Green Zone.

Die Marketingabteilung von GREEN ZONE, der mit der Tagline »Chief Warrant Officer Roy Miller is done following orders« beworben wurde, hat dem politisch informierten Kinogänger einiges erspart. Hätte man den so bepriesenen Film als das verkauft, was er tatsächlich ist – ein grundsolider Actionthriller mit einer moralisch differenzierten, leicht politischen Note – hätte man schwer leugnen können, dass er den Themen, die er anschneidet, nicht gerecht wird. Erwartet man hingegen einen reinen Actionfilm, darf man sich darüber freuen, dass die Sensibilität nicht gänzlich dem Krawall zum Opfer fiel.

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Legion.

Als ich vorgestern beim Frühstück mit einem sehr klugen Menschen über Filme redete, bekam ich endlich die Bestätigung dafür, was ich schon lange vermutet habe. Es ist nicht nachvollziehbar, warum in diesem Weblog ständig Rezensionen offensichtlich mieser Filme auftauchen, die sich dann auch entsprechend aufgebracht lesen, wo doch von vorneherein klar gewesen sein muss, was mich als Zuschauer erwartet.

Normalerweise ist die Antwort darauf, warum ich mich wider besseren Wissens solchen Machwerken aussetze, etwas komplizierter. Im Falle von LEGION, der bereits und zu Recht von vielen Seiten eine gescheuert bekam, ist die Antwort hingegen ganz einfach: Paul Bettany. Der bald 40-jährige Brite hat sich nicht nur verdammt gut gehalten, sein durchdringender Blick hat mehr als nur einen Film visuell aufgewertet, allen voran den eher enttäuschenden GANGSTER No1, den er mit seiner persönlichen Tour de Force vor dem absoluten Aus rettete. So auch meine Hoffnung für LEGION.

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Shutter Island.

Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm nicht gelang, sein Publikum zu finden. Dies wäre dann aber eher jenen vorzuwerfen, die im Vorfeld eine gewisse Erwartungshaltung weckten. Auch auf die Gefahr hin, diese Kritik – wie schon die von SPLICE – zu einer unaufgeforderten, polemischen Verteidigungsschrift zu machen, und den Film damit indirekt ebenso zu erniedrigen, möchte ich die relevanten Faktoren einzeln ansprechen.

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Case 39.

Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen – bis auf wenige Ausnahmen – außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. Mag sein, dass es mehr einspielt, ein paar Jungdarsteller in fiktiven Quälereien zu demontieren, als eine klassische Gruselgeschichte zu erzählen. Sam Raimi hat es mit DRAG ME TO HELL versucht, dabei aber auch Zugeständnisse gemacht, und die Betonung auf den Trashfaktor gelegt, der derlei Filmen schnell anhaftet.

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The Limits of Control.

Man muss Jim Jarmusch schon bewundern. Zum einen für seine künstlerische Integrität, zum anderen – separat – für die Konsequenz, die dieser zu Grunde liegt. THE LIMITS OF CONTROL ist in vielerlei Hinsicht eine konsequente Weiterführung jenes Stils, der sich schon in seinen Frühwerken bemerkbar machte und seitdem, besonders in seinen letzten Filmen, nicht nur an Präsenz gewonnen sondern, angereichert mit neuen Interessen, zu seiner Vollendung gefunden hat. Somit ist THE LIMITS OF CONTROL auf seine Weise ein zutiefst nachdenklicher, vielschichtiger und durchaus kluger Film geworden.

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Dead Space: Downfall.

Bitte weiterscrollen, hier gibt es nichts zu sehen. Der einzige Grund, warum ich auch nur ansatzweise auf die Idee kam, mir DEAD SPACE: DOWNFALL anzusehen, ist meine hingebungsvolle Liebe zu dem gleichnamigen 3rd Person Shooter DEAD SPACE, dessen Erscheinen dieser Anime 2008 begleitete. Von mehr als einer Marketingmaßnahme kann hier allerdings nicht die Rede sein, denn für sich genommen besteht dieses Machwerk keine 2 Minuten, bevor es in seiner eigenen Minderwertigkeit verglüht.

DEAD SPACE: DOWNFALL ist in jeglicher Hinsicht eine Katastrophe, die technisch nicht einmal als Bonusmaterial überzeugen könnte. So wäre der Stil, gemessen an anderen Anime-Filmen, schon 1998 zeichnerisch veraltet gewesen. Aus jener Zeit sind mir jedenfalls  Produktionen bekannt, die trotz überschaubarem Budget das hier Gezeigte bei weitem übertreffen.

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OSS117 – Lost in Rio.

OSS117 – LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige Maß an Chuzpe verleiht, um dem Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken, wo viele andere Parodien eine Bauchlandung machen würden.

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Men who stare at goats.

Solch eine schöne Idee, so viele verpasste Gelegenheiten. Kaum ein Film in letzter Zeit versprach einen vergleichbar hohen Unterhaltungswert, nur um dann derart zu enttäuschen. Bereits der Titel klang nach einer herrlich exzentrischen Komödie, womöglich im Stil eines BURN AFTER READING, in jedem Fall aber abseits dessen, was einem derzeit sonst so als Komödie verkauft wird. Als der erste Trailer auf die Massen losgelassen wurde, bestätigte sich dieser Eindruck und ließ Großes Ahnen: Schräges Thema, kruder Humor, tolle Bilder, große Darsteller. Was konnte da schon schief gehen?

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Thirst.

Wie war das doch gleich mit »schwierig zu rezensieren« (Valhalla Rising)? Ich vergaß, da war ja noch THIRST. Und der hat es auch ziemlich in sich.

Es lässt sich wohl bedenkenlos behaupten, dass man sich auf einen Film wie THIRST nicht vorbereiten kann. Weder mental, noch cineastisch, auch wenn Erfahrung im Umgang mit asiatischem Kino sicher nicht schadet. Trotzdem: Ganz gleich, welche Erwartungshaltung man dem Film entgegenbringt, auf die ein oder andere Weise wird man überrascht, schlichtweg weil Chan-wook Parks neues Werk so viele unterschiedliche Töne anschlägt und so viele Wandlungen erfährt, dass damit gut und gerne drei Filme versorgt wären. Damit ist aber auch bereits genannt, was THIRST zu einem besonderen Film macht und die vielen positiven Kritiken legitimiert.

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Valhalla Rising.

VALHALLA RISING ist der womöglich am schwierigsten zu rezensierende Film, den ich in den vergangenen Monaten zu Gesicht bekommen habe. Deshalb will ich gar nicht erst versuchen, diesen Beitrag sauber zu strukturieren und mit einem gewissen Konzept vorzugehen. Bei einem Film, der nicht eindeutig erkennen lässt, ob Regisseur und Co-Autor (Nicolas Winding Refn) selbst eines hatte, wäre dies ohnehin müßig.

Belassen wir es deshalb bei den Fakten: VALHALLA RISING ist ein esoterischer Wikingerfilm, der sich ein, zwei historisch belegte Details schnappt und diese vollkommen frei und fiktiv aufbereitet. Das Ergebnis ist mehr Trip als Film, was angesichts der Inszenierung auch definitiv beabsichtigt war.

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Watchmen.

Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der Verfilmung eines dieser Werke zu halten, selbst wenn diese fassbarer und zugänglicher scheint.

Dass FROM HELL nicht an die Klasse seiner Vorlage heranzureichen vermag, scheint weitestgehend Konsens zu sein. Der V FOR VENDETTA ging zwar viel der eben erwähnten Symbolik und Vielschichtigkeit verloren, die Verfilmung funktionierte aber für sich genommen sehr gut. Ähnlich verhält es sich nun bei WATCHMEN. Man mag im Abgleich mit dem Graphic Novel Änderungen kritisieren und generell viel vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass der Verfilmung irgendetwas fehlt.

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Law Abiding Citizen.

Ein Rachefilm mit Starbesetzung, wie schön. Will zwar keiner mehr im Kino sehen, spielt mit ein paar bekannten Namen auf dem Plakat aber immer seine Kosten wieder rein. So auch hier. Mit überraschend wenig Publicity schlich sich LAW ABIDING CITIZEN Ende 2009 durch die deutschen Kinos bis in die Verleihregale, wo er – dank herrlich uninspiriertem Cover – gleich noch einmal untergeht. Oder untergehen würde, hätte sich der deutsche Verleih nicht mit dem Titel GESETZ DER RACHÖÖÖ mächtig ins Zeug gelegt und sich so souverän die Aufmerksamkeit der jungen, männlichen Zielgruppe gesichert.

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Descent 2.

DESCENT 2 ist, wie nicht anders zu erwarten war, ein lahmer Aufguss seines überraschend wirkungsvollen Vorgängers geworden. Zwar bemüht sich die Fortsetzung redlich, an Intensität und Atmosphäre des ersten Teils anzuknüpfen, erreicht dabei aber zu keinem Zeitpunkt dessen Spannungsniveau. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass zu häufig Elemente und Orte wieder verwendet oder besucht werden, die dem Publikum bereits bekannt sind.

Zieht man in Betracht, dass sich der Aha-Effekt dieser wiederholten Verbeugungen Neulingen nicht voll erschließen wird und jene, die den ersten Teil kennen, schnell daran ermüden werden, muss man sich fragen, für wen genau der Film gemacht wurde, wohl wissend, dass die Antwort »Bankkonten« lautet.

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The Taking of Pelham 123.

Wer schon einmal einen Abend mit ziellosem Surfen verschwendet hat, kann sich diese Kritik eigentlich schenken, denn dann kennt man das Gefühl, dass ein Film wie PELHAM (wir kennen uns schon länger), dem Zuschauer gibt. Während er läuft (man beachte wie rücksichtsvoll an dieser Stelle auf eine U-Bahn-Metapher verzichtet wird), fühlt man sich gut unterhalten. Man hat vielleicht keine Ahnung, wo es hingehen soll, aber es passiert genug, um einen davon abzuhalten, darüber nachzudenken.

Das Problem bei solchen Abenden ist, dass man, so fesselnd die Stunden auch gewesen sein mögen, im Nachhinein keine echte Genugtuung verspürt. Auch kann man oftmals nicht mehr wirklich nachvollziehen, wie einen das, was anfangs interessierte, an den Punkt bringen konnte, an dem die Sinnlosigkeit des Ganzen unübersehbar wurde.

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Paranormal Activity.

Warum leiht man sich einen Film wie PARANORMAL ACTIVITY aus? Masochismus, okay. Aber darüber hinaus, bzw. davon abgesehen? Man will sich erschrecken. Gelingt es dem Film, dieses Bedürfnis zu befriedigen? Durchaus. Leider in mehrerlei Hinsicht.

Zum einen wäre da der Erzählstil. Wie viele niedrig budgetierte Genrefilme in den letzten Jahren setzt Regisseur und Drehbuchautor Oren Peli auf die aktuell abgegriffenste Technik, die man sich vorstellen kann: eine Kombination von Wackelkamera und dokumentarischer Erzählperspektive. In bester BLAIR WITCH PROJECT Manier soll dem Zuschauer suggeriert werden, dass die Geschehnisse wirklich in dieser Form passiert seien.

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Pandorum.

Gab es mal eine Zeit, in der Dennis Quaid NICHT für gesundes Mittelmaß stand? Lässt man seine Filmografie vorüber scrollen, findet man wenig, as dagegen spricht. Das “amerikanische Gesicht”, das wie nur wenige überzeugende Bodenständigkeit ausstrahlt und selbst in kruden Rollen stets sympathisch wirkt, fiel häufig durch Hauptrollen in schlechten und Nebenrollen in guten Filmen auf. Da finden sich Titel wie Dragonheart, G.I. JOE, Vantage Point, Any given Sunday, Frequency, Horsemen … und nun auch PANDORUM und LEGION. Und spätestens seit diesen beiden Filmen muss man sagen: Dennis Quaids Name auf dem Kinoplakat steht NICHT für gesundes Mittelmaß. Es steht für weniger. Letztgenannter Film verdient (und bekommt) seinen eigenen Verriss. Jetzt ist erst einmal PANDORUM an der Reihe.

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Star Trek.

Das Interessante beim Lesen der Kritiken zum Quasi-Reboot des Star Trek Franchise war stets, herauszufinden, ab welchem Punkt man mit Bestimmtheit sagen konnte, ob der Rezensent ein Fan des Originals ist beziehungsweise war.

Ungeachtet davon, wie das Urteil letztlich ausfiel, von Objektivität – genauer gesagt der sich üblicherweise als solche ausgebenden, persönlichen Einstellung (ich nenne sie »Sobjektivität«) – konnte man in keinem Fall ausgehen. Also blieb einem nichts anderes übrig, als jedes Urteil mit der eigenen Prägung abzugleichen und die Wertung in angemessenem Umfang zu korrigieren.

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Zombieland.

Es hätte so schön werden können. Nachdem das Revival der Zombie-Filme seinen Höhepunkt überschritten und sich die Welle der qualitativ minderwertigen Nachahmer längst am Publikum gebrochen hatte, kam ZOMBIELAND daher, um dem Trend ein würdiges, massentaugliches Ende zu setzen. Es wusste von dieser Bestimmung vielleicht nichts, aber von meiner Warte aus standen die Sterne günstig. Was danach noch folgen mochte, so meine Überzeugung, würde man getrost vergessen können – genau wie die Zombiefilme, die vor dem  2004er-Remake von DAWN OF THE DEAD niemanden interessierten. Und nein, ich habe 28 DAYS LATER nicht vergessen, ich ignoriere ihn bloß.

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Where the buffalo roam.

Gut 18 Jahre bevor Johnny Depp in Terry Gilliams “Fear and Loathing in Las Vegas” den berühmten Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson auf höchst unterhaltsame Weise porträtierte, gab es einen Film mit dem wenig mitreißenden Titel “Where the buffalo roam”, der sich ebenfalls Thompsons Eskapaden widmete.  Hauptdarsteller war ein junger, aufstrebender Schauspieler, der sich mit seinen Auftritten bei Saturday Night Live bereits einen guten Namen gemacht hatte, und 4 Jahre später als Geisterjäger unsterblich werden sollte: Bill Murray.

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Outlander.

Wenn es um Filme ging, fiel in letzter Zeit auf meiner Seite des Öfteren folgender Satz:
“Gemessen an dem, was er sein möchte, ist der Film gut.”, oder umgangssprachlicher “Für das, was er sein möchte, ist er in Ordnung.” Diese Aussage ist natürlich, von ihrer offensichtlichen Profillosigkeit abgesehen, ziemlich arrogant. Immerhin maßt man sich damit an, zu wissen, was in den Köpfen von Drehbuchautor und Regisseur, von Produzenten und Kameraleiter, vorgegangen sein mag. Auf der anderen Seite machen es einem manche Filme schwer, sich solche Unterstellungen zu verkneifen. OUTLANDER ist ein gutes Beispiel dafür, denn durchschaubarer kann man einen Film kaum mehr gestalten.

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