Andere haben es bereits vor mir erkannt: Was gibt es am Ende dieser Reihe noch zu sagen? Sie hatte ihre Momente, vielleicht sogar den ein oder anderen Höhepunkt. Sie wurde in den späteren Teilen in fortschreitendem Maß dröge und schaffte es nicht, die stilistische Entwicklung und das Heranreifen ihrer Darsteller auch auf erzählerischer Ebene zu vermitteln. Und wie hört das Ganze nun nach über 7 Jahren auf? Mit einem Knall, viel Drama – und wenig Konsequenzen.
Es ist ja nicht so, dass man uns nicht gewarnt hätte.
Teilung des letzten Bands auf zwei Filme, durchwachsene Kritiken und schlussendlich sogar deutliche Worte meines Lieblingsvideothekars, der sonst eher durch vertrauenswürdige Milde glänzt.
Doch kurz vor Ende aufgeben? Niemals. Das Ergebnis ist jedoch, wie nicht anders zu erwarten war, ermüdend.
Der größte Spoiler vorweg: Die Tür ist streng genommen keine Tür, sondern ein Tunnel. Ein magischer, ja geradezu magnetischer Tunnel, denn neben dem Protagonisten finden noch ein paar Leute mehr ihren Weg in die ach so verborgene Parallelwelt, welche – die Leistungsbereitschaft von Paralleldimensionen hat in den letzten Jahren offenbar dramatisch nachgelassen – der unseren um gut fünf Jahre hinterherhinkt.
Nun, da dieses titelgebende Missverständnis aus dem Weg geschafft ist, ein Geständnis. So wirklich begriffen, was diese deutsche Produktion sein möchte, habe ich nicht. Einerseits ist es den Machern geglückt, eine Geschichte mit der Kamera einzufangen, die auch eine große, englischsprachige Genreproduktion sein könnte. Das kann man gut finden oder auch nicht, letztendlich spielt es sowieso keine Rolle, denn: Auf der anderen Seite haftet dem Ganzen immer noch der Beigeschmack eines typischen, deutschen TV-Films an.
Für einen Schauspieler ist es zweifelsfrei von Vorteil, schamlos zu sein. Für einen Regisseur? Nicht so sehr. Neil Marshall ist ein Guilty Pleasure Regisseur allererster Güte, doch wer schon DOOMSDAY oder DOG SOLDIERS nicht fantastisch fand, wird an dem drögen CENTURION wenig Freude haben. In wesentlichen Punkten wirkt der auch von Marshall geschriebene Film nämlich wie ein Abklatsch von KING ARTHUR auf Groschenheft-Niveau, was angesichts des Vergleichstitels und je nach persönlichem Anspruch an Abenteuerfilme dieser Art erstaunlich bis erschreckend klingen dürfte.
Ordentlich Prügel hat er einstecken müssen, unser Held, und damit ist sowohl der titelgebende Protagonist gemeint als auch einstiger Publikumsliebling unter den Filmemachern, Ridley Scott. Dieser nahm sich der weitläufig bekannten Legende an und strickte daraus – unterstützt von nicht weniger als vier Drehbuchautoren, immer ein gutes Zeichen – eine Art Prequel zu jener Geschichte, die man unter diesem Titel eigentlich erwartet.
Herausgekommen ist dabei der wohl langweiligste Schlachtenfilm, den man sich vorstellen kann, ein Heldenepos ohne erinnerungswürdige Höhepunkte, der sich gerade weit genug an seiner Vorlage orientiert, um schmerzlich spürbar zu machen, was der Film ebenfalls hätte werden können: Eine überfällige, salonfähige Ablösung für den schlecht gealterten Kevin Costner Streifen.
Besserwisser mögen »Platitüde!« rufen, dennoch muss an dieser Stelle das Offensichtliche als Einleitung dienen: Kein Film ist eine Insel. Ebenso wie der Erfolg oder Misserfolg eines Films noch Jahre später in dessen Genre nachhallen und Hollywood zu immer neuen Wiederholungstaten (oder deren Gegenteil) anstacheln mag, wird das Publikum einen Film immer an vergleichbaren Werken messen, die es bereits gesehen hat. Eine gewisse zeitliche Nähe kann die Wertung dabei dramatisch beeinflussen.
PRINCE OF PERSIA bietet eine Menge Sand, ist aber ebenfalls keine Insel, sondern eine Wüste. Eine Ideen-Wüste, sozusagen. Oder, um wenigstens den Anschein einer ernsthaften Rezension zu erwecken: Ein Abenteuerfilm klassischer Machart, der eine Zielgruppe anvisiert, die eben erst ein zweistelliges Alter erreicht hat, und das als Berechtigung dafür verwendet, sich in seiner eigenen Oberflächlichkeit zu suhlen und konsequent auf Einfallsreichtum zu verzichten. Ziel einer Rezension über einen solchen Film könnte sein, zu erörtern, warum man sich das als Erwachsener ansehen sollte. Leider fällt mir beim besten Willen kein Grund dafür ein. WEITER
Harry Potter ist für viele Menschen Tradition. Erst erschien über Jahre hinweg immer wieder ein neues Buch, das mit Freude, Fieber oder Fanatismus zelebriert wurde, dann kam immer wieder ein neuer Film, der eine Rückkehr an bereits besuchte Orte und den Abgleich mit der eigenen Fantasie erlaubte. Es war eine Reihe, mit der man groß werden und etwas reifen konnte, und das ist etwas, was man jedem Jugendlichen wünschen sollte.
ALICE IM WUNDERLAND hat eigentlich zwei Kritiken verdient. Weniger, weil er besonders gut oder unglaublich schlecht wäre (wobei sich beide Standpunkte mühelos vertreten lassen), sondern weil es zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen an den Film gibt, die letztlich zu eben genannten Urteilen führen.
Weil mal wieder eine Rezension auf einer positiven Note enden soll, beginnen wir mit dem Negativen: WEITER
Jeder, der sich einigermaßen lebhaft an die Buchvorlage erinnert oder – Gott bewahre – mit dieser sogar schöne Erinnerungen verbindet, wird maßlos enttäuscht. Dabei ist weniger das Problem, was alles weg gelassen oder hinzugefügt wurde, sondern wie die Elemente der Vorlage, die es in die Verfilmung schafften, letztlich umgesetzt wurden. Wie schon die Trailer zeigen, mangelt es nicht am kunterbunten Augenweiden. Dafür jedoch an Atmosphäre und Herz.