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	<title>The AcidBar &#187; mystery</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>Mindhunters.</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/02/mindhunters/"><img class="alignnone size-full wp-image-3099" title="mindhunters_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/mindhunters_poster.jpg" alt="" width="180" height="246" /></a>So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden später finde ich mich auf meiner eigenen Couch wieder und winde mich vor Schmerzen. MINDHUNTERS, so der Name meines Peinigers, ist ein Psychothriller aus dem Jahr 2004, in dem eine Gruppe angehender FBI-Profiler von einem Serienkiller mit einer Vorliebe für perfide Fallen im übertragenen wie wörtlichen Sinne auseinandergenommen wird. Im Gegensatz zu SAW, der im gleichen Jahr startete, handelt es sich hierbei jedoch um Fallen, die nicht auf Folter und ein eventuelles Überleben ausgelegt sind, sondern um heimtückische, ebenfalls individuelle für jedes Ziel konzipierten Attacken, die keinerlei Chance auf Überleben einräumen sollen.<br />
<span id="more-3098"></span><br />
Das Ganze wird als »battle of the minds« verkauft und hätte als solches auch einen sehr soliden Unterhaltungswert besitzen können, wäre da nicht das Drehbuch, dass der Prämisse einen derart dicken Strich durch die Rechnung macht, dass man nicht einmal mehr erkennen kann, was als Gesamtsumme unten heraus kommen sollte.</p>
<p>Das Problem des Drehbuchs, und somit des gesamten Films, ist nämlich, dass sich Autor Wayne Kramer gehörig verhoben hat, als er sich der Gruppe hochintelligenter Studenten annahm. Diese unterscheiden sich kein Stück von den bescheuerten, übermäßig neurotischen Volldeppen, welche die üblichen Slasher bevölkern. Im Gegenteil, sie lassen manche ihrer Genrekollegen richtig gut aussehen, denn der »damaged goods«-Anstrich, den Kramer seinen Figuren verleiht, resultiert in Sprechtext und Aktionen, die haarsträubender kaum sein könnten. Man muss es schon selbst erleben, um zu glauben, wie bescheuert die Figuren sind, und was sie stellenweise von sich geben.</p>
<p>Der Klarheit wegen sei betont: Natürlich ist es legitim, Figuren austicken zu lassen, sobald sie in Situationen geraten, von denen sie sich heillos überfordert fühlen. Die Frage ist nur, in welchem Kontext man diese Figuren einführt und wie man diese zu Beginn des Films charakterisiert hat. Bedenkt man, dass es sich hier um Spezialisten am Ende ihrer Ausbildung handeln soll, die (damit wird der Film eröffnet) bereits in eindringlichsten Simulationen auf die Probe gestellt wurden, kann man beim Besten willen nicht mehr argumentieren, dass irrationales Verhalten solcher Ausmaße nur natürlich wäre, denn es lässt den selben Mangel an Selbsterhaltungstrieb erkennen, über den man bei anderen Produktionen den Kopf schüttelt. Davon abgesehen findet auch keine Entwicklung statt, die eine zunehmende Furcht erkennen lässt. Statt dessen verfallen die Charaktere so widerstandslos dem paranoiden Wahn wie die Dominosteine der ersten Falle um.</p>
<p>Was Val Kilmer, Christian Slater und LL Cool J (ja, genau der), in dieser Produktion verloren haben, und was genau sie mit ihrer Leinwandzeit anfangen, soll hier außen vor bleiben. Auch diese Kombination hätte, zumindest zum damaligen Zeitpunkt, Warnung genug sein sollen. Empfehlen kann man MINDHUNTERS jedenfalls nur absoluten schmerzbefreiten Genre-Junkies, denen glaubwürdige Dialoge und Wendungen vollkommen schnuppe sind, solange nervtötende Charaktere auf kreative Weise das Zeitliche segnen. Alle anderen werden sich über das Ende, dass noch die ganze Fadenscheinigkeit der Geschichte entblößt, kaum mehr aufregen können. Denn glücklicherweise schaltet sich ja ab einem gewissen Pensum an Pein der menschliche Geist einfach ab.</p>
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		<title>Triangle.</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 10:46:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im DVD-Interview zu TRIANGLE erzählte einer der Macher, wenn mich die Erinnerung nicht trügt Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith himself, wie er auf die Idee zu TRIANGLE kam. Im Wesentlichen war es der Anblick eines Kreuzfahrt- schiffes, der den Stein ins Rollen brachte. Darauf folgte ein konkreter Einfall im Zusammenhang mit diesem Schiff, und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/02/triangle/"><img class="alignnone size-full wp-image-3076" title="triangle_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/triangle_poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Im DVD-Interview zu TRIANGLE erzählte einer der Macher, wenn mich die Erinnerung nicht trügt Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith himself, wie er auf die Idee zu TRIANGLE kam. Im Wesentlichen war es der Anblick eines Kreuzfahrt- schiffes, der den Stein ins Rollen brachte. Darauf folgte ein konkreter Einfall im Zusammenhang mit diesem Schiff, und der Film war geboren. In Folge dessen wurde »Schicht auf Schicht« hinzugefügt, bis am Ende ein Plot stand, der (SPOILER!) sich wohl als »Täglich grüßt das Murmeltierauf einem Hochseedampfer«  beschreiben lässt &#8211; nur eben im Horrorgenre.<br />
<span id="more-3075"></span><br />
So gerät die obligatorische Gruppe junger Menschen mit einem Segelboot in ein mysteriöses Unwetter und erleidet Schiffbruch, wobei eine der Frauen verloren geht. Nachdem sich die Verbliebenen auf das Wrack gerettet haben, taucht unvermittelt besagtes Kreuzfahrtschiff auf. Das ist dann der Moment, an dem man sich noch einmal die Hülle ansieht, um sicher zu gehen, dass man nicht versehentlich GHOST SHIP ausgeliehen hat.</p>
<p>Während die Überlebenden versuchen, auf sich aufmerksam machen, sehen sie im Gegenlicht eine Gestalt an der Reling stehen, die auf Zurufe jedoch nicht reagiert. Als ein Weg aufs Schiff gefunden ist, schlägt den Schiffbrüchigen eisige Stille entgegen. Von der Gestalt sowie den übrigen Passagieren, der Crew und dem Kapitän, ist keine Spur zu entdecken. Der Schein trügt: Bald mehren sich nicht nur die Zeichen, dass sie beobachtet werden, auch Protagonistin Jess wird das komische Gefühl nicht los, bereits einmal hier gewesen zu sein.</p>
<p>Was dieser durchaus spannend inszenierten Einführung folgt, ist mehr oder minder klassische Slasher-Kost, nur eben angereichert mit erwähnter Mystery-Komponente. Deren Besonderheit wird schnell enthüllt, was klug ist, da es recht schwer sein dürfte, im Vorfeld die zahlreichen Hinweise auf Plakat, DVD-Hülle, Trailer usw. zu übersehen. Dieser Faktor rettet den Film auch vor dem Untergang, denn einfallsreich und mitreißend ist die Jagd für sich genommen nicht.</p>
<p>Es besitzt jedoch einen nicht geringen Unterhaltungswert, mitzuerleben, wie die einzelnen Sequenzen ineinandergreifen. Hier wurde durchaus intelligent und kreativ gearbeitet, was jeden freuen dürfte, der sauber konstruierte Geschichten zu schätzen weiß. So ist am Ende noch Platz für die ein oder andere kleine Überraschung oder &#8211; wenn man zuvor gut Acht gegeben hat &#8211; Bestätigung von Vermutungen.</p>
<p>Auch kann man den Szenen auf dem Kreuzfahrtschiff eine gewisse Atmosphäre nicht absprechen. Hier wäre im Hinblick auf das Thema aber mehr drin gewesen, die meiste Zeit über werden nur Lücken gefüllt, die nach dem ersten »Durchlauf« schon ersichtlich waren. Hier macht sich dann etwas Ernüchterung breit, da manche Momente auf mehr Reaktion vom Zuschauer zu hoffen scheinen, als realistisch zu erwarten wäre.</p>
<p>Mit zunehmender Laufzeit lässt sich kaum übersehen, dass ein echter Kontext, ein Zusammenhang zwischen Lokalität und Handlung, nicht gegeben ist. Natürlich braucht ein derartiger Plot einen isolierten, begrenzten Raum abseits der Zivilisation, um funktionieren zu können. Auch deutet der Titel des Films bereits an, was als Erklärung für das Zeitphänomen dienen soll. Dass der Film dem Zuschauer eine echte Erklärung schuldig bleibt, ist im Hinblick auf die Bauchlandungen diverser Genrekollegen eher zu begrüßen, streng genommen fehlt es aber dennoch an Kausalität und Kreativität. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sowohl TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER, wie auch Serien wie SUPERNATURAL, eindrucksvoll bewiesen haben, dass ein solcher Plot auch mitten im Chaos einer bevölkerten Stadt funktionieren kann. Es erfordert dann nur sehr souveränes Erzählen.</p>
<p>Als Slasher für Tretbootfahrer und Leichtmatrosen eine schöne Abwechslung, für alteingesessene Skipper auf den sieben Meeren des Grauens eher leichte Frühstückskost. TRIANGLE geht unterwegs nicht unter, läuft nach 100 unterhaltsamen Minuten aber trotzdem nur in den Hafen der Mittelmäßigkeit ein.</p>
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		<title>The Wolfman.</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 20:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eines sei ihm zugestanden: Hübsch anzusehen ist er ja, der WOLFMAN. Also nicht die Figur selbst (die ist natürlich hässlich wie die Nacht finster), und auch nicht unbedingt Benicio del Toro (der in diesem Film etwas matschig wirkt), sondern der Film an sich, die Optik. An den Produktionswerten lässt sich jedenfalls wenig aussetzen. Diese kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/01/the-wolfman/"><img class="alignnone size-full wp-image-3068" title="the_wolfman_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/the_wolfman_poster.jpg" alt="" width="180" height="270" /></a>Eines sei ihm zugestanden: Hübsch anzusehen ist er ja, der WOLFMAN. Also nicht die Figur selbst (die ist natürlich hässlich wie die Nacht finster), und auch nicht unbedingt Benicio del Toro (der in diesem Film etwas matschig wirkt), sondern der Film an sich, die Optik. An den Produktionswerten lässt sich jedenfalls wenig aussetzen. Diese kommen wundervoll klassisch daher und geben dem Film trotz zeitgemäßer Technik ein angenehm schweres, märchenhaftes Ambiente, das in seinen besseren Momenten an andere moderne Monster-Klassiker wie FRANKENSTEIN erinnert.<br />
<span id="more-3067"></span><br />
Leider erreicht der Film nie mehr als das, und oftmals nicht einmal deren Klasse, denn die Inszenierung selbst wirkt dröge und erstaunlich langweilig. Daran ändert auch das Staraufgebot, allen voran Anthony Hopkins als Vater des Protagonisten und Hugo Weaving &#8211; endlich mal wieder in der Rolle eines fiesen Agenten *hust* &#8211; wenig. Beide bieten dem Zuschauer zwar die gewohnt hohe darstellerische Qualität (Hopkins flößt genau den Respekt ein, den auch die Rolle verlangt, Weaving schafft es, den Ernst und in homöopathischer Dosis auch die Sichtweise seiner Figur zu vermitteln), doch genau wie die brütende Melancholie der Hauptfigur ist all das wohl und alt bekannt, und dementsprechend auch zu erwarten gewesen. Woran sowohl Drehbuch als auch Regisseur &#8211; und somit unweigerlich die Darsteller &#8211; scheitern, ist, den Zuschauer zu überraschen und emotional abzuholen.</p>
<p>So plätschert das Geschehen einem Bächlein gleich vor sich hin, unterbrochen nur von den eindrucksvollen Mutationsszenen sowie einem erzählerischen Abstecher in die Großstadt, der ebenfalls unspektakulär geriet und irgendwie an Filme wie HULK und THE LEAGUE OF EXTRAORDINARY GENTLEMEN erinnert. Als Finale gibt es dann einen aufwändigen Kampf, der ohne die Basis einer emotional packenden Geschichte schneller öde wird als die Lektüre eines Mondphasenkalenders. Oder die Figur von Emily Blunt, die als Witwe des verstorbenen Bruders des Protagonisten den ganzen Film in einer Art traumatischem Schockzustand verbringt. Anders lässt sich ihre Ausdrucks- und Belanglosigkeit schon kaum mehr erklären.</p>
<p>Nicht wirklich schlimm, aber auch zu keiner Zeit mehr als das, was zu erwarten war.<br />
Wer sich einen Wolf drauf gefreut hat, braucht keinen Vollmond mehr, um zu heulen.</p>
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		<title>Shutter Island.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 14:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/31/shutter-island/"><img class="alignnone size-full wp-image-3045" title="Shutter Island" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/shutterisland_poster.jpg" alt="" width="180" height="271" /></a>Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm nicht gelang, sein Publikum zu finden. Dies wäre dann aber eher jenen vorzuwerfen, die im Vorfeld eine gewisse Erwartungshaltung weckten. Auch auf die Gefahr hin, diese Kritik &#8211; wie schon die von SPLICE &#8211; zu einer unaufgeforderten, polemischen Verteidigungsschrift zu machen, und den Film damit indirekt ebenso zu erniedrigen, möchte ich die relevanten Faktoren einzeln ansprechen.<br />
<span id="more-3044"></span><br />
Das Hauptproblem von SHUTTER ISLAND ist, dass der Film die schlimmsten Fehltritte gleich zu Anfang begeht. Es beginnt schon bei der Anfahrt zu jener Anstalt, die den wichtigsten Schauplatz der Handlung bildet. Während der gefühlt halbstündigen Fahrt spielt die Musik derart dramatisch auf, dass man meinen könne, es handle sich um die Tore zur Hölle. Unnötigerweise versucht man hier, dem Zuschauer ein Gefühl der Bedrohlichkeit zu suggerieren, für das es zu diesem Zeitpunkt keinerlei Anlass gibt. Dass der Soundtrack generell wenig berauschend daherkommt, ist nur einer der Faktoren, mit dem man sich abfinden, mit dem man leben muss.</p>
<p>Das zweitgrößte Problem sind die Traumsequenzen oder Illusionen, mit denen der Protagonist zu kämpfen hat. Hier verfehlen Drehbuch und Regisseur komplett den Ton. Insbesondere Scorsese muss man vorwerfen, dass er an dieser Stelle nicht regulierend eingegriffen hat. Damit wird es dem Zuschauer unnötig erschwert, einen emotionalen Zugang zu der Figur zu finden, ja mehr noch, ein guter Teil der mühsam aufgebauten Stimmung geht verloren und muss über Minuten hinweg wieder aufgebaut werden. Dieser Effekt wiederholt sich einige Male und erfordert entweder viel Offenheit für derartige Stilmittel oder eine Menge Geduld, die man nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht unbedingt mehr mitbringt.</p>
<p>Schlussendlich ist da noch der Charakter des Films an sich, der vielen Probleme bereitet. Es handelt sich &#8211; das wird schnell klar &#8211; um eine klassische Pulp Geschichte, nur eben auf technisch hohem Niveau erzählt. Nicht anders wurde sie vom Autor der Romanvorlage betrachtet und genau so wurde sie auch bei der Umsetzung zum Drehbuch und schließlich in der Produktion behandelt. Mit dem Genre einher gehen  jedoch die üblichen, erzählerischen Schnitzer und der ein oder andere kleine Logikfehler, die sicher vermeidbar gewesen wären. Auch wirkt die Handlung immer wieder &#8211; insbesondere im Umfeld der Traumsequenzen &#8211; recht konstruiert.</p>
<p>All dies hatte den Effekt, das SHUTTER ISLAND bei einigen gnadenlos durchfiel. Dies resultierte dann auch in Wertungen, die so niedrig waren, dass man meinen konnte, es handle sich um die größte Gurke seit PLAN 9 FROM OUTER SPACE. Was jene Kritiker dabei ignorieren, ist, dass die Auflösung einige sachliche Fehler und erzählerische Schwächen legitimiert, ja teilweise sogar erklärt. Und, dass der Film auf der Haben-Seite ebenfalls einiges für sich verbuchen kann, dass ihn mühelos von der Konkurrenz dieses Sommers abhebt.</p>
<p>Zum einen sind da die überzeugenden Darsteller. Es gibt wenige große Namen, die mir weniger Reaktion entlocken als Leonardo DiCaprio, doch gerade deshalb muss erwähnt werden, dass seine Leistung in SHUTTER ISLAND in keiner Sekunde Grund zur Beanstandung gibt. Er wird Figur, Thema und Genre absolut gerecht und verleiht seiner Rolle genau die richtige Mischung aus Bodenhaftung und Unbeständigkeit, die die Geschichte benötigt. Auch die übrigen Schauspieler wissen größtenteils zu gefallen, obwohl man bei manchen Figuren erst gegen Ende wirklich verstehen kann, woraus sie ihre Plausibilität beziehen.</p>
<p>Zum anderen ist da der Charme, der dem Genre zu eigen ist. SHUTTER ISLAND ist zweifellos ein altmodischer Film, ein Faktor, den man nebenbei bemerkt ebenso gut als Kritikpunkt aufführen könnte. Er wirkt in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, ein wenig altbacken und stellenweise auch naiv. Jedoch muss ich mich mit Nachdruck davon distanzieren, dies als Mangel anzusehen. Die Atmosphäre, die der Film transportieren will, entspricht der eines Groschenromans für Erwachsene, was allein schon durch Genre und Handlung ersichtlich sein sollte und durch die technischen Aspekte nur bekräftigt wird.</p>
<p>Natürlich ist der Film als Vertreter seiner Gattung bis zu einem gewissen Punkt vorhersehbar. Dies reicht aber nie so weit, dass man in knappen Worten artikulieren könnte, wie genau die Lösung des Rätsels aussehen mag. Ziemlich früh im Film wird deutlich, wohin die Reise geht. Das Gefühl, dies erfasst zu haben, nur um am Ende noch einmal (leicht) überrascht zu werden, ist ebenfalls typisch für das Genre und darf dem Film somit ebenso wenig vorzuwerfen wie SHARKS die Strandszenen.</p>
<p>Neben der tollen Kamera und dem guten Licht, die nicht unerwähnt bleiben sollen, bleibt noch ein Detail, das sich schlussendlich als Zünglein an der Waage entpuppt. Das Ende. In einer der letzten Einstellungen des Films, mit dem letzten gesprochenen Satz, gelingt es SHUTTER ISLAND eine berührende Schlussnote zu setzen, die dem Geschehen, all dem bislang erlebten, ein emotionales Gewicht verleiht, einen Nachhall, der noch weit in den Abspann hinein nachklingt. Wer es schafft, sich bis zum Ende Freude am Gezeigten zu bewahren, und nicht dem eingangs erwähnten Sarkasmus zum Opfer zu fallen, erhält zur Belohnung einen Augenblick geschenkt, der in solch tragischer Poesie lang keinen Mainstream-Film mehr schmückte. Gerade deshalb ist es schade, dass SHUTTER ISLAND über seine Laufzeit hinweg so viele Leute verlor, und gerade deshalb verärgert die Plumpheit, mit der sich manche Kritiker den Film zu demontieren versuchen.</p>
<p>Eine der Zuschauerrezensionen auf IMDB bringt genannten Effekt noch besser auf den Punkt:  »There is one line of dialogue, right at the end of Shutter Island before the credits roll, that elevates the emotion of the film and makes it much more powerful.«</p>
<p>Vielleicht lag es am allgemeinen Genöle, dass die Erwartungen im Vorfeld ertränkt hatte, oder dem Umstand, dass ich generell ein Herz für Mystery habe, doch trotz der teils massiven, nicht zu leugnenden Schwächen hat mir SHUTTER ISLAND gut gefallen.</p>
<p>Wer elaborierte Mindgames mag, den Film im Originalton sehen kann, von Spukgeschichten mit Pulp-Charakter nicht abgeschreckt wird, auf Symbolik und Subtext steht und dabei noch offen für ganz simple Tragik bleibt, wird sicher nicht enttäuscht. Dass diese Beschreibung keine große Zielgruppe definiert, sollte ebenso klar sein, wie dass ein Film wie dieser nicht dazu gedacht ist, gefällig zu sein.</p>
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		<title>Case 39.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 13:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/case-39/"><img class="alignnone size-full wp-image-3039" title="Case 39" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/case39_poster.jpg" alt="" width="180" height="270" /></a>Die Horrorfilmregisseure unserer Generation sind ein eigenartiger Haufen. Sie scheinen &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; außerstande oder unwillig zu verstehen, dass es dem Genre nicht an Extremen und Effekten mangelt, sondern an Ideen. Mag sein, dass es nach der langen Dürrephase schwer geworden ist, gegen die Bastarde zu bestehen, die aktuell die Kinos dominieren. Mag sein, dass es mehr einspielt, ein paar Jungdarsteller in fiktiven Quälereien zu demontieren, als eine klassische Gruselgeschichte zu erzählen. Sam Raimi hat es mit DRAG ME TO HELL versucht, dabei aber auch Zugeständnisse gemacht, und die Betonung auf den Trashfaktor gelegt, der derlei Filmen schnell anhaftet.<br />
<span id="more-3037"></span><br />
CASE 39 versuchte nun, einen ernsthafteren Weg zu gehen, und mit René Zellweger als Aushängeschild mehr als nur seine Kosten wieder einzuspielen. Ob Letzteres gelungen ist, darf jeder gerne selbst recherchieren. Für sich genommen ist der Film trotz solider Inszenierung kaum mehr als Trockenfutter &#8211; ob man es mit Genuss verzehrt oder missmutig herunter würgt, hängt wesentlich davon ab, wie sehr man Gruseltriller liebt, und wie sehr einen die letzten Jahre ausgehungert haben.</p>
<p>Hauptproblem des Films ist die Vorhersehbarkeit. Das Drehbuch von Ray Wright bewegt sich brav entlang der ausgetretenen Pfade, verwechselt dabei aber Mut zur Bodenständigkeit mit einem Mangel an Inspiration. So kündigt sich beinahe jede Wendung, jeder Todesfall und jeder Schreckmoment im Voraus an, was dem Film nicht nur seiner Energie beraubt, sondern auch gar nicht erst richtige Spannung aufkommen lässt. Zwar ist das Geschehen solide inszeniert und bleibt deshalb nicht gänzlich ohne Wirkung, gemessen an dem, was die einzelnen Szenen zeigen, stellt sich aber zu selten Gänsehaut ein. Zudem verriet der Trailer schon im Vorfeld zu viel, so dass das erste Drittel regelrecht zur Geduldsprobe verkommt.</p>
<p>Regisseur Christian Alvert, der schon mit PANDORUM sehr geschmacksabhängiges Genrekino ablieferte, profitiert hier einmal mehr von der Zuarbeit eines erfahrenen Darstellers, vermag dem Gesamtwerk aber keinen erkennbaren, eigenen Stil zu verpassen. Trotz des handwerklichen Fortschritts, den CASE 39 erkennen lässt, bleibt der junge, deutsche Regisseur weiterhin einen überzeugenden Beweis seiner Kreativität schuldig.</p>
<p>Unterm Strich ist CASE 39 ein Horrorthriller, der bestimmt niemanden begeistern, eingefleischte Genrefans und Laufpublikum aber auch nicht maßlos enttäuschen wird. Nicht gerade das, was das Genre benötigt, aber ausreichend, um einen Abend zu füllen.</p>
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		<title>Heartless.</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 10:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten stellte FRANKLYN bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/15/heartless/"><img class="alignnone size-full wp-image-2804" title="Heartless" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Vor ein paar Monaten stellte <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/03/17/franklyn/" target="_blank">FRANKLYN</a> bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu umfahren, und donnert statt dessen mit Karacho in eine Sackgasse anstrengender Belanglosigkeit.</p>
<p>Aber beginnen wir von vorn.</p>
<p>Zu Beginn ist vom Willen zur Innovation nicht viel zu merken. Ein junger, durch ein schlimmes Muttermal entstellter Fotograf streift durch die heruntergekommenen Teile Londons um Fotos von Hausruinen und Verfall zu schießen. So weit, so klischeebeladen. Als er beim späteren Entwickeln der Fotos in einem Fenster eine geisterhafte Fratze entdeckt, hat er natürlich nichts Besseres zu tun, als mitten in der Nacht zu jenem Haus zurück zu kehren und den Dingen auf den Grund zu gehen, wobei er gleich mal Hausfriedensbruch begeht.</p>
<p><span id="more-2802"></span></p>
<div id="attachment_2806" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_1.jpg" rel="lightbox[2802]"><img class="size-full wp-image-2806 " title="Das Motto &quot;Unsere Stadt  muss grüner werden.&quot; wurde offensichtlich falsch verstanden." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_1.jpg" alt="Unsere Stadt muss grüner werden." width="460" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">Wo Innenarchitekten Amok  laufen.</p></div>
<p>Das mag man als Zugeständnis ans Genre werten, oder als Zeichen dafür, dass der Drehbuchautor absolut keine Idee hatte, wie er seine Figur in die geplante Geschichte bringen soll. Man ist ja mittlerweile gewohnt, Fotografen in Filmen stets einen Voyeurismus zugestehen, der jeglichen Anstand und Selbsterhaltungstrieb beiseite wischt. Trotzdem würde man sich von einem so »jungen« Mysterythriller etwas mehr Kreativität und Glaubwürdigkeit wünschen, was die Motivation des Protagonisten betrifft, sich einer unbekannten Bedrohung zu nähern.</p>
<p>Wie dem auch sei: Es entspinnt sich eine Geschichte über echsenhafte Monster, die den Stadtteil terrorisieren, über den bzw. einen Teufel, der Wünsche gewährt und damit die Stadt ins Chaos und seine gewonnen Lakaien in den Untergang treibt, und eben jenen Fotografen, der doch eigentlich nur normal sein will, und dabei seine Seele aufs Spiel setzt. Nebenher bringt man noch ein wenig Milieustudie und Romantik unter, wobei letztere natürlich einer der Aufhänger ist, die den Protagonisten am laufen halten, nachdem die Initialzündung verpufft ist. Um jenen, die dem Film gern eine Chance geben möchten, nicht die Freude zu verderben, sei es mit diesen vagen Angaben belassen. Es sei lediglich gesagt, dass am Ende doch alles ganz anders ist, wobei dies leider keinen Mehrwert darstellt &#8211; ganz im Gegenteil.</p>
<div id="attachment_2807" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_2.jpg" rel="lightbox[2802]"><img class="size-full wp-image-2807" title="An dieser Stelle den Werbeslogan  eines Herstellers für Frischhaltefolie zu zitieren, ist sogar unter  MEINEM Witzniveau." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/heartless_2.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Das ist nichts Sexuelles, ehrlich. Aber sei doch  so gut und leck mich kurz ab.&quot;</p></div>
<p>Dass zwei Absätze weiter oben von einem »jungen« Mysterythriller die Rede war, hat zwei Gründe. Erstens haftet HEARTLESS deutlich der Beigeschmack eines Erstlingswerkes an, was er streng genommen aber nicht ist. Zweitens ist Regisseur und Drehbuchautor Philip Ridley mit seinen 46 Jahren nun auch kein Jungspund mehr, auch wenn sein Werk sehr überschaubar ist. Beides führt aber zu einem gewissen Grad an den prägenden Makel des Films heran: Timing. Ridley macht leider genau da vieles falsch, wo der Pulsschlag eines Films am deutlichsten zu fühlen ist. Während diverse Szenen, unter anderem die wenig innovative Romanze, unnötig in die Länge gezogen werden, werden andere, nicht minder essenzielle Aspekte, viel zu abgehackt abgehandelt. Der daraus resultierende, holprige Eindruck macht jeden netten Ansatz zunichte und stört noch mehr als die eingangs erwähnte, genreübliche Dummheit der Figuren.</p>
<p>Ein weiterer, eher nebensächlicher Faktor, der aber Filmfans auffallen wird, ist, wie konsequent das cineastische Grundwissen der Zuschauer ignoriert wird. Manche Motive sind so etabliert, dass man als Erzähler davon ausgehen kann, dass das Publikum selbstständig die Lücken füllt und Verbindungen herstellt. Klischees sind dafür nur ein Beispiel. Die Fähigkeit, solche Stellen zu identifizieren, und an der richtigen Stelle abzublenden, bevor das Publikum sich zu langweilen beginnt, macht in solchen Fällen gutes Storytelling aus.</p>
<p>Wird nun aber beispielsweise ein Date, dessen genauer Ablauf für die Geschichte irrelevant ist, nicht in ein bis zwei Minuten oder einer prägenden Szene auf den Punkt gebracht, sondern in einer gefühlt viertelstündigen Montage von Momenten, die die Etappen des Abends beschreiben, ausgewalzt, muss man sich als Autor und Regisseur gefallen lassen, als Amateur bezeichnet zu werden. Statt sich den Figuren verbundener zu fühlen, wird der Zuschauer aus dem Geschehen gerissen und selbst zum Voyeur degradiert. Ein ähnlicher Effekt entsteht übrigens durch den Stolz, mit dem der nette, aber nicht beeindruckende Soundtrack präsentiert wird, was leider ebenfalls darin resultiert, dass überflüssige Einstellungen aneinandergereiht bzw. in die Länge gezogen werden.</p>
<p>Um zur Abwechslung mal wieder ein müdes Wortspiel zu bringen: Man kann HEARTLESS vieles vorwerfen, aber nicht, dass es der Umsetzung an Herz mangelt. Leider zeigt der Film, wie wenig das im Ernstfall nützt. So wird aus einem netten Mysterythriller ein Paradebeispiel für Scheitern mangels Erfahrung und Gefühl für gutes Erzählen.</p>
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		<title>Splice.</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 18:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt. Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/"><img class="alignnone size-full wp-image-2752" title="SPLICE Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice1.jpg" alt="" width="180" height="240" /></a>Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt.</p>
<p>Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur dürfte er bislang nur mit drei Werken einem breiteren Publikum bekannt sein &#8211; wobei »breit« hier ein relativer Begriff ist, denn bislang schaffte nur (der später mit zwei unsäglichen Fortsetzungen gestrafte) CUBE den Sprung ins Programm der Mainstream-Kinos. Der feine, intelligente Sci-Fi-Agentenfilm CYPHER (2002) kam kaum über Festivals hinaus und verdankte die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde, mehr der hübschen DVD-Hülle als der Presse, die ihn weithin ignorierte. Der wundervoll abgedrehte, schwarzhumorige NOTHING wurde schon fast nicht mehr wahrgenommen und als DVD schnell zu Niedrigpreisen verramscht.</p>
<p>Das alles fördert zwar in gewissem Sinn die kultige Aura, die Natalis Schaffen umgibt, verlangt den Fans aber auch einige Geduld ab. Sechs Jahre nach NOTHING, von denen drei in die Entwicklung von SPLICE gesteckt wurden, darf man sich zu Recht fragen, ob sich das Warten gelohnt hat. Und wie es mit Erwartungen so ist, neigen sie in dazu, unfaire Ausmaße zu erreichen. Der Onkel ist aus dem Exil zurück, doch kann das, was er mitbringt, überzeugen?</p>
<p><span id="more-2751"></span></p>
<div id="attachment_2754" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" rel="lightbox[2751]"><img class="size-full wp-image-2754 " title="Viva Piñata!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" alt="" width="460" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Die Jugend von heute ... hängt nur noch faul rum.</p></div>
<p>Splice ist, das muss man der Antwort vorausstellen, ein Genrefilm für Genrepublikum. Das bedeutet, dass er nicht versucht, ein Genre salonfähig zu machen, das seit Jahren &#8211; durchaus gerechtfertigt &#8211; ein Nischendasein fristet. Es bedeutet aber auch, dass man ihn daran messen muss, was er dem Genre abgewinnt, wo er Wagnisse eingeht, die andere Vertreter missen lassen und die ausgetretenen Pfade zugunsten guten Storytellings verlässt.</p>
<p>Das alles klingt wie eine Rechtfertigung, wie die Einleitung zu einer Verteidigungsrede. So ist es aber nicht gemeint, denn SPLICE hat dergleichen nicht nötig. Natali zeigt einmal mehr, wie intelligent und bodenständig Genrekino sein kann. Er kreiert eine Welt, die in sich so stimmig und glaubwürdig ist, dass man als Filmfan echte Anerkennung empfinden muss. Mit wenigen Mitteln, zu denen auch die beiden gut besetzten Hauptdarsteller Adrien Brody und Sarah Polley gehören, konstruiert er eine Wirklichkeit, die so klein und hermetisch wirkt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass außerhalb dieser noch eine andere Normalität existieren soll. Das dies ohne aufgesetzten Surrealismus funktioniert, macht SPLICE auch atmosphärisch interessant. Der Mikrokosmus verströmt, ähnlich wie in CYPHER, die Behaglichkeit einer Petrischale, mit dem Unterschied, dass die von SPLICE bereits Kulturen enthält, die dem Geschehen schmutzverkrustete Ränder bescheren. Das Ergebnis ist nicht ganz so antiseptisch, aber noch immer auf unterschwellige Weise irritierend.</p>
<p>In diesem Rahmen wirkt die Geschichte um ein Forscherpaar, deren illegales Genexperiment ein humanoides Wesen, eine neue Lebensform, hervorbringt, fast wie eine Parabel, so als hätte man Kafkas Der Prozess die Türhüterlegende »Vor dem Gesetz« entnommen und eigenständig verfilmt. Dieser Effekt rückt quasi automatisch die Metaebenen ins Bewusstsein des Zuschauers und lenkt die Aufmerksamkeit auf die omnipräsente Symbolik, mit der Themen wie Elternschaft und Familie, sowie klassische Frankenstein-Motive, in die Handlung eingewoben werden. Dass dies auf einer sehr einfach erfassbaren, quasi greifbaren Ebene von statten geht, ist dem Film auch eher als Leistung denn als Schwäche zu akkreditieren, will er doch bei all den Ideen nicht die Unterhaltung vergessen.</p>
<p>Man merkt, ich bin nicht wirklich objektiv. Frei von Makel und Verirrung ist dieses Experiment natürlich nicht. Der Film bietet quasi auf keiner Ebene echte Andockpunkte für das geldbringende Normalpublikum. Und auch das Genrepublikum wird, der gewohnten Kost beraubt, Schwierigkeiten haben, Zugang zu der Geschichte zu finden. Für gutes Entertainment ist SPLICE zu verkopft, für Programmkino-Publikum mehr als nur einen Zacken zu derb und effektreich. Auch kann nicht bestritten werden, dass die Geschichte zum Ende hin etwas entgleist, und eine unerwartete Intensivierung von Gewalt und Action, die in den schlechten Momenten wie aus einem anderen Film entnommen scheint, das Geschehen in jene störenden Verhaltensmuster driften lässt, die man vom Genre gewohnt ist. Mit viel Liebe kann man darin Konsequenz sehen, wie auch ein weiteres Motiv, ohne das ein solcher Themenkomplex unvollständig wäre &#8211; die Inszenierung geriet aber eindeutig zu hektisch, um uneingeschränkt zu überzeugen.</p>
<p>Am Ende muss man auch als »Verwandter« eingestehen, dass SPLICE in seiner Endfassung die drei Jahre Pause nicht ganz rechtfertigt. Der Film, der angeblich häufig umgeschnitten wurde, liegt nicht über den Niveau eines CYPHER, und wird Natali somit auch nicht massiv weiterbringen. Angesichts seiner Filmographie muss man sich aber fragen, ob dies überhaupt ein Wunsch des Regisseurs ist. Vielleicht, so darf man hoffen, will Natali genau das tun: Filme machen, die genug Geld bringen, um die kommenden Projekte zu finanzieren, und die zeigen, welches Niveau fantastische Geschichten haben können, wenn man sie clever erzählt. Wenn das dann Filme sind, bei denen man nicht der Einzige im Publikum ist, dem ein (wissendes) Lächeln über das Gesicht huscht, wenn David Hewlett auf der Leinwand erscheint, dann soll es halt so sein.</p>
<p>Einem Regisseur, der sich so treu bleibt, darf man auch mal gehobenes Mittelmaß verzeihen.</p>
<p><em>Anmerkung: Falls jemand, der den Film gesehen hat oder zu sehen  plant, Filmwissenschaften oder Ähnliches studiert, soll der die beiden  Hauptdarsteller (bzw. deren Aussehen) mit den Figuren vergleichen, die  das Poster des kürzlich erschienenen Animationsfilms »Sonnig mit  Aussicht auf Fleischbällchen« zieren (<a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice3.jpg" rel="lightbox[2751]">Bild hier, auch noch in der passenden Vorstellung</a>). </em><em>Ich bin sicher, das hat Potenzial für eine Hausarbeit.</em></p>
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		<title>In the electric mist.</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 16:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/12/in-the-electric-mist/"><img class="alignnone size-full wp-image-2534" title="In the electric mist" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-0.jpg" alt="In the electric mist" width="104" height="142" /></a>Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor langer Zeit voneinander entfremdet haben. Dieser ist mittlerweile ein einflussreicher Geschäftsmann und hat sich kürzlich im Rahmen einer Filmproduktion wieder in der Gegend niedergelassen.</p>
<p>Was Robicheaux jedoch viel mehr aus der Bahn wirft, ist das in eine schwere Eisenkette verstrickte Skelett, das bei Dreharbeiten zu besagtem Film im selben Sumpf gefunden wird, denn es erinnert ihn an ein ungesühntes Verbrechen, dass er in seiner Jugend bezeugte. Als ihm auch noch ein konföderierter General der amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Visionen erscheint, begibt sich Robicheaux allmählich in ein Zwielicht, in dem sich ihm zwar wichtige Hinweise erschließen, in dem er aber auch Gefahr läuft, Selbstkontrolle und Realitätsbezug zu verlieren.<br />
<span id="more-2523"></span></p>
<div id="attachment_2536" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2536  " title="Oben grün und unten blau: Swamp-Camouflage." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" alt="Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden." width="460" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden.</p></div>
<p>Manche Filme verlieren mit jedem Tag, der nach Kinobesuch verstreicht, etwas mehr von ihrem Flair. Die Romanverfilmung IN THE ELECTRIC MIST ist solch ein Fall und auf seine Weise genauso schwierig wie die Verbrechen, von denen er erzählt. Das malerische Setting und die guten Darsteller stehen einem inkohärenten Tempo und einer in fortschreitendem Maße befremdlichen Handlung gegenüber, denen man gut anmerkt, dass sie in Form eines Romans wahrscheinlich deutlich besser funktionieren würde.</p>
<p>So sind die Visionen, die Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) an seiner geistigen Verfassung zweifeln lassen, zwar atmosphärisch, wirken aber auch entbehrlich und im Bezug auf den übrigen Plot etwas aufgesetzt. Es liegt mir fern, mich über Mystery-Komponenten in Filmen zu beklagen, hier wirkt das ganze aber in weiten Teilen irrelevant und zu gewollt. Hier wäre eine – zumindest parallele – Verzerrung der Wirklichkeit, wie man sie beispielsweise in vielen der Episoden in APOKALYPSE NOW erlebt, die bessere Wahl gewesen.</p>
<div id="attachment_2537" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2537 " title="&quot;Nicht, dass ich mich beschweren möchte, aber es ist heiß und schwül, und wenn ich da - Gangsterboss hin oder her - ein kühles Blondes bestelle, erwarte ich was anderes.&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" alt="In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen selten gerecht." width="460" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen seltener gerecht.</p></div>
<p>Dem gegenüber stehen brillante Konfrontationen von Jones und Goodman, die den wesentlichsten Beitrag dazu stellen, dass der Film während seiner Laufzeit wirklich Freude macht. Man sollte sich nur darauf vorbereiten, neben diversen klassischen Film-Noir Elementen auch ein Ende vorgesetzt zu bekommen, dass im besten Fall viel Mitdenken erfordert, im schlimmsten für Verwirrung und emotionale Distanz sorgt.</p>
<p>Ein anspruchsvoller Krimi mit tollem Titel, der angenehm anzusehen ist, dessen Geschichte ab der zweiten Hälfte jedoch zu beliebig und konfus wirkt. Da davon auszugehen ist, dass dieses Manko der umfangreicheren Buchvorlage nicht anhaftet, sollte man besser in Lektüre investieren und auf den nächsten Noir-Film warten.</p>
<p>Vom Genre ist man konfuses, aber auch durchaus Besseres gewohnt.</p>
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