bei der Masse nicht der Fall zu sein.</p>
<p>Denn machen wir uns nichts vor: Angesichts überdreht-brachialer Gewalt und auf die breite Masse gerechnet, gehen selbst die besten Absichten im Blöken und Grunzen der Schafe und Schweine unter. Ich wähle diese Beleidigungen sehr bewusst, denn anders kann man das, was sich an einem Samstag Abend im Cineplex versammelt, häufig nicht bezeichnen. Im selben Maß, wie sich SUPER vor der Verantwortung drückt, seinem Publikum eine schallende Ohrfeige zu verpassen, bzw. ihm zu sagen, WARUM er dies tut, nimmt er es leider auch aus der Verantwortung, seine eigenen Reaktionen zu hinterfragen. Der Spiegel, den der Film seinem Publikum vorhält, ist zu stumpf, um etwas darin zu erkennen.<strong></strong></p>
<p><em>(Spoilerwarnung, die kommenden beiden Absätze bitte ggf. überspringen)</em></p>
<p>Wozu man auch tendiert, weder Film noch Publikum können aus der Verantwortung genommen werden. Ein Film, der mehr von seinem Publikum erwartet, als es leisten kann, macht sich ebenso schuldig wie ein Publikum, das nicht willens oder nicht fähig ist, zu verstehen, was es sieht, durch seine Reaktion aber eine klare Aussage trifft. Das macht SUPER zu einem Erlebnis, das in positiver wie negativer Weise einzigartig ist. Ein MANN BEISST HUND der Superheldenkomödie, wenn man so will, ein Machwerk sondergleichen. Braucht die Welt Filme wie SUPER? Sicherlich nicht. Die Welt braucht Menschen, die von Filmen wie SUPER verstört werden. Aber setzt das die Existenz eines solchen Films voraus? Neu ist diese Frage nicht.</p>
<p>Selbst wenn man eine wohlwollende Interpretation vertritt und SUPER damit eine gewisse Absolution erteilt, darf man nicht leugnen, dass er sich schlussendlich an einer essenziellen Sache schuldig macht: Inkonsequenz. Falls all die Rücksichtslosigkeit tatsächlich Mut sein sollte, dann hätte SUPER auch den Mut haben müssen, seine Geschichte in angemessener Form zu beenden. Dass er seinen Protagonisten aber nach einem Blutbad, das unzählige eindeutiger Spuren hinterlässt, in ein Happy End entkommen lässt, in dem er nicht für seinen Amoklauf zur Rechenschaft gezogen wird, ist feige und verlogen und spielt jenen Psychopathen in die Hände, die den Film als reine Komödie sehen.</p>
<p><strong>Was ist, ist, was nicht ist, ist möglich</strong></p>
<p>SUPER ist ein guter Film. Er ist voller herber Ideen und handwerklich tadellos inszeniert. Aber er hat mir nur stellenweise Spaß gemacht. Die Frage, die ich mir seitdem stelle, ist:<em> Sollte</em> er das überhaupt? So vehement ich die Frage auch verneinen und SUPER ein tadelloses Zeugnis ausstellen will &#8211; die Zweifel bleiben. Am Film. An uns, dem Publikum. Und inwieweit wir einander verstehen.</p>
<p>SUPER ist ein Film, der seine Zuschauer zu Mittätern macht, ohne sie zuvor um ihr Einverständnis zu bitten. Auch wenn ich es zuvor als Frage formuliert habe, bin ich mir doch sicher: Die Welt braucht solche Geschichten, sei es in Film, Literatur oder anderen Kunstformen. Die Frage ist nicht, ob das einem gefällt, die Frage ist, ob man sich von einem solchen Werk zum Opfer machen lassen möchte. Die Welt braucht nämlich auch Leute, die bei solch einem Film den Saal verlassen. Und wenn ich Respekt vor jenen habe, die einen solchen Affront dreist als Komödie tarnen, dann auch vor jenen, die sich weigern, an dieser Farce teilzunehmen. Wer sich dem verweigert, ist kein Spielverderber, sondern zieht eine persönliche Konsequenz aus einem unprovozierten Angriff auf das, was man mangels besserer Alternativen als guten Geschmack bezeichnen kann.</p>
<p><strong>Am Ende keine Erkenntnis</strong></p>
<p>Was wissen wir, am Ende dieser endlosen Überlegungen? Ich könnte sagen, dass ich SUPER für einen guten, vielleicht sogar hervorragenden Film halte, mir aber immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn vielleicht für schlauer halte, als er ist. SUPER stemmt sich mit Gewalt gegen jegliche Regeln, und wirft dabei eine Menge Fragen auf, ohne sie klar zu beantworten. Trägt ein Künstler die Verantwortung, nicht nur für sein Werk, sondern was es in den Augen jener, die es betrachten, darstellt? So formuliert muss die Antwort “Nein” lauten, aber es setzt voraus, einen Film wie ein Kunstwerk zu behandeln. Und dass SUPER dieses Prädikat verdient, darf angezweifelt werden.</p>
<p>In jedem Fall verdient er die Freigabe ab 18 wie kaum ein anderer Film, denn er erfordert ein gewisses Maß an Reife. Dass ein guter Teil des Publikums diesem Anspruch nicht gerecht werden wird, ist bedenklich. Wer über einen starken Magen verfügt und sich trotzdem eine gewisse Sensibilität erhalten hat, sollte ihn wahrscheinlich sehen. Eine Empfehlung behalte ich mir diesmal jedoch vor.</p>
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		<title>RED</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 10:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach, Comicverfilmungen: Prügelknaben der Dünnbrettbohrer. Kein anderes Genre provoziert mehr undifferenzierten Mist, zum einen seitens der Filmstudios, vor allem aber auch seitens Kritikern und Kinogängern. Selbst wenn Letztere dem Genre zugeneigt sind, kann man häufig nur den Kopf schütteln und an das alte Sprichwort vom Lob des Narren denken. Es überrascht dann auch nicht, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/04/17/red/"><img class="alignnone size-full wp-image-3552" title="Red" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/Red.png" alt="" width="180" height="267" /></a>Ach, Comicverfilmungen: Prügelknaben der Dünnbrettbohrer. Kein anderes Genre provoziert mehr undifferenzierten Mist, zum einen seitens der Filmstudios, vor allem aber auch seitens Kritikern und Kinogängern. Selbst wenn Letztere dem Genre zugeneigt sind, kann man häufig nur den Kopf schütteln und an das alte Sprichwort vom Lob des Narren denken. Es überrascht dann auch nicht, wenn solche »Cineasten« bei der Erwähnung von ROAD TO PERDITION, AMERICAN SPLENDOR und A HISTORY OF VIOLENCE die Augenbrauchen hochziehen. Comicverfilmung, echt? Ja, echt. Depp.<br />
<span id="more-3550"></span><br />
RED hat in der Reihe eben genannter Filme nichts verloren. Doch auch hier besteht wohl Erklärungsbedarf. Titelgebende Vorlage der Actionkomödie ist eine Miniserie von Warren Ellis. Das mag zunächst verwundern, da dieser nicht gerade für heitere Kost bekannt ist, erklärt sich aber im Vergleich, da sich die Gemeinsamkeiten beider Werke auf ein paar Panels und die Frisur des Protagonisten beschränken.</p>
<p>Nun kann man in Tiraden verfallen, warum jemand einen Titel kauft, von dem dann lediglich Fragmente übernommen werden &#8211; oder überlegen, ob man in Hollywood mittlerweile bessere Erfolgschancen hat, wenn man bei einem Pitch mit einem Bilderbuch aufkreuzt. Ebenso gut kann man sich aber eingestehen, dass das Original ein vollkommen vernachlässigbares Nebenprodukt eines Autors ist, der mit Serien wie TRANSMETROPOLITAN und FELL weitaus Bedeutenderes produziert hat. Jene Kinogänger, die sich tatsächlich aufgrund der Comicvorlage (und nicht der illustren Besetzung wegen) ins Kino verirrten, werden dieses vermutlich mit deutlich positiveren Eindrücken verlassen haben, als eine Lektüre des inhaltsarmen Comics hinterlassen hatte &#8211; vorausgesetzt, man ist kein verbitterter, alter Griesgram.</p>
<p>Womit wir gleich beim Inhalt des Films angelangt wären. Die Geschichte über CIA-Agenten im Ruhestand, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, wurde humorvoll und actionreich inszeniert, ohne dabei überdreht zu wirken oder in allzu nervige Klischees zu verfallen. Der verschmitzte Charme ist vordergründig Bruce Willis zu verdanken, zieht sich aber durch die gesamte Inszenierung, vom Drehbuch bis zur Choreografie. Dabei vergaß man nicht, die Action in regelmäßigen Abständen mit einer Prise Realismus zu würzen, wodurch die Schusswechsel tatsächlich packend bleiben.</p>
<p>Grundsätzlich sind jedoch die Darsteller die größte Stärke des Films. John Malkovich darf seinen Psychopathen aus BURN AFTER READING in grellbunter Absurdität als Comic Relief neu interpretieren, Helen Mirren darf tatsächlich einmal Oma und Killer im selben Film spielen und von Morgan Freeman erwartet ohnehin niemand mehr als ein gelassenes Lächeln, um zufrieden zu sein. Ein motivierter Karl Urban als Antagonist und ein wundervoll besetzter Love Interest in Person von Mary-Louise Parker runden die Sache ab. Letztere verdient besondere Erwähnung, da dieser Aspekt des Films schnell unglaubwürdig oder störend hätte wirken können, dank ihr aber hervorragend funktioniert.</p>
<p>Das alles ist nett und sympathisch, wirklich überzeugen kann RED jedoch mit seinen Krawalleinlagen. RED beweist, dass coole Action alter Schule auch heute noch funktionieren kann. Und er demonstriert, wie man CGI klug einsetzt, ohne das es störend auffällt. Besonders ein hervorragend choreografierter Stunt im Rahmen einer Verfolgungsjagd hat es mir angetan, soll hier aber aus naheliegenden Gründen nicht näher beschrieben werden. Manchmal, soviel sei gesagt, genügt eine Sekunde, um eine Szene erinnerungswürdig zu machen.</p>
<p>Nicht zu kurz, nicht zu lang, nicht zu laut, nicht zu dröge &#8211; RED ist eine runde Sache, die sporadisch an den Charme alter Klassiker wie LETHAL WEAPON erinnert, dabei aber durchaus zu einer eigenen Stimme findet. Ob das auch in der derzeit diskutierten Fortsetzung funktioniert, bleibt abzuwarten, für einen netten Filmabend macht man hier aber definitiv keinen Fehler. Wer mit modernem Actionkino Marke CRANK nicht warm wird, sollte in jedem Fall zugreifen.</p>
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		<title>Kick-Ass</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 12:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Dilemma, über KICK-ASS zu schreiben, besteht darin, dass eine Schilderung seiner Stärken zwangsläufig den Überraschungseffekt ruiniert, der den Film zu einem besonderen Erlebnis macht. Diese Behauptung basiert nicht allein auf persönlichem Empfinden. Die Reaktionen meiner Mitgucker, die von dem Film noch weniger wussten als ich, bekräftigen dies. Insofern gilt für folgende Zeilen trotz mangelnder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/02/20/kick-ass/"><img class="alignnone size-full wp-image-3446" title="kickass" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/02/kickass.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Das Dilemma, über KICK-ASS zu schreiben, besteht darin, dass eine Schilderung seiner Stärken zwangsläufig den Überraschungseffekt ruiniert, der den Film zu einem besonderen Erlebnis macht. Diese Behauptung basiert nicht allein auf persönlichem Empfinden. Die Reaktionen meiner Mitgucker, die von dem Film noch weniger wussten als ich, bekräftigen dies. Insofern gilt für folgende Zeilen trotz mangelnder Inhaltsbeschreibung eine durchgehende Spoilerwarnung. Wer der Meinung dieses Blogs vertraut, und KICK-ASS nicht gesehen hat, sollte morgen Abend in der Videothek stehen oder gleich den Warenkorb eines präferierten Online-Shops bestücken. Weiterlesen ist unnötig.</p>
<p><span id="more-3444"></span>Den Unbeirrbaren will ich an dieser Stelle deshalb Antwort auf jene Frage geben, die sonst zwangsläufig in den Kommentaren erscheinen würde. Nein, ich habe die Comicvorlage, das Original von Mark Millar, nicht gelesen. Und ja, wenn ich WANTED mit seiner Verfilmung vergleiche, liegen vermutlich auch Welten zwischen KICK-ASS und seiner Adaption. Im Gegensatz zur WANTED-Verfilmung, die für sich genommen viel zu uninspiriert daherkam, kann KICK-ASS jedoch sehr gut für sich alleine stehen.</p>
<p>Dies verdankt er nicht nur den guten &#8211; und vor allem gut gecasteten &#8211; Darstellern, sondern dem Mut seiner Macher, einen auf den ersten Blick uramerikanischen Film so frech, derbe und rücksichtlos zu erzählen, wie es in dieser Form kein (mir bekannter) vergleichbarer Film gewagt hat. Was als leicht überdrehter Jugendfilm daherkommt, entpuppt sich als absolut erwachsenes Vergnügen, das bei mir ungefähr den Effekt erzielte, den INGLORIOUS BASTERDS auf die breite Masse hatte. Kleine Zugeständnisse an den Mainstream gilt es, wie immer, zu ertragen. Doch wer sich eingesteht, dass es wohl kaum ein Thema gibt, das amerikanischer ist als Superhelden in Leder- und Spandex-Anzügen, der wird auch fähig sein, ein Auge zuzudrücken.</p>
<p>Hinzu kommt, dass der Film sogar einer Betrachtung standhält, die sich vom Humor distanziert und die Botschaft des Films in Frage stellt. Denn auch wenn dieser Aspekt keine Rollen spielen mag, freut es zu sehen, dass die Tür nach beiden Seiten schwingt und der überwiegend schwarze Humor auch dem Anspruch gerecht wird, sein Thema nicht nebenbei zu verharmlosen. Tatsächlich bleibt stellenweise ein bitterer Beigeschmack zurück, der dem Film letztlich aber sehr gut zu Gesicht steht. Dass er dem Film nichts von seiner Kraft nimmt, spricht erneut für Regie, Drehbuch und Darsteller. Aaron Johnson (Chatroom) sollte man definitiv im Auge behalten, und Chloe Moretz ist der eine Funke Hoffnung, den man für das Remake von LET THE RIGHT ONE IN hegen darf.</p>
<p>Großartige Unterhaltung und &#8211; für Uninformierte &#8211; eine riesen Überraschung: KICK-ASS ist endlich mal ein Film, dem es gelingt, derb zu sein, ohne dabei allzu oberflächlich zu werden und fortwährend an die niederen Instinkte zu appellieren, wie es so viele Komödien unserer Zeit tun.</p>
<p>Mein Feel-Good-Movie des Monats.</p>
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		<title>Iron Man 2</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 11:22:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ach, der Reiz des Neuen, er ist ja so vergänglich. Nicht einmal Superhelden sind darüber erhaben. Sicher, der zweite Batman nach dem Reboot war ein Knaller, aber was wird wohl los sein, wenn der dritte Teil ins Kino kommt? Hysterischer als bei THE DARK KNIGHT kann man ja kaum mehr werden. Weiß noch irgendwer, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/12/11/iron-man-2/"><img class="alignnone size-full wp-image-3337" title="Iron Man 2" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/12/iron_man_2_poster.jpg" alt="" width="180" height="253" /></a>Ach, der Reiz des Neuen, er ist ja so vergänglich. Nicht einmal Superhelden sind darüber erhaben. Sicher, der zweite Batman nach dem Reboot war ein Knaller, aber was wird wohl los sein, wenn der dritte Teil ins Kino kommt? Hysterischer als bei THE DARK KNIGHT kann man ja kaum mehr werden. Weiß noch irgendwer, was im dritten Teil von X-MEN passiert ist? Ernsthaft? Oder bei SPIDER-MAN? Ich hab das alles vergessen. Auch IRON MAN hat diese Belastungsprobe noch vor sich. Mit einem Sequel, das noch nicht allzu muffig riecht, kann er sich jedoch noch halbwegs entspannt zurücklehnen.</p>
<p><span id="more-3334"></span>Halbwegs, denn ein echter Kracher ist auch die Fortsetzung nicht. Richtig gelesen, »auch«. Ungeachtet der beachtlichen Einspielergebnisse und freundlichen Kritiken, die der erste Teil für sich gewinnen konnte, empfand ich bereits die Entstehungsgeschichte mit dem mühsam drangekitteten Mini-Plot als wenig mitreißend und beizeiten massiv idiotisch, selbst an den Standards gemessen, die einem solchen Helden zwangsweise anhaften. Die knackige Inszenierung und die tollen Effekte sorgten dafür, dass der Film trotzdem Laune machte, in guter Erinnerung blieb er mir damit aber nicht.</p>
<p>Der zweite Teil ändert an diesem Erfolgsrezept wenig. Die Handlung wirkt erneut massiv konstruiert, hektisch und beizeiten so unsicher, dass man sich schon sehr auf Downeys Genuschel konzentrieren muss, dessen Charme und kesse Dialogzeilen einen Großteil der Sympathiepunkte für sich verbuchen können. Das gilt bis zu einem gewissen Grad auch für Sam Rockwell und Mickey Rourke, die hier die Finsterlinge geben, und die man ganz entspannt hassen darf, ohne dass es anstrengend wird. Auf der Heldenseite sieht es leider anders aus, da Samuel L. Jackson als Nick Fury, Scarlett Johanssen als Black Widow und Gwyneth Paltrow als Iron-Man-Sidekick nie mehr als stichwortgebende Staffage sind, und aus ihrer Leinwandzeit entweder nichts machen dürften &#8211; oder konnten. Dabei wird durchaus viel gequasselt, was manche stören mag, mir angesichts der an Autismus grenzenden One-Liner-Kollektionen, die einem sonst als Actionkino serviert werden, aber recht gut gefallen hat. Den Namen des netten Herrn nachzuschlagen, der die übrigen 10% des Tony-Start-Ersatzgewissens ausmacht und später in den zweiten Anzug schlüpft (IRON MAN 2 &#8211; get it? Brillant!), ist die Mühe hingegen kaum wert. Ich würde jetzt gern von einer »blassen Performance« reden, das ist aber wahrscheinlich politisch inkorrekt, und damit muss man ja mittlerweile wirklich aufpassen.</p>
<p>Positiv fällt auch auf, dass dank der abgehakten Entstehungsgeschichte nun mehr Zeit für Aufbau und Inszenierung der Gegenspieler blieb, die mit Sam Rockwell und Mickey Rourke auch wirklich schön besetzt wurden. Mit einem Endkampf, der meiner Ansicht nach den des ersten Teils um Längen schlägt, läuft die Fortsetzung trotz erzählerischer Mängel gleichauf mit ihrem Vorgänger auf der Zielgeraden ein. Welcher der beiden letztlich den Pokal bekommt, ist dann eine Frage der Interpretation und des persönlichen Geschmacks.</p>
<p>Ohne eine hohe Erwartungshaltung vermag IRON MAN 2 in mancherlei Hinsicht vielleicht sogar besser zu unterhalten als der erste Teil. Dass der Raum, der durch den abgeworfenen Ballast frei wurde, nicht besser genutzt werden konnte, ist bedauerlich. Wer ihn nicht schon gesehen hat, darf aber bedenkenlos zugreifen: Der Blechmann macht auch im Heimkino ordentlich Spaß. Für den dritten Teil sollte man sich jedoch mal was Neues überlegen.</p>
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		<title>Solomon Kane.</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 12:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie ein Modelleisenbahnfan, ein Zauberkünstler oder ein Kunstspucker lernt der Comic-Connoisseur früh damit zu leben, für seine Leidenschaft belächelt zu werden. Daran haben auch die vielen, teils sehr erfolgreichen Comic-Verfilmungen der letzten 10 Jahre wenig geändert. Was ist ein ROAD TO PERDITION, ein AMERICAN SPLENDOR, ein FROM HELL oder ein IMMORTAL (wie man sie finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/11/06/solomon-kane/"><img class="alignnone size-full wp-image-3201" title="Solomon Kane" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/11/solomon_kane.jpg" alt="" width="180" height="235" /></a>Wie ein Modelleisenbahnfan, ein Zauberkünstler oder ein Kunstspucker lernt der Comic-Connoisseur früh damit zu leben, für seine Leidenschaft belächelt zu werden. Daran haben auch die vielen, teils sehr erfolgreichen Comic-Verfilmungen der letzten 10 Jahre wenig geändert. Was ist ein ROAD TO PERDITION, ein AMERICAN SPLENDOR, ein FROM HELL oder ein IMMORTAL (wie man sie finden mag, mal beiseite) gegen SPIDER-MAN, IRON MAN und die X-MEN, gegen 300 oder ein SIN CITY? Am Ende des Tages geht es den Comic-Verfilmungen wie manchen Frauen (und diversen Männern): Sie werden für Ihr Aussehen geschätzt, nicht für ihren Charakter und ihr Talent respektiert. Daran ändert auch ein WATCHMEN oder ein V FOR VENDETTA wenig.</p>
<p><span id="more-3199"></span>Einen alten Liebhaber freut es demnach immer noch, wenn ein Film den Weg ins Kino schafft, dessen Hauptaugenmerk nicht auf Explosionen und hautengen Lederwaren liegt. SOLOMON KANE platzierte sich im Vorfeld gefühlt irgendwo zwischen HELLBOY und VAN HELSING. So gesehen ist der Streifen eine Punktlandung.</p>
<p>Doch wo die Mitte liegt, ist stets das Mittelmaß nicht weit, und dieses holt SOLOMON KANE über seine Laufzeit hinweg so erbarmungslos ein wie der Protagonist seine Widersacher. Inszenierung, Darsteller (James Purefoy, Max von Sydow, Pete Postlethwaite, Rachel Hurd-Wood) und Set-Design sind solide, lassen kaum Langeweile aufkommen und profitieren von ein paar kleinen Höhepunkten im sonst so drögen Mittelteil, wie beispielsweise Kanes Zwischenstop in einer verfallenen Kirche / Kapelle. Gerade gegen Ende hin vermisst man aber eine echte Steigerung von Spannung und Atmosphäre. Auch wenn sich das Drehbuch redlich bemüht, kommt man nicht umhin, sich um ein richtiges Finale betrogen zu fühlen, Bossmonster hin oder her. Die stark religiöse Prägung der Geschichte wird ebenfalls nicht jedem gefallen. Da man diese jedoch schon der ursprünglichen Vorlage von Robert E. Howard ankreiden darf, soll sie hier nicht in die Wertung einbezogen werden.</p>
<p>Dass SOLOMON KANE den unterirdischen VAN HELSING (der ihm angeblich das Kostüm-Design klaute) trotz seiner Schwächen um Längen schlägt, muss nicht explizit erwähnt werden. Er läuft aber auch mit selben Abstand hinter HELLBOY in die Zielgerade ein. Von allem ein wenig, doch von allem ein wenig zu wenig, bleibt SOLOMON KANE nette Abendunterhaltung, die nicht länger nachhallt als der einsame Heldenschwur eines Kriegers im winterlichen Wald.</p>
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		<title>Watchmen.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 08:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/watchmen/"><img class="alignnone size-full wp-image-2991" title="watchmen-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/watchmen-poster.jpg" alt="" width="180" height="268" /></a>Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der Verfilmung eines dieser Werke zu halten, selbst wenn diese fassbarer und zugänglicher scheint.</p>
<p>Dass FROM HELL nicht an die Klasse seiner Vorlage heranzureichen vermag, scheint weitestgehend Konsens zu sein. Der V FOR VENDETTA ging zwar viel der eben erwähnten Symbolik und Vielschichtigkeit verloren, die Verfilmung funktionierte aber für sich genommen sehr gut. Ähnlich verhält es sich nun bei WATCHMEN. Man mag im Abgleich mit dem Graphic Novel Änderungen kritisieren und generell viel vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass der Verfilmung irgendetwas<em> fehlt</em>.</p>
<p><span id="more-2989"></span>WATCHMEN ist wie eine gute Collectors Edition. Aufwändig verpackt, offensichtlich teuer produziert, schick anzusehen und voller Dinge, die nicht lebensnotwendig sind, dem Fan (in spe) aber viel Freude bereiten können. Gepaart mit dem eigentlichen Plot, der über jeden Zweifel erhaben sein sollte, sowie einer Darstellerriege, die für ein erfreulich ernsthaftes Casting spricht, wird aus der Comicverfilmung ein cineastisches Bonbon, in dem gekonnt Substanz und Optik zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. So bleibt als einziges Manko die Ironie, dass die vielen Sonder- und Sammlereditionen, in denen die DVD auf den Markt geworfen wurde, mehr verwirren als erfreuen.</p>
<p>WATCHMEN ist Popkultur »at its finest« &#8211; großes, glänzendes Kino, das Eingeweihten wie Neulingen gerecht wird. Feine Sache.</p>
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		<title>Punisher: War Zone</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 11:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst wenn ich Gefahr laufe, mit dieser Aussage jegliche Glaubwürdigkeit im Hinblick auf anspruchsvolles Kino zu verlieren: PUNISHER: WAR ZONE ist nicht übel. PUNISHER: WAR ZONE, nie gehört? Kein Wunder. Im Gegensatz zur ersten Verfilmung mit Thomas Jane hat dieser Quasi-Nachfolger es nicht in die hiesigen Kinos, ja bislang noch nicht einmal in die deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/26/punisher-war-zone/"><img class="alignnone size-full wp-image-2247" title="punisher0" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/punisher0.jpg" alt="punisher0" width="104" height="154" /></a>Selbst wenn ich Gefahr laufe, mit dieser Aussage jegliche Glaubwürdigkeit im Hinblick auf anspruchsvolles Kino zu verlieren: PUNISHER: WAR ZONE ist nicht übel. PUNISHER: WAR ZONE, nie gehört? Kein Wunder. Im Gegensatz zur ersten Verfilmung mit Thomas Jane hat dieser Quasi-Nachfolger es nicht in die hiesigen Kinos, ja bislang noch nicht einmal in die deutschen Videotheken geschafft, denn nach kurzer Ankündigung verschwand er zunächst spurlos von den Ankündigungslisten. Mittlerweile ist vom Herbst dieses Jahres die Rede, genaueres weiß man nicht. Entsprechend kostspielig war es, ihn dennoch zu sehen zu bekommen, und ich will ehrlich sein und gebe deshalb zu, dass sich die Mühe aktuell für 90% des potentiellen Publikums nicht lohnen würde. Klingt widersprüchlich? Das hat seinen Grund.<br />
<span id="more-2244"></span></p>
<div id="attachment_2248" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-2248" title="&quot;Wenn das mein 3 Wochen alter Sohn ist, wieso riecht er dann nach Aftershave?&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/punisher1.jpg" alt="&quot;Schwester, Sie sagten doch Sie hätten seine Fingernägel gestutzt.&quot;" width="460" height="306" /><p class="wp-caption-text">&quot;Schwester, Sie sagten doch Sie hätten ihm die Fingernägel gestutzt.&quot;</p></div>
<p>Zunächst einmal kann man kaum sicher sein, ob es allein die herben Gewaltszenen waren, die der Veröffentlichung im Weg standen. Angesichts von Filmreihen wie SAW scheint es kaum möglich, andererseits ist die Sensibilität für Gewaltorgien (insbesondere mit Schusswaffen) bedingt durch die Computerspielverbot-Debatte derzeit wieder auf einem Hoch. PUNISHER: WAR ZONE fällt zudem von den ersten Szenen an durch gnadenloses Overacting auf, und scheut sich auch nicht, dabei stellenweise in schrägen Humor abzurutschen.</p>
<p>Diese Attitüde, gepaart mit einem entsprechenden Soundtrack, wird die einen so sehr abstoßen wie sie die anderen begeistern mag. Ob es der Verleih auch deshalb mit der Angst bekam, lässt sich nicht sagen. Sicher ist, dass man hierzulande nicht mit einer ungeschnittenen Version rechnen sollte. Die Brutalität, die an den Tag gelegt wird, ist keinesfalls mehr massenkompatibel und liegt deutlich über dem Genredurchschnitt.</p>
<div id="attachment_2249" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-2249 " title="Drei Fünftel einer Boygroup, die der Konkurrenz so richtig in den Hintern treten könnte." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/punisher2.jpg" alt="Darsteller in Actionfilmen sind stets der Sprechtextmenge nach positioniert." width="460" height="270" /><p class="wp-caption-text">Darsteller in Actionfilmen sind stets der Gage nach positioniert.</p></div>
<p>So unangenehm es mir ist, es zuzugeben: Genau dies macht den Film aber sehenswert. Während die Thomas-Jane-Version eine weichgespülte, blutleere Hollywood-Aufwärmpackung war, die nicht zu vermitteln verstand, worin die Faszination und Attraktivität einer solchen Figur begründet liegt, macht Regisseurin Lexi Alexander deutlich, was Frank Castle von seinen Kollegen unterscheidet. Superman, Batman, Spider-Man, die X-Men, sie alle stecken ihre Gegner ins Gefängnis, und töten  nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Der Punisher bringt seine Gegner um. Alle. Ausnahmslos.</p>
<p>Das ist der Albtraum eines jeden Humanisten, appelliert aber eben auch an das in vielen Menschen verankerte, hoch emotionale Verlangen nach einer Gerechtigkeit, die keine Gnade, aber klare Fronten kennt, nach einer Welt, in der keine Grautöne und keine Kompromisse existieren und das Böse mit der selben Rücksichtslosigkeit bekämpft werden kann, die es selbst praktiziert. PUNISHER: WAR ZONE trifft die Figur diesbezüglich perfekt, und ist somit im Hinblick auf Vorlagentreue ein Vorzeigebeispiel. Hinzu kommt, dass man in den Zuschauerrezensionen nicht selten einen Satz liest, der in gewissem Sinne einen Ritterschlag darstellt: Ray Stevenson IST der Punisher. Auch das lässt sich nicht leugnen.</p>
<div id="attachment_2250" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-2250" title="Ray Stevenson als Punisher. I was sold from second one." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/punisher4.jpg" alt="Best. Casting. Ever." width="460" height="238" /><p class="wp-caption-text">Best. Casting. Ever.</p></div>
<p>Was wir also haben &#8211; bzw. noch nicht haben &#8211; ist ein inhaltlich höchst fragwürdiger Actionfilm, der aber punktgenau sein Thema trifft. PUNISHER – WAR ZONE spricht die moralischen Probleme zwar am Rande an, Sinnkrise des Protagonisten inklusive, gibt sich aber wenig Mühe darüber hinweg zu täuschen, dass dies nur einen willkommenen Ersatz für die ansonsten kaum vorhandene Handlung darstellt.</p>
<p>Auch wenn ich Ray Stevenson gerne mal in der Hauptrolle in einem Film sehen würde, der sich uneingeschränkt empfehlen lässt: PUNISHER – WAR ZONE liefert genau das, was man sich als Kenner der Vorlage wünscht, und doch kaum zu erfragen wagt: Knüppelharte, geradlinige und kompromisslose Action mit hohem Bodycount und haarsträubenden Shootouts, wie man sie sich von MAX PAYNE gewünscht hätte und nicht bekommen hat. Mit 14 wollten wir genau so sein, und wie 14 fühlt man sich, wenn man sich auf das stellenweise erstaunlich fesch fotografierte Machwerk einlassen kann.</p>
<p>100 Minuten Gewaltfantasie mit Titus Pullo.<br />
Verachtenswert &#8211; und ein verdammtes Vergnügen.</p>
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		<title>Wolverine</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 18:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für den folgenden Absatz bekomme ich wahrscheinlich Kloppe, aber was solls: Ich bin nicht sicher, ob Regisseur Gavin Hood wusste, was für einen Film er mit X-Men Origins: WOLVERINE machen wollte. Oder sollte. Nachdem der Kinobesuch nun ein paar Tage zurück liegt und das Gesehene in Ruhe einsickern konnte, bleibt nach Ausschluss aller Alternativen letztendlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/05/13/wolverine/"><img class="alignnone size-full wp-image-1854" title="wolverine_00" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_00.jpg" alt="wolverine_00" width="104" height="139" /></a>Für den folgenden Absatz bekomme ich wahrscheinlich Kloppe, aber was solls: Ich bin nicht sicher, ob Regisseur Gavin Hood wusste, was für einen Film er mit X-Men Origins: WOLVERINE machen wollte. Oder sollte. Nachdem der Kinobesuch nun ein paar Tage zurück liegt und das Gesehene in Ruhe einsickern konnte, bleibt nach Ausschluss aller Alternativen letztendlich nur ein Urteil übrig, dass gleichzeitig die vielleicht größte Überraschung darstellt: WOLVERINE ist vor allem und unterm Strich &#8211; ein Frauenfilm.</p>
<p><span id="more-1849"></span></p>
<div id="attachment_1856" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_02.jpg" rel="lightbox[1849]"><img class="size-full wp-image-1856" title="&quot;An mir kommt keiner vorbei!&quot; - Logan übt den Gandalf." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_02.jpg" alt="Wenn ich mit Dir fertig bin, ist die Wiese dran." width="460" height="271" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn ich mit Dir fertig bin, ist die Wiese dran.</p></div>
<p>Denken wir es einmal kurz gemeinsam durch: Zwar gibt sich der Plot redlich Mühe, Fans des Mutanten (oder der drei X-Men Filme) mit diversen Gastauftritten bei Laune zu halten, dabei macht die Inszenierung  aber dermaßen viele Fehler, dass Freunden des Franchise  bald das Lächelnaus dem Gesicht gewischt wird. Von der &#8211; zumindest optisch &#8211; krassen Fehlbesetzung der Figur Gambit bis hin zum dem ganz, ganz böse auf jung retuschierten Patrick Stewart (Professor Xavier) gelingt so ziemlich kein einziger Cameo, wodurch diese Auftritte fast so Mitleid erregend wirken wie die Verbeugungen eines rheumakranken Butlers.</p>
<p>Auf der anderen Seite und als weiteres, direktes Resultat dieser Bemühungen kann man jedoch auch nicht behaupten, dass WOLVERINE auf die Ansprüche eines uninformierten, rein auf Entertainment fixierten Mainstream-Publikums zugeschnitten sei. Popcorn-Kino ist anders, ist mehr, braucht Superlative, Drall, Krawall und schwindelerregende Action. WOLVERINE aber ist brav, und wirkt in den Szenen wo er sich an Bombast versucht lediglich künstlich. Zudem verlangt der Film mit seiner oft enervierend gehetzten Erzählweise ein gewisses Basiswissen – oder zumindest eine sehr hohe Aufmerksamkeit, die kaum ein Zuschauer dieser Zielgruppe an einem Samstagabend aufbringen wollen wird.</p>
<div id="attachment_1858" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_04.jpg" rel="lightbox[1849]"><img class="size-full wp-image-1858" title="Ich würde sagen, wir haben beide den längeren Halm gezogen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_04.jpg" alt="mal sehen wie lange es sauert, bis einer darauf kommt, uns den kopf abzuschneiden" width="460" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Wie lange es wohl dauert, bis sie drauf kommen, uns den Kopf abzuschneiden?</p></div>
<p>Was geboten wird, ist ein seichtes Superhelden-Süppchen, dass gemessen an dem zugrundeliegenden Material verblüffend fad geraten ist. Wolverines Charakter und Hintergrundgeschichte bieten massenhaft Material für Drama, Schmerz und Leid, für düstere Bilder und rabiate Kämpfe. Von all dem ist aber nur wenig zu sehen, da die relevanten Meilensteine zwar in weiten Teilen vorhanden sind, doch lustlos und ohne jegliche erzählerische und choreografische Intensität abgehandelt werden. Selbst in den nett choreografierten Actionszenen plätschert das Geschehen vor sich hin und vermag dermaßen wenig mitzureißen, dass man sich beinahe den TERMINATOR 4-Trailer zurück wünscht, der vor dem Hauptfilm gezeigt wurde.</p>
<p>Also: Ein Frauenfilm. Eine Hugh-Jackman-Show. Wenn Logans Geliebte ihm ein tragisches Märchen erzählt, dass dann als Inspirationsquelle für seinen Superheldennamen dient, wenn er bald darauf splitterfasernackt einen Wasserfall hinunter springt oder sich mit einem lieben Renterpaar anfreundet – dann fällt einem auf, wie sehr der Figur hier der Grimm fehlt, und wie sehr man offenbar darauf aus war, jene Teile des Publikums zufrieden zu stellen, die einzig wegen Hugh Jackmans Namen auf dem Plakat ihre Karte gelöst haben. Da kann man gern argumentieren, der Plot solle ja nur zur düsteren Figur hinleiten, die Entstehungsgeschichte zeigen. Doch selbst das Ende wirkt fad und eigenartig artifiziell.</p>
<div id="attachment_1857" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_03.jpg" rel="lightbox[1849]"><img class="size-full wp-image-1857" title="3 Männer, eine Frau und ein Charakter, den ich nicht erkenne." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/wolverine_03.jpg" alt="Die Backstreet Boys haben sich ganz schön verändert." width="460" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Die Backstreet Boys haben sich ganz schön verändert.</p></div>
<p>Der Fairness halber sei erwähnt, dass trotz der vielen Mängel einige nette Sprüche und Ideen erhalten blieben, die beispielsweise die Episode im Superheldenkillerkommando des Militärs (ich bin zu faul den Namen zu recherchieren) durchaus unterhaltsam machen. Das war es dann aber auch. WOLVERINE ist nicht schlecht genug, um sich zu echauffieren, aber auch bei weiten nicht gut genug, um begeistert zu sein.</p>
<p>Hektische Erzählweise, mangelnde Intensität, einfallslose Inszenierung und fehlende atmosphärische Dische machen WOLVERINE zu einem Film, den man sich mal entspannt unter der Woche zum abschalten ansehen kann, der aber kaum in einem Atemzug mit den Filmen genannt werden darf, die dem Genre in den letzten Jahren wieder zu Ansehen verholfen haben.</p>
<p>Solides Mainstream-Kino, das aber angesichts der aktuellen Konkurrenz, von Watchmen bis StarTrek, zur Bedeutungslosigkeit verblasst.</p>
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