Posts Tagged ‘horror’

Antichrist.

Saturday, July 3rd, 2010

Zu jener Zeit, in der ANTICHRIST in Feuilletons und Öffentlichkeit diskutiert wurde, konnte man ein interessantes Detail beobachten, dass in der Abreibung, die von Triers Neuer vielerorts kassierte, beinahe unterging. Selbt jene Kinogänger, die den Film prinzipiell mochten, äußerten sich relativ verhalten bzw. gaben sich nüchtern-kritisch, was die Bewertung mancher Aspekte betraf. Auf echte Begeisterung traf man recht selten. Deshalb sehe ich es als meine Pflicht, hier einen Schritt nach vorn zu wagen und mit einer klaren Ansage zu eröffnen. ANTICHRIST ist nicht genial, aber sehr, sehr gut. Punkt. Jedenfalls wenn man von der Prämisse ausgeht, dass ein Regisseur wie von Trier ein recht klares Bild vor Augen hat, wo er mit einem Film, einer Geschichte, hin will.

(more…)

 

The Collector.

Saturday, May 15th, 2010

Das Wichtigste vorweg: Ich habe kein gutes Gefühl dabei, THE COLLECTOR zu empfehlen. Es ist ein kleiner, wenig innovativer Folter- Fallen-Film, der in keiner Kategorie, sei es Drehbuch, Inszenierung oder Technik, richtig überzeugt. An den Standards seines Genres gemessen, kann man ihm aber einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Dass er diesen maßgeblich daraus bezieht, im Gegensatz zu seinen Genossen nicht maßlos zu nerven, muss einem nicht gefallen, der Fairness halber aber kurz erwähnt werden.

Man ist ja einiges gewohnt. Figuren, deren Sprechtext einem mehr Schmerzen bereitet als der Anblick der grausigen Gewaltakte. Plotwendungen, denen Glaubwürdigkeit ebenso fremd ist wie den Schauspielern der Begriff “Mienenspiel”, und die charakterbezogene Motivation durch blanke Idiotie ersetzen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. THE COLLECTOR ist hier nicht viel besser. Nur ein wenig. Aber auf dieses Etwas kommt es durchaus an.

(more…)

 

Heartless.

Saturday, May 15th, 2010

Vor ein paar Monaten stellte FRANKLYN bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu umfahren, und donnert statt dessen mit Karacho in eine Sackgasse anstrengender Belanglosigkeit.

Aber beginnen wir von vorn.

Zu Beginn ist vom Willen zur Innovation nicht viel zu merken. Ein junger, durch ein schlimmes Muttermal entstellter Fotograf streift durch die heruntergekommenen Teile Londons um Fotos von Hausruinen und Verfall zu schießen. So weit, so klischeebeladen. Als er beim späteren Entwickeln der Fotos in einem Fenster eine geisterhafte Fratze entdeckt, hat er natürlich nichts Besseres zu tun, als mitten in der Nacht zu jenem Haus zurück zu kehren und den Dingen auf den Grund zu gehen, wobei er gleich mal Hausfriedensbruch begeht.

(more…)

 

Daybreakers.

Wednesday, May 5th, 2010

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS.

Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss ich darauf achten, ein gewisses »Film/Jahr«-Pensum einzuhalten, da aus wiederholter Enttäuschung sonst Abneigung, später physisch spürbarer Widerwillen wird. Bei DAYBREAKERS, einem postapokalyptischen Vampirstreifen mit Sam Neill, Willem Dafoe und Ethan Hawke, schien es an der Zeit, sich zu überwinden. Das Ergebnis waren gut zwei Stunden gequältes Herbeisehnen eines Abspanns, der einfach nicht kommen wollte.

(more…)

 

In 3 Tagen bist du tot 2.

Thursday, September 24th, 2009

In 3 Tagen bist du tot 2 - PlakatWie heißt es so schön? »Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd?«  Pfeifendeckel! Treffender wäre: »In Tirol dreht gleich ein Gastwirt hohl« – jedenfalls wenn eine neugierige Göre auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin auf ein wohl gehütetes Geheimnis stößt.

Aber fangen wir von vorne an:
Nach den Ereignissen im Vorgänger lebt die junge Nina (sehr blond, aber auch sehr ernst: Sabrina Reiter) in Wien, wo sie die grausamen Ereignisse zu vergessen versucht, die sie vor eineinhalb Jahren einen guten Teil ihrer Schulkameraden kostete (Sommerschlussverkauf bei H&M? Fast.). Diese Ereignisse haben mit der Leiche zu tun, die zu Filmbeginn aus einem See gezogen wird, und deren Entdeckung bei Nina unliebsame Erinnerungen wieder aufwühlt.

(more…)

 

Pontypool.

Sunday, September 13th, 2009

pontypool-1Eine abgelegene Radiostation, an einem kalten, von heftigem Schneetreiben verdunkelten Morgen. Der in die Jahre gekommene, durch seinen provokanten Stil unbequem gewordene Radiomoderator Grant Mazzy beginnt seine Sendung mit der üblichen, öden Verlesung lokaler Nachrichten, als ein live zugeschalteter Verkehrsreporters beunruhigende Beobachtungen übermittelt. Eine Menge aufgebrachter Menschen scheint sich versammelt zu haben und die Gegend zu durchstreifen, zudem ist von seltsamen Anfällen die Rede, von sich ununterbrochen wiederholenden Rufen und gewalttätigen Ausschreitungen. Angeblich sollen sogar Militär und Polizei bereits auf der Bildfläche erschienen sein. Während das kleine Team um Grant noch versucht, die Berichte zu verifizieren, verschärft sich die Lage dramatisch. Bald wird deutlich, dass man zwar von der Außenwelt abgeschnitten ist, nicht aber von dem, was den eigenartigen Infekt überträgt: Sprache.
(more…)

 

Van Diemen’s Land.

Tuesday, September 8th, 2009

Van Diemen's LandEine britische Strafkolonie am Ende der Welt, dem hintersten Winkel Australiens, im Jahre 1882. Hier gibt es keine Zäune, keine Gitter, keine Wände. Flucht ist möglich, aber sinnlos, denn die umliegenden, tiefen Wälder ersticken jeden Gedanken an ein Entkommen im Keim. Das gespenstisches Rauschen der Zweige, das Plätschern der eisigen Bäche und die gezackten Buckel der Berge, auf denen sich die Stämme endlos drängen, lässt Männer verstummen und Hoffnungen erstarren.

Und dennoch: Acht begehren auf. Acht Sträflinge überwältigen eines tristen Morgens beim Baumfällen ihren Aufseher und flüchten, zufällig von weiteren Wachen entdeckt, in kopfloser Hast in den Urwald. Abseits der geplanten Route, ohne Verpflegung, schützende Kleidung und Fauna, die es zu jagen lohnt, wird den Mannen bald bewusst, welches Schicksal ihnen blüht. Und dass, damit auch nur einer die nächste Siedlung erreichen kann, Opfer erbracht werden müssen.

Erbracht – oder erzwungen.
(more…)

 

Trick r Treat.

Wednesday, September 2nd, 2009

trickrtreat1Die Halloween-Nacht ist die Zeit, in der die Geister unruhig werden und sich die Menschen allerlei einfallen lassen, um diese auf Distanz zu halten. Leuchtende Kürbisköpfe, unheimliche Kostüme, Süßigkeiten und wilde Partys sind die bekanntesten Rituale und Traditionen.
In einer eben solchen Nacht ereignen sich nun vier ungewöhnliche Geschichten: Ein traditionsbewusster Vater erteilt einem verzogenen, fetten Bengel eine Lektion, die dieser nicht vergessen wird. Eine Gruppe junger Frauen schleppt ihre spontanen Dates auf eine ungewöhnliche Party, auf jeder nicht jeder ist, was er zu sein scheint. Ein paar Kinder verwenden die lokale Folklore als Grundlage für einen bösen Streich und ein grantiger Rentner lernt, wie wichtig es ist, an Halloween Süßigkeiten daheim zu haben.

(more…)

 

The Thaw.

Tuesday, September 1st, 2009

The Thaw PosterNahe einer arktischen Forschungsstation, die sich mit den Auswirkungen der globalen Erderwärmung auf Polarbären befasst, macht der renommierte Doktor David Kruipen (Val Kilmer) eine ungewöhnliche Entdeckung. Wenige Tage später treffen drei Studenten sowie Kruipens Tochter auf der Station ein, um die Arbeiten zu unterstützen. Doch das komplette Team scheint verschwunden, und der tote Eisbär, der auf einem OP-Tisch im Untersuchungsraum liegt, zeigt zunächst keine erkennbare Todesursache. Als die Gruppe zu begreifen beginnt, was im Argen liegt, ist es bereits zu spät.

(more…)

 

Wasting Away.

Monday, August 31st, 2009

Wasting Away PosterEin streng geheimes, vom Militär erfolglos getestetes und zur Entsorgung vorgesehenes Supersoldaten-Serum gerät durch einen Unfall in den Hinterhof einer Bowling-Bahn und von dort aus über den Umweg einer Softeis-Maschine in die Mägen von vier Freunden, die dort den einbrechenden Abend verbringen. Als die Vier nach einem direkt darauf folgenden, tödlichen Anfall als Zombies wieder erwachen, merken sie zunächst wenig von der eigenen Veränderung. Lediglich ein eigenartiger Appetit und die seltsame Geschwindigkeit, mit der sich die Anwohner plötzlich bewegen, gibt Anlass zur Verwunderung.

Ein geheimnisvoller Ex-Soldat namens Nick Steele (Colby French), der ebenfalls infiziert wurde, trifft die Gruppe auf ihrem Weg durch die Stadt und lenkt sie auf eine ebenso falsche wie fatale Fährte. Die ganze Stadt, so seine Theorie, sei von einem Virus infiziert, der alle Menschen zu mordlüsternen Bestien macht, und nur sie, die Supersoldaten, können dessen Ausbreitung stoppen. Dafür gilt es jedoch erst, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Leider ist es nicht so leicht, verdeckt vorzugehen, wenn einen alle Welt als laufende Leiche erkennt.
(more…)

 

Impressum | RSS | © copyright Tom Maurer 2000-2009