Viel gelernt, doch nichts verstanden. Die Neuerfindung des Schlapphutträgers mit dem ikonischen Pullover und der Gärtnerhand ist ein so tiefer Griff ins Klo, dass man sich als Zuschauer wünscht, selbst Handschuhe zu tragen. Wie allumfassend man hier an den eigenen Ambitionen scheiterte, wird erst bei Sichtung der generischen DVD-Interviews deutlich. Es lohnt sich, denn dort finden sich seltsamerweise auch die Deleted Scenes.
Wir sparen uns eine Überleitung oder Inhaltsangabe. Die NIGHTMARE-Reihe, ebenso wenig tot zu kriegen wie ihr Protagonist, ist wieder angetreten, wohlige Schauer über die Rücken volljähriger Teenager zu jagen. Doch selbst eine geringe Erwartungshaltung schützt nicht vor Ernüchterung, und so rollt der Film nach wenigen Minuten auf eine Standspur der Ödnis, von der er sich den Rest der Laufzeit nicht mehr zu lösen vermag. WEITER
Der größte Spoiler vorweg: Die Tür ist streng genommen keine Tür, sondern ein Tunnel. Ein magischer, ja geradezu magnetischer Tunnel, denn neben dem Protagonisten finden noch ein paar Leute mehr ihren Weg in die ach so verborgene Parallelwelt, welche – die Leistungsbereitschaft von Paralleldimensionen hat in den letzten Jahren offenbar dramatisch nachgelassen – der unseren um gut fünf Jahre hinterherhinkt.
Nun, da dieses titelgebende Missverständnis aus dem Weg geschafft ist, ein Geständnis. So wirklich begriffen, was diese deutsche Produktion sein möchte, habe ich nicht. Einerseits ist es den Machern geglückt, eine Geschichte mit der Kamera einzufangen, die auch eine große, englischsprachige Genreproduktion sein könnte. Das kann man gut finden oder auch nicht, letztendlich spielt es sowieso keine Rolle, denn: Auf der anderen Seite haftet dem Ganzen immer noch der Beigeschmack eines typischen, deutschen TV-Films an.
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Wer Filme für eine Generation macht, die allen Ernstes Speed-Dating für eine sinnvolle Maßnahme bei der Partnersuche hält, darf sich keine Illusionen machen. Zurückhaltung, ein langsames Kennenlernen und aneinander Gewöhnen hat bei der breiten Masse in etwa die selben Erfolgchancen wie Schachspielen nach Gehör. Das gilt doppelt für jede Form von Unterhaltung, und sei es nur weil man es sich mangels Verzweiflung und im Überangebot der Alternativen leisten kann, bis an die Grenze zur Zickigkeit wählerisch zu sein.
Rollin‘ rollin‘ rollin‘
Though the limbs are swollen
Keep that camera rollin‘
Rawhide!
Es gibt genau einen Grund, sich THE SILENT HOUSE anzusehen. Der kleine, unauffällige Spukfilm wurde – laut Aussage der Macher – in einer einzigen Einstellung gedreht. Kein Schnitt, keine Abblende, kein Szenenwechsel, nichts. Die Protagonistin wird unterbrechungsfrei auf ihrem Horrortrip begleitet, der damit beginnt, dass die junge Frau mit ihrem Vater ein abgelegenes Landhaus für den Verkauf herrichten soll. Alles was passiert, geschieht demnach in Echtzeit, beginnend mit der einsetzenden Dämmerung, der ersten Filmminute. Das Grauen, das die junge Frau im Haus erwartet, entsteht somit ohne plötzliche Umblenden und Schock-Momente, welche auf Schnitttechnik angewiesen sind. WEITER
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Im Westen nichts Neues: Wenn ein Trailer eine Intensität verspricht, die das Endprodukt nicht liefern kann, hat man es in der Regel mit Blockbuster-Kino zu tun, das über ein ansehnliches Budget, werbewirksame Actionszenen und eindrucksvolle CGI-Effekte verfügt. Die Ausnahmen sind deshalb nicht weniger enttäuschend. Mit seinen Trailern, von denen einer komplett auf Sprechtext verzichtete, versprach RED HILL atmosphärische Bilder und weckte Neugierde auf einen spannenden Genremix aus Western, Horror und Thriller. Das mag der Film auch streng genommen sein. Leider funktioniert er in keiner dieser Kategorien besonders gut.
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Der zweite Film nach MONSTERS, der mich auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest an meinem Geschmack – oder zumindest dessen Übertragbarkeit auf andere Menschen – zweifeln ließ, war TUCKER & DALE VS EVIL. Ich wünsche wirklich niemandem, in einem quasi ausverkauften Kinosaal zu sitzen, in dem sich gefühlte 98% der Besucher vor Lachen biegen, während man selbst mit amüsiertem Schmunzeln, aber zunehmender Irritation, dem Geschehen auf der Leinwand folgt. Die Befremdung entstand dabei nicht durch den Film an sich, sondern durch den konstanten Abgleich des Dargebotenen mit den Reaktionen des Publikums. Einen Verfremdungseffekt, wie ich ihn dort erleben durfte, hätte ich bei der Vorführung einer Adam-Sandler-Komödie in einer Jugendherberge erwartet, nicht aber bei einer kleinen Horrorkomödie, deren Prämisse bei Lektüre des Programms mir sofort ein Grinsen abgewann.
Wenn es etwas Abschreckendes bei THE LAST EXORCISM gibt, dann ist dies nicht das neckische Poster, bei dem Aerobic-Kultisten feuchte Augen bekommen, sondern das Stilmittel, mit dem das Erstlingswerk von Regisseur Daniel Stamm seine Geschichte erzählt. Ein Kamerateam begleitet einen Prediger auf seinem »letzten Exorzismus«, um eine Dokumentation über die betrügerischen Praktiken zu drehen, mit denen arglos-fanatische Hinterwäldler hinters Licht geführt und um ihr Geld erleichtert werden. Es kommt natürlich alles anders, aber wirklich überraschen wird das niemanden, denn Filme dieser Art gibt es zuhauf.
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So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden später finde ich mich auf meiner eigenen Couch wieder und winde mich vor Schmerzen. MINDHUNTERS, so der Name meines Peinigers, ist ein Psychothriller aus dem Jahr 2004, in dem eine Gruppe angehender FBI-Profiler von einem Serienkiller mit einer Vorliebe für perfide Fallen im übertragenen wie wörtlichen Sinne auseinandergenommen wird. Im Gegensatz zu SAW, der im gleichen Jahr startete, handelt es sich hierbei jedoch um Fallen, die nicht auf Folter und ein eventuelles Überleben ausgelegt sind, sondern um heimtückische, ebenfalls individuelle für jedes Ziel konzipierten Attacken, die keinerlei Chance auf Überleben einräumen sollen.