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	<title>The AcidBar &#187; drama</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>Antichrist.</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 10:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu jener Zeit, in der ANTICHRIST in Feuilletons und Öffentlichkeit diskutiert wurde, konnte man ein interessantes Detail beobachten, dass in der Abreibung, die von Triers Neuer vielerorts kassierte, beinahe unterging. Selbt jene Kinogänger, die den Film prinzipiell mochten, äußerten sich relativ verhalten bzw. gaben sich nüchtern-kritisch, was die Bewertung mancher Aspekte betraf. Auf echte Begeisterung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/07/03/antichrist/"><img class="alignnone size-full wp-image-2888" title="antichrist-postera" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/antichrist-postera.jpg" alt="" width="180" height="247" /></a>Zu jener Zeit, in der ANTICHRIST in Feuilletons und Öffentlichkeit diskutiert wurde, konnte man ein interessantes Detail beobachten, dass in der Abreibung, die von Triers Neuer vielerorts kassierte, beinahe unterging. Selbt jene Kinogänger, die den Film prinzipiell mochten, äußerten sich relativ verhalten bzw. gaben sich nüchtern-kritisch, was die Bewertung mancher Aspekte betraf. Auf echte Begeisterung traf man recht selten. Deshalb sehe ich es als meine Pflicht, hier einen Schritt nach vorn zu wagen und mit einer klaren Ansage zu eröffnen. ANTICHRIST ist nicht genial, aber sehr, sehr gut. Punkt. Jedenfalls wenn man von der Prämisse ausgeht, dass ein Regisseur wie von Trier ein recht klares Bild vor Augen hat, wo er mit einem Film, einer Geschichte, hin will.</p>
<p><span id="more-2874"></span></p>
<div id="attachment_2890" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/antichrist-1.jpg" rel="lightbox[2874]"><img class="size-full wp-image-2890 " title="Irgendwo hier ist ein Reim versteckt, der &quot;Schnecke&quot;, &quot;Decke&quot;, und &quot;Aushecken&quot; enthält, aber ich kann ihn nicht finden." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/antichrist-1.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Wenn ich Dir nun sage, dass dein &quot;Cape&quot; meine therapeutische Schmusedecke ist, was sagst du dann, mein Schatz?&quot; - &quot;Nenn mich BATMAN!&quot;</p></div>
<p>Zunächst stellt sich die Frage, warum man NICHT von dieser Prämisse ausgehen sollte. Warum sich überraschend viele in einer Richtung äußern, die suggeriert, dass sie besser wüssten, was der Film sagen will &#8211; oder eben sagen sollte &#8211; als der, der ihn geschrieben und inszeniert hat. Ich bin beileibe kein Fan von von Trier, aber ein wenig anmaßend darf man das schon finden. Zwar nimmt sich persönliche Meinung stets das Recht, solch ein Urteil zu fällen, in diesem Fall überrascht aber die Vehemenz, mit der die Kritiker sich ereifern. Betrachtet man die Themen, bei denen jene Unkenrufe vornehmlich ertönen, wir die Angelegenheit schon klarer.</p>
<p>Stein des Anstoßes ist &#8211; zum einen &#8211; die deutliche Darstellung von Gewalt, die viele als überflüssig erachten. Ich werfe mir jetzt selbst einen Knüppel in die Beine, indem ich  zugebe, dass ich in vergangenen Werken durchaus auch den Eindruck hatte, dass von Trier sporadisch gerne um den Provozierens willen provoziert. Das ist nichts, mit dem man bei mir punkten kann. Man muss jedoch zugeben, dass der Vorteil einer solchen Attitüde sein kann, ohne Schalldämpfer und ohne Selbstzensur zu arbeiten. Und in diesem Fall darf man da sehr polemisch werden. Zum einen der Titel. Der Film heißt Antichrist. ANTICHRIST. Man muss schon sehr sensibel &#8211; oder sehr abgestumpft sein, um davon überrascht zu sein, wenn ein Erzähler bei dem Titel auf die Kacke haut.<br />
Zum anderen das Genre: von Trier ist Arthaus-Kino, keine Frage, aber hier handelt es sich um einen waschechten Horrorfilm, nur eben einen, der erwachsener und psychologisch interessanter daher kommt als der Rotz, der das Genre in den letzten Jahren diskreditiert hat. Da erschreckt sich der Programmkinobesucher also genauso wie die kleine Gruppe anspruchsvollerer Multiplex-Gänger, die nicht gerade der Gewalt wegen in Horrorfilme gehen. Falls es die überhaupt noch gibt.</p>
<p>Nein, es ist nie die Intensität der Gewalt, die allein ausschlaggebend dafür ist, wie sie vom Zuschauer wahrgenommen wird. Es ist immer (auch) der Kontext. Wem passiert was unter welchen Umständen, und wie realistisch wird dies vermittelt. Ich für meinen Teil kann sagen, dass mich seit IRREVERSIBEL wenig Filme so mitgenommen haben, ohne dass ich gleichzeitig das Gefühl hatte, manipuliert zu werden (von der Sexszene am Anfang einmal abgesehen, die in ihrer Ausführung etwas zu gewollt wirkt).</p>
<div id="attachment_2891" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/antichrist-2.jpg" rel="lightbox[2874]"><img class="size-full wp-image-2891 " title="Reichhaltiges Studentenfutter für kommende Filmwissenschaftler. Aber nur eine Rosine?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/antichrist-2.jpg" alt="Reichhaltiges Studentenfutter für kommende Filmwissenschaftler. Aber nur eine Rosine?" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Sein ganzes Leben träumte er davon, Kaffeebauer zu werden. Von großen, gerösten Bohnen. Dann kamen die Pads - und alles war verloren.</p></div>
<p>Nun muss man sich fragen: Wieso darf ein solcher Film den Zuschauer nicht anekeln? Ist explizite Gewaltdarstellung immer automatisch Selbstzweck? Und wäre der wirklich, ehrlich, seinem Namen gerecht geworden, wenn er das Schlimmste ausgeblendet hätte? Niemand zweifelt an, dass Grauen und Gewalt genauso oder sogar noch viel intensiver sein können, wenn man NICHT mit der Kamera drauf hält. Die Reaktionen auf diesen Film zeigen aber, dass das Ziel erreicht wurde, Ekel und Grauen zu vermitteln. Das hat auch nichts damit zu tun, sich bei einer jüngeren Zielgruppe anzubiedern, die so etwas vielleicht erwartet. Es hat auch nicht unbedingt damit zu tun, eine ältere Zielgruppe vor den Kopf zu stoßen. Es hat aber ganz sicher damit zu tun, nicht einen Teil eines Bildes mit einem Laken abzudecken, nur weil das Gezeigte geschmacklos ist. Ein solcher Film verlangt, mit Verlaub, einen Umgang, der dem entspricht, was man Kunst im allgemeinen zugesteht. Und dass ANTICHRIST Filmkunst ist, möchte ich glaubwürdig widerlegt sehen. Was von Trier hier atmosphärisch, visuell und akustisch aus sich herausholt und wagt, spottet jeder Beschreibung. Und wenn ein Filmemacher hüfttief in Symbolik watet, ohne dabei unterzugehen, werde ich vorsichtig, mir besseres Wissen zuzusprechen.</p>
<p>Stein Nummer 2 ist das Thema Frauenfeindlichkeit, also auf seine Weise noch brisanter, und spätestens hier verliere ich ein wenig den Durchblick. Seit wann, möchte ich fragen, macht sich ein Erzähler die Meinung seiner Figuren zu eigen? Soweit ich informiert war bzw. bin, war es nie Aufgabe, nie die Pflicht eines Erzählers, politisch korrekt zu sein, genauso wenig wie man als Erzähler differenziert oder objektiv zu sein hat, sofern man sich dies nicht zu sein behauptet. Hat der Drehbuchautor eines Films wie ROMPER STOMPER, der damals ähnlich krass wirkte, die Pflicht, die Aktionen seiner Protagonisten anzuprangern? Oder sollten die Geschehnisse nicht für sich selbst sprechen? Geschichten haben immer auch erzieherischen Wert, beizeiten auch erzieherische Pflicht, doch ist dafür bei einem Werk, dass keine Jugendfreigabe erhält, wirklich der erhobene Zeigefinger notwendig? Man bedenke: von Trier sichert sich sogar ab, in dem er beide Charaktere seines Films in gleichem Maße hoch neurotisch macht, zumindest zu Beginn. Die Sünde, die den Stein ins Rollen bringt, ist die eitle Arroganz des Mannes, nicht die Psychose der Frau. Dass irgendwann die Waage kippt, und einer der beiden zum Antagonisten werden muss, liegt in der Natur des Erzählens. Dass es die Frau ist, die sich frauenfeindlich äußert, und durch ihr Verhalten dies gleich noch bestätigt, ist vielleicht nicht die bestmögliche Konstellation, steht aber im Dienst einer Geschichte, und was wäre langweiliger gewesen als ein frauenfeindlicher Mann? Nun, da dies gesagt ist, sei erwähnt, dass von Trier diversen Quellen zufolge tatsächlich ein Problem mit Frauen, bzw. konkreter der weiblichen Sexualität (was auch immer damit gemeint ist), hat. In Verbindung mit anderen Leiden kann man ihm hier kaum Distanz akkreditieren. Daran kann man die vorhandenen Passagen messen. Man kann jedoch auch nicht von einem Ausmaß sprechen, dass den Film ohne dieses Vorwissen als frauenfeindlich enttarnen würde. Auch dies nimmt dem Film nicht seinen Schrecken, seine unleugbare  Intensität.</p>
<p>Kommen wir zum Ende. Ich bezweifle nicht, dass ANTICHRIST anders hätte gemacht werden KÖNNEN. Ich stelle aber in Frage, ob er anders gemacht werden MUSSTE. Er funktioniert, wenn auch mit Kollateralschaden, sehr gut. Kamera, Besetzung und Ton sind vortrefflich, das Drehbuch bietet zweifelsfrei sehr solide Dialoge, die von der Inszenierung in stets origineller, nie langweiliger Weise transportiert werden. Daraus resultiert eine Atmosphäre, die nicht nur dem Titel auf eigenwillige Weise gerecht wird, sondern auch eine Stimmung, die so in dieser Form lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war. Dass er mit seiner Thematik und seiner Inszenierung sowohl das  Massenpublikum als auch Filmverständige vergrault, ist schade.</p>
<p>Und so darf man mit etwas Chuzpe sagen, dass ANTICHRIST eine Art SHINING meets MISERY meets EVIL DEAD für diese Dekade darstellt. Mehr noch: Es ist ein kunstvoll inszenierter Albtraum, den man in solch reifer Form selten bis nie zu sehen bekomm, in gleichem Maße widerlich wie furchterregend, abstoßend wie beeindruckend, polemisch wie fesselnd.</p>
<p>ANTICHRIST wirkt, als wolle er um keinen Preis gefallen.<br />
Aber das muss er ja auch nicht. Er muss nur funktionieren.</p>
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		<title>Downloading Nancy.</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 15:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<description><![CDATA[
Nancy (Maria Bello) ist todunglücklich. Ihrer Ehe fehlt jegliche Wärme, Liebe und Leidenschaft. Auch Respekt und Höflichkeit leiden unter der eisigen Atmosphäre, machen ihr das von einem schlimmen Kindheitstrauma überschattete Dasein zur Hölle. Lediglich ihre Internet-Bekanntschaften verschaffen ihr Momente der Freude. Kein Wunder, dass ihr im Hobbykeller Golf spielender Gatte (Rufus Sewell) erst von Nancys [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/09/downloading-nancy/"></a></p>
<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/09/downloading-nancy/"><img class="alignnone size-full wp-image-2654" title="Downloading Nancy" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy.jpg" alt="" width="104" height="155" /></a>Nancy (Maria Bello) ist todunglücklich. Ihrer Ehe fehlt jegliche Wärme, Liebe und Leidenschaft. Auch Respekt und Höflichkeit leiden unter der eisigen Atmosphäre, machen ihr das von einem schlimmen Kindheitstrauma überschattete Dasein zur Hölle. Lediglich ihre Internet-Bekanntschaften verschaffen ihr Momente der Freude. Kein Wunder, dass ihr im Hobbykeller Golf spielender Gatte (Rufus Sewell) erst von Nancys Vorhaben erfährt, als es bereits zu spät ist. Nancy hat ihn verlassen, um ihr Leben zu beenden &#8211; mit Hilfe eines Online-Bekannten, der ein paar Tage nach ihrem Verschwinden unvermittelt vor der Türe steht.</p>
<p><span id="more-2651"></span></p>
<div id="attachment_2655" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy01.jpg" rel="lightbox[2651]"><img class="size-full wp-image-2655 " title="Erfolglose Autoren schrecken irgendwann vor nichts mehr zurück, um sich Publikum zu verschaffen. Ich sag nur..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy01.jpg" alt="" width="460" height="278" /></a><p class="wp-caption-text">Manche lasen das Drehbuch freiwillig zu Ende, andere musste man überzeugen.</p></div>
<p>Zum Plot gibt es wenig zu sagen. Was sich in der Zusammenfassung krude liest, entwickelt in Ausführung eine schleichende, beklemmende Glaubwürdigkeit. Mit demselben Wort kann man den kompletten Film zu versehen.</p>
<p>DOWNLOADING NANCY ist beklemmend, insbesondere weil und wenn er die Tragik nicht künstlich hochspielt. Die unterkühlte Welt des emotionalen Winters, in welchem Nancy vor sich hinvegetiert, reflektiert sich in Wetter, Farbgebung und einer schmerzhaften Tristesse. Auch die Jämmerlichkeit, die ihre &#8211; und suggeriert unser aller &#8211; Realität prägt, wird fortwährend betont. Am deutlichsten zeigt sich das immer dort, wo mehrere Menschen zugegen sind. Die Firmenfeier, der Hobbykeller, das Restaurant, der Baumarkt &#8211; alle wirken verlassen, die anwesenden Personen distanziert, stumm und peinlich voneinander berührt.</p>
<p>Die Konsequenz, mit der diese Stimmung beibehalten wird, macht die inne Leere der Protagonistin bin zu einem gewissen Grad für den Zuschauer nachvollziehbar. Sie raubt dem Film aber auch erkennbare Höhen und Tiefen, weshalb dem Nachempfinden wenig Mitgefühl folgt. Da niemand glücklich scheint, kann man kaum umhin sich zu fragen, was Nancy von anderen unterscheidet, außer dass sie Gelegenheit erhält, von ihrem Traumata zu berichten. Der sexuelle Kontext, der in expliziten Bildern dargestellt wird, verstärkt das Unbehagen, beweist aber die Reife, keine Grenzen zu überschreiten, die der Ernsthaftigkeit des Themas eher abträglich wären.</p>
<p>Dem Effekt und Subtilität des Films abträglich sind die kurzen Szenen, in denen Nancys erfolglose Therapiesitzungen erzählt werden. Diese wirken aufgesetzt und lassen den gefühlten Tiefgang vermissen, den man vielen anderen so deutlich anmerkt. Da sich diese Momente in Grenzen halten, bleiben sie Stolpersteine.</p>
<div id="attachment_2658" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy03.jpg" rel="lightbox[2651]"><img class="size-full wp-image-2658" title="Ich würde jetzt gerne &quot;Alles in Obi&quot; schreiben und dann das Wort &quot;Psychopath&quot; einbringen, aber dann werde ich wahrscheinlich abgemahnt..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/downloading_nancy03.jpg" alt="" width="460" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Ja, in Baumärkten fühle ich mich nach circa 10 Minuten ähnlich...</p></div>
<p>Maria Bello und Rufus Sewell beweisen in Ihren Rollen Mut, Einfühlungsvermögen und schauspielerische Klasse. Erfahren in schwierigen Rollen demontieren sich die beiden Sympathieträger mit einer Selbstverständlichkeit, die man sich von mehr Dramendarstellern wünscht. Kamera, Licht und Ton rangieren eher auf dem Niveau eines Arthaus-Films, versuchen durch dokumentarisch geprägten Stil also die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, machen dabei aber keine schlimmen Fehler.</p>
<p>Keine Wahrheit, keine Erlösung, keine Erkenntnis. DOWNLOADING NANCY lässt den Zuschauer mit dem Gefühl zurück, dass trotz allem etwas fehlt. Ein letzter Baustein, der verstehen macht, wann und auf welche Weise der Entschluss gefallen sein mag, der Nancy an ihr Ende bringt. Damit erreicht der Film genau das Ziel, das er sich (hoffentlich) auf die Fahnen geschrieben hatte. Denn wie man auch eine Geschichte wie diese auflöst &#8211; »zufriedenstellend« kann sie einfach nicht enden.</p>
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		<title>Frost/Nixon.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 13:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Durcheinander]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie spannend kann ein Film werden, der die Geschichte eines historischen Interviews nacherzählt? Die öffentliche Demontage des berüchtigten Richard Nixon (im Film gespielt von Frank Langella) durch den australischen Showmaster David Frost (Michael Sheen) ist gut dokumentiert, die Hintergründe der relevanten Personen recherchierbar. Eine Dramatisierung scheint somit kaum möglich, ohne Realitätsbezug und Authentizität einzubüßen.

Drehbuchautor Peter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/12/31/frostnixon/"><img class="alignnone size-full wp-image-2638" title="Frost / Nixon" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_0.jpg" alt="" width="104" height="154" /></a>Wie spannend kann ein Film werden, der die Geschichte eines historischen Interviews nacherzählt? Die öffentliche Demontage des berüchtigten Richard Nixon (im Film gespielt von Frank Langella) durch den australischen Showmaster David Frost (Michael Sheen) ist gut dokumentiert, die Hintergründe der relevanten Personen recherchierbar. Eine Dramatisierung scheint somit kaum möglich, ohne Realitätsbezug und Authentizität einzubüßen.</p>
<p><span id="more-2633"></span></p>
<div id="attachment_2635" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_1.jpg" rel="lightbox[2633]"><img class="size-full wp-image-2635" title="Das Wichtigste beim bedeutungsvollen Starren: Nicht ablenken lassen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_1.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Ihr safeword für das Interview ist &quot;Kumbaya.&quot;, my Lord.</p></div>
<p>Drehbuchautor Peter Morgan und Regisseur Ron Howard stellten sich dennoch der Herausforderung, die einleitenden Geschehnisse und die Figuren im Hintergrund näher auszuleuchten. Auch musste das mehrteilige Interview auf eine Länge gekürzt werden, welche die Geduld der Zuschauer nicht übermäßig strapaziert. Dabei der Originalfassung treu zu bleiben, ohne an inhaltlicher wie struktureller Verständlichkeit zu verlieren, ist eine der beachtlichsten Leistungen des Projekts, mit dem Morgen bereits im Rahmen eines erfolgreichen Theaterstücks überzeugte.</p>
<p>Ob das Zielpublikum des Films dies auch zu schätzen weiß, ist kaum zu beurteilen. Man darf davon ausgehen, dass nicht nur Zuschauer angesprochen werden sollten, die Nixons Amtszeit persönlich erlebt und in seinen Niedergang sowie die darauf folgenden Querelen in bewusster Erinnerung haben. Ohne diesen Bezug fällt es aber schwer, emotionalen Zugang zu den Geschehnissen zu finden. Die Verfilmung vermag für sich genommen weder das zugrundeliegende »David gegen Goliath«-Motiv ausreichend zu transportieren, noch eine Intensität aufzubauen, die das Gespräch zu einem echten »battle of the minds« avancieren lässt. Morgans Skript kann dafür nur zum Teil verantwortlich gemacht werden: Aus heutiger Sicht, gemessen an den großen und kleinen politischen Skandalen der letzten beiden Dekaden, erscheint das finale Geständnis wenig dramatisch, geradezu harmlos.</p>
<div id="attachment_2637" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_2.jpg" rel="lightbox[2633]"><img class="size-full wp-image-2637" title="Sie können ihre Fragen ja ablesen, aber wo stehen meine Antworten?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/frost_nixon_2.jpg" alt="" width="460" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Ich schwöre Ihnen, ich war SO kurz davor, die Wahrheit zu sagen.</p></div>
<p>Als Film wäre Frost / Nixon also nur wenig sinnvoller als das Theaterstück oder eine waschechte Dokumentation &#8211; wäre da nicht die Darstellerriege. Langella und Sheen, die ihre Rollen bereits in der Bühnenversion verkörperten, aber auch die Darsteller in zweiter Reihe, wie Kevin Bacon und Sam Rockwell, machen die Geschichte emotional greifbar und gleichen somit die Einschränkungen aus. Hier stellt die Nähe der Kamera einen echten Gewinn dar, denn Langellas nuanciertes Spiel &#8211; insbesondere seine Mimik &#8211; erreicht ein geradezu erschreckendes Niveau. In dem Moment des Schweigens, der dem Geständnis folgt, muss man die politische Tragweite seiner Worte nicht mehr verstehen. Es genügt, in sein Gesicht zu blicken, um den menschlichen Aspekt, und somit erst das volle Ausmaß seiner Niederlage, zu begreifen.</p>
<p>Frost/Nixon ist ein akkurat ausgestattetes und sorgfältig inszeniertes Drama mit tollen Darstellern, das die Balance zwischen Fakten und Dichtung effektiv zu halten vermag. Es mangelt mir, um die eingangs aufgeworfene Frage zu beantworten, etwas an Intensität, einer echten Katharsis, um die uneingeschränkte Begeisterung vieler Kritiker teilen zu können. Wer sich davon nicht abhalten lässt, bekommt einen klugen, großartig gespielten Film geboten.</p>
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		<title>Bronson.</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:18:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/06/bronson-movie-review/"><img class="alignnone size-full wp-image-2623" title="BRONSON" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson1.jpg" alt="bronson1" width="104" height="148" /></a>Was für ein Genre oder Stil bietet sich an, wenn man das Leben des »gewalttätigsten Gefängnisinsassen Großbritanniens« verfilmt, der den Großteil seines erwachsenen Lebens in Haft verbracht hat? Ein Biopic wie IM NAMEN DES VATERS? Eine kammerspielhafte Charakterstudie wie DER TOTMACHER? Ein lupenreiner Gefängnisfilm wie DIE VERURTEILTEN oder doch eher ein Kunst-Schocker wie UHRWERK ORANGE? Letzteres muss Ziel gewesen sein, was auch &#8211; beginnend im grandiosen Trailer – gerne deutlich gemacht wurde. Doch gerade im Vergleich mit Kubricks Klassiker zeigt sich, welches Dilemma dem Film letztlich echte Relevanz verwehrt.</p>
<p><span id="more-2620"></span></p>
<div id="attachment_2621" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2621" title="&quot;Raten Sie mal welche Stelle ich gestern zu rasieren vergessen habe!&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson2.jpg" alt="Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt." width="460" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Schön, wenn einen morgens ein freundliches Lächeln begrüßt.</p></div>
<p>Charles Bronson, der mit bürgerlichem Namen Michael Petersen hieß, ist zweifellos eine interessante Figur. Von dem ungeklärten, im Film mit dem Wunsch nach Berühmtheit abgehandelten Trieb abgesehen, der einen Mann in solch ein Leben drängt, zeigt sich das Besondere vornehmlich im Detail, wie zum Beispiel dem Umstand, dass Bronson trotz diverser Geiselnahmen und mindestens einem Mordversuch doch kein pathologischer Mörder war. Auf der anderen Seite ist die hohe Gewaltbereitschaft, das rigorose Training kombiniert mit der völligen Missachtung des eigenen, leiblichen Wohlergehens kaum anders als mit einer ordentlichen Psychose zu erklären.</p>
<p>Der bislang eher auf Actionfilme abonnierte Regisseur Nicolas Winding Refn versuchte, diese Mischung aus Gewalt und Irrsinn mit den &#8211; eben auch aus CLOCKWERK ORANGE bekannten &#8211; Elementen zu inszenieren und so beim Zuschauer Faszination für die Figur zu wecken. Ein Voice-Over der Hauptfigur führt durchs Geschehen und gibt Einblicke in das vermeintliche Weltbild des Protagonisten. Bunte Farben und eine historisch korrekte, jedoch stark stilisierte und überspitzte Ausstattung und Garderobe sorgen für den visuellen Verfremdungseffekt. Hinzu kommt noch die bekannte Unterlegung von Gewaltszenen mit einem antithetisch gestalteten und aus zeitgenössischen Songs zusammengestellten Soundtrack.</p>
<div id="attachment_2622" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" rel="lightbox[2620]"><img class="size-full wp-image-2622" title="Dieser Raum ist nicht groß genug für mein Ego." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/bronson3.jpg" alt="Im Frühtau, die Berge, sie zieh'n, fallera..." width="460" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Im Frühtau, die Berge, sie ziehn, fallera...</p></div>
<p>All die Zutaten für einen Kultfilm sind also vorhanden, dennoch verkommt das Ergebnis trotz brillanter Theater-Einlagen, in denen Bronson in Clown-Maske die Episoden seines Lebens anmoderiert, zu reiner Unterhaltung. Ein richtiges Erschrecken, die Nachhaltigkeit eines echten Konventionsbruchs, die innerliche wie gesellschaftliche Kontroverse einer wahrlich provokanten Vision, will sich nicht so recht einstellen. Somit ist BRONSON gerade durch den Mangel an Eindruck, den er in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 hinterlassen wird, ein Kommentar auf den kulturellen und sozialen Zustand unserer Gesellschaft, und sollte uns durchaus zu denken geben.<br />
Für sich genommen ist der 90-Minüter aber nur ein leicht befremdlicher, sporadisch kreativer Spaß mit einigen tollen Einfällen, interessanter Optik und einem Hauptdarsteller, der mit seinem Spiel im Alleingang transportiert, was das Drehbuch vergeblich zu vermitteln versucht.</p>
<p>Wer Tom Hardy, unsere aktuelle Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiederbelebung des MAD MAX Franchise, in absoluter Höchstform sehen will, kommt an BRONSON nicht vorbei. Wer sich ernsthaft für die Person Michael Petersen interessiert, wird gut unterhalten, schlussendlich aber enttäuscht.</p>
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		<title>Rolling Thunder.</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 12:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man stelle sich vor, der Drehbuchautor von TAXI DRIVER hätte sich einer geradlinigen Rachegeschichte angenommen, die in bester Pulp-Manier verfilmt worden wäre, somit Quentin Tarantino begeistert* und Bonnie Prince Billy inspiriert hätte &#8211; und dann vollkommen in Vergessenheit geriet. So geschehen im Fall von ROLLING THUNDER. Der 1977er Film mit William Devane und einem erschreckend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/11/02/rolling-thunder/"><img class="alignnone size-full wp-image-2606" title="rolling_thunder_1" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/rolling_thunder_1.jpg" alt="rolling_thunder_1" width="104" height="145" /></a>Man stelle sich vor, der Drehbuchautor von TAXI DRIVER hätte sich einer geradlinigen Rachegeschichte angenommen, die in bester Pulp-Manier verfilmt worden wäre, somit Quentin Tarantino begeistert* und Bonnie Prince Billy inspiriert hätte &#8211; und dann vollkommen in Vergessenheit geriet. So geschehen im Fall von ROLLING THUNDER. Der 1977er Film mit William Devane und einem erschreckend jungen Tommy Lee Jones gilt als verschollene Perle seiner Zeit, und ist aktuell bestenfalls noch gebraucht oder in eingestaubten Wühltischen aufzufinden.</p>
<p><span id="more-2605"></span></p>
<div id="attachment_2607" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/rolling_thunder_2.jpg" rel="lightbox[2605]"><img class="size-full wp-image-2607" title="Er sagt ich darf die Waffe behalten, wenn wir den Vertrag per Handschlag besiegeln. Wo ist der Haken?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/rolling_thunder_2.jpg" alt="Entweder ich bilde es mir ein, oder mein rechter Hemdärmel ist ein wenig länger als der linke." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Entweder ich bilde es mir ein, oder mein rechter Hemdärmel ist ein wenig länger als der linke.</p></div>
<p>Zu ergründen, warum dem so ist, sei den Filmwissenschaftlern und den cineastischen Verschwörungstheoretikern vorbehalten. Auch wenn ROLLING THUNDER kein Meisterwerk ist, scheint es schwer nachvollziehbar, weshalb sich weniger eindringliche  Filme jener Zeit über einen DVD-Re-Release freuen durften, dieser aber nicht.</p>
<p>Da somit aber niemand wissen wird, wovon der Streifen handelt, hier eine kurze Zusammenfassung: Der Vietnamveteran Major Charles Rane (William Devane) kehrt nach Jahren grausamer Kriegsgefangenschaft, die ihn körperlich kaum versehrt aber seelisch schwer gezeichnet haben, in sein Heimatstädtchen zurück. Er braucht nicht lange, um festzustellen, was zu erwarten war: Man feiert ihn als Held und überhäuft ihn mit Geschenken, vor persönlichen, privaten Enttäuschungen ist er jedoch nicht gefeit. Die kleine, heile Welt hat sich gerade weit genug gedreht, um ihn hinter sich zu lassen, ein stilles Relikt eines Krieges, dessen grausame Fratze dort niemand je gesehen hat.</p>
<p>Als in diesen angespannten Schwebezustand neues Grauen bricht, und Charlie Opfer eines furchtbaren Verbrechens wird, drängt ihn das über eben jene Grenze, die trotz Folter all die Jahre niemals überschritten hatte. Was im Krankenhaus erwacht, ist nicht mal mehr die heimgekehrte Hülle, die das Echo seines früheren Lebens enthielt, an dessen Erinnerung er sich all die Jahre geklammert hatte. Mit der stoischen Ruhe, die sein Wesen geworden ist, begibt er sich auf die Suche nach den Männern, die ihm das Wenige genommen haben, das geblieben war.</p>
<p>Wer die Gelegenheit bekommt und Willens ist, sich eine solch deprimierende und beklemmende Geschichte zuzumuten, sollte sich einen Ruck geben und über die voraussichtlich miserable Bild- und Tonqualität sowie die zwangsweise antiquierte Optik hinwegsehen. Der simple, aber glaubwürdige Plot bildet nämlich die Grundlage für eine beachtliche schauspielerische Leistung sowie diverse Schnitte und Dialoge, die in ihrer Eindringlichkeit modernen Produktionen locker das Wasser reichen können. Für Kriegsfilmgucker, die Klassiker wie THE DEER HUNTER im DVD-Regal stehen haben, erhält ROLLING THUNDER sogar die Bezeichnung: Pflichtprogramm.</p>
<p>Unbeachtet, unterschätzt, vergessen. Ein Film muss schon brillant oder nachmittagsprogrammtauglich sein muss, um nach 30 Jahren noch gezeigt zu werden. Dieser ist beides nicht, hat aber jede Chance verdient, die er bekommen kann.</p>
<p><em>*angeblich nannte er seine kurzlebige Firma »Rolling Thunder Pictures« nach diesem Film.</em></p>
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		<title>Van Diemen&#8217;s Land.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 22:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine britische Strafkolonie am Ende der Welt, dem hintersten Winkel Australiens, im Jahre 1882. Hier gibt es keine Zäune, keine Gitter, keine Wände. Flucht ist möglich, aber sinnlos, denn die umliegenden, tiefen Wälder ersticken jeden Gedanken an ein Entkommen im Keim. Das gespenstisches Rauschen der Zweige, das Plätschern der eisigen Bäche und die gezackten Buckel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/08/van-diemens-land/"><img class="alignnone size-full wp-image-2512" title="Van Diemen's Land" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/van_diemens_land1.jpg" alt="Van Diemen's Land" width="104" height="149" /></a>Eine britische Strafkolonie am Ende der Welt, dem hintersten Winkel Australiens, im Jahre 1882. Hier gibt es keine Zäune, keine Gitter, keine Wände. Flucht ist möglich, aber sinnlos, denn die umliegenden, tiefen Wälder ersticken jeden Gedanken an ein Entkommen im Keim. Das gespenstisches Rauschen der Zweige, das Plätschern der eisigen Bäche und die gezackten Buckel der Berge, auf denen sich die Stämme endlos drängen, lässt Männer verstummen und Hoffnungen erstarren.</p>
<p>Und dennoch: Acht begehren auf. Acht Sträflinge überwältigen eines tristen Morgens beim Baumfällen ihren Aufseher und flüchten, zufällig von weiteren Wachen entdeckt, in kopfloser Hast in den Urwald. Abseits der geplanten Route, ohne Verpflegung, schützende Kleidung und Fauna, die es zu jagen lohnt, wird den Mannen bald bewusst, welches Schicksal ihnen blüht. Und dass, damit auch nur einer die nächste Siedlung erreichen kann, Opfer erbracht werden müssen.</p>
<p>Erbracht &#8211; oder erzwungen.<br />
<span id="more-2509"></span></p>
<div id="attachment_2513" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/van_diemens_land2.jpg" rel="lightbox[2509]"><img class="size-full wp-image-2513" title="Was vom Zivildienst übrig blieb." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/van_diemens_land2.jpg" alt="Raus mit der Sprache: Wer hat die letzte Rasierklinge geklaut?" width="460" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Raus mit der Sprache: Wer hat die letzte Rasierklinge geklaut?</p></div>
<p>Der erste Trailer zu VAN DIEMEN&#8217;S LAND war 45 Sekunden Filmkunst in Vollendung, und darf sich gleichzeitig auf die Fahnen schreiben, zu der illustren Liga von Werbetrailern zu gehören, die tatsächlich den Charakter und die Stimmung des vollständigen Werkes vermitteln, ohne dabei gleich dessen gesamtes Pulver zu verschießen. Ebenso unaufgeregt gestaltet sich der Hintergrund dieses beachtlichen Erstlingswerks von Regisseur und Drehbuch Co-Autor Jonathan Auf Der Heide, das nebenbei bemerkt die »wahre Geschichte« von Alexander Pearce, dem wohl berüchtigttesten Verbrecher Australiens erzählt, woraus der Film keinen Aufstand macht, weshalb es auch in dieser Kritik bei der bloßen Erwähnung dieser Tatsache bleiben soll. Gleiches gilt für die interessante Fußnote, dass der Film auf einem 21-minütigem Kurzfilm mit dem Titel »Hell&#8217;s Gate« basiert, für den sich ebenfalls Auf Der Heide verantwortlich zeichnet. Die Vorarbeit am prämierten Prototyp, wenn es denn einer war, hat sich bezahlt gemacht: VAN DIEMENS LAND ist Arthaus-Horror in Reinkultur.</p>
<blockquote><p>I&#8217;ve looked up at God looking down. He dances with an axe in his hand.</p></blockquote>
<p>Im Wesentlichen hat man es mit einer Mischung aus AGUIRRE, DER ZORN GOTTES mit Klaus Kinski und DEAD MAN mit Johnny Depp zu tun, wobei sich die Ähnlichkeiten zu gleichen Teilen auf beide Vorgänger aufteilen lassen. Auch in VAN DIEMENS LAND ist die Natur der eigentliche Hauptdarsteller und die Atmosphäre, die heraufbeschworen wird, die eigentliche Handlung. Beiden Filmen wohnt eine fiebrige Poesie inne, und beide zeigen die Reise von Todgeweihten in ein Nirgendwo jenseits von Raum- und Zeitgefühl in kompromissloser Eindringlichkeit. An Stelle von Dialogen, die auf das absolute, noch realistische Mindestmaß reduziert wurden, tritt omnipräsent das musikalische Thema. Die wenigen gesprochenen, zunächst furchtbar banal klingenden Gespräche stechen so scharf aus dem Schweigen hervor wie die Gewalt, die in ihrer unkalkulierten, wahllosen Grausamkeit unendlich beklemmender wirkt. Ähnliches gilt für das Voice-Over, dass dezent und kalkuliert genug eingesetzt wird, um nicht zu nerven, und durch die Verwendung der gälischen Sprache die Fremdartigkeit von Ort und Zeit hervorragend transportiert. Dem Zuschauer bleibt nicht anderes übrig, als sich auf die wortkarge Geduldsprobe einzulassen und die Protagonisten bei ihrem stoischen Abstieg ins Herz der Finsternis zu begleiten.</p>
<p>Anstelle einer Bewertung, der sich VAN DIEMENS LAND unter gewissen Gesichtspunkten entzieht, sollte bisherige Beschreibung ausreichender Anhaltspunkt dafür sein, ob man sich zu dem voraussichtlich kleinen Kreis zählen kann, der den Film in sein Herz schließen wird. Man kann ihn unbestritten öde finden, handlungsarm, ja sogar banal.<br />
Wer sich von der Atmosphäre jedoch packen lässt, den erwartet eindrucksvolles, bildgewaltiges Stimmungskino allererster Güte, ein abgründiger, hypnotisch komponierter Überlebenskampf mit bitterer Schlussnote.</p>
<p>Kinostart im Herkunftsland ist Ende September.<br />
Wir können wahrscheinlich nur auf eine DVD hoffen.</p>
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		<title>Deliver us from evil.</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 14:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<description><![CDATA[Lars (Jens Andersen) ist Lastwagenfahrer und voller Hass. Seine Wut und seine Frustration ventiliert er mit Hilfe von Gewalt, Alkohol und Rassismus, zum Beispiel gegenüber dem Bosnier Alain, der in dem kleinen, dänischen Dorf, in dem auch Lars lebt, das Trauma des Verlust seiner Familie zu verschmerzen versucht.
Johannes (Lasse Rimmer) ist Anwalt und Lars Bruder. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/05/deliver-us-from-evil/"><img class="alignnone size-full wp-image-2501" title="Deliver us from evil" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/deliverus.jpg" alt="Deliver us from evil" width="104" height="142" /></a>Lars (Jens Andersen) ist Lastwagenfahrer und voller Hass. Seine Wut und seine Frustration ventiliert er mit Hilfe von Gewalt, Alkohol und Rassismus, zum Beispiel gegenüber dem Bosnier Alain, der in dem kleinen, dänischen Dorf, in dem auch Lars lebt, das Trauma des Verlust seiner Familie zu verschmerzen versucht.</p>
<p>Johannes (Lasse Rimmer) ist Anwalt und Lars Bruder. Er hat kürzlich das Familienanwesen in seinem Heimatdorf bezogen, um seiner Frau Pernille und seinen Kindern die Idylle zu bieten, die er selbst in seiner Jugend so liebte. Mit seinem Bruder spricht er nicht mehr, dafür freundet er sich mit Alain an, der ihm dabei hilft, den umfangreichen Garten auf Vordermann zu bringen.</p>
<p>Als Lars eines morgens die Frau des ehemaligen Bürgermeisters und Bürgerwehrleiters anfährt, schiebt er den Unfall mit einer gekonnten Intrige Alain in die Schuhe. Als die Leiche gefunden und das laufende Volksfest unterbrochen wird, steht für die alkoholisierte, aufgebrachte Menge schnell der Schuldige fest.</p>
<p>Da die Situation bereits im Bierzelt außer Kontrolle gerät, jedoch kein Ordnungshüter in der Nähe ist, schafft Johannes Alain kurzerhand in seine Wohnung. Der Akt der Vernunft und Nächstenliebe hat tragische Konsequenzen. Die Meute folgt dem Anwalt bis zu seinem Haus.</p>
<p>Kurz darauf fallen die ersten Schüsse.<br />
<span id="more-2499"></span><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/deliverus1.jpg" rel="lightbox[2499]"><img class="alignnone size-full wp-image-2503" title="Deliver us from evil." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/deliverus1.jpg" alt="Deliver us from evil." width="460" height="266" /></a></p>
<p>DELIVER US FROM EVIL ist ein unfassbar grausamer Film, obwohl sich die physische Gewalt in Grenzen hält und deren Eskalation lange herausgezögert wird. Der Albtraum aus blindem Hass und trunkener Gewalt steht am Ende der Geschichte, nicht in deren Zentrum. Einen voyeuristischen Umgang mit Brutalität kann man Regisseur und Drehbuchautor Ole Bornedal deshalb nicht vorwerfen, denn das Gezeigte beschränkt sich weitgehend auf das Notwendige und Handlungsrelevante.</p>
<p>Die Grausamkeit gilt vielmehr dem Zuschauer, der fassungslos und mit zunehmendem Unbehagen dabei zusieht, wie die Situation entgleist, langsam und unaufhaltsam, wie ein Wagen, der in Zeitlupe auf einen Fußgänger zurast. Die Abscheu gegenüber Rassismus, Alkoholmissbrauch und Gewaltbereitschaft, die in dem kleinen Kessel der Dorfgemeinschaft hochkochen, schlägt beizeiten geradezu in körperlich empfundenen Ekel um. Da hilft es kaum mehr, sich daran zu erinnern, dass selbst hinter den verabscheuungswürdigsten Figuren nur Schauspieler stecken.</p>
<p>Eine solche Leistung seitens Drehbuch, Darstellern und Regie erlebt man nicht alle Tage, und auch wenn es einem schwer fällt, dafür Dankbarkeit zu fühlen, muss man doch anerkennen, dass auch den »Guten« Makel und den »Bösen« eine Verletzlichkeit gegeben wird, die nichts entschuldigt und nur wenig erklärt, dafür aber auch den ansonsten legitimen Vorwurf unterminiert, dass die Welt dieses Dramas allein in Schwarz und Weiß gehalten wurde. Einiges wird vereinfacht, aber niemandem etwas einfach gemacht. Das Geschehen gipfelt schließlich in absolutem Grauen, gefolgt von einem Schlusswort, einem letzten, finalen Schlag in die Magengrube des Zuschauers, die Konventionen des Erzählkinos und Erwartungshaltungen des Punlikums vorsätzlich ignoriert.</p>
<p>DELIVER US FROM EVIL ist nicht frei von Schwächen. Manche der Nebendarsteller vermögen nicht zu überzeugen bzw. spielen übertrieben, und handlungsrelevante Aspekte wie die Naivität der Dorfpolizei und die geistige und sprachliche Eingeschränktheit von Alain sind nicht unbedingt unglaubwürdig, aber sehr bequem. Auch mit der Erzähltechnik, insbesondere bemerkbar an dem eröffnenden voice-over, macht es sich Bornedal sehr einfach. Hier sollte man den Film deshalb eher mit den Maßstäben eines Theaterstücks bewerten.</p>
<p>An den vorherigen Absätzen wurde sicher deutlich: Empfehlen kann man DELIVER US FROM EVIL niemandem. Der Film ist deprimierend, aufwühlend, zermürbend. Aber er erinnert auch daran, was Film sein kann, was Film immer wieder sein und bleiben sollte: Ein Erzählmedium, dass durch seine Unmittelbarkeit und seine technischen Möglichkeiten eine unerreichbare Eindringlichkeit und Wirklichkeitsnähe erreichen und somit Geschichten erzählen kann, die über die Laufzeit hinaus im System hängen bleiben und so hoffentlich, und sei es nur im tiefsten Unterbewusstsein, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, eine Warnung vor dem, was der Mensch sein kann, wenn er nichts mehr hat, das er liebt, außer sich selbst und seinen Schwächen.</p>
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		<title>Public Enemies.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/08/24/public-enemies/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 13:36:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kino, Sommer und Substanz, dieses Trio erlebt man ungefähr so häufig gemeinsam in Aktion wie die heilige Dreifaltigkeit. Dieses Jahr bildete bislang keine Ausnahme, und mit aktuellen Blockbuster-Kanidaten wie G.I. JOE oder G-Force scheint es in diesem Stil noch eine Weile weiter zu gehen. Trotzdem, und ungeachtet recht geringer Erwartungen bedingt durch mäßige Rezensionen, durfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/08/24/public-enemies/"><img class="alignnone size-full wp-image-2412" title="pe01" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/pe01.jpg" alt="pe01" width="104" height="154" /></a>Kino, Sommer und Substanz, dieses Trio erlebt man ungefähr so häufig gemeinsam in Aktion wie die heilige Dreifaltigkeit. Dieses Jahr bildete bislang keine Ausnahme, und mit aktuellen Blockbuster-Kanidaten wie G.I. JOE oder G-Force scheint es in diesem Stil noch eine Weile weiter zu gehen. Trotzdem, und ungeachtet recht geringer Erwartungen bedingt durch mäßige Rezensionen, durfte man darauf hoffen, mit PUBLIC ENEMIES wenn schon keine positive Überraschung, dann doch wenigstens einen soliden Gangsterfilm geboten zu bekommen. Mit Johnny Depp und Christian Bale in den Hauptrollen war eine Performance zu erwarten, die über dem Niveau der Konkurrenz lag.</p>
<p><span id="more-2409"></span></p>
<div id="attachment_2413" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/pe02.jpg" rel="lightbox[2409]"><img class="size-full wp-image-2413" title="Der erste Schritt zum ferngesteuerten Auto." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/pe02.jpg" alt="Damals waren die Schwarzfahrer ja noch deutlich aggressiver." width="460" height="284" /></a><p class="wp-caption-text">Damals waren Schwarzfahrer noch deutlich aggressiver.</p></div>
<p>Die bekommt man auch. Beide Darsteller verleihen ihren Rollen eine spröde Kälte und Kantigkeit, die nie überzogen genug wirkt, um die gefühlte Authentizität in Frage zu stellen. Besonders bei Depp fällt auf, wie schön es ist, ihn mal wieder in einer Rolle zu sehen, in der er nicht den burtonesquen Freak spielt (ja, hier zähle ich PIRATES dazu). Auch Drehbuch und Regie verdienen Lob, denn schon in der Eröffnung wird deutlich, dass auf unnötiges Geplapper und hollywood-typische Einzeiler weitgehend verzichtet wird. Dafür verharrt die Kamera an den richtigen Stellen gerne ein bis zwei Sekunden länger, und dieser »Mut zum Schweigen« macht sich stellenweise spürbar bezahlt.</p>
<p>Das war es dann aber leider auch schon mit dem Lob. Die Verschmelzung von Biopic und Gangsterdrama, von präzisem Epochenportrait (in Ausstattung) und realistischem Actionfilm funktioniert nicht halb so gut, wie man erwarten mochte. Streng genommen passiert kaum mehr als in jenen eingangs erwähnten Spektakeln, nur das hier Schusswechsel den CGI-Bombast ersetzen. Die Charaktere vermögen beim Zuschauer kaum Sympathie oder Interesse für sich wecken, ihre Motivationen und Emotionen bleiben dem Betrachter weitgehend verschlossen. Diese trockene Entschlossenheit und Härte mag realistisch sein, schafft es aber nicht, eine eigene Dynamik zu entwickeln, und lässt den Film somit zu einer bloßen Aneinanderreihung von Schusswechseln verkommen, der keinen Einblick in die Figuren erlaubt. In Dillingers Romanze rächt sich dann zu allem Überfluss auch noch die erwähnte Kälte, denn diese wirkt dermaßen unecht und emotionslos, dass bis auf die Schlussszene jegliche Glaubwürdigkeit verloren geht. Ironischerweise fühlt sich diese geschrieben an.</p>
<div id="attachment_2414" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/pe03.jpg" rel="lightbox[2409]"><img class="size-full wp-image-2414" title="Narzist! Christian Bale zieht den Hut vor seiner schauspielerischen Leistung!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/pe03.jpg" alt="Nur einer von drei Männern hat Montags keinen Bad-Hair-Day." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Neue Studie: Nur einer von drei Männern hat Montags keinen Bad-Hair-Day.</p></div>
<p>Der Vorwurf, der am bittersten schmerzen sollte, ist jedoch, dass der Film erzählerisch versagt. Man darf davon ausgehen, dass nur ein Teil vor Filmbesuch weiß, wie die Geschichte enden wird. Davon profitiert der Film sogar, denn das Wissen nimmt dem Geschehen Spannung. Doch schuldet er seinem Publikum &#8211; den Eingeweihten wie den Unbedarften – auch eine Handlung, die den Gesetzmäßigkeiten guten Erzählens folgt und sich auf das konzentriert, was für die Geschichte wesentlich ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass man auch historisch belegte Figuren und Zusammenhänge mit angemessener Bedeutung behandeln sollte.  Figuren wie J. Edgar Hoover sind zweifellos von historischer Relevanz, wären in einem normalen Drehbuch aber gestrichen oder auf einen Minimalauftritt reduziert worden. Hier aber, wo schon die Protagonisten kaum bis keinen Hintergrund erhalten, wirkt es geradezu verschwenderisch, wie viel Leinwandzeit eine Figuren erhält, die für das unmittelbare Geschehen kaum eine Rolle spielt. Ähnliches gilt für Figuren wie der ewigen Karikatur Babyface Nelson, dem genauso viel Bedeutung beigemessen wird wie einem anderen Komplizen Dillingers, dessen Sterbeszene später berühren soll.</p>
<p>Würde der Film bei seinen Protagonisten nicht versagen, fände dieser Aspekt hier nicht Erwähnung, bei 140 Minuten Laufzeit allerdings darf man sich fragen, wo genau die Prioritäten lagen, denn das Einzige, das nicht zu kurz kommt, ist die Ballerei. Es drängt sich der Gedanke auf, dass diese deshalb so viel Stellenwert erhalten, weil man hier freier agieren und eigene Ideen wagen konnte, wovor man bei der eigentlichen Geschichte wohl zu große Hemmungen hatte. Siehe hierzu auch die sehr treffende (und meiner in Prägnanz um Welten überlegene <a href="http://www.moviegod.de/kino/kritik/1577/public-enemies" target="_blank">Kritik auf Moviegod.de</a>)</p>
<p>PUBLIC ENEMIES kann durch seine ungewöhnliche Erzählweise und die daraus entstehende Atmosphäre vielleicht unter Kritikern und Jugendlichen Freunde finden (wenn auch aus verschiedenen Gründen). Als Gangsterdrama bleibt es aber ein mittelmäßiger und demnach selbst für Genrefans entbehrlicher Beitrag, der angesichts von Genregrößen wie MILLERS CROSSING oder DIE UNBESTECHLICHEN den Kürzeren zieht. Wer sich für Handeln, Denken und Leben berühmter krimineller Subjekte interessiert, ist mit anderen Filmen und diversen französischen Autoren besser bedient.</p>
<p>Handwerklich sehr sauber, aber langweilig.</p>
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		<title>Gran Torino.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/31/gran-torino/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 12:17:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag sich weniger positiv lesen als es gemeint ist, aber: GRAN TORINO entspricht den Erwartungen. Jedenfalls sofern man anrührendes Erzählkino mit breitem moralischem Fundament erwartet. Als solches funktioniert der Film sehr gut, auch wenn recht häufig für den Zuschauer erkennbar ist, an welcher Stelle und mit welchem Hebel die Geschichte gerade eine emotionale Reaktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/31/gran-torino/"><img class="alignnone size-full wp-image-2297" title="Gran Torino Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/gran_torino.jpg" alt="Gran Torino Poster" width="104" height="154" /></a>Es mag sich weniger positiv lesen als es gemeint ist, aber: GRAN TORINO entspricht den Erwartungen. Jedenfalls sofern man anrührendes Erzählkino mit breitem moralischem Fundament erwartet. Als solches funktioniert der Film sehr gut, auch wenn recht häufig für den Zuschauer erkennbar ist, an welcher Stelle und mit welchem Hebel die Geschichte gerade eine emotionale Reaktion zu erwirken versucht, und wie diese aussehen soll.</p>
<p><span id="more-2296"></span></p>
<div id="attachment_2298" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/grantorino1.jpg" rel="lightbox[2296]"><img class="size-full wp-image-2298  " title="Nein Kinder, ich bin noch nicht alt genug, das Gras wachsen zu hören." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/grantorino1.jpg" alt="grantorino1" width="460" height="273" /></a><p class="wp-caption-text">Ihr seid also diese Blumenkinder, von denen man hört. Ich bin enttäuscht.</p></div>
<p>Dass diese Durchschaubarkeit nicht stört, ist den Darstellern zu verdanken, die (bis auf wenige Ausnahmen) selbst die kleineren Rollen vortrefflich und glaubwürdig verkörpern. Hier stechen besonders Ahney Her als frech-sympathische Sue sowie John Carroll Lynch als Barbier hervor. Bee Vang als der junge Thao Vang Lor (Katalysator der Geschehnisse) kommt durch die Handlung bedingt erst recht spät zum Zug und muss deshalb viel aufholen, meistert diese Herausforderung aber ganz passabel.</p>
<p>Clint Eastwood als grantiger Witwer und rassistischer Veteran ist natürlich eine Offenbarung. Sein mal ernstes, mal charmantes und überraschend oft witziges Spiel allein ist Berechtigung genug für das überwiegend überwältigende Lob, dass der Film erhalten hat. Dank seiner Doppelfunktion als Hauptdarsteller und Regisseur ist es somit ohne Zweifel SEIN Film.</p>
<div id="attachment_2299" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/gran_torino2.jpg" rel="lightbox[2296]"><img class="size-full wp-image-2299 " title="Damals in 'Nam haben wir auf Leute mit einem Oberrlippenbart wie deinem ZUERST geschossen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/gran_torino2.jpg" alt="gran_torino2" width="460" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Merke, mein Sohn: Jede gute Pornosammlung beginnt mit einer coolen Kiste.</p></div>
<p>Nun stehen bei einem Drama wie diesem natürlich die Themen im Vordergrund, die anzureißen sich Drehbuchautor und Regisseur vorgenommen haben. Hier knickt der gute Eindruck etwas ein, denn GRAN TORINO geht diesbezüglich nicht gerade mit Subtilität zu Werke. Trotzdem bleibt er dank seinem Ende doch über seine Laufzeit hinweg »hängen«. Wer sich an der teils aufgesetzten, gegenseitigen Erziehung der Figuren nicht stört, und für ein Rührstück über Toleranz offen ist, wird summa summarum nicht enttäuscht.</p>
<p>GRAN TORINO ist ein solides Erzählstück, das sich auf bewährten Genrepfaden bewegt, dabei nie wirklich überrascht und deshalb auch nicht als Geniestreich oder Meisterwerk bezeichnet werden muss. Wer das möchte, darf es dennoch tun, denn wer sich an den Originalton wagt, und so der furchtbaren deutschen Synchronstimme entgeht, bekommt einen Eastwood in Bestform geboten, dessen grimmig geknurrte Sprüche allein schon das Ansehen wert sind.</p>
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		<title>Operation Walküre.</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 12:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[drama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Das große Monster Hollywood hat mit OPERATION WALKÜRE (OT: VALKYRIE) zweierlei bewiesen. Erstens, dass man durchaus noch fähig und gewillt ist, eine historisch weitgehend akkurate Verfilmung zu realisieren, die sich soweit möglich und nötig an den Fakten orientiert. Persönlich bin ich mit dem Thema wenig vertraut, hier scheinen sich die Experten allerdings einig. Zweitens, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/28/operation-walkure/"><img class="alignnone size-full wp-image-2290" title="Operation Walküre Filmplakat" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere1.jpg" alt="Operation Walküre Filmplakat" width="104" height="163" /></a>Das große Monster Hollywood hat mit OPERATION WALKÜRE (OT: VALKYRIE) zweierlei bewiesen. Erstens, dass man durchaus noch fähig und gewillt ist, eine historisch weitgehend akkurate Verfilmung zu realisieren, die sich soweit möglich und nötig an den Fakten orientiert. Persönlich bin ich mit dem Thema wenig vertraut, hier scheinen sich die Experten allerdings einig. Zweitens, dass es noch Blockbusterkino geben kann, das ohne unnötigen Bombast daherkommt. Der nach der dramatischen Eröffnung eintretende &#8220;Mut zum Kammerspiel&#8221; stellt deshalb vielleicht die größte Leistung dieses Thrillers dar.<br />
<span id="more-2285"></span></p>
<div id="attachment_2291" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere2.jpg" rel="lightbox[2285]"><img class="size-full wp-image-2291" title="Und da sag noch einer, Gelb mache fröhlich." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere2.jpg" alt="Der Widerstand zeigt Hitler die gelbe Karte." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Der Widerstand zeigt Hitler die gelbe Karte.</p></div>
<p>Wer hierauf maßgeblichen Einfluss hatte, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass Tom Cruise über seine Funktion als Hauptdarsteller hinaus in den Film involviert war, kann aber guten Gewissens unterstellt werden. Da sei es ihm auch verziehen, dass er über die Laufzeit hinweg oft etwas zu steif und unterkühlt wirkt, was sicherlich durch die Rolle legitimiert wird, den emotionalen Zugang zu seiner Figur jedoch erheblich erschwert.</p>
<p>Generell ist dies eines der wenigen, aber klar gezeichneten Probleme des Films: Bedingt durch die Thematik und die Zusammenhänge leidet OPERATION: WALKÜRE wie viele seiner Genreverwandten (hier sind Spionagefilme wie THE GOOD SHEPHERD durchaus hinzuzuzählen) unter einem Überschuss an handelnden Figuren. Dieser wirkt sich deutlich auf die Intensität aus, da die Charaktere deshalb &#8211; wenn man so will &#8211; mehr Personen bleiben als Persönlichkeiten werden.</p>
<div id="attachment_2292" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere3.jpg" rel="lightbox[2285]"><img class="size-full wp-image-2292" title="Kann der arme Kerl überhaupt noch im Ausland Urlaub machen?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere3.jpg" alt="Wenn der Finsterling ein harter Kerl ist, muss Kretschmann ran." width="460" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn der Finsterling ein harter Kerl ist, muss Kretschmann ran.</p></div>
<p>Packend bleibt es trotzdem, ungeachtet des bekannten Ausgangs der Geschichte. Die Vorbereitung, die Stunden der Schwebe und Ungewissheit, der schon greifbare Triumph und das plötzliche, unaufhaltsame Umkippen ins Scheitern sind eindringlich und ohne Längen inszeniert. Auch in der zweiten, dramatischen Hälfte bleiben die Charaktere zuweilen auf der Stecken, bzw. werden zu oberflächlich abgehandelt, zu diesem Zeitpunkt leidet das Geschehen jedoch nicht mehr maßgeblich darunter.</p>
<p>Wer mag, darf nebenher auf eine Deutsche-Darsteller-Safari gehen, und wird dabei die ein oder andere Überraschung erleben. Selbes gilt auch für den Originalton, der zwar ohne übertriebene Akzente auskommt, jedoch beizeiten etwas lustlos wirkt. Besonders David Bamber als Adolf Hitler mangelt es an Stimmkraft und Eindringlichkeit, was allerdings auch eine Aussage und somit beabsichtigt sein kann. Das verkrümmte, kleine Wesen, um das so viel Aufhebens gemacht wird, gibt dem Mythos und der geschichtlichen Tragweite eine bittere, zuweilen fast ironische Note.</p>
<p>Mit seiner geradlinigen, komprimierten und mich buchhalterischer Präzision strukturierten Erzählweise ist OPERATION WALKÜRE solides Thrillerkino mit historischem Bezug &#8211; mehr aber auch nicht. Die filmische Aufarbeitung des Attentats meidet viele der ausgetretenen Pfade der WW2-Filme, hinterlässt ob ihrer Kühle aber keinen nachhaltigen Eindruck.</p>
<p>Ein interessanter Thriller, der im Vergleich mit dem dieses Jahr ebenfalls auf DVD erschienenen <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/08/tage-des-zorns/" target="_blank">TAGE DES ZORNS</a> eindeutig den Kürzeren zieht.</p>
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