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	<title>The AcidBar &#187; kunst</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>The Limits of Control.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 11:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
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		<description><![CDATA[Man muss Jim Jarmusch schon bewundern. Zum einen für seine künstlerische Integrität, zum anderen &#8211; separat &#8211; für die Konsequenz, die dieser zu Grunde liegt. THE LIMITS OF CONTROL ist in vielerlei Hinsicht eine konsequente Weiterführung jenes Stils, der sich schon in seinen Frühwerken bemerkbar machte und seitdem, besonders in seinen letzten Filmen, nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/the-limits-of-control/"><img class="alignnone size-full wp-image-3033" title="limits-of-control-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/limits-of-control-poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Man muss Jim Jarmusch schon bewundern. Zum einen für seine künstlerische Integrität, zum anderen &#8211; separat &#8211; für die Konsequenz, die dieser zu Grunde liegt. THE LIMITS OF CONTROL ist in vielerlei Hinsicht eine konsequente Weiterführung jenes Stils, der sich schon in seinen Frühwerken bemerkbar machte und seitdem, besonders in seinen letzten Filmen, nicht nur an Präsenz gewonnen sondern, angereichert mit neuen Interessen, zu seiner Vollendung gefunden hat. Somit ist THE LIMITS OF CONTROL auf seine Weise ein zutiefst nachdenklicher, vielschichtiger und durchaus kluger Film geworden.</p>
<p><span id="more-3032"></span></p>
<p>Auf der anderen Seite darf man einen Film auch daran messen, wie »gewollt« er wirkt. Selbst schwerer Stoff braucht beizeiten eine gewisse Leichtfüßigkeit, nicht inhaltlich, wohlgemerkt, sondern in dessen Ausführung. Anders formuliert: Ein Film, der seine Botschaft stillschweigend vermitteln will, sollte die Geduld des Zuschauers nicht überstrapazieren. Jarmuschs Film ist aber wie ein Witz, den man 6 mal erzählen muss, um ihn zu verstehen. Erst durch die Wiederholung, das Nicht-Erzählen, den Mangel an Entwicklung und Ablenkung kann der Betrachter verstehen, was Jarmusch sagen will. Und ja, diese Aussage kann nicht artikuliert, vielleicht nicht einmal verstanden werden. Man kann sie nur fühlen. Wer COFFEE AND CIGARETTES zu unruhig und konzeptlos fand, kommt hier somit voll auf seine Kosten.</p>
<p>Auf seine Weise ist THE LIMITS OF CONTROL wahrscheinlich brillant. Dadurch, dass er sich stur jeglichem Plot verweigert, zwingt er aber auch zur Frage, ob daraus wirklich ein abendfüllender Spielfilm werden musste. Ich für meinen Teil hatte auch meine Arthaus-Phase mit den dazugehörigen Programmkinobesuchen. Neben vielen tollen, stillen Filmerlebnissen habe ich für mich allerdings auch die Erkenntnis mitgenommen, dass selbst das größte Kunstwerk unterhalten darf &#8211; ja manchmal sogar unterhalten sollte &#8211; wenn es wirklich beim Zuschauer ankommen und von ihm angenommen werden will. Ein Regisseur, der glaubt (oder weiß), nicht mehr gefallen zu müssen, macht vielleicht ungewöhnliche, aber nicht unbedingt wertigere Arbeit.</p>
<p>So breit sich dieser Film in meinem Kopf auch macht, einen Platz in meinem Herzen hat er nicht.</p>
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		<title>Valhalla Rising.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 08:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VALHALLA RISING ist der womöglich am schwierigsten zu rezensierende Film, den ich in den vergangenen Monaten zu Gesicht bekommen habe. Deshalb will ich gar nicht erst versuchen, diesen Beitrag sauber zu strukturieren und mit einem gewissen Konzept vorzugehen. Bei einem Film, der nicht eindeutig erkennen lässt, ob Regisseur und Co-Autor (Nicolas Winding Refn) selbst eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/valhalla-rising/"><img class="alignnone size-full wp-image-2998" title="valhalla_rising" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/valhalla_rising.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>VALHALLA RISING ist der womöglich am schwierigsten zu rezensierende Film, den ich in den vergangenen Monaten zu Gesicht bekommen habe. Deshalb will ich gar nicht erst versuchen, diesen Beitrag sauber zu strukturieren und mit einem gewissen Konzept vorzugehen. Bei einem Film, der nicht eindeutig erkennen lässt, ob Regisseur und Co-Autor (Nicolas Winding Refn) selbst eines hatte, wäre dies ohnehin müßig.</p>
<p>Belassen wir es deshalb bei den Fakten: VALHALLA RISING ist ein esoterischer Wikingerfilm, der sich ein, zwei historisch belegte Details schnappt und diese vollkommen frei und fiktiv aufbereitet. Das Ergebnis ist mehr Trip als Film, was angesichts der Inszenierung auch definitiv beabsichtigt war.<br />
<span id="more-2997"></span><br />
Von der Bodenständigkeit, die im eindrucksvollen Trailer herauf beschworen wurde, ist besonders im späteren Verlauf des Film jedenfalls wenig zu merken. Dafür gibt es jede Menge Kompromisslosigkeit, angefangen bei dem Umstand, dass Hauptdarsteller Mads Mikkelsen tatsächlich die gesamte Laufzeit über kein einziges Wort spricht. Dass dies halbwegs glaubhaft und nicht gekünstelt wirkt, ist sowohl dessen schauspielerischer Leistung als auch der Regie zu verdanken, die jedes andere Detail daran orientiert und sich somit vor allzu großen Verfremdungseffekten rettet. An diesen gibt es zwar trotzdem noch genug, bis zu deren Erscheinen hat man sich im Idealfall aber bereits an den eigenwilligen Stil und das generell eher Kurosawa-eske Verhältnis von Sprechtext (in Worten) zu Laufzeit (in Minuten)  gewöhnt.</p>
<p>Das alles klingt sicher sehr interessant, doch soll die Warnung davon nicht übertönt werden. VALHALLA RISING wirft ab einem gewissen Zeitpunkt jegliche Glaubwürdigkeit und jeden Realismus über Bord und konzentriert sich darauf, eine Stimmung zu transportieren, die mit den sperrigsten Szenen von APOKALYPSE NOW vergleichbar ist, ohne natürlich deren Niveau zu erreichen. Das bringt die Gefahr mit sich, den Film als sehr unbefriedigendes Erlebnis zu empfinden.<br />
Auf der anderen Seite ist es eben jene Dreistigkeit, die den Film aus der Masse heraus hebt, und den Zuschauer nach der klug bemessenen (nämlich kurzen) Laufzeit leicht betäubt in die Realität zurück wirft.</p>
<p>Angesichts dieser eigenwilligen Vermengung bleibt undurchdringlich, wie viel Substanz dem Film tatsächlich akkreditiert werden darf. Die Metaphorik, die Nicolas Winding Refn im Audiokommentar beschreibt, könnte mit etwas Finesse sicher demontiert und als Unsinn bezeichnet werden. Man kann sie aber auch akzeptieren und als Legitimation für die drastische Stilistik verwenden. Es fällt jedoch schwer, ein derartiges Urteil zu fällen, solange ein Rest-Zweifel bleibt, ob und wenn ja in welchem Umfang man den Film überhaupt verstanden hat, bzw. verstehen kann.</p>
<p>Gemessen an oben genannten Aspekten ist es wohl nur passend und gerecht, dass VALHALLA RISING das wohl mieseste, irreführendste DVD-Cover (siehe unten) erhalten hat, das man sich vorstellen kann. Geplant war offenbar, möglichst viel potenzielle Käufer mitzunehmen, indem man sich stilistisch dreist an 300 anbiedert. Dass der Film der dadurch geweckten Erwartungshaltung nicht gerecht wird bzw. werden kann, ist die gerechte Strafe für beide Seiten. Nebenbei erwähnt kommt das, was die Abbildung zeigt, nicht einmal ansatzweise im Film vor.</p>
<p>VALHALLA RISING ist entweder ein nihilistisches, sehr minimalistisches Testosteron-Paket für verhinderte Intellektuelle &#8211; oder ein stark improvisiertes, bewegtes Gemälde mit reichhaltiger Symbolik. Allein deshalb verdient er eine Erwähnung, und vielleicht sogar eine Chance. Man sollte aber vorsichtig dabei sein »Filmkunst« zu schreien, wenn berauschte, bärtige Männer im Schlamm übereinander herfallen.</p>
<div id="attachment_2999" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/valhalla_rising_dvd.jpg" rel="lightbox[2997]"><img class="size-full wp-image-2999" title="Valhalla Rising - Das DVD Cover" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/valhalla_rising_dvd.jpg" alt="" width="450" height="526" /></a><p class="wp-caption-text">Wunderschön, nicht wahr?</p></div>
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		<title>The Fall.</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 11:20:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ungefähr einmal im Jahr, und dieser Anlass ist für mich stets Grund zu großer Freude, kommt mehr oder minder unerwartet ein Film daher, der nicht nur positiv überrascht und die (meist eher moderaten) Erwartungen überflügelt, sondern in jedem Aspekt voll überzeugt. KONTROLL (der U-Bahn-, nicht der Musikerfilm) war so ein Fall, KISS KISS BANG BANG [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/28/the-fall/"><img class="alignnone size-full wp-image-2277" title="The Fall - Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall1.jpg" alt="The Fall - Poster" width="104" height="146" /></a>Ungefähr einmal im Jahr, und dieser Anlass ist für mich stets Grund zu großer Freude, kommt mehr oder minder unerwartet ein Film daher, der nicht nur positiv überrascht und die (meist eher moderaten) Erwartungen überflügelt, sondern in jedem Aspekt voll überzeugt. KONTROLL (der U-Bahn-, nicht der Musikerfilm) war so ein Fall, KISS KISS BANG BANG ein anderer, THE LOOKOUT (dt: Die Regeln der Gewalt) ein weiterer. THE FALL ist auch so ein &#8230; Fall, und diesmal hätte ich im Vorfeld eine kleine Summe dagegen gewettet.<br />
<span id="more-2276"></span></p>
<div id="attachment_2278" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-2278  " title="Skandal: Komasaufen jetzt auch im Regenwald!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall2.jpg" alt="Deshalb meidet man am letzten Tag den Zeltplatz bei Rock im Park." width="460" height="265" /><p class="wp-caption-text">Deshalb meidet man am letzten Tag den Zeltplatz bei Rock im Park.</p></div>
<p>Zum einen ist es nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wenn ein Regisseur und Filmemacher nach Jahren endlich sein »Traumprojekt« realisieren oder abschließen kann. Derlei Werke leiden gerne unter überbordender, symbolischer Schwere oder sind generell zu überfrachtet und / oder persönlich. Manchmal ist solch ein Film auch nur die konsequente Weiterentwicklung eines Stils, der in vorherigen Werken schon deutlich war, in seiner Vollendung aber nicht unbedingt besser (oder überhaupt) funktionieren muss. Siehe diesbezüglich Jim Jarmuschs LIMITS OF CONTROL, der deshalb recht einhellig verrissen wurde.</p>
<p>Eine solche Befürchtung greift umso mehr bei einem Filmemacher wie Tarsem, der in seinem einzigen vorherigen Werk THE CELL bereits durch brillante Bilder beeindruckte, ansonsten aber wenig vorzuweisen hatte. Dass dies zu einem guten Teil der hölzernen Hauptdarstellerin Lopez und dem unterdurchschnittlichen Drehbuch zuzuschreiben gewesen sein mag, ändert mangels weiterer Referenzen wenig. Schon damals stand die Symbolik der Handlung im Weg, und nichts, was man über THE FALL im Vorfeld erfuhr, trug dazu bei, die Sorge zu zerstreuen, dass sich dieser Effekt hier wiederholen könnte. Auch die späte Veröffentlichung hierzulande hätte man eher als schlechtes Zeichen interpretieren müssen.</p>
<div id="attachment_2279" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall4.jpg" rel="lightbox[2276]"><img class="size-full wp-image-2279" title="Die Liga der außergewöhnlich gekleideten Gentlemen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall4.jpg" alt="Der Kostümbildner hatte MINDESTENS einen Orgasmus." width="460" height="247" /></a><p class="wp-caption-text">Der Kostümbildner hatte MINDESTENS einen Orgasmus.</p></div>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen: Man durfte von THE FALL nicht mehr erwarten als hochästhetische, malerisch komponierte Bilder mit hohem Symbolgehalt und eine zweckmäßige, aber nicht überwältigende Handlung.</p>
<p>Herausgekommen ist jedoch ein Juwel. Durch das gelungene Zusammenspiel von »realer« und »erzählter« Handlung im Film, durch das unprätentiöse Verschwimmen von Realität und Traumwelt, durch eine musikalische Untermalung, die kreativ, aber nicht aufdringlich geriet, durch sympathische, ungemein glaubwürdige Hauptdarsteller (Lee Pace und Catinca Untaru sind eine Offenbarung) und eine anrührende, aber nicht unnötig weinerliche Emotionalität ist THE FALL ein Meisterwerk geworden. Ich würde sogar soweit gehen, vom idealen Film zu sprechen, allein aus dem Grund, weil die Geschichte durch ihre visuelle Komponente, die nicht nur hübsch ist sondern viele Worte spart, in keinem anderen Medium funktioniert hätte.</p>
<div id="attachment_2280" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall3.jpg" rel="lightbox[2276]"><img class="size-full wp-image-2280" title="Die Superhelden-Azubis werden auch immer jünger." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/fall3.jpg" alt="Links: Der zweiarmige Bandit. Rechts: Wolverine." width="460" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Links: Der zweiarmige Bandit. Rechts: Wolverine.</p></div>
<p>THE FALL ist ein beeindruckendes Beispiel für Film- und Erzählkunst, das sich niemand entgehen lassen sollte. Eine uneingeschränkte Empfehlung meinerseits, die ich lediglich deshalb bedaure, weil die Erwartungen damit zu hoch steigen.</p>
<p>Deshalb mein Rat:<br />
Vorher nochmal kurz an THE CELL denken, danach THE FALL erliegen.</p>
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		<title>Alles ist erleuchtet.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 20:16:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
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		<description><![CDATA[Manche Filme sind wie Unfallopfer. Sie müssen nur lang genug herum liegen, dann wird sich schon jemand erbarmen. ALLES IST ERLEUCHTET bildet sogar in dieser Gruppe einen Härtefall. Bevor ich mich durchringen konnte, ihn anzusehen, beging ich erstmal wiederholt Fahrerflucht. Wie sich herausstellte, tat ich ihm damit Unrecht. Großes, großes Unrecht. Der erste Versuch dauerte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/05/08/alles-ist-erleuchtet/"><img class="alignnone size-full wp-image-1837" title="allesisterleuchtet_01" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/allesisterleuchtet_01.jpg" alt="allesisterleuchtet_01" width="104" height="147" /></a>Manche Filme sind wie Unfallopfer. Sie müssen nur lang genug herum liegen, dann wird sich schon jemand erbarmen. ALLES IST ERLEUCHTET bildet sogar in dieser Gruppe einen Härtefall. Bevor ich mich durchringen konnte, ihn anzusehen, beging ich erstmal wiederholt Fahrerflucht. Wie sich herausstellte, tat ich ihm damit Unrecht.</p>
<p>Großes, großes Unrecht.</p>
<p><span id="more-1834"></span></p>
<div id="attachment_1838" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1838" title="Von wegen &quot;follow the yellow big road&quot;." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/allesisterleuchtet_03.jpg" alt="...ob meine Nachbarin etwas Sonnenblumenöl übrig hat?" width="460" height="212" /><p class="wp-caption-text">...ob meine Nachbarin etwas Sonnenblumenöl übrig hat?</p></div>
<p>Der erste Versuch dauerte exakt 15 Sekunden. Dann entschied ich, nicht in der richtigen Stimmung für einen Film zu sein, dessen Vorspann mit fideler Klezmer-Musik unterlegt ist. Wochen vergingen. Die zweite Hürde riss ich bei Minute 7. Dann hatte ich genug vom dick bebrillten Elijah Wood, dessen dahinsiechender Großmutter und seinem pausbäckigen Rückblenden-Alter-Ego. Wenn ich ohne emotionalen Bezug zu den Figuren minutenlange Sterbeszenen mit minimalem Sprechtext sehen will, kann ich mir auch HOSTEL ausleihen. Dachte ich, schaltete ab und wartete nochmal zwei Wochen.</p>
<p>Tatsächlich dauert es selbst nach dieser trägen Einleitung noch ein gutes Stück, bis der Film wirklich zu sich findet. Die nachfolgende Einführung der übrigen Protagonisten wirkt nämlich trotz &#8211; und gerade wegen -  ihres skurrilen Charmes und ihrer schrulligen Figuren etwas zu bemüht komisch und verdreht, um wirklich zu überzeugen. Ich bin kein großer Fan von Reise-/Road-Movies, doch schräger Humor und Culture-Clash sind keine Motive, die man im Dunstkreis dieses Genres selten sieht. Erst letztes Jahr hat THE DARJEELING LIMITED gezeigt, wie niveauvoll und sympathisch man in dieser Tonlage erzählen kann, ohne albern zu wirken.</p>
<div id="attachment_1836" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1836" title="Sehr effektiv: In der Ukraine starrt man schlechte Ober einfach nieder." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/allesisterleuchtet_02.jpg" alt="... dann fiel ihm ein, dass er versprochen hatte, die Karten mitzubringen." width="460" height="211" /><p class="wp-caption-text">... dann fiel ihm ein, dass er versprochen hatte, die Karten mitzubringen.</p></div>
<p>Sind die ersten 25 Minuten mit den absehbaren Konfrontationen grundgegensätzlicher Charaktere aber überstanden, entfaltet sich eine anrührende, zutiefst menschliche Geschichte, der es gelingt, von Belustigung über Nachdenklichkeit bis hin zu Trauer und Katharsis dermaßen viele Stimmungslagen beim Zuschauer hervor zu rufen, dass man am Ende kaum mehr weiß, was für eine Art Träne man sich eigentlich gerade aus den Augenwinkeln wischt. Sogar der Soundtrack macht nach einer Weile richtig Spaß.</p>
<p>Eine unbedingte Empfehlung für diese stellenweise anstrengende, jedoch absolut wundervolle Romanverfilmung. Nach DER PIANIST die wahrscheinlich beste Aufarbeitung einer jüdischen Tragödie im zweiten Weltkrieg, die ich je gesehen habe.</p>
<p>Großartig ist deshalb noch untertrieben.</p>
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