Posts Tagged ‘Fantasy Filmfest’

The Collector.

Saturday, May 15th, 2010

Das Wichtigste vorweg: Ich habe kein gutes Gefühl dabei, THE COLLECTOR zu empfehlen. Es ist ein kleiner, wenig innovativer Folter- Fallen-Film, der in keiner Kategorie, sei es Drehbuch, Inszenierung oder Technik, richtig überzeugt. An den Standards seines Genres gemessen, kann man ihm aber einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Dass er diesen maßgeblich daraus bezieht, im Gegensatz zu seinen Genossen nicht maßlos zu nerven, muss einem nicht gefallen, der Fairness halber aber kurz erwähnt werden.

Man ist ja einiges gewohnt. Figuren, deren Sprechtext einem mehr Schmerzen bereitet als der Anblick der grausigen Gewaltakte. Plotwendungen, denen Glaubwürdigkeit ebenso fremd ist wie den Schauspielern der Begriff “Mienenspiel”, und die charakterbezogene Motivation durch blanke Idiotie ersetzen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. THE COLLECTOR ist hier nicht viel besser. Nur ein wenig. Aber auf dieses Etwas kommt es durchaus an.

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Heartless.

Saturday, May 15th, 2010

Vor ein paar Monaten stellte FRANKLYN bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu umfahren, und donnert statt dessen mit Karacho in eine Sackgasse anstrengender Belanglosigkeit.

Aber beginnen wir von vorn.

Zu Beginn ist vom Willen zur Innovation nicht viel zu merken. Ein junger, durch ein schlimmes Muttermal entstellter Fotograf streift durch die heruntergekommenen Teile Londons um Fotos von Hausruinen und Verfall zu schießen. So weit, so klischeebeladen. Als er beim späteren Entwickeln der Fotos in einem Fenster eine geisterhafte Fratze entdeckt, hat er natürlich nichts Besseres zu tun, als mitten in der Nacht zu jenem Haus zurück zu kehren und den Dingen auf den Grund zu gehen, wobei er gleich mal Hausfriedensbruch begeht.

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Daybreakers.

Wednesday, May 5th, 2010

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS.

Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss ich darauf achten, ein gewisses »Film/Jahr«-Pensum einzuhalten, da aus wiederholter Enttäuschung sonst Abneigung, später physisch spürbarer Widerwillen wird. Bei DAYBREAKERS, einem postapokalyptischen Vampirstreifen mit Sam Neill, Willem Dafoe und Ethan Hawke, schien es an der Zeit, sich zu überwinden. Das Ergebnis waren gut zwei Stunden gequältes Herbeisehnen eines Abspanns, der einfach nicht kommen wollte.

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Splice.

Tuesday, May 4th, 2010

Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt.

Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur dürfte er bislang nur mit drei Werken einem breiteren Publikum bekannt sein – wobei »breit« hier ein relativer Begriff ist, denn bislang schaffte nur (der später mit zwei unsäglichen Fortsetzungen gestrafte) CUBE den Sprung ins Programm der Mainstream-Kinos. Der feine, intelligente Sci-Fi-Agentenfilm CYPHER (2002) kam kaum über Festivals hinaus und verdankte die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde, mehr der hübschen DVD-Hülle als der Presse, die ihn weithin ignorierte. Der wundervoll abgedrehte, schwarzhumorige NOTHING wurde schon fast nicht mehr wahrgenommen und als DVD schnell zu Niedrigpreisen verramscht.

Das alles fördert zwar in gewissem Sinn die kultige Aura, die Natalis Schaffen umgibt, verlangt den Fans aber auch einige Geduld ab. Sechs Jahre nach NOTHING, von denen drei in die Entwicklung von SPLICE gesteckt wurden, darf man sich zu Recht fragen, ob sich das Warten gelohnt hat. Und wie es mit Erwartungen so ist, neigen sie in dazu, unfaire Ausmaße zu erreichen. Der Onkel ist aus dem Exil zurück, doch kann das, was er mitbringt, überzeugen?

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Avatar.

Tuesday, February 16th, 2010

Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee war, es bei einer selbstironischen Spitze zu belassen und einen Aufguss meiner eigenen Phrasen als Einleitung zu verwenden, im Stil von: »Es gibt Kinofilme, nach deren Besuch man merkt, wie mit jeder Minute die Begeisterung, und somit auch die persönliche Wertung, abebbt. Bei AVATAR stellt sich dieser Effekt weit vor dem Abspann ein.«
Haute mich aber auch nicht vom Hocker. Also lassen wir das.
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OSS117: Cairo, Nest of Spies

Friday, September 25th, 2009

oss_117_1Von wegen seicht:
Durchschifft man die breiten Gewässer der Agentenparodien, tun sich Abgründe auf, gegen die ist der Marianengraben kaum mehr als ein Loch auf einer Minigolfbahn. Leider nur was die Qualität betrifft. Von “halbwegs witzig” über “bemüht, aber nett”, bis hin zu AUSTIN POWERS reicht die Kette, in der sich nur wenige echte Perlen finden lassen.

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In 3 Tagen bist du tot 2.

Thursday, September 24th, 2009

In 3 Tagen bist du tot 2 - PlakatWie heißt es so schön? »Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd?«  Pfeifendeckel! Treffender wäre: »In Tirol dreht gleich ein Gastwirt hohl« – jedenfalls wenn eine neugierige Göre auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin auf ein wohl gehütetes Geheimnis stößt.

Aber fangen wir von vorne an:
Nach den Ereignissen im Vorgänger lebt die junge Nina (sehr blond, aber auch sehr ernst: Sabrina Reiter) in Wien, wo sie die grausamen Ereignisse zu vergessen versucht, die sie vor eineinhalb Jahren einen guten Teil ihrer Schulkameraden kostete (Sommerschlussverkauf bei H&M? Fast.). Diese Ereignisse haben mit der Leiche zu tun, die zu Filmbeginn aus einem See gezogen wird, und deren Entdeckung bei Nina unliebsame Erinnerungen wieder aufwühlt.

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Pontypool.

Sunday, September 13th, 2009

pontypool-1Eine abgelegene Radiostation, an einem kalten, von heftigem Schneetreiben verdunkelten Morgen. Der in die Jahre gekommene, durch seinen provokanten Stil unbequem gewordene Radiomoderator Grant Mazzy beginnt seine Sendung mit der üblichen, öden Verlesung lokaler Nachrichten, als ein live zugeschalteter Verkehrsreporters beunruhigende Beobachtungen übermittelt. Eine Menge aufgebrachter Menschen scheint sich versammelt zu haben und die Gegend zu durchstreifen, zudem ist von seltsamen Anfällen die Rede, von sich ununterbrochen wiederholenden Rufen und gewalttätigen Ausschreitungen. Angeblich sollen sogar Militär und Polizei bereits auf der Bildfläche erschienen sein. Während das kleine Team um Grant noch versucht, die Berichte zu verifizieren, verschärft sich die Lage dramatisch. Bald wird deutlich, dass man zwar von der Außenwelt abgeschnitten ist, nicht aber von dem, was den eigenartigen Infekt überträgt: Sprache.
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New Town Killers.

Saturday, September 12th, 2009

New Town KillersGroßstadt-Teenager Jamie (Alastair Mackenzie) steht mit einem Bein in der Gosse. Er lebt mit seiner älteren, kaum lebensfähigen Schwester in einem kleinen, miesen Appartement in einem der Wohnblockghettos am Rande von Edinburgh. Kein Job, keine Perspektive, keine Zukunft jenseits der nächsten, verzweifelt durchfeierten Party.
Als er erfährt, dass seine Schwester bis zum Hals in Schulden steckt, die sie in unmittelbarer Zukunft durch Drogenschmuggel abarbeiten soll, macht sich blanke Verzweiflung in ihm breit. Da kommt das Angebot, das er unvermittelt auf einer Restauranttoilette von zwei gelackten Bankern (Dougray Scott und Alastair Mackenzie) erhält, gerade recht: Wenn er es schafft, sich eine ganze Nacht vor Ihnen zu verstecken, ohne dass sie ihn kriegen, erhält er als Belohnung exakt jene Summe, die er braucht. Widerwillig und mangels Alternativen nimmt er an. Dass die Sache nicht koscher und die Übereinstimmung von aktuellen Umständen und versprochener Summe verdächtig ist, wird ihm in ihrem vollen Ausmaß wieder bewusst, als er wirklich versteht, was die beiden mit »kriegen« eigentlich meinen.
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In the electric mist.

Saturday, September 12th, 2009

In the electric mistDie Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor langer Zeit voneinander entfremdet haben. Dieser ist mittlerweile ein einflussreicher Geschäftsmann und hat sich kürzlich im Rahmen einer Filmproduktion wieder in der Gegend niedergelassen.

Was Robicheaux jedoch viel mehr aus der Bahn wirft, ist das in eine schwere Eisenkette verstrickte Skelett, das bei Dreharbeiten zu besagtem Film im selben Sumpf gefunden wird, denn es erinnert ihn an ein ungesühntes Verbrechen, dass er in seiner Jugend bezeugte. Als ihm auch noch ein konföderierter General der amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Visionen erscheint, begibt sich Robicheaux allmählich in ein Zwielicht, in dem sich ihm zwar wichtige Hinweise erschließen, in dem er aber auch Gefahr läuft, Selbstkontrolle und Realitätsbezug zu verlieren.
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