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	<title>The Midnight Screening &#187; krimi</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>High Speed Money</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 12:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zeitreisen sind möglich. Zumindest in die 90er. Nach der Rezension der Schlaftablette WALL STREET &#8211; MONEY NEVER SLEEPS lieh mir ein Insider HIGH SPEED MONEY, mit der Anmerkung, der Film sei nicht frei von Schwächen, fange die Mentalität der Branche aber treffender ein. Was diesen letzteren Aspekt betrifft, kann ich mir kein Urteil anmaßen. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/12/18/high-speed-money/"><img class="alignnone size-full wp-image-4013" title="Rogue Trader" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/12/rogue_trader.png" alt="" width="310" height="456" /></a></p>
<p>Zeitreisen sind möglich. Zumindest in die 90er. Nach der Rezension der Schlaftablette WALL STREET &#8211; MONEY NEVER SLEEPS lieh mir ein Insider HIGH SPEED MONEY, mit der Anmerkung, der Film sei nicht frei von Schwächen, fange die Mentalität der Branche aber treffender ein. Was diesen letzteren Aspekt betrifft, kann ich mir kein Urteil anmaßen. Doch wenn ROGUE TRADER (so der Originaltitel) einen Eindruck vermittelt, dann den der Glaubwürdigkeit. Kunststück &#8211; er basiert auf einer wahren Geschichte.</p>
<p><span id="more-4008"></span>Wer sich für den Inhalt interessiert, braucht nur den “Nick Leeson” Artikel auf Wikipedia aufrufen. Dort wird der Aufstieg und Fall des britischen Derivatehändlers, der im Alleingang eine renommierte Traditionsbank in die Knie zwang, gut zusammengefasst. Was diesem Beitrag allerdings fehlt, ist die emotionale Komponente, ein Eindruck in das Seelenleben des Protagonisten. Hier kommt ROGUE TRADER zum Zug. Ewan McGregor funktioniert in der Hauptrolle insofern gut, da er dem uninteressanten und gewöhnlichen Leeson mit seinem Charme etwas Charakter gibt, und somit dessen Funktion als Sympathieträger auf darstellerischer Ebene sichert.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt, als dieser die Konsequenzen seines Handelns begreift und ein verzweifelter Existenzkampf beginnt, ist somit trotz mangelndem Profil genug Projektionsfläche vorhanden, um aus der wachsenden Verzweiflung des Hochstaplers etwas Spannung zu generieren. Und das, obwohl die ein oder andere Station mit einer Selbstverständlichkeit abgehandelt wird, an der (damals) auch ein McGregor scheitern musste. ROGUE TRADER ist deshalb kein weiterer WALL STREET (1), aber er vermittelt einen soliden, weitestgehend nachvollziehbaren Eindruck des Systems, seiner Perversionen und Schwächen. Man lernt nicht viel, hat aber auch selten den Eindruck, von der Handlung allein gelassen zu werden.</p>
<p>Wirklich wichtig ist das alles nicht. Wer ernsthaft heute eine erste Sichtung antritt, darf sich auf einen massiven Verfremdungseffekt gefasst machen. ROGUE TRADER ist in Inhalt und Form durch und durch ein 90er Jahre Film. Kleidung, Frisuren, Musik, Bild, Kamera, Erzählweise &#8211; auf seine Weise wirkt er stellenweise DEUTLICH älter als frühere Filme McGregors. Zum Teil ist dies natürlich der Handlung zuzuschreiben, bzw. der Zeit, in der sie spielt. Das ändert aber nichts am Ergebnis. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal einen Film mit derart viel Voice-over gesehen habe, bei dem es nicht ironisch oder als reines Stilmittel eingesetzt wurde.</p>
<p>Es fällt schwer, eine Empfehlung für einen Film auszusprechen, der solide, aber in allen Punkten schlecht gealtert ist. Für sich genommen kann ROGUE TRADER heute kaum mehr bestehen. Es sei denn, man hat Freude an einer kleinen Zeitreise. An der Thematik Interessierten ist deshalb eher zum Buch zu raten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Good Neighbors</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 10:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Lieferumfang handelsüblicher Serienkiller-Thriller gehört genau ein Psychopath. Je nachdem, wo man bestellt, erhält man eventuell noch einen manischen Ermittler als Dreingabe. Ausnahmen gibt es, doch selbst diese stellt GOOD NEIGHBORS mühelos in den Schatten, denn der kanadische Indie-Streifen kommt mit sage und schreibe drei Verrückten daher, die als benachbartes Protagonistentrio alle Hauptrollen abdecken. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/08/27/good-neighbors/"><img class="alignnone size-full wp-image-3818" title="Good Neighbors" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/Good-Neighbors-Poster.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Zum Lieferumfang handelsüblicher Serienkiller-Thriller gehört genau ein Psychopath. Je nachdem, wo man bestellt, erhält man eventuell noch einen manischen Ermittler als Dreingabe. Ausnahmen gibt es, doch selbst diese stellt GOOD NEIGHBORS mühelos in den Schatten, denn der kanadische Indie-Streifen kommt mit sage und schreibe drei Verrückten daher, die als benachbartes Protagonistentrio alle Hauptrollen abdecken.</p>
<p><span id="more-3816"></span>Es geht also um zwei Männer, eine Frau, Mord, Nachbarschaft, Zweckgemeinschaften, Sex, Nerventerror und Manie. Ein Vergleich mit KLEINE MORDE UNTER FREUNDEN aka SHALLOW GRAVE drängt sich da geradezu auf, ist aber ebenso unzutreffend wie unangebracht, denn während der 90er-Jahre-Kultfilm eher auf ein graduelles Ansteigen des Wahnsinns setzt, geht bei GOOD NEIGHBORS quasi von der Einführung der Figuren an die Neurosenpost ab. Das kann massiv abschrecken, ist aber erstaunlich unterhaltsam, denn die Charaktere wurden vom Drehbuch derart überzeichnet, dass man den Film eigentlich nur als rabenschwarz-groteske Komödie werten kann.</p>
<p>Die treffend gewählten Darsteller widmen sich ihren Rollen mit viel Hingabe, was, wenn man die eigenwillige Tonart akzeptieren kann, einen beträchtlichen Unterhaltungswert aufweist. Auf diese Weise kommt, obwohl der eigentliche Plot relativ schlicht und spannungsarm geriet, relativ wenig Langeweile auf. Die faszinierte Frage, welcher Abgrund zwischenmenschlichen Versagens und subtil bedrohlicher Manie sich als Nächstes auftun mag, hält den Film konstant einen Faden über dem Mittelmaß.</p>
<p>Umso schmerzhafter ist es, dass der Film im letzten Viertel völlig baden geht. Nachdem sich Regisseur und Drehbuchautor Jacob Tierney eine lange, aber selten langweilige Stunde Zeit gelassen hat, seine Protagonisten herrlich unsympathisch zu machen, hetzt er sich unvermittelt durch eine Intrige, die kaum unbefriedigender sein könnte. Zu dem Zeitpunkt, an dem sich das Drehbuch endlich ernsthaft einer Verknüpfung des Geschehens mit der konstant präsenten Serienkiller-Thematik zuwendet, bricht die Handlung dann vollends ein.</p>
<p>Hinzu kommt, dass der Film eine seiner besten Ideen einfach unter den Tisch fallen lässt. Dabei handelt es sich ausgerechnet um einen Twist, der die Glaubwürdigkeit zuvor massiv strapazierte, und letztlich nur mit Ausblick auf ein wundervoll verzwicktes Finale akzeptiert werden konnte. Das dem Publikum genau solch ein Ende vorenthalten wird, und an dessen Stelle ein banaler, erneut zu hastig inszenierter Showdown tritt, ist schlichtweg unverzeihlich und würde den Film in einer Wertung mindestens 30% kosten.</p>
<p>GOOD NEIGHBORS hätte Zentrum eines wunderbaren Streits werden können. Doch anstatt die amüsierten Zyniker gegen die enttäuschten Thrillerfans auszuspielen, herrscht nach dem Abspann eine müde Harmonie der Enttäuschung. Dem schwachen letzten Akt gelingt es weder, das  Niveau an Absurdität zu halten, noch die verprellten Krimifreunde wieder ins Boot zu holen. Dass jeder halbwegs talentierte Erzähler aus den vorhandenen Elementen ein zufriedenstellenderes Ende hätte konstruieren können, macht das tatsächliche Ergebnis nur umso trauriger.</p>
<p>GOOD NEIGHBORS beginnt als amüsanter Thriller mit dem Mut, viele Regeln zu brechen, und mutiert dann zum völligen Fehlschlag. Das verkorkste Finale mag der Buchvorlage geschuldet sein, dass Tierney es beibehielt, ist jedoch alleine ihm anzukreiden. Kein Verbrechen am Zuschauer, aber eine herbe Enttäuschung.</p>
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		<title>Wall Street: Money Never Sleeps</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Aug 2011 10:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gut zwei Wochen schiebe ich diese Rezension bereits vor mir her, und wie es der Zufall so will, entspricht dies ziemlich genau der gefühlten Spieldauer von WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS. Gut, dass ist vielleicht ein wenig übertrieben. Folgende Einschätzung leider nicht: Genauso wenig, wie ich wusste, was ich über dieses belanglose Bildgeplätscher schreiben könnte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/08/21/wall-street-money-never-sleeps/"><img class="alignnone size-full wp-image-3783" title="wall_street_money_never_sleeps_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/wall_street_money_never_sleeps_poster.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Gut zwei Wochen schiebe ich diese Rezension bereits vor mir her, und wie es der Zufall so will, entspricht dies ziemlich genau der gefühlten Spieldauer von WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS.</p>
<p>Gut, dass ist vielleicht ein wenig übertrieben. Folgende Einschätzung leider nicht: Genauso wenig, wie ich wusste, was ich über dieses belanglose Bildgeplätscher schreiben könnte, genauso wenig scheint Oliver Stone gewusst zu haben, was er eigentlich erzählen möchte.</p>
<p><span id="more-3781"></span>WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS will, wenn man nach dem Titel geht, eigentlich kein Sequel sein. TRON: LEGACY lässt grüßen. Doch während sich das Drebuch von WALL STREET: MONEY TAKES A NAP an Vielem versucht, bleibt es im Kern doch lediglich ein Aufguss des bekannten Motivs: Wieder ist es ein naiver Wall Street Emporkömmling, der sich mit dem Finanzhai Gordon Gekko einlässt, von diesem übel ausgespielt wird und dabei seine Ideale auf dem Blutaltar der Gier opfert, so dass er am Ende nicht nur betrogen wurde, sondern vor allem sich selbst betrogen hat.</p>
<p>So redlich sich Oliver Stones Inszenierung auch bemüht, die Atemlosigkeit der globalisierten, voll vernetzten Welt zu porträtieren, und so eine einigermaßen glaubhafte und aktuelle Mär über Erfolg und Vertrauen zu spinnen, vergisst er doch die eine Sache, ohne die kein Film, gleich welchen Themas, überzeugen kann: Herz. Der mal versteckte, mal kaum verholene Wahnsinn jener Parallelwert der Reichen und Schönen wird zwar thematisiert, aber nie spürbar, und das gilt auch für sämtliche Beziehungen, die zwischen den Figuren bestehen.</p>
<p>Zugegeben, die Versatzstücke sind da. Von der Beziehung des Protagonisten Jake (Shia LaBeouf) über den Vater-Tochter-Konflikt seiner Holden Winnie (Carey Mulligan) bis hin zu Rache, Verrat und Vergebung ist alles dabei. Doch wollen diese Handlungsstränge nicht so recht harmonieren, geschweige denn sich zu einem funktionalen Ganzen zusammen fügen. Wo Charlie Sheen in Wall Street eine klare Erdung, eine wirklich tief nachvollziehbare Motivation hatte, bleibt Shia LeBoef ein blasser Bengel, viel zu sehr Teil jener Oberschicht, als dass die Reibungsfläche und die Rebellion glaubwürdig wären. Ein reicher Junge, mit reichen Freunden und der Art von Problemen, die reiche Leute in solchen Filmen haben. Daran ändert auch Susan Sarandon als seine schnorrende, mit Immobilien handelnde Mutter wenig. Man leidet, aber auf hohem Niveau.</p>
<p>Ähnliches gilt für die zentrale Beziehung, der sich Carey Mulligan (auch darstellerisch) hingebungsvoll widmet, die sie aber im Alleingang kaum zu stemmen vermag. Es reicht für einige wirklich schöne Mienenspiele und Momente, die sie rein menschlich überaus sympathisch machen, die ohne die Hilfe ihrer Co-Darsteller aber zu Lichtblicken ohne echte Berührungspunkte mit der Kernhandlung verkommen. Das gilt auch für Michael Douglas, der seine Rolle zwar ernst nimmt, aber auch nur dann richtig in ihr aufgeht, wenn er die Figur sein darf, die ihn in WALL STREET legendär gemacht hat. Dass der kurze Gastauftritt von Charlie Sheen einer der aufregendsten Momente bleibt (vorausgesetzt er kommt überraschend, was sich wohl hiermit erledigt hat), spricht für sich, wie auch für vorangegangene Behauptung.</p>
<p>Natürlich ist nicht alles schauderhaft. Der Film ist schön fotografiert, und auch wenn es an Wahnsinn fehlt, gelingt es Stone doch, die Zusammenhänge und Mechanismen der hochspekulativen Risikogeschäfte für Laien nachvollziehbar zu vermitteln, ohne diese soweit zu vereinfachen, dass man von einer groben Fehldarstellung sprechen könnte. Einige Details werden wohl über den Horizont eines Laien hinaus gehen, das Verständnis des Geschehens leidet darunter jedoch nicht. So kommt punktuell durchaus Spannung oder Anspannung auf, die wegen oben genannten Problemen oberflächlich bleibt, jedoch zumindest dafür sorgt, dass man den Abspann noch erlebt.</p>
<p>Hätte man Douglas jemanden gegenüber gestellt, der sich erzählerisch und darstellerisch zu irgend einem Zeitpunkt seiner Augenhöhe nähern könnte, WALL STREET: MONEY GOES FISHING hätte richtig spannend werden können.  So aber sind seine Auftritte sowie Mulligans Spiel der einzige Grund, sich diese hochdramatische Schnarchpartie anzusehen. Dass dies bei weitem nicht ausreicht, muss wohl nicht besonders betont werden.</p>
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		<title>22 Bullets</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2011/06/02/22-bullets/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 12:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Französische Küche, französischer Käse, französischer Wein. Erkennt man alles, was aus Frankreich kommt, am Geschmack? Im Falle von 22 BULLETS lautet die Antwort: ja. Das liegt nicht allein daran, dass der bodenständige Krimi Urgestein Jean Reno in der Hauptrolle führt. Vielmehr sind es die Geschwindigkeit, mit der sich die Handlung entwickelt, sowie das Timing, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/06/02/22-bullets/"><img class="alignnone size-full wp-image-3741" title="22-bullets-big" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/22-bullets-big.jpg" alt="" width="310" height="438" /></a></p>
<p>Französische Küche, französischer Käse, französischer Wein. Erkennt man alles, was aus Frankreich kommt, am Geschmack? Im Falle von 22 BULLETS lautet die Antwort: ja.</p>
<p><span id="more-3619"></span>Das liegt nicht allein daran, dass der bodenständige Krimi Urgestein Jean Reno in der Hauptrolle führt. Vielmehr sind es die Geschwindigkeit, mit der sich die Handlung entwickelt, sowie das Timing, mit dem die erzählerischen Wegpunkte aufeinander folgen, die 22 BULLETS seine eigenwillige doch unverkennbar französische Note geben. So gelingt es dem Drehbuch, sich einerseits Zeit zu lassen, dabei aber selten den Blick fürs Wesentliche zu verlieren. Die bekannten Versatzstücke eines Mafia-Dramas werden zwar nicht unbedingt innovativ eingesetzt, geraten aber auch nicht langweilig. Unterm Strich ist es Regisseur Richard Berry auch zu verzeihen, dass er den einen oder anderen Nebenstrang der Handlung ins Leere laufen lässt. Genauso wie ein paar Andeutungen, die vermutlich falsche Fährten darstellen sollen, im Nachhinein vollkommen sinnfrei wirken.</p>
<p>Dass Reno sich in seiner Rolle wohl fühlt, fällt auf, und macht 22 BULLETS, trotz seines Mangels an eigener Stimme, zu solidem Unterhaltungskino. Wer französische Krimis mag, wird sicher nicht enttäuscht.</p>
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		<title>I saw the devil</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 22:41:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rachefilme sind wie ihre Protagonisten. Einfach nicht tot zu kriegen. Dabei hat das Genre seine Blütezeit längst hinter sich. Als Darsteller wie Charles Bronson in den 70er und 80er Jahren der Selbstjustiz ein Gesicht gaben und jegliche Zwischentöne vom Mündungsfeuer ihrer Schusswaffen überblendet wurden, war die Welt noch in Ordnung &#8211; beziehungsweise eben nicht, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/05/04/i-saw-the-devil/"><img class="alignnone size-full wp-image-3582" title="i-saw-the-devil_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/i-saw-the-devil_poster.png" alt="" width="180" height="258" /></a>Rachefilme sind wie ihre Protagonisten. Einfach nicht tot zu kriegen. Dabei hat das Genre seine Blütezeit längst hinter sich. Als Darsteller wie Charles Bronson in den 70er und 80er Jahren der Selbstjustiz ein Gesicht gaben und jegliche Zwischentöne vom Mündungsfeuer ihrer Schusswaffen überblendet wurden, war die Welt noch in Ordnung &#8211; beziehungsweise eben nicht, was den hauptsächlich mittelmäßigen bis gotterbärmlichen Produktionen einiges an Rückenwind bescherte. Dann kamen die 90er, und die Filme verschwanden in den Actionregalen der Videotheken und im Nachtprogramm der Privatsender, um schließlich auf billig produzierten VHS-Kassetten in den Wühltischen der Supermärkte zu vergammeln. Die Welt war immer noch nicht in Ordnung, aber Rachefilme alter Schule waren out.<br />
<span id="more-3581"></span><br />
Doch anhaltende Flauten und sporadische Revivals hin oder her &#8211; unterdrückte Ängste und Unsicherheiten haben immer Konjunktur, und so versiegte der Strom niemals wirklich. Solange Crossover wie THE CROW dem Treiben eine gefühlte Frische verliehen, konnten die fiktiven Opfer weiterhin mit unbarmherziger Entschlossenheit ihre Peiniger jagen, und dem zumeist männlichen Publikums ein Ventil für aufgestaute Testosteron-Vorräte bieten. Es bedurfte aber zunehmend großer Namen wie Mel Gibson, Jodie Foster, Kevin Bacon oder Gerard Butler, um derlei »klassischen« Geschichten zu finanziellem Erfolg zu verhelfen.</p>
<p>Im (fernen) Osten fielen die Tiefphasen wohl etwas geringer aus. Das mag darin begründet sein, wie tief Werte wie Ehre und Respekt in den Kulturen und Gesellschaften dieser Länder verankert sind. Vielleicht war es aber auch primär die absolute Kompromisslosigkeit, welche Rachefilme aus diesen Regionen (für uns) so beeindruckend machte. Was ein Regisseur wie Chan-wook Park mit seiner Rache-Trilogie kurz nach der Jahrtausendwende auf den vorläufigen Höhepunkt trieb, war nur das konsequente Ende einer Entwicklung, die im Westen eher einem Nischenpublikum vorenthalten blieb.</p>
<p>Letztes Jahr schickte sich nun ein I SAW THE DEVIL an, das Thema weiter auszuloten, und Min-sik Choi in einer Hauptrolle ließ den naiven Filmfan instinktiv auf einen neuen OldBoy hoffen. Doch wie ein aufmerksamer Leser anhand der Länge der Einleitung bereits vermuten mag, wurden derlei Erwartungen enttäuscht, denn wenn eine Rezension so hemmungslos auf Allgemeinplätzen flaniert, kann es zum eigentlichen Titel nicht viel zu sagen geben.</p>
<p>Min-sik Choi, der in OldBoy die Hauptrolle spielte, spielt nun in I SAW THE DEVIL die andere Seite, genauer einen skrupellosen Serienmörder, der je nach Laune zerteilt, vergewaltigt und ersticht. Den unwesentlich weniger skrupellosen Rächer verkörpert Byung-hun Lee, der manchen aus dem Actionthriller A BITTERSWEET LIFE bekannt sein mag.  Jee-woon Kim, der bei dem eher mittelmäßigen A BITTERSWEET LIFE Regie führte und Drehbuch schrieb, zeichnet sich auch bei I SAW THE DEVIL für die Regie verantwortlich, was wohl die Besetzung erklärt. Doch der Bonus bekannter Namen und eines eingespielten Teams verbraucht sich schnell, und so macht sich deutlich vor Ablauf der über zwei Stunden Spielzeit Ernüchterung breit.</p>
<p>Die Grundidee, dass der Rächer sich nicht erst zu seinem Opfer vorarbeiten muss, sondern dieses relativ schnell ausfindig macht, dann aber nicht tötet sondern selbst ein grausames Spiel beginnt, klingt auf den ersten Blick interessant, verläuft sich aber schnell. Letztlich reiht das Drehbuch nur einige Szenen aneinander, die stetig an Grausamkeit zunehmen, dabei aber stets auf die selbe Weise Spannung generieren. Das wird schnell durchschaubar und fängt bald darauf an, auf die Nerven zu gehen, zumal die Etappen kaum Auswirkung auf den Fehler haben, der schlussendlich zu dem absehbar tragischen Ende führt. Statt einem Twist wartet somit nur ein Gefühl von Bestätigung auf den Zuschauer, das Unvermeidliche erreicht zu haben. Die abschließende Botschaft des Films ist abgenutzt und verpufft nahezu wirkungslos, zumal es dem letzten Plot-Twist auch etwas an Glaubwürdigkeit mangelt.</p>
<p>In einem stark von formelhaften Strukturen geprägten Genre stellt sich irgendwann die Frage, was ein Film Neues an den Tisch bringt. Bei I SAW THE DEVIL lautet die Antwort leider: wenig. Das uninspirierte Ende demonstriert, wie wenig der Film letztlich zu sagen hat. Das macht ihn nicht unbedingt »schlecht«, denn was er tut und zeigt, ist über weite Strecken spannend inszeniert. Für Zuschauer, die keine beinharten Genrefans sind, ist er dennoch vollkommen verzichtbar.</p>
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		<title>The Disappearance of Alice Creed</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 11:53:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED war ein Geheimtipp auf dem 24. Fantasy Filmfest 2010, der ohne die Konkurrenz von FOUR LIONS gute Chancen gehabt hätte, zum Gewinner des FRESH BLOOD Wettbewerbs gekürt zu werden. Das Erstlingswerk von J Blakeson, der auch das Drehbuch schrieb, präsentiert sich als geradliniger, bissiger Thriller, der auf übertriebene Gewalt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/04/21/the-disappeara…of-alice-creed/"><img class="alignnone size-full wp-image-3577" title="The Disappearance of Alice Creed" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/disappearance_of_alice_creed.png" alt="" width="180" height="263" /></a>THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED war ein Geheimtipp auf dem 24. Fantasy Filmfest 2010, der ohne die Konkurrenz von FOUR LIONS gute Chancen gehabt hätte, zum Gewinner des FRESH BLOOD Wettbewerbs gekürt zu werden. Das Erstlingswerk von J Blakeson, der auch das Drehbuch schrieb, präsentiert sich als geradliniger, bissiger Thriller, der auf übertriebene Gewalt und zwanghaftes Schockieren verzichtet. Dafür kann man ihn nicht genug loben, besonders da die eröffnenden Minuten, in denen zwei schweigsame Männer ein Zimmer flucht- und schalldicht versiegeln, zunächst Schlimmstes erwarten lassen. Was folgt, ist jedoch kein Abstieg in die finstersten Abgründe menschlicher Triebe, sondern ein Kammerspiel mit großartiger Dynamik zwischen den lediglich drei Figuren, mit denen der Film auskommt.<br />
<span id="more-3575"></span><br />
All das ist so positiv zu bewerten, wie es klingt. Ein paar Sollbruchstellen gibt es dennoch, leider gerade in jenen Momenten, in denen die Geschichte zur Höchstform aufläuft. Die beiden Plot-Twists nach dem  (grob geschätzt) ersten und zweiten Drittel des Film sind originell, aber auch gewagt. So gewagt, dass es schwer fallen kann, die »suspension of disbelief«, von der das Gelingen jeder Geschichte abhängt, zu erreichen bzw. zu überwinden. Das ist pikant, weil es den Film im vollen Lauf zu Fall, in jedem Fall jedoch ins Stolpern bringen kann. Ob &#8211; bzw. wie stark &#8211; dies als Schwachpunkt zu werten ist, muss jeder angesichts der konkreten Beispiele selbst entscheiden.</p>
<p>Wie gut der Film mit diesen Twists funktioniert, und ob er ohne sie ebenso funktioniert hätte, ist diskutabel. Dass diese auch als erzählerische Katalysatoren fungieren, macht es besonders schwierig. Man muss Blakeson jedoch zugestehen, dass der Film ohne diesen Mut leicht in die Belanglosigkeit hätte absacken können. Hinzu kommt, dass die Spannung auch nicht abnimmt, selbst wenn man zeitweise Probleme hat, ihm seine Ideen abzukaufen. Ausgerechnet den finalen Minuten fehlt es dafür an einer Überraschung, einem spürbaren Höhepunkt, der nach den zwei Krachern im Mittelteil zu erwarten war.</p>
<p>Abschließend sei erwähnt, dass mit dem Lob für Gemma Arterton ein wenig übertrieben wurde. Im Gegensatz zu Blockbustern wie PRINCE OF PERSIA und KAMPF DER TITANEN durfte sie hier zwar ihr Talent beweisen, so weggeblasen wie manch Kritiker muss man aber nicht zwangsläufig sein. Ihr Spiel ist überzeugend und wirkt über weite Strecken realistisch. Ob die weniger glaubhaften Momente ihrer Darbietung oder dem Drehbuch geschuldet sind, lässt sich ohne Kenntnis des Letzteren unmöglich sagen.</p>
<p>Was bleibt, ist die gefühlte Authentizität, die der Film selbst in seinen schwächeren Momenten nie verliert. Unter der Rubrik »Newcomer« somit eine nachdrückliche Empfehlung, in Konkurrenz mit Klassikern des Genres immer noch ein wertvoller Tipp.</p>
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		<title>Leaves of Grass.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jan 2011 11:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[LEAVES OF GRASS ist, wenn man so will, ein klassischer Geheimtipp. Ihm wurde verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit zuteil, als er im Kino lief, was heutzutage aber sowieso in erster Linie von Budget oder &#8211; alternativ &#8211; Skandalpotenzial abhängig scheint. Mangels beider bleibt einem Film, der weder überdrehte Komödie noch verkitschte Romanze ist, lediglich die eitle Bedeutungslosigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/01/29/leaves-of-grass/"><img class="alignnone size-full wp-image-3395" title="leaves_of_grass" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/leaves_of_grass.jpg" alt="" width="180" height="261" /></a>LEAVES OF GRASS ist, wenn man so will, ein klassischer Geheimtipp. Ihm wurde verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit zuteil, als er im Kino lief, was heutzutage aber sowieso in erster Linie von Budget oder &#8211; alternativ &#8211; Skandalpotenzial abhängig scheint. Mangels beider bleibt einem Film, der weder überdrehte Komödie noch verkitschte Romanze ist, lediglich die eitle Bedeutungslosigkeit der Programmkinos. Mit Edward Norton in einer Doppelrolle hatte er zwar zwei sehr talentierte Darsteller in der Besetzungsliste (Susan Sarandon in einer kleinen Nebenrolle nicht eingerechnet), doch wenn wir ehrlich sind, hat Norton die Blütezeit seiner Popularität in weiten Teilen der Gesellschaft hinter sich. Da nützt es auch wenig, wenn er auf dem Schizophrenie andeutendem, deutschen DVD-Cover in bester FIGHT CLUB Manier finster dreinschaut.<br />
<span id="more-3391"></span></p>
<p>Als Geheimtipp wurde mir der Film jedenfalls in die Hand gedrückt und als solchen kann ich ihn bedenkenlos empfehlen. LEAVES OF GRASS ist ein wenig Südstaatenkrimi, ein wenig Familiendrama, ein ganz klein bisschen Road- und Coming-of-Age-Movie,  ein Hauch Romanze und ganz viel LEBEN. Ich schreibe das in Versalien, weil der Film seine Botschaft wirklich sehr ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor Tim Blake Nelson hat sich beherzt an dem Gedanken orientiert, dass ein Film genau wie ein Buch eine eigene Stimme braucht, dass ein Autor etwas zu sagen haben sollte. Dementsprechend trägt er die moralschwere Philosophie und die kernigen Lebensweisheiten mit dem Buttermesser auf, was stellenweise, wenn die Dialoge zu sehr in Exposition abdriften, recht anstrengend werden kann. Glücklicherweise leidet die Glaubwürdigkeit des Films nicht allzu sehr darunter.</p>
<p>Dies mag auch der Grund dafür sein, dass der Film recht lange braucht, um zu sich zu finden. Die Fülle an Aussagen und Emotionen, die kohärent hergeleitet werden müssen, zwingt den Film zu wiederholten Geschwindigkeitsveränderungen und Genresprüngen. Das bleibt über die komplette Laufzeit erstaunlich spannend, kann aber ebenso als Unentschlossenheit ausgelegt werden. Absichten und Ziele des Films und seiner Handlung werden dabei häufig offensichtlich, werden jedoch meist von den Darstellern vor dem Absturz ins Klischee gerettet. Nicht immer, aber oft.</p>
<p>Dass die Mischung aus kruder Prämisse (ein hochintelligenter Dealer lockt seinen eineiigen Zwilling nach Jahren der Funkstille unter einem Vorwand zurück in den Heimatstaat Oklahoma, um ihn zu einem Rollentausch-Täuschungsmanöver zu überreden) und Doppelbesetzung nicht baden geht, ist dabei ein kleines Wunder, für das man den bisher genannten Personen nur Respekt zollen kann. Wer sich zu irgend einem Zeitpunkt mal als Edward Norton Fan bezeichnet hat, wird definitiv in alten Überzeugungen bestätigt.</p>
<p>Wenn man also kein Problem mit sporadischen Ausrutschern ins Melodramatische und einem etwas aufgesetztem Drehbuch hat, kann man sich LEAVES OF GRASS für einen kalten Abend aufbewahren. Gut möglich, dass man sogar ein wenig über sein eigenes Leben nachdenkt. So wie Tim Blake Nelson offenbar beim Lesen des titelgebenden Gedichtbands von Walt Whitman ins Grübeln geriet. Und viel mehr will der Film auch gar nicht erreichen.</p>
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		<title>Illuminati</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Schnitzeljagd (oder: Schnipseljagd) hat Tradition, bietet sie &#8211; als Krimi, Abenteuerfilm oder Agententhriller getarnt &#8211; doch den willkommenen Vorwand, einen oder mehrere Protagonisten quer über den Globus zu hetzen, und so den mehr oder minder inspirierten Plot mit malerischen Drehorten zu dekorieren. Dass ILLUMINATI einer jener Filme ist, sollten nicht nur Kenner der Romanvorlage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/01/23/illuminati/"><img class="alignnone size-full wp-image-3354" title="Illuminati mit Tom Hanks" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/illuminati_poster.jpg" alt="" width="180" height="255" /></a>Die Schnitzeljagd (oder: Schnipseljagd) hat Tradition, bietet sie &#8211; als Krimi, Abenteuerfilm oder Agententhriller getarnt &#8211; doch den willkommenen Vorwand, einen oder mehrere Protagonisten quer über den Globus zu hetzen, und so den mehr oder minder inspirierten Plot mit malerischen Drehorten zu dekorieren. Dass ILLUMINATI einer jener Filme ist, sollten nicht nur Kenner der Romanvorlage bereits mitbekommen haben.</p>
<p>Im Gegensatz zu einem Buch, das den Leser per Definition aktiver ans Geschehen bindet als ein Film, lässt die von Tom Hanks geführte Rom-Tour jedoch viel Luft zum Stellen unbequemer Fragen, allen voran: warum man ausgerechnet einen Synchronsprecher für Hanks nehmen musste, dessen quäkige Stimme in Kombination mit seiner bierernsten Visage unfreiwillige Komik heraufbeschwört.</p>
<p><span id="more-3352"></span>Bereits der deutsche Trailer war diesbezüglich ein Quell der Freude, und so bietet ILLUMINATI selbst Originaltonverächtern einen guten Grund, das eingerostete Englisch zu üben. Als angenehmen Nebeneffekt hat man so Anlass, sich zu konzentrieren, denn wenn die Dan Brown Verfilmung sich in einem Punkt bemüht, ihrer Vorlage gerecht zu werden, dann dem, dem Zuschauer das Denken abzunehmen. Dies geschieht, indem jeglicher Subtext, jede Form facettenreicher Charakterzeichnung und jeder zwischenmenschliche Konflikt auf ein bis maximal zwei Dimensionen reduziert und das so frei gewordene Dialogpensum zu 90% der Exposition gewidmet wird. Ernsthaft: Ich kann mich nicht erinnern, wann mir das letzte Mal in einem Film so viel erklärt wurde, das entweder offensichtlich, uninteressant oder redundant war. Natürlich: Man will verstehen, wie und warum die Hinweise ineinandergreifen, doch ohne Möglichkeit, sich ernsthaft rätselnd am Geschehen zu beteiligen, verkommt die Spurensuche zu einem bloßen Abspulen historischer Details.</p>
<p>Was bleibt, ist, wie es sich für eine hoch budgetierte Produktion gehört, die illustre Darstellerriege. In diesem Fall ein Hauptdarsteller, der in der Synchronisation wie eine Ente klingt, ein Ewan McGregor, der (bei aller Sympathie) endlich mal wieder herrlich fehlbesetzt wirken darf, ein Armin Müller-Stahl, der zum gefühlt fünfhundertsten Mal den gelassenen Fiesling mimen soll, der ja dann doch eigentlich gar nicht so schlimm ist, und ein finaler Twist, der nur überrascht, wenn man nicht von Beginn mit einem rechnet. All das macht ILLUMINATI zu Berieselung in Reinkultur, Sonntag-Nachmittag-Programm für (fast) die ganze Familie. Die bombastische Inszenierung, in der jeder Toilettengang als Höhepunkt verkauft wird, tut ihr Übriges, die Langeweile zu betonen, die sich mit zunehmender Laufzeit breitmacht.</p>
<p>Wer gerne dabei zuschaut, wie aufgeregte Persönchen Hinweisen hinterherjagen, kann bedenkenlos zugreifen. Oder einfach für die Nachbarskinder eine Schnitzeljagd ausrichten.</p>
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