Zu Beginn eines Films stellt man sich als Zuschauer verschiedene Fragen. Manche sind banal (Dauert der Vorspann noch lange? Ist der Typ neben mir bald mit seinem Handy fertig? Geh ich schnell nochmal auf Toilette?), andere hintergründig (Reflektiert der französische Film in seiner stilistischen Zerrissenheit die innere Unruhe einer Gesellschaft, deren kulturelles Erbe von Revolution genährt wurde?), manche vollkommen idiotisch (siehe vorheriges Beispiel). WEITER
Zu den zeitlosen Klassikern, die über jeden Zweifel erhaben und vom Setting unabhängig sind, gehört der HERR DER FLIEGEN. Der 1954 erschienene Roman des englischen Schriftstellers William Golding ist so universell in Inhalt und Aussage, dass sich die Geschichte mühelos an einen anderen Ort oder eine andere Zeit übertragen und auf jede isolierte Gruppe anwenden lässt. Die Dunkelheit, die im Menschen schlummert, ist immer aktuell und verliert nie an Bedrohlichkeit und Schrecken.
Ein Taxi holpert auf einer schmalen, unbefestigten Straße durch eine karge Landschaft. Der Passagier, eine schwangere Frau, ist aus Seoul angereist, um ihre Mutter zu besuchen. Als ein Anhalter darum bittet, mitgenommen zu werden, erteilt sie aus Höflichkeit ihre Erlaubnis, bloß um diese bereits Augenblicke später zu bereuen.
Mainstream-kompatible Genrefilme haben es nicht immer leicht auf dem Fantasy Filmfest. Blutgierige Neuzugänge und alte Genrehasen im Publikum tauschen gerne gute Gore-Effekte gegen etwas Plausibilität und achten bei bis zu 5 Filmen am Tag schon nach dem Mittagessen nicht unbedingt mehr auf subtile Zwischentöne und emotionale Glaubwürdigkeit. Wenn ein Film dann auch noch diverse Klischees bedient, ist er schneller unten durch, als die Nebenfiguren ihr Leben lassen können. STAKE LAND ist schuldig in allen Anklagepunkten, hat ein solches Schicksal aber nicht verdient. Im Gegenteil. WEITER
Wenn es dieses Jahr einen Film gab, bei dem ich schon vor dem Kartenkauf ein mieses Gefühl hatte, dann THE WOMAN. Diese Vorahnung sollte sich bestätigen, jedoch auf eine Art und Weise, die ich nie erwartet hätte. Der Grund dafür ist recht persönlich, und erfordert einige Ausführungen. Wen also nur die Wertung interessiert, dem nenne ich als Schulnote die 3, und schicke ihn gleich weiter. WEITER
Vor gut fünf Jahren, als ich noch besser über aktuelle Filme informiert war, hörte ich bei einer Busfahrt, wie sich ein paar Teenager über Quentin Tarantinos neuen Film HOSTEL unterhielten. Ich erinnere mich noch an die grimmig-amüsierte Verachtung, die ich empfand, als mir klar wurde, wie gut diese albernen “präsentiert von”-Zusätze tatsächlich funktionieren. Es hat lange gedauert, bis mir ein ähnlicher Fehler unterlief. Bedauerlich, dass dies der einzige Grund bleiben wird, warum ich DEVIL nicht vergessen werde.
Anthony Hopkins war lange Zeit ein Garant für hervorragendes Schauspiel, wenn auch nicht immer hervorragende Filme, wie WOLFMAN und BEOWULF oder auch THOR bewiesen haben. Wenn man ihn jedoch aus den mittelalterlich angehauchten Szenarien entfernt, und an Filme wie DAS PERFEKTE VERBRECHEN und WAS VOM TAGE ÜBRIG BLIEBT denkt, wird ein Bild wiederbelebt, dass sich seit SCHWEIGEN DER LÄMMER beharrlich hält.
André Øvredal liebt seine Heimat und ihre Legenden. Vermutlich zumindest, denn sie waren Grund genug, 10 Jahre nach seinem ersten (und letzten) abendfüllenden Spielfilm wieder als Regisseur und Drehbuchautor aktiv zu werden.
Was die Vermarktbarkeit betrifft, macht er dabei auch gleich etwas richtig, denn Troll Hunter lässt sich mit wenigen Worten ebenso griffig wie treffend beschreiben: Blair Witch Projekt mit Trollen.
Das war es dann auch schon. Wir haben eine junge Filmcrew, die in die Pampa reist, um einer fixen Idee hinterher zu jagen (in diesem Fall einem Interview mit einem Wilderer), einen wahren Höllentrip durchlebt und letztlich spurlos verschwindet. Bis es so weit ist, darf viel mit der Kamera gewackelt und herum geschrien werden. Und bis es überhaupt SO WEIT ist, wird sinnlos herum gefilmt, um die Figuren beiläufig einzuführen.