<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>The AcidBar &#187; Fantasy Filmfest</title>
	<atom:link href="http://www.acidbar.de/wordpress/tag/fantasy-filmfest/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.acidbar.de/wordpress</link>
	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Sep 2010 11:44:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Outrage.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/03/outrage/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/03/outrage/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 11:30:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[thriller]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=3104</guid>
		<description><![CDATA[Ungeachtet meiner Bewunderung für Takeshi Kitano möchte ich bei dieser Kritik tun, was ihm bei seinem neuen Gangster-Epos offenbar schwer fiel: Ich fasse mich kurz. Deshalb springen wir sogleich zur Kernaussage: Für sich genommen kann OUTRAGE nicht bestehen, ja nicht einmal gut unterhalten. Kitano treibt hier zwar Stil und Elemente seiner Yakuza-Filme mit gnadenloser Konsequenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/03/outrage"><img class="alignnone size-full wp-image-3106" title="outrage-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/outrage-poster.jpg" alt="" width="180" height="259" /></a>Ungeachtet meiner Bewunderung für Takeshi Kitano möchte ich bei dieser Kritik tun, was ihm bei seinem neuen Gangster-Epos offenbar schwer fiel: Ich fasse mich kurz. Deshalb springen wir sogleich zur Kernaussage: Für sich genommen kann OUTRAGE nicht bestehen, ja nicht einmal gut unterhalten. Kitano treibt hier zwar Stil und Elemente seiner Yakuza-Filme mit gnadenloser Konsequenz auf die Spitze, verliert dabei aber zu viel an Zugänglichkeit und Unterhaltungswert. So porträtiert der wortkarge Thriller das bekannte, von Hierarchien und Verrat geprägte organisierte Verbrechen sowie die Korruption der Behörden mit spröder Brutalität und manischem Minimalismus, ohne diese mehr als unbedingt nötig an erzählerischen Prinzipien zu orientieren.<br />
<span id="more-3104"></span><br />
Erstaunlich dabei ist, wie abgedroschen sich das Ergebnis anfühlt. Ohne den comic relief eines BROTHER oder den verträumten Surrealismus eines SONATINE bleibt nur noch das enge Korsett aus Pflicht, Ehre, Tradition und Kultur, das man anderswo vielleicht nicht in dieser Konzentration geboten bekommt, mit dem der aufgeklärte Filmfan  aber in weiten Teilen bereits vertraut sein dürfte. Gemeinsam mit der Laufzeit von 110 Minuten wirkt das Resultat so ermüdend und unnötig wie ein Haiku mit 500 Zeilen.</p>
<p>Wer nach Vergleichen sucht, wird durchaus bei Kitano selbst fündig. Der berühmt-berüchtigte 1989er VIOLENT COP ist im Hinblick auf seine humorbefreite Kompromisslosigkeit noch am ehesten als Bruder im Geiste zu sehen. Selbst dieser bot aber mehr intellektuelle und emotionale Fixpunkte. OUTRAGE hingegen schafft es nur, die Gewalt nicht cool und die Gangsterwelt beklemmend wirken zu lassen. Selbst für Fans von Kitano kann OUTRAGE somit schwer verdaulich sein.</p>
<p>Der Blick auf Kitanos cineastisches Schaffen führt jedoch unweigerlich zu einer diametralen Aussage: Im Kontext seiner Filmografie hat OUTRAGE nämlich durchaus seine Daseinsberechtigung. Denn Kitano tut hier nicht weniger, als dem Ruf seiner vielen Fans zu folgen, die nach dem gewöhnungsbedürftigen <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2008/12/01/takeshis/" target="_blank">TAKESHIS</a> und dem enorm sperrigen <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2008/12/03/all-glory-to-the-filmmaker/" target="_blank">ALL GLORY TO THE FILMMAKER</a> lautstark nach einem neuen, waschechten Gangsterfilm verlangten. Den haben wir nun bekommen, nur um zu begreifen, dass die potenziellen Werke, die Kitano uns »vorenthalten« hat, wohl nicht mehr zu bieten gehabt hätten als die Filme, mit denen er sich die letzten Jahre statt dessen beschäftigte. Denn eine Weiterentwicklung des Kitano-Gangsterfilms ist, wie OUTRAGE eindrucksvoll beweist, nur noch auf Kosten des Zuschauers möglich.</p>
<p>Setzen wir also einen Haken hinter OUTRAGE und hoffen darauf, dass als nächstes wieder Kunst und etwas Poesie auf der Agenda stehen. Dafür schauen wir uns dann auch gerne wieder die naiven Filzstiftgemälde an, mit denen Kitano beispielsweise seinen kongenialen HANA-BI durchsetzte.</p>
<p>Hinterher ist man immer schlauer.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/03/outrage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Case 39.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/case-39/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/case-39/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 13:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[mystery]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=3037</guid>
		<description><![CDATA[Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/case-39/"><img class="alignnone size-full wp-image-3039" title="Case 39" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/case39_poster.jpg" alt="" width="180" height="270" /></a>Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. Mag sein, dass es mehr einspielt, ein paar Jungdarsteller in fiktiven Quälereien zu demontieren, als eine klassische Gruselgeschichte zu erzählen. Sam Raimi hat es mit DRAG ME TO HELL versucht, dabei aber auch Zugeständnisse gemacht, und die Betonung auf den Trashfaktor gelegt, der derlei Filmen schnell anhaftet.<br />
<span id="more-3037"></span><br />
CASE 39 versuchte nun, einen ernsthafteren Weg zu gehen, und mit René Zellweger als Aushängeschild mehr als nur seine Kosten wieder einzuspielen. Ob Letzteres gelungen ist, darf jeder gerne selbst recherchieren. Für sich genommen ist der Film trotz solider Inszenierung kaum mehr als Trockenfutter &#8211; ob man es mit Genuss verzehrt oder missmutig herunter würgt, hängt wesentlich davon ab, wie sehr man Gruseltriller liebt, und wie sehr einen die letzten Jahre ausgehungert haben.</p>
<p>Hauptproblem des Films ist die Vorhersehbarkeit. Das Drehbuch von Ray Wright bewegt sich brav entlang der ausgetretenen Pfade, verwechselt dabei aber Mut zur Bodenständigkeit mit einem Mangel an Inspiration. So kündigt sich beinahe jede Wendung, jeder Todesfall und jeder Schreckmoment im Voraus an, was dem Film nicht nur seiner Energie beraubt, sondern auch gar nicht erst richtige Spannung aufkommen lässt. Zwar ist das Geschehen solide inszeniert und bleibt deshalb nicht gänzlich ohne Wirkung, gemessen an dem, was die einzelnen Szenen zeigen, stellt sich aber zu selten Gänsehaut ein. Zudem verriet der Trailer schon im Vorfeld zu viel, so dass das erste Drittel regelrecht zur Geduldsprobe verkommt.</p>
<p>Regisseur Christian Alvert, der schon mit PANDORUM sehr geschmacksabhängiges Genrekino ablieferte, profitiert hier einmal mehr von der Zuarbeit eines erfahrenen Darstellers, vermag dem Gesamtwerk aber keinen erkennbaren, eigenen Stil zu verpassen. Trotz des handwerklichen Fortschritts, den CASE 39 erkennen lässt, bleibt der junge, deutsche Regisseur weiterhin einen überzeugenden Beweis seiner Kreativität schuldig.</p>
<p>Unterm Strich ist CASE 39 ein Horrorthriller, der bestimmt niemanden begeistern, eingefleischte Genrefans und Laufpublikum aber auch nicht maßlos enttäuschen wird. Nicht gerade das, was das Genre benötigt, aber ausreichend, um einen Abend zu füllen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/case-39/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>OSS117 &#8211; Lost in Rio.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/oss117-lost-in-rio/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/oss117-lost-in-rio/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 15:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[action]]></category>
		<category><![CDATA[comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=3020</guid>
		<description><![CDATA[OSS117 &#8211; LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/oss117-lost-in-rio/"><img class="alignnone size-full wp-image-3021" title="OSS 117 - Lost in Rio." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/OSS_117_Lost_in_Rio_poster.jpg" alt="" width="180" height="233" /></a>OSS117 &#8211; LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige Maß an Chuzpe verleiht, um dem Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken, wo viele andere Parodien eine Bauchlandung machen würden.</p>
<p><span id="more-3020"></span></p>
<p>Der Humor der Fortsetzung ist dabei etwas weniger kindisch geraten, was fast ein wenig schade ist, denkt man z.B. an den Lichtschalter im Hühnerstall. Dafür sind die Dialoge bissiger und pointensicherer, was nötig war und dankend angenommen wird. Auch die Aussetzer des Protagonisten gerieten diesmal noch eine Idee peinlicher, was weiter zur Erheiterung beiträgt.</p>
<p>Die »französische Arroganz« kann natürlich nur im Originalton funktionieren. Hier verleiht die Synchronisation dem gesamten Film unweigerlich eine andere Note, weshalb dringend angeraten ist, Untertitel einer Synchronisation vorzuziehen, und sei es nur, um den Klang der Sprache zu genießen.</p>
<p>Im Bezug auf eingangs genannte Ähnlichkeit klaue ich nun beim Fazit einfach dreist bei mir selbst: OSS17 ist auch in seiner zweiten Inkarnation kein großer Wurf, aber sehr solide Unterhaltung, die mit mindestens drei richtig großen Lachern aufwarten kann. In anderen Parodien finden sich deutlich weniger.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/oss117-lost-in-rio/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Thirst.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/thirst/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/thirst/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 14:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[drama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=3006</guid>
		<description><![CDATA[Wie war das doch gleich mit »schwierig zu rezensieren« (Valhalla Rising)? Ich vergaß, da war ja noch THIRST. Und der hat es auch ziemlich in sich. Es lässt sich wohl bedenkenlos behaupten, dass man sich auf einen Film wie THIRST nicht vorbereiten kann. Weder mental, noch cineastisch, auch wenn Erfahrung im Umgang mit asiatischem Kino [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/thirst/"><img class="alignnone size-full wp-image-3008" title="THIRST" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/thirst_poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Wie war das doch gleich mit »schwierig zu rezensieren« (Valhalla Rising)? Ich vergaß, da war ja noch THIRST. Und der hat es auch ziemlich in sich.</p>
<p>Es lässt sich wohl bedenkenlos behaupten, dass man sich auf einen Film wie THIRST nicht vorbereiten kann. Weder mental, noch cineastisch, auch wenn Erfahrung im Umgang mit asiatischem Kino sicher nicht schadet. Trotzdem: Ganz gleich, welche Erwartungshaltung man dem Film entgegenbringt, auf die ein oder andere Weise wird man überrascht, schlichtweg weil Chan-wook Parks neues Werk so viele unterschiedliche Töne anschlägt und so viele Wandlungen erfährt, dass damit gut und gerne drei Filme versorgt wären. Damit ist aber auch bereits genannt, was THIRST zu einem besonderen Film macht und die vielen positiven Kritiken legitimiert.</p>
<p><span id="more-3006"></span>THIRST ist, das sollten mittlerweile alle mitbekommen haben, kein herkömmlicher Vampirfilm. Er ist Märchen und Milieustudie zugleich, eine Abhandlung über Glaube, Erwartung und Hoffnung, über den Umgang mit Sehnsucht, Hunger und Durst im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Er ist Drama und Horrorfilm, verbindet Gewalt und Sex auf teils erschütternde Weise mit Feingefühl und Poesie, und das in einer Weise, die weitab vom westlichen Stil derartiger Experimente rangiert. Es ist nicht der erste Film, der sich an solche Kombinationen wagt, aber es ist ein Film, der damit so gekonnt jongliert, dass sich partout kein Schwerpunkt heraus kristallisiert und das Werk selbst somit zu einem Rätsel macht, dass jeder Zuschauer für sich ergründen muss. Man kann ihn deshalb auch nicht jenen nachdrücklicher empfehlen, denen die Rache-Trilogie bekannt ist. Weder die »Sympathy«-Filme noch OLD BOY sind &#8211; von einigen stilistischen Details abgesehen, mit THIRST vergleichbar. Auch dies kann als Wandlungs- und Reifeprozess des Regisseurs betrachtet werden.</p>
<p>Natürlich ist nicht alles Gold. Beizeiten drängt sich der Eindruck auf, Chan-wook Park wolle es einem unnötig schwer machen. Unter den Wechseln leidet vor allem die Zugänglichkeit, und diese insbesondere im Hinblick auf die Figuren, deren Emotionen und Motivationen &#8211; zumindest für westliches Publikum &#8211; nicht immer nachvollziehbar sein werden. Auch hat der Film trotz seiner Stimmungswechsel einige Längen. Je mehr die krassen Spurwechsel den emotionalen Zugang einschränken, desto schwieriger wird es auch, sich in manchen Szenen zu verlieren, die eigentlich die Höhepunkte der Geschichte bilden. Erst gegen Ende, als die Geschwindigkeit gedrosselt wird und die Geschichte mit Schrittgeschwindigkeit in den Abspann gleitet, findet der Film in seine emotionale Mitte. Das kann sowohl Absicht als auch glücklicher Zufall sein, in jedem Fall macht das Finale wieder eine Menge verlorenen Boden wett und entlässt den Zuschauer mit einem guten Gefühl und der zurückgewonnenen Überzeugung, dass von diesem Regisseur weiterhin Großes zu erwarten ist.</p>
<p>THIRST verdient keine simple Empfehlung, weil er eine Herausforderung ist. Ob Struktur und Erzählweise für den Zuschauer funktionieren, kann nicht mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit beantwortet werden. Er verdient aber Beachtung und sollte von jedem, der Lust auf etwas Außergewöhnliches verspürt, als potenzieller Sittmacher betrachtet werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/29/thirst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Descent 2.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/descent-2/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/descent-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 08:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2976</guid>
		<description><![CDATA[DESCENT 2 ist, wie nicht anders zu erwarten war, ein lahmer Aufguss seines überraschend wirkungsvollen Vorgängers geworden. Zwar bemüht sich die Fortsetzung redlich, an Intensität und Atmosphäre des ersten Teils anzuknüpfen, erreicht dabei aber zu keinem Zeitpunkt dessen Spannungsniveau. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass zu häufig Elemente und Orte wieder verwendet oder besucht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/descent-2/"><img class="alignnone size-full wp-image-2978" title="descent2_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/descent2_poster.jpg" alt="" width="180" height="255" /></a>DESCENT 2 ist, wie nicht anders zu erwarten war, ein lahmer Aufguss seines überraschend wirkungsvollen Vorgängers geworden. Zwar bemüht sich die Fortsetzung redlich, an Intensität und Atmosphäre des ersten Teils anzuknüpfen, erreicht dabei aber zu keinem Zeitpunkt dessen Spannungsniveau. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass zu häufig Elemente und Orte wieder verwendet oder besucht werden, die dem Publikum bereits bekannt sind.</p>
<p>Zieht man in Betracht, dass sich der Aha-Effekt dieser wiederholten Verbeugungen Neulingen nicht voll erschließen wird und jene, die den ersten Teil kennen, schnell daran ermüden werden, muss man sich fragen, für wen genau der Film gemacht wurde, wohl wissend, dass die Antwort »Bankkonten« lautet.</p>
<p><span id="more-2976"></span>Das lässt sich streng genommen von fast  jeder Produktion sagen. Die Frage ist nur, ob es so deutlich auffallen muss. In jedem Fall wurde vergessen, dem Franchise etwas hinzuzufügen, dass der Fortsetzung eine echte Daseinsberechtigung gibt.</p>
<p>Was der Film zu bieten hat, ist ein einziger wirklich beklemmender Moment, eine echte Überraschung (vorausgesetzt, man wurde nicht gespoilert) und ein recht vorhersehbarer und in seiner Unsinnigkeit nervtötender Schluss. Das Spannendste an DESCENT 2, so muss man leider sagen, bleibt das DVD-Menue, dass mit seiner kratzigen Akustik fies an den Nerven gräbt.</p>
<p>Nicht so schlimm, wie der Trailer befürchten ließ, in seiner Uninspiriertheit aber vollkommen entbehrlich. Ob man nun in die Röhre oder in eine Höhle guckt, macht keinen Unterschied, wenn in beiden nichts Spannendes passiert.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/descent-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Outlander.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/08/outlander/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/08/outlander/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 13:34:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[action]]></category>
		<category><![CDATA[fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[scifi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2910</guid>
		<description><![CDATA[Wenn es um Filme ging, fiel in letzter Zeit auf meiner Seite des Öfteren folgender Satz: &#8220;Gemessen an dem, was er sein möchte, ist der Film gut.&#8221;, oder umgangssprachlicher &#8220;Für das, was er sein möchte, ist er in Ordnung.&#8221; Diese Aussage ist natürlich, von ihrer offensichtlichen Profillosigkeit abgesehen, ziemlich arrogant. Immerhin maßt man sich damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/08/outlander/"><img class="alignnone size-full wp-image-2915" title="Outlander" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/outlander_plakat.jpg" alt="" width="180" height="244" /></a>Wenn es um Filme ging, fiel in letzter Zeit auf meiner Seite des Öfteren folgender Satz:<br />
&#8220;Gemessen an dem, was er sein möchte, ist der Film gut.&#8221;, oder umgangssprachlicher &#8220;Für das, was er sein möchte, ist er in Ordnung.&#8221; Diese Aussage ist natürlich, von ihrer offensichtlichen Profillosigkeit abgesehen, ziemlich arrogant. Immerhin maßt man sich damit an, zu wissen, was in den Köpfen von Drehbuchautor und Regisseur, von Produzenten und Kameraleiter, vorgegangen sein mag. Auf der anderen Seite machen es einem manche Filme schwer, sich solche Unterstellungen zu verkneifen. OUTLANDER ist ein gutes Beispiel dafür, denn durchschaubarer kann man einen Film kaum mehr gestalten.</p>
<p><span id="more-2910"></span></p>
<p>Es beginnt mit der nicht weniger als haarsträubenden Grundidee: Im Jahr 709 BC stürzt ein Raumschiff auf die Erde, genauer: in einen See nahe der Siedlungen zweier Wikingerstämme. Mit an Bord: Der letzte Überlebende der natürlich humanoiden Crew &#8211; und ein menschenfressendes, feuerspuckendes Monster, das ganz zufällig aussieht wie ein Drache. Als letzteres damit beginnt, sich über die regionalen Spezialitäten her zu machen, verbündet sich ersterer mit den Einheimischen, um den Tod seiner Familie zu rächen, die &#8211; wie Rückblenden berichten &#8211; beim intergalaktischen &#8220;Vorglühen&#8221; das Zeitliche gesegnet hat.</p>
<p>Das man bei einer solchen Inhaltsangabe entweder debil grinsen oder irritiert den Kopf schütteln muss, versteht sich von selbst. In jedem Fall genügt diese erste Reaktion, um zu entscheiden, ob man OUTLANDER ansehen sollte. Denn genauso absurd, wie die Geschichte klingt, so uninspiriert wird sie erzählt.<br />
Natürlich wird der Gestrandete erst einmal richtig verkloppt, bevor man ihn in die Dorfgemeinschaft integriert. Natürlich wird die Siedlung von einem strengen, aber weisen König regiert, der dem Fremden erst mißtraut, dann aber später alles durchgehen lässt. Der König hat selbstverständlich auch eine gut aussehende, mutige Tocher, die eigentlich dem ersten Krieger des Dorfes zugedacht ist, sich aber null Komma nichts in den Immigranten verguckt. Der plötzlich uninteressant gewordene Anwärter auf die Thronfolge ist logischerweise eifersüchtig und versucht, den Helden bloßzustellen. Ein paar Actionszenen reichen ihm jedoch, sich mit seinem Schicksal abzufinden, sich mit dem Neuankömmling zu verbrüdern und im fulminanten Endkampf das Zeitliche zu segnen.</p>
<p>Ups. Sorry. Da kommen jetzt noch ein paar mehr von.</p>
<p>Das Drehbuch entblödet sich sogar, die Königstochter vom Drachen entführen zu lassen,  der  sie  &#8211; im Gegensatz zu quasi allen anderen Opfern &#8211; nicht gleich zerfleischt oder abfackelt, sondern einfach in seinen Vorratskeller wirft, aus dem sie dann befreit werden muss. Habe ich schön erwähnt, dass der König im Verlauf des Films abkratzt? Nein? Dann ratet mal, wer die Nachfolge antreten wird&#8230;</p>
<p>Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat: OUTLANDER ist eine Ansammlung von Klischees, die so abgedroschen sind, dass man schon von einem anderen Planeten kommen muss, um sich von der vorangegangenen Inhaltsbeschreibung ernsthaft gespoilert zu fühlen. Auch wenn die Requisite für die Leichenberge Überstunden schieben musste, kann man nicht umhin sich vorzustellen, dass der Film im Nachmittagsprogramm besser aufgehoben wäre als auf einer DVD mit hoher FSK-Freigabe.</p>
<p>Man muss OUTLANDER jedoch auch zugestehen, dass er solide inszeniert ist und man ihm sein Budget &#8211; falls es daran mangelte &#8211; nicht ansieht.  Die Effekte sind solide, wenn auch teilweise etwas &#8220;märchenhaft&#8221;, die Kostüme wirken ansehnlich und die Darsteller sind, wenn schon nicht gut, dann doch zumindest ihren Rollen angemessen besetzt. Unter den zahlreichen Bärten verstecken sich sogar ein paar bekannte Namen wie Ron Perlman und John Hurt, die dem Film nicht unbedingt Klasse geben, aber ganz sicher auch nicht schaden.</p>
<p>Was bleibt, erklärt den einleitenden Absatz: Ein objektives &#8220;Gut&#8221; hat OUTLANDER in keinem Fall verdient. Dafür ist er zu verzichtbar. Da der Film aber zu keinem Zeitpunkt versucht, sich als mehr oder besser zu verkaufen, als er eigentlich  ist, kann man ihm nicht vorwerfen, sein Publikum zu enttäuschen. Wer als Kind die STORM-Comics gelesen hat, mag der Grundidee sogar eine nostalgische Note abgewinnen.</p>
<p>Wer &#8220;Der 13te Krieger&#8221; mochte und von &#8220;Reign of Fire&#8221; nicht total genervt war, kann OUTLANDER definitiv eine Chance geben. Der Rest sollte nicht mehr erwarten als entspannte Unterhaltung auf dem erzählerischen Niveau eines unterdurchschnittlichen Fantasy-Romans.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/08/outlander/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>The Collector.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/the-collector/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/the-collector/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 May 2010 11:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2814</guid>
		<description><![CDATA[Das Wichtigste vorweg: Ich habe kein gutes Gefühl dabei, THE COLLECTOR zu empfehlen. Es ist ein kleiner, wenig innovativer Folter- Fallen-Film, der in keiner Kategorie, sei es Drehbuch, Inszenierung oder Technik, richtig überzeugt. An den Standards seines Genres gemessen, kann man ihm aber einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Dass er diesen maßgeblich daraus bezieht, im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/the-collector/"><img class="alignnone size-full wp-image-2819" title="TheCollector Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/The-Collector.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Das Wichtigste vorweg: Ich habe kein gutes Gefühl dabei, THE COLLECTOR zu empfehlen. Es ist ein kleiner, wenig innovativer <span style="text-decoration: line-through;">Folter-</span> Fallen-Film, der in keiner Kategorie, sei es Drehbuch, Inszenierung oder Technik, richtig überzeugt. An den Standards seines Genres gemessen, kann man ihm aber einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Dass er diesen maßgeblich daraus bezieht, im Gegensatz zu seinen Genossen <strong>nicht</strong> maßlos zu nerven, muss einem nicht gefallen, der Fairness halber aber kurz erwähnt werden.</p>
<p>Man ist ja einiges gewohnt. Figuren, deren Sprechtext einem mehr Schmerzen bereitet als der Anblick der grausigen Gewaltakte. Plotwendungen, denen Glaubwürdigkeit ebenso fremd ist wie den Schauspielern der Begriff &#8220;Mienenspiel&#8221;, und die charakterbezogene Motivation durch blanke Idiotie ersetzen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. THE COLLECTOR ist hier nicht viel besser. Nur ein wenig. Aber auf dieses Etwas kommt es durchaus an.</p>
<p><span id="more-2814"></span></p>
<p>Natürlich ist die Prämisse, dass ein Serienmörder innerhalb weniger Stunden ein Haus mit einer solchen Vielzahl kruder Fallen präpariert, dass selbst ein ganzes Team von Handwerkern mehrere Tage damit beschäftigt wäre, alles zu installieren, vollkommen bescheuert. Dass in genau dieses Haus, an genau diesem Abend, ein Einbrecher einsteigt, ist hingegen witzig und wird &#8211; wenn auch mit einigen Abkürzungen &#8211; halbwegs glaubwürdig erklärt. Es reicht sogar noch für ein Sahnehäubchen in Form genervter One-Liner, die zur Abwechslung mal nicht peinlich gerieten, sondern jene Gedanken artikulieren, die einem auch als Zuschauer angesichts solcher Szenen durch den Kopf gehen.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit dem weiteren Verlauf des Geschehens. Warum der Einbrecher (unsere Hauptfigur) nach Entdecken der Fallen, ersten Verletzungen und gerade mal so eben gelungener Flucht allen Ernstes noch einmal umdreht, wird knapp aber nachvollziehbar dargelegt. Hier &#8211; wie an ein paar anderen Stellen &#8211; hat sich das Drehbuch vorher abgesichert, und auch wenn die Art und Weise, in welcher derlei Erzähltechniken angewendet werden, oberflächlich und durchsichtig wie Frischhaltefolie ist, kann man nicht umhin, zur Kenntnis zu nehmen, dass hier Rücksicht auf Details genommen wird, um die sich Filmreihen wie SAW keinen Deut mehr zu scheren scheinen.</p>
<p>Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Abstand, mit dem THE COLLECTOR diese Klippen umschifft, ist äußerst gering. Dass es sich bei den Machern von THE COLLECTOR ironischerweise um jenes Team handelt, das sich auch für SAW IV bis VI verantwortlich zeichnet, sollte in ausreichendem Maß für sich sprechen und jeden Zweifel daran, um was für eine Art von Film es sich handelt, aus dem Weg räumen. Weitaus weniger intelligent als der erste SAW, aber auch nicht so abartig wie ein HOSTEL, lässt er jegliche Finesse und Rafinesse vermissen. Der Twist am Ende ist als solcher kaum zu erkennen, die Enthüllung des Täters uninteressant und ohne Konsequenz für die Bewertung des vorher gesehenen. Wer sich heute noch davon einschüchtern lässt, dass ein Täter vor seinen Greueltaten unentdeckt in der Nähe seiner Opfer agiert hat, hat in derlei Genre-Kino nichts zu suchen.</p>
<p>Man muss den Herren aber zugestehen, hier in kleinem Maß zu zeigen, was man im Genre sonst weithin vermisst: Ein wenig Zurückhaltung. Es werden weder neue Untiefen der Grausamkeiten ausgelotet, noch so lange mit der Kamera draufgehalten, bis auch dem letzten Dumpfhirn im Publikum übel ist. Den Hauptteil des Films nimmt das Katz- und Maus-Spiel zwischen Psychopath und Kleingangster ein, und auch wenn dieses vom Niveau her nicht über einem Tom und Jerry Cartoon liegt, fühlt man sich wenigstens nicht abgestoßen oder für dumm verkauft. Die Fallen sorgen hingegen in ihrer blanken Absurdität für den ein oder anderen Schmunzler, wie man ihn sich bei FINAL DESTINATION schon nicht verkneifen konnte.</p>
<p>Das ist nicht viel, und wie das Gesamtbild sowie die Auflösung am Ende befürchten lässt, wird auch nicht wesentlich mehr aus diesem neuen Franchise erwachsen als eine Reihe niedrig budgetierter Slasher. Zum Abschalten am einem regnerischen Abend, oder für Horrorfans, die Fallen noch  nicht überdrüssig sind, kann man ihn aber &#8211; ne, ich trau&#8217; mich doch nicht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/the-collector/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Heartless.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/heartless/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/heartless/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 May 2010 10:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[mystery]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2802</guid>
		<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten stellte FRANKLYN bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/heartless/"><img class="alignnone size-full wp-image-2804" title="Heartless" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Vor ein paar Monaten stellte <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/03/17/franklyn/" target="_blank">FRANKLYN</a> bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu umfahren, und donnert statt dessen mit Karacho in eine Sackgasse anstrengender Belanglosigkeit.</p>
<p>Aber beginnen wir von vorn.</p>
<p>Zu Beginn ist vom Willen zur Innovation nicht viel zu merken. Ein junger, durch ein schlimmes Muttermal entstellter Fotograf streift durch die heruntergekommenen Teile Londons um Fotos von Hausruinen und Verfall zu schießen. So weit, so klischeebeladen. Als er beim späteren Entwickeln der Fotos in einem Fenster eine geisterhafte Fratze entdeckt, hat er natürlich nichts Besseres zu tun, als mitten in der Nacht zu jenem Haus zurück zu kehren und den Dingen auf den Grund zu gehen, wobei er gleich mal Hausfriedensbruch begeht.</p>
<p><span id="more-2802"></span></p>
<div id="attachment_2806" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_1.jpg" rel="lightbox[2802]"><img class="size-full wp-image-2806 " title="Das Motto &quot;Unsere Stadt  muss grüner werden.&quot; wurde offensichtlich falsch verstanden." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_1.jpg" alt="Unsere Stadt muss grüner werden." width="460" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">Wo Innenarchitekten Amok  laufen.</p></div>
<p>Das mag man als Zugeständnis ans Genre werten, oder als Zeichen dafür, dass der Drehbuchautor absolut keine Idee hatte, wie er seine Figur in die geplante Geschichte bringen soll. Man ist ja mittlerweile gewohnt, Fotografen in Filmen stets einen Voyeurismus zugestehen, der jeglichen Anstand und Selbsterhaltungstrieb beiseite wischt. Trotzdem würde man sich von einem so »jungen« Mysterythriller etwas mehr Kreativität und Glaubwürdigkeit wünschen, was die Motivation des Protagonisten betrifft, sich einer unbekannten Bedrohung zu nähern.</p>
<p>Wie dem auch sei: Es entspinnt sich eine Geschichte über echsenhafte Monster, die den Stadtteil terrorisieren, über den bzw. einen Teufel, der Wünsche gewährt und damit die Stadt ins Chaos und seine gewonnen Lakaien in den Untergang treibt, und eben jenen Fotografen, der doch eigentlich nur normal sein will, und dabei seine Seele aufs Spiel setzt. Nebenher bringt man noch ein wenig Milieustudie und Romantik unter, wobei letztere natürlich einer der Aufhänger ist, die den Protagonisten am laufen halten, nachdem die Initialzündung verpufft ist. Um jenen, die dem Film gern eine Chance geben möchten, nicht die Freude zu verderben, sei es mit diesen vagen Angaben belassen. Es sei lediglich gesagt, dass am Ende doch alles ganz anders ist, wobei dies leider keinen Mehrwert darstellt &#8211; ganz im Gegenteil.</p>
<div id="attachment_2807" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_2.jpg" rel="lightbox[2802]"><img class="size-full wp-image-2807" title="An dieser Stelle den Werbeslogan  eines Herstellers für Frischhaltefolie zu zitieren, ist sogar unter  MEINEM Witzniveau." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_2.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Das ist nichts Sexuelles, ehrlich. Aber sei doch  so gut und leck mich kurz ab.&quot;</p></div>
<p>Dass zwei Absätze weiter oben von einem »jungen« Mysterythriller die Rede war, hat zwei Gründe. Erstens haftet HEARTLESS deutlich der Beigeschmack eines Erstlingswerkes an, was er streng genommen aber nicht ist. Zweitens ist Regisseur und Drehbuchautor Philip Ridley mit seinen 46 Jahren nun auch kein Jungspund mehr, auch wenn sein Werk sehr überschaubar ist. Beides führt aber zu einem gewissen Grad an den prägenden Makel des Films heran: Timing. Ridley macht leider genau da vieles falsch, wo der Pulsschlag eines Films am deutlichsten zu fühlen ist. Während diverse Szenen, unter anderem die wenig innovative Romanze, unnötig in die Länge gezogen werden, werden andere, nicht minder essenzielle Aspekte, viel zu abgehackt abgehandelt. Der daraus resultierende, holprige Eindruck macht jeden netten Ansatz zunichte und stört noch mehr als die eingangs erwähnte, genreübliche Dummheit der Figuren.</p>
<p>Ein weiterer, eher nebensächlicher Faktor, der aber Filmfans auffallen wird, ist, wie konsequent das cineastische Grundwissen der Zuschauer ignoriert wird. Manche Motive sind so etabliert, dass man als Erzähler davon ausgehen kann, dass das Publikum selbstständig die Lücken füllt und Verbindungen herstellt. Klischees sind dafür nur ein Beispiel. Die Fähigkeit, solche Stellen zu identifizieren, und an der richtigen Stelle abzublenden, bevor das Publikum sich zu langweilen beginnt, macht in solchen Fällen gutes Storytelling aus.</p>
<p>Wird nun aber beispielsweise ein Date, dessen genauer Ablauf für die Geschichte irrelevant ist, nicht in ein bis zwei Minuten oder einer prägenden Szene auf den Punkt gebracht, sondern in einer gefühlt viertelstündigen Montage von Momenten, die die Etappen des Abends beschreiben, ausgewalzt, muss man sich als Autor und Regisseur gefallen lassen, als Amateur bezeichnet zu werden. Statt sich den Figuren verbundener zu fühlen, wird der Zuschauer aus dem Geschehen gerissen und selbst zum Voyeur degradiert. Ein ähnlicher Effekt entsteht übrigens durch den Stolz, mit dem der nette, aber nicht beeindruckende Soundtrack präsentiert wird, was leider ebenfalls darin resultiert, dass überflüssige Einstellungen aneinandergereiht bzw. in die Länge gezogen werden.</p>
<p>Um zur Abwechslung mal wieder ein müdes Wortspiel zu bringen: Man kann HEARTLESS vieles vorwerfen, aber nicht, dass es der Umsetzung an Herz mangelt. Leider zeigt der Film, wie wenig das im Ernstfall nützt. So wird aus einem netten Mysterythriller ein Paradebeispiel für Scheitern mangels Erfahrung und Gefühl für gutes Erzählen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/heartless/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Daybreakers.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/05/daybreakers/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/05/daybreakers/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[horror]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[schrott]]></category>
		<category><![CDATA[scifi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2770</guid>
		<description><![CDATA[Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS. Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/daybreakers/"><img class="alignnone size-full wp-image-2773" title="Daybreakers Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers1.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS.</p>
<p>Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss ich darauf achten, ein gewisses »Film/Jahr«-Pensum einzuhalten, da aus wiederholter Enttäuschung sonst Abneigung, später physisch spürbarer Widerwillen wird. Bei DAYBREAKERS, einem postapokalyptischen Vampirstreifen mit Sam Neill, Willem Dafoe und Ethan Hawke, schien es an der Zeit, sich zu  überwinden. Das Ergebnis waren gut zwei Stunden gequältes Herbeisehnen eines Abspanns, der einfach nicht kommen wollte.</p>
<p><span id="more-2770"></span></p>
<div id="attachment_2772" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers2.jpg" rel="lightbox[2770]"><img class="size-full wp-image-2772" title="Nein, das sind nicht Hudson Hawke und Willem Tell." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers2.jpg" alt="" width="460" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Zeitgemäße Herrenmode trifft auf zeitgemäße Waffentechnik.</p></div>
<p>Zugegeben 2: Die Besetzung war eine Warnung, die man nicht hätte ignorieren dürfen. So sehr ich Neill, Dafoe und Hawke auch mag, jeder von ihnen hat bei seiner Filmwahl mehr als nur einmal heftig enttäuscht. Im Fall von Neill und Dafoe sollte man sogar von einem Abgleich absehen, das Resultat könnte ernüchternd sein.</p>
<p>Was hat der Film also zu bieten, abgesehen von einem Titel, den man wörtlicher kaum nehmen kann (jedenfalls, wenn man sich den Tag kaputt machen will). Die Ernüchterung setzt quasi bereits mit dem Kennenlernen den Protagonisten ein. Die aufgesetzte Schwermut von Hawkes Charakter (Name schon wieder vergessen) nervt, lange bevor sich die Handlung als absoluter Quark enttarnt. In gewissem Sinne erinnert seine Passivität an das extrovertierte Leiden von Brad Pitts Charakter Louis de Pointe du Lac (übersetzt: Louis, dem die Daseinsberechtigung fehlt) in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR. Als Hauptfigur eine denkbar schlechte Wahl, die darin resultiert, dass man sämtlichen Nebenfiguren &#8211; selbst den Antagonisten &#8211; mehr Dialoge und zum Teil auch mehr Erfolg in ihrem Bemühungen wünscht. Abgesehen davon sieht es auf deren Seite aber nicht viel sonniger aus.</p>
<p>Sam Neill darf mal wieder finster sein, versteckt sich aber hinter der blassen Schminke und trägt seine banalen Zeilen mit einer Zufrieden- und Gelassenheit vor, der man fast anmerken kann, wie sehr es ihn beruhigt, seine Karriere in trockenen Tüchern und nicht von diesem Film abhängig zu wissen.<br />
Willem Dafoe als Widerstandskämpfer scheint komplett austauschbar, vor allem da sein Sprechtext ein paar der generischsten, bemühtesten One-Liner enthält, die der Film zu bieten hat. Seine Inszenierung als »coole Sau« ruft leider nur in Erinnerung, um wie viel besser James Woods in JOHN CARPENTERS VAMPIRES diesen trashigen Archetyp im Griff hatte.</p>
<div id="attachment_2775" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers3.jpg" rel="lightbox[2770]"><img class="size-full wp-image-2775" title="Ihr wisst, nur einer von euch kann Germanys Next Armbrustmädel werden..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers3.jpg" alt="" width="460" height="308" /></a><p class="wp-caption-text">Gar nicht so selten: Eine ménage à trois in der Partnerberatung. Scheint aber ein recht hoffnungsloser Fall zu sein.</p></div>
<p>Die Handlung selbst ist kaum einer Erwähnung wert, soll der Fairness halber aber knapp erläutert werden, also: Vampire haben die Menschheit versklavt und nutzen sie als Zapfsäulen. Die fortgeschrittene Technik erlaubt eine voll automatisierte Ernte, eingegliedert in ein schattenhaftes Abbild unserer kapitalistisch geprägten, modernen Zivilisation. Als sich die Menschheit der Ausrottung nähert, die Blutreserven zu  Neige gehen und immer mehr Vampire aus Blutmangel zu Monstern degenerieren, wird die Bevölkerung zunehmend unruhig. In der wachsenden Verzweiflung gerät ein standhafter Blutforscher (Hawke), der  sein Dasein als Vampir verabscheut und mit dem Finden einer Ersatzlösung betreut ist, an eine Zelle menschlicher Widerstandskämpfer, angeführt von einem »ehemaligen« Vampir (Dafoe), die ihn für sich gewinnen können und versprechen, ihn ebenfalls zurück zu verwandeln. Von sich, seiner Rasse im allgemeinen und seinem Boss (Neill) im speziellen angewidert, verbündet sich Hawke mit Dafoe und nimmt den Kampf für &#8211; oder gegen, je nachdem &#8211; sein eigenes Volk auf.</p>
<p>Das hier im Kleinen wie im Großen mit dem breiten Pinsel gearbeitet wird, dürfte nicht überraschen. Was aber erstaunt, ist die Dreistigkeit, mit der interessante Themen in irrwitziger Knappheit abgehandelt oder quasi links liegen gelassen werden, während die banale Hatz, das Hin und Her der verfeindeten Parteien, auf die von durchschnittlichen Actionfilmen zu genüge bekannte Weise vor sich hin tröpfelt. Die Inszenierung krankt dabei am alten »Optik vor Inhalt«-Syndrom, denn Sätze, die nicht von einem Minderjährigen geschrieben scheinen, sind in etwa so knapp wie die Blutreserven 20 Minuten vor Filmschluss, als (Wenn das ein SPOILER ist, Pech) nur noch ein paar ausgelutschte Leichen an den Zapfsäulen hängen.</p>
<p>Um das Leid hier schneller zu beenden als der Film, sei eingestanden, dass nicht wenige Leute in der von mir besuchten Vorstellung den Saal mit einem breiten Grinsen verließen. Ich fühlte mich eher so, als hätte ich meine mehrstündige Zugfahrt mit überdrehten, dauerschnatternden Teenagern im selben Abteil hinter mir.</p>
<p>Wer die eingangs im Vergleich genannten Filme mag, und somit die letzten 2 Minuten mit anhaltendem Zweifel diese Kritik überflogen hat, mag durchaus auf seine Kosten kommen. Der Film wagt zumindest einen zaghaften Schritt in Bereiche des Vampirfilms, die noch nicht völlig ausgetreten sind. Wer allen Ernstes einen Film erwartet, der einem die Zähne zeigt, wird jedoch restlos enttäuscht.</p>
<p>THIRST bekommt noch eine Chance, dann ist wahrscheinlich Ruhe bis 2011. Danke, DAYBREAKERS.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/05/daybreakers/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Splice.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/</link>
		<comments>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 18:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
		<category><![CDATA[mystery]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[scifi]]></category>
		<category><![CDATA[thriller]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.acidbar.de/wordpress/?p=2751</guid>
		<description><![CDATA[Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt. Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/"><img class="alignnone size-full wp-image-2752" title="SPLICE Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice1.jpg" alt="" width="180" height="240" /></a>Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt.</p>
<p>Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur dürfte er bislang nur mit drei Werken einem breiteren Publikum bekannt sein &#8211; wobei »breit« hier ein relativer Begriff ist, denn bislang schaffte nur (der später mit zwei unsäglichen Fortsetzungen gestrafte) CUBE den Sprung ins Programm der Mainstream-Kinos. Der feine, intelligente Sci-Fi-Agentenfilm CYPHER (2002) kam kaum über Festivals hinaus und verdankte die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde, mehr der hübschen DVD-Hülle als der Presse, die ihn weithin ignorierte. Der wundervoll abgedrehte, schwarzhumorige NOTHING wurde schon fast nicht mehr wahrgenommen und als DVD schnell zu Niedrigpreisen verramscht.</p>
<p>Das alles fördert zwar in gewissem Sinn die kultige Aura, die Natalis Schaffen umgibt, verlangt den Fans aber auch einige Geduld ab. Sechs Jahre nach NOTHING, von denen drei in die Entwicklung von SPLICE gesteckt wurden, darf man sich zu Recht fragen, ob sich das Warten gelohnt hat. Und wie es mit Erwartungen so ist, neigen sie in dazu, unfaire Ausmaße zu erreichen. Der Onkel ist aus dem Exil zurück, doch kann das, was er mitbringt, überzeugen?</p>
<p><span id="more-2751"></span></p>
<div id="attachment_2754" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" rel="lightbox[2751]"><img class="size-full wp-image-2754 " title="Viva Piñata!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" alt="" width="460" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Die Jugend von heute ... hängt nur noch faul rum.</p></div>
<p>Splice ist, das muss man der Antwort vorausstellen, ein Genrefilm für Genrepublikum. Das bedeutet, dass er nicht versucht, ein Genre salonfähig zu machen, das seit Jahren &#8211; durchaus gerechtfertigt &#8211; ein Nischendasein fristet. Es bedeutet aber auch, dass man ihn daran messen muss, was er dem Genre abgewinnt, wo er Wagnisse eingeht, die andere Vertreter missen lassen und die ausgetretenen Pfade zugunsten guten Storytellings verlässt.</p>
<p>Das alles klingt wie eine Rechtfertigung, wie die Einleitung zu einer Verteidigungsrede. So ist es aber nicht gemeint, denn SPLICE hat dergleichen nicht nötig. Natali zeigt einmal mehr, wie intelligent und bodenständig Genrekino sein kann. Er kreiert eine Welt, die in sich so stimmig und glaubwürdig ist, dass man als Filmfan echte Anerkennung empfinden muss. Mit wenigen Mitteln, zu denen auch die beiden gut besetzten Hauptdarsteller Adrien Brody und Sarah Polley gehören, konstruiert er eine Wirklichkeit, die so klein und hermetisch wirkt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass außerhalb dieser noch eine andere Normalität existieren soll. Das dies ohne aufgesetzten Surrealismus funktioniert, macht SPLICE auch atmosphärisch interessant. Der Mikrokosmus verströmt, ähnlich wie in CYPHER, die Behaglichkeit einer Petrischale, mit dem Unterschied, dass die von SPLICE bereits Kulturen enthält, die dem Geschehen schmutzverkrustete Ränder bescheren. Das Ergebnis ist nicht ganz so antiseptisch, aber noch immer auf unterschwellige Weise irritierend.</p>
<p>In diesem Rahmen wirkt die Geschichte um ein Forscherpaar, deren illegales Genexperiment ein humanoides Wesen, eine neue Lebensform, hervorbringt, fast wie eine Parabel, so als hätte man Kafkas Der Prozess die Türhüterlegende »Vor dem Gesetz« entnommen und eigenständig verfilmt. Dieser Effekt rückt quasi automatisch die Metaebenen ins Bewusstsein des Zuschauers und lenkt die Aufmerksamkeit auf die omnipräsente Symbolik, mit der Themen wie Elternschaft und Familie, sowie klassische Frankenstein-Motive, in die Handlung eingewoben werden. Dass dies auf einer sehr einfach erfassbaren, quasi greifbaren Ebene von statten geht, ist dem Film auch eher als Leistung denn als Schwäche zu akkreditieren, will er doch bei all den Ideen nicht die Unterhaltung vergessen.</p>
<p>Man merkt, ich bin nicht wirklich objektiv. Frei von Makel und Verirrung ist dieses Experiment natürlich nicht. Der Film bietet quasi auf keiner Ebene echte Andockpunkte für das geldbringende Normalpublikum. Und auch das Genrepublikum wird, der gewohnten Kost beraubt, Schwierigkeiten haben, Zugang zu der Geschichte zu finden. Für gutes Entertainment ist SPLICE zu verkopft, für Programmkino-Publikum mehr als nur einen Zacken zu derb und effektreich. Auch kann nicht bestritten werden, dass die Geschichte zum Ende hin etwas entgleist, und eine unerwartete Intensivierung von Gewalt und Action, die in den schlechten Momenten wie aus einem anderen Film entnommen scheint, das Geschehen in jene störenden Verhaltensmuster driften lässt, die man vom Genre gewohnt ist. Mit viel Liebe kann man darin Konsequenz sehen, wie auch ein weiteres Motiv, ohne das ein solcher Themenkomplex unvollständig wäre &#8211; die Inszenierung geriet aber eindeutig zu hektisch, um uneingeschränkt zu überzeugen.</p>
<p>Am Ende muss man auch als »Verwandter« eingestehen, dass SPLICE in seiner Endfassung die drei Jahre Pause nicht ganz rechtfertigt. Der Film, der angeblich häufig umgeschnitten wurde, liegt nicht über den Niveau eines CYPHER, und wird Natali somit auch nicht massiv weiterbringen. Angesichts seiner Filmographie muss man sich aber fragen, ob dies überhaupt ein Wunsch des Regisseurs ist. Vielleicht, so darf man hoffen, will Natali genau das tun: Filme machen, die genug Geld bringen, um die kommenden Projekte zu finanzieren, und die zeigen, welches Niveau fantastische Geschichten haben können, wenn man sie clever erzählt. Wenn das dann Filme sind, bei denen man nicht der Einzige im Publikum ist, dem ein (wissendes) Lächeln über das Gesicht huscht, wenn David Hewlett auf der Leinwand erscheint, dann soll es halt so sein.</p>
<p>Einem Regisseur, der sich so treu bleibt, darf man auch mal gehobenes Mittelmaß verzeihen.</p>
<p><em>Anmerkung: Falls jemand, der den Film gesehen hat oder zu sehen  plant, Filmwissenschaften oder Ähnliches studiert, soll der die beiden  Hauptdarsteller (bzw. deren Aussehen) mit den Figuren vergleichen, die  das Poster des kürzlich erschienenen Animationsfilms »Sonnig mit  Aussicht auf Fleischbällchen« zieren (<a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice3.jpg" rel="lightbox[2751]">Bild hier, auch noch in der passenden Vorstellung</a>). </em><em>Ich bin sicher, das hat Potenzial für eine Hausarbeit.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
