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	<title>The AcidBar &#187; noir</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>The Ghost Writer.</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selten sind sie, die Filme, in denen einfach alles stimmt. THE GHOSTWRITER ist solch ein Fall. Mit ruhigem Tempo und leisen Tönen komponiert (anders darf man es schon nicht mehr nennen) Regisseur Roman Polanski einen Thriller, wie man ihn sich harmonischer kaum wünschen kann. Der angedeutete Widerspruch in dieser Aussage ist dabei stellvertretend für den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/02/the-ghost-writer/"><img class="alignnone size-full wp-image-3095" title="ghostwriter_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/ghostwriter_poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Selten sind sie, die Filme, in denen einfach alles stimmt. THE GHOSTWRITER ist solch ein Fall. Mit ruhigem Tempo und leisen Tönen komponiert (anders darf man es schon nicht mehr nennen) Regisseur Roman Polanski einen Thriller, wie man ihn sich harmonischer kaum wünschen kann. Der angedeutete Widerspruch in dieser Aussage ist dabei stellvertretend für den einzigen kritischen Hinweis, den man in diesem Kontext geben muss: THE GHOSTWRITER ist Programmkino, ein guter Wein mit edler Note, der jedoch auch einen gewissen »Feingeist« voraussetzt, um überzeugen zu können. Er ist nicht wahnsinnig packend, nicht unfassbar einfallsreich und auch nicht so intensiv, dass man noch Jahre später davon sprechen wird. Doch wer zieht nicht mit Freuden einen Film, der gut sein möchte und das schafft, einem Film vor, der bahnbrechend sein will, und an diesem Anspruch scheitert.<br />
<span id="more-3093"></span><br />
Schon in der ersten Einstellung, in der eine Fähre in einen Hafen einläuft, wird deutlich, dass gleich etwas Besonderes folgen wird. Die Stimmung, die von Kamera und musikalischer Untermalung transportiert wird, während sich der Bug langsam öffnet, liegt einen Tick abseits der gewohnten Kost, wirkt einen Hauch kühler, eindringlicher, ja sogar »bedachter« als in anderen Filmen. Würde es sich nicht um die Verfilmung eines Romans von Robert Harris handeln, träfe es der Vergleich am Besten, dass sich die Szene anfühlt, als würde man sie gerade lesen, nicht betrachten. Wer sich hiervon schon gelangweilt fühlt, kann eigentlich gleich abschalten.</p>
<p>Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Film, dem es gelingt, sich seine Klarheit in allen Aspekten zu bewähren. Allen voran muss hier die brillante Besetzung erwähnt werden. Ewan McGregor und Pierce Brosnan entpuppen sich als ideale Wahl für ihre jeweiligen Rollen und überraschen &#8211; gestützt durch vortreffliche Dialoge &#8211; mit einer Authentizität, die man ihnen nicht unbedingt zugetraut hätte. Genauso erwähnenswert sind jedoch die weiteren Rollen, bei denen man geradezu ins Schwärmen gerät. Olivia Williams, Kim Cattrall und Tom Wilkinson kann man schon kaum mehr für ihr gutes Spiel loben, so perfekt sind sie besetzt.</p>
<p>Die Geschichte selbst ist relativ geradlinig, profitiert aber von dem durchweg professionellem Timing und guter Glaubwürdigkeit, so dass die Passagen, in denen der literarische Charakter in den Vordergrund tritt, nie störend auffallen. Dabei ist zu beachten, dass es kaum eine Rolle spielt, was letztlich hinter dem mysteriösen Todesfall steckt. THE GHOSTWRITER handelt nicht allein von der Aufklärung eines Verbrechens, sondern &#8211; wenn man so will &#8211; vom klassischen Bild der Fliege, die sich in einem Spinnennetz verfängt und immer weiter darin verstrickt, je mehr sie sich nach einem Ausweg umsieht. Der politische Aspekt wird dabei lediglich in homöopathischen Dosen verabreicht und lässt nie seine Funktion als Katalysator vergessen. Wenn die Buchvorlage, wie es heißt, auch als Abrechnung mit Tony Blair zu verstehen ist &#8211; der filmischen Umsetzung merkt man nicht viel davon an.</p>
<p>Schlussendlich lebt THE GHOSTWRITER jedoch von seiner Stimmung, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Laufzeit zieht. Mit einem herben, in gewissem Sinne für Polanski-Filme typischen Ende wird dann noch eine Schlussnote gesetzt, die endgültig beweist, wie schön und erwachsen ein Thriller wirken kann, der sich nicht darum sorgen muss, wie er an den Kinokassen abschneiden wird.</p>
<p>Einfach großartig.</p>
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		<title>Shutter Island.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 14:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/31/shutter-island/"><img class="alignnone size-full wp-image-3045" title="Shutter Island" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/shutterisland_poster.jpg" alt="" width="180" height="271" /></a>Kaum ein Film der letzten Monate hat mich so wütend gemacht wie SHUTTER ISLAND. Nicht, weil der Film an sich viele Fehler macht (die zweifelsfrei vorhanden sind), sondern weil er wie nur wenig andere verrissen wurde, ohne dies (in diesem Ausmaß) zu verdienen. Wenn man SHUTTER ISLAND demnach etwas vorwerfen kann, dann dass es ihm nicht gelang, sein Publikum zu finden. Dies wäre dann aber eher jenen vorzuwerfen, die im Vorfeld eine gewisse Erwartungshaltung weckten. Auch auf die Gefahr hin, diese Kritik &#8211; wie schon die von SPLICE &#8211; zu einer unaufgeforderten, polemischen Verteidigungsschrift zu machen, und den Film damit indirekt ebenso zu erniedrigen, möchte ich die relevanten Faktoren einzeln ansprechen.<br />
<span id="more-3044"></span><br />
Das Hauptproblem von SHUTTER ISLAND ist, dass der Film die schlimmsten Fehltritte gleich zu Anfang begeht. Es beginnt schon bei der Anfahrt zu jener Anstalt, die den wichtigsten Schauplatz der Handlung bildet. Während der gefühlt halbstündigen Fahrt spielt die Musik derart dramatisch auf, dass man meinen könne, es handle sich um die Tore zur Hölle. Unnötigerweise versucht man hier, dem Zuschauer ein Gefühl der Bedrohlichkeit zu suggerieren, für das es zu diesem Zeitpunkt keinerlei Anlass gibt. Dass der Soundtrack generell wenig berauschend daherkommt, ist nur einer der Faktoren, mit dem man sich abfinden, mit dem man leben muss.</p>
<p>Das zweitgrößte Problem sind die Traumsequenzen oder Illusionen, mit denen der Protagonist zu kämpfen hat. Hier verfehlen Drehbuch und Regisseur komplett den Ton. Insbesondere Scorsese muss man vorwerfen, dass er an dieser Stelle nicht regulierend eingegriffen hat. Damit wird es dem Zuschauer unnötig erschwert, einen emotionalen Zugang zu der Figur zu finden, ja mehr noch, ein guter Teil der mühsam aufgebauten Stimmung geht verloren und muss über Minuten hinweg wieder aufgebaut werden. Dieser Effekt wiederholt sich einige Male und erfordert entweder viel Offenheit für derartige Stilmittel oder eine Menge Geduld, die man nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht unbedingt mehr mitbringt.</p>
<p>Schlussendlich ist da noch der Charakter des Films an sich, der vielen Probleme bereitet. Es handelt sich &#8211; das wird schnell klar &#8211; um eine klassische Pulp Geschichte, nur eben auf technisch hohem Niveau erzählt. Nicht anders wurde sie vom Autor der Romanvorlage betrachtet und genau so wurde sie auch bei der Umsetzung zum Drehbuch und schließlich in der Produktion behandelt. Mit dem Genre einher gehen  jedoch die üblichen, erzählerischen Schnitzer und der ein oder andere kleine Logikfehler, die sicher vermeidbar gewesen wären. Auch wirkt die Handlung immer wieder &#8211; insbesondere im Umfeld der Traumsequenzen &#8211; recht konstruiert.</p>
<p>All dies hatte den Effekt, das SHUTTER ISLAND bei einigen gnadenlos durchfiel. Dies resultierte dann auch in Wertungen, die so niedrig waren, dass man meinen konnte, es handle sich um die größte Gurke seit PLAN 9 FROM OUTER SPACE. Was jene Kritiker dabei ignorieren, ist, dass die Auflösung einige sachliche Fehler und erzählerische Schwächen legitimiert, ja teilweise sogar erklärt. Und, dass der Film auf der Haben-Seite ebenfalls einiges für sich verbuchen kann, dass ihn mühelos von der Konkurrenz dieses Sommers abhebt.</p>
<p>Zum einen sind da die überzeugenden Darsteller. Es gibt wenige große Namen, die mir weniger Reaktion entlocken als Leonardo DiCaprio, doch gerade deshalb muss erwähnt werden, dass seine Leistung in SHUTTER ISLAND in keiner Sekunde Grund zur Beanstandung gibt. Er wird Figur, Thema und Genre absolut gerecht und verleiht seiner Rolle genau die richtige Mischung aus Bodenhaftung und Unbeständigkeit, die die Geschichte benötigt. Auch die übrigen Schauspieler wissen größtenteils zu gefallen, obwohl man bei manchen Figuren erst gegen Ende wirklich verstehen kann, woraus sie ihre Plausibilität beziehen.</p>
<p>Zum anderen ist da der Charme, der dem Genre zu eigen ist. SHUTTER ISLAND ist zweifellos ein altmodischer Film, ein Faktor, den man nebenbei bemerkt ebenso gut als Kritikpunkt aufführen könnte. Er wirkt in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, ein wenig altbacken und stellenweise auch naiv. Jedoch muss ich mich mit Nachdruck davon distanzieren, dies als Mangel anzusehen. Die Atmosphäre, die der Film transportieren will, entspricht der eines Groschenromans für Erwachsene, was allein schon durch Genre und Handlung ersichtlich sein sollte und durch die technischen Aspekte nur bekräftigt wird.</p>
<p>Natürlich ist der Film als Vertreter seiner Gattung bis zu einem gewissen Punkt vorhersehbar. Dies reicht aber nie so weit, dass man in knappen Worten artikulieren könnte, wie genau die Lösung des Rätsels aussehen mag. Ziemlich früh im Film wird deutlich, wohin die Reise geht. Das Gefühl, dies erfasst zu haben, nur um am Ende noch einmal (leicht) überrascht zu werden, ist ebenfalls typisch für das Genre und darf dem Film somit ebenso wenig vorzuwerfen wie SHARKS die Strandszenen.</p>
<p>Neben der tollen Kamera und dem guten Licht, die nicht unerwähnt bleiben sollen, bleibt noch ein Detail, das sich schlussendlich als Zünglein an der Waage entpuppt. Das Ende. In einer der letzten Einstellungen des Films, mit dem letzten gesprochenen Satz, gelingt es SHUTTER ISLAND eine berührende Schlussnote zu setzen, die dem Geschehen, all dem bislang erlebten, ein emotionales Gewicht verleiht, einen Nachhall, der noch weit in den Abspann hinein nachklingt. Wer es schafft, sich bis zum Ende Freude am Gezeigten zu bewahren, und nicht dem eingangs erwähnten Sarkasmus zum Opfer zu fallen, erhält zur Belohnung einen Augenblick geschenkt, der in solch tragischer Poesie lang keinen Mainstream-Film mehr schmückte. Gerade deshalb ist es schade, dass SHUTTER ISLAND über seine Laufzeit hinweg so viele Leute verlor, und gerade deshalb verärgert die Plumpheit, mit der sich manche Kritiker den Film zu demontieren versuchen.</p>
<p>Eine der Zuschauerrezensionen auf IMDB bringt genannten Effekt noch besser auf den Punkt:  »There is one line of dialogue, right at the end of Shutter Island before the credits roll, that elevates the emotion of the film and makes it much more powerful.«</p>
<p>Vielleicht lag es am allgemeinen Genöle, dass die Erwartungen im Vorfeld ertränkt hatte, oder dem Umstand, dass ich generell ein Herz für Mystery habe, doch trotz der teils massiven, nicht zu leugnenden Schwächen hat mir SHUTTER ISLAND gut gefallen.</p>
<p>Wer elaborierte Mindgames mag, den Film im Originalton sehen kann, von Spukgeschichten mit Pulp-Charakter nicht abgeschreckt wird, auf Symbolik und Subtext steht und dabei noch offen für ganz simple Tragik bleibt, wird sicher nicht enttäuscht. Dass diese Beschreibung keine große Zielgruppe definiert, sollte ebenso klar sein, wie dass ein Film wie dieser nicht dazu gedacht ist, gefällig zu sein.</p>
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		<title>The Limits of Control.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 11:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man muss Jim Jarmusch schon bewundern. Zum einen für seine künstlerische Integrität, zum anderen &#8211; separat &#8211; für die Konsequenz, die dieser zu Grunde liegt. THE LIMITS OF CONTROL ist in vielerlei Hinsicht eine konsequente Weiterführung jenes Stils, der sich schon in seinen Frühwerken bemerkbar machte und seitdem, besonders in seinen letzten Filmen, nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/the-limits-of-control/"><img class="alignnone size-full wp-image-3033" title="limits-of-control-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/limits-of-control-poster.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Man muss Jim Jarmusch schon bewundern. Zum einen für seine künstlerische Integrität, zum anderen &#8211; separat &#8211; für die Konsequenz, die dieser zu Grunde liegt. THE LIMITS OF CONTROL ist in vielerlei Hinsicht eine konsequente Weiterführung jenes Stils, der sich schon in seinen Frühwerken bemerkbar machte und seitdem, besonders in seinen letzten Filmen, nicht nur an Präsenz gewonnen sondern, angereichert mit neuen Interessen, zu seiner Vollendung gefunden hat. Somit ist THE LIMITS OF CONTROL auf seine Weise ein zutiefst nachdenklicher, vielschichtiger und durchaus kluger Film geworden.</p>
<p><span id="more-3032"></span></p>
<p>Auf der anderen Seite darf man einen Film auch daran messen, wie »gewollt« er wirkt. Selbst schwerer Stoff braucht beizeiten eine gewisse Leichtfüßigkeit, nicht inhaltlich, wohlgemerkt, sondern in dessen Ausführung. Anders formuliert: Ein Film, der seine Botschaft stillschweigend vermitteln will, sollte die Geduld des Zuschauers nicht überstrapazieren. Jarmuschs Film ist aber wie ein Witz, den man 6 mal erzählen muss, um ihn zu verstehen. Erst durch die Wiederholung, das Nicht-Erzählen, den Mangel an Entwicklung und Ablenkung kann der Betrachter verstehen, was Jarmusch sagen will. Und ja, diese Aussage kann nicht artikuliert, vielleicht nicht einmal verstanden werden. Man kann sie nur fühlen. Wer COFFEE AND CIGARETTES zu unruhig und konzeptlos fand, kommt hier somit voll auf seine Kosten.</p>
<p>Auf seine Weise ist THE LIMITS OF CONTROL wahrscheinlich brillant. Dadurch, dass er sich stur jeglichem Plot verweigert, zwingt er aber auch zur Frage, ob daraus wirklich ein abendfüllender Spielfilm werden musste. Ich für meinen Teil hatte auch meine Arthaus-Phase mit den dazugehörigen Programmkinobesuchen. Neben vielen tollen, stillen Filmerlebnissen habe ich für mich allerdings auch die Erkenntnis mitgenommen, dass selbst das größte Kunstwerk unterhalten darf &#8211; ja manchmal sogar unterhalten sollte &#8211; wenn es wirklich beim Zuschauer ankommen und von ihm angenommen werden will. Ein Regisseur, der glaubt (oder weiß), nicht mehr gefallen zu müssen, macht vielleicht ungewöhnliche, aber nicht unbedingt wertigere Arbeit.</p>
<p>So breit sich dieser Film in meinem Kopf auch macht, einen Platz in meinem Herzen hat er nicht.</p>
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		<title>Watchmen.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 08:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/28/watchmen/"><img class="alignnone size-full wp-image-2991" title="watchmen-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/watchmen-poster.jpg" alt="" width="180" height="268" /></a>Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der Verfilmung eines dieser Werke zu halten, selbst wenn diese fassbarer und zugänglicher scheint.</p>
<p>Dass FROM HELL nicht an die Klasse seiner Vorlage heranzureichen vermag, scheint weitestgehend Konsens zu sein. Der V FOR VENDETTA ging zwar viel der eben erwähnten Symbolik und Vielschichtigkeit verloren, die Verfilmung funktionierte aber für sich genommen sehr gut. Ähnlich verhält es sich nun bei WATCHMEN. Man mag im Abgleich mit dem Graphic Novel Änderungen kritisieren und generell viel vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass der Verfilmung irgendetwas<em> fehlt</em>.</p>
<p><span id="more-2989"></span>WATCHMEN ist wie eine gute Collectors Edition. Aufwändig verpackt, offensichtlich teuer produziert, schick anzusehen und voller Dinge, die nicht lebensnotwendig sind, dem Fan (in spe) aber viel Freude bereiten können. Gepaart mit dem eigentlichen Plot, der über jeden Zweifel erhaben sein sollte, sowie einer Darstellerriege, die für ein erfreulich ernsthaftes Casting spricht, wird aus der Comicverfilmung ein cineastisches Bonbon, in dem gekonnt Substanz und Optik zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. So bleibt als einziges Manko die Ironie, dass die vielen Sonder- und Sammlereditionen, in denen die DVD auf den Markt geworfen wurde, mehr verwirren als erfreuen.</p>
<p>WATCHMEN ist Popkultur »at its finest« &#8211; großes, glänzendes Kino, das Eingeweihten wie Neulingen gerecht wird. Feine Sache.</p>
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		<title>In the electric mist.</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 16:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/12/in-the-electric-mist/"><img class="alignnone size-full wp-image-2534" title="In the electric mist" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-0.jpg" alt="In the electric mist" width="104" height="142" /></a>Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor langer Zeit voneinander entfremdet haben. Dieser ist mittlerweile ein einflussreicher Geschäftsmann und hat sich kürzlich im Rahmen einer Filmproduktion wieder in der Gegend niedergelassen.</p>
<p>Was Robicheaux jedoch viel mehr aus der Bahn wirft, ist das in eine schwere Eisenkette verstrickte Skelett, das bei Dreharbeiten zu besagtem Film im selben Sumpf gefunden wird, denn es erinnert ihn an ein ungesühntes Verbrechen, dass er in seiner Jugend bezeugte. Als ihm auch noch ein konföderierter General der amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Visionen erscheint, begibt sich Robicheaux allmählich in ein Zwielicht, in dem sich ihm zwar wichtige Hinweise erschließen, in dem er aber auch Gefahr läuft, Selbstkontrolle und Realitätsbezug zu verlieren.<br />
<span id="more-2523"></span></p>
<div id="attachment_2536" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2536  " title="Oben grün und unten blau: Swamp-Camouflage." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" alt="Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden." width="460" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden.</p></div>
<p>Manche Filme verlieren mit jedem Tag, der nach Kinobesuch verstreicht, etwas mehr von ihrem Flair. Die Romanverfilmung IN THE ELECTRIC MIST ist solch ein Fall und auf seine Weise genauso schwierig wie die Verbrechen, von denen er erzählt. Das malerische Setting und die guten Darsteller stehen einem inkohärenten Tempo und einer in fortschreitendem Maße befremdlichen Handlung gegenüber, denen man gut anmerkt, dass sie in Form eines Romans wahrscheinlich deutlich besser funktionieren würde.</p>
<p>So sind die Visionen, die Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) an seiner geistigen Verfassung zweifeln lassen, zwar atmosphärisch, wirken aber auch entbehrlich und im Bezug auf den übrigen Plot etwas aufgesetzt. Es liegt mir fern, mich über Mystery-Komponenten in Filmen zu beklagen, hier wirkt das ganze aber in weiten Teilen irrelevant und zu gewollt. Hier wäre eine – zumindest parallele – Verzerrung der Wirklichkeit, wie man sie beispielsweise in vielen der Episoden in APOKALYPSE NOW erlebt, die bessere Wahl gewesen.</p>
<div id="attachment_2537" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2537 " title="&quot;Nicht, dass ich mich beschweren möchte, aber es ist heiß und schwül, und wenn ich da - Gangsterboss hin oder her - ein kühles Blondes bestelle, erwarte ich was anderes.&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" alt="In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen selten gerecht." width="460" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen seltener gerecht.</p></div>
<p>Dem gegenüber stehen brillante Konfrontationen von Jones und Goodman, die den wesentlichsten Beitrag dazu stellen, dass der Film während seiner Laufzeit wirklich Freude macht. Man sollte sich nur darauf vorbereiten, neben diversen klassischen Film-Noir Elementen auch ein Ende vorgesetzt zu bekommen, dass im besten Fall viel Mitdenken erfordert, im schlimmsten für Verwirrung und emotionale Distanz sorgt.</p>
<p>Ein anspruchsvoller Krimi mit tollem Titel, der angenehm anzusehen ist, dessen Geschichte ab der zweiten Hälfte jedoch zu beliebig und konfus wirkt. Da davon auszugehen ist, dass dieses Manko der umfangreicheren Buchvorlage nicht anhaftet, sollte man besser in Lektüre investieren und auf den nächsten Noir-Film warten.</p>
<p>Vom Genre ist man konfuses, aber auch durchaus Besseres gewohnt.</p>
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		<title>Tödliches Versprechen.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/05/21/todliches-versprechen/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 14:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Ironie bei manch mittelmäßigem Mainstream-Müll ist, dass man seltener enttäuscht wird, weil man von vornherein wenig erwartet. Bei Filmen, die sich einen gewissen erzählerischen Anspruch auf die Flaggen geschrieben haben, muss das Niveau hingegen überdurchschnittlich sein, um zu überzeugen. So gesehen positioniert sich das Popcornkino klüger als das Programmkino. Und deshalb darf man auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/05/21/todliches-versprechen/"><img class="alignnone size-full wp-image-1888" title="Tödliche Entscheidung - Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/beforethedevilknows_01.jpg" alt="Tödliche Entscheidung - Poster" width="104" height="149" /></a>Die Ironie bei manch mittelmäßigem Mainstream-Müll ist, dass man seltener enttäuscht wird, weil man von vornherein wenig erwartet. Bei Filmen, die sich einen gewissen erzählerischen Anspruch auf die Flaggen geschrieben haben, muss das Niveau hingegen überdurchschnittlich sein, um zu überzeugen. So gesehen positioniert sich das Popcornkino klüger als das Programmkino. Und deshalb darf man auch von Sidney Lumet (Serpico, Network) enttäuscht sein, wenn er einen Film wie TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG macht.</p>
<p><span id="more-1884"></span></p>
<div id="attachment_1887" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/beforethedevilknows_03.jpg" rel="lightbox[1884]"><img class="size-full wp-image-1887" title="Das Ergebnis des Vaterschaftstests war ernüchternd." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/beforethedevilknows_03.jpg" alt="Was soll das heißen wir sehen uns nicht ähnlich? Sehen Sie unsere Mienen?" width="460" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Was soll das heißen wir sehen uns nicht ähnlich? Sehen Sie unsere Mienen?</p></div>
<p>Was die Einleitung schon suggerieren sollte: TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG oder BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU&#8217;RE DEAD ist keinesfalls schlecht. Man könnte ihn als grundsoliden Thriller bezeichnen, es dabei belassen und niemandem Unrecht tun. Was einem cineastisch halbwegs versierten Zuschauer aber bitter aufstoßen mag, ist, wie uninspiriert hier in der ersten Häfte versucht wird, einen an und für sich sehr geradlinigen und simplen Plot durch Vermischung von Zeitabschnitten und Perspektiven zu kaschieren. Der wenig mitreissende Raubüberfall, der ebenso schnell wie dramatisch endet, wird mit einer Reihe von Szenen aus verschiedenen Blickwinkeln dokumentiert, gibt für sich genommen aber keinerlei Anlass für eine solche eingehende Behandlung. Zudem hat die Erzähltechnik bei PULP FICTION noch ganz gut funktioniert, ist aber längst (wieder) ein so altes und abgenutztes Stilmittel wie Off-Kommentare in Noire-Krimis oder die Dusch-Szenen in Teenie-Slashern. Man fragt sich, wer sich an so etwas noch erfreut.</p>
<div id="attachment_1889" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/beforethedevilknows_02.jpg" rel="lightbox[1884]"><img class="size-full wp-image-1889" title="Wenig überraschend: Beide Brüder befinden das Glas als halb leer." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/beforethedevilknows_02.jpg" alt="Wie ging nochmal das Lied mit dem Geschwister, das was saufen soll?" width="460" height="290" /></a><p class="wp-caption-text">Wie ging nochmal das Lied mit dem Geschwister, das was saufen soll?</p></div>
<p>In gewissem Sinne dient der Überfall, um dem im Trailer so viel Aufhebens gemacht wird, lediglich als Basis für die nachfolgende Dekonstruktion der Protagonisten, für das endgültige Auseinanderbrechen einer schon vorher bis ins Mark zerrütteten Familie. Mit diesem Thema macht der Film in seiner zweiten Hälfte wieder den Boden wett, den er in der ersten Hälfte nach und nach verloren hat, landet somit aber schlussendlich nur im gesunden Mittelmaß. Gut, aber nicht genial.</p>
<p>Wer sich die ersten 45 Minuten nicht zu sehr langweilt, wird mit einer vorzüglichen zweiten Hälfte belohnt und erlebt Ethan Hawke und Philip Seymour Hoffman in Höchstform. Wer sich für den Thriller-Part interessiert, und experimentellere Erzähltechniken mag, ist mit einer Kamelle wie MEMENTO eventuell besser beraten.</p>
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		<title>Stuck.</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 09:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<category><![CDATA[drama]]></category>
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		<description><![CDATA[Glaubt man den Ratschlägen renommierter Drehbuchautoren, braucht man vor allem eines, um ein Drehbuch an den Mann zu bringen: Ein klar formulierbares Storykonzept, das nicht nur den Kerninhalt oder -konflikt vermittelt, sondern sich im Idealfall auch noch in einem, maximal zwei, Sätzen zusammenfassen lässt. STUCK ist ein gutes Beispiel dafür. Allerdings zeigt er auch, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1618" title="Stuck - Mena Suvari, Stepen Rea" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/stuck_01.jpg" alt="Stuck - Mena Suvari, Stepen Rea" width="104" height="147" />Glaubt man den <a href="http://www.scriptfrenzy.org/eng/node/3157297" target="_blank">Ratschlägen renommierter Drehbuchautoren</a>, braucht man vor allem eines, um ein Drehbuch an den Mann zu bringen: Ein klar formulierbares Storykonzept, das nicht nur den Kerninhalt oder -konflikt vermittelt, sondern sich im Idealfall auch noch in einem, maximal zwei, Sätzen zusammenfassen lässt. STUCK ist ein gutes Beispiel dafür. Allerdings zeigt er auch, dass ein guter Aufhänger noch keinen unterhaltsamen Film garantiert.</p>
<p><span id="more-1617"></span></p>
<div id="attachment_1621" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1621" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/stuck_03.jpg" alt="Fassungslos, für diese Rolle zugesagt zu haben, stahl er sich ins Dunkel." width="460" height="199" /><p class="wp-caption-text">Fassungslos, für diese Rolle zugesagt zu haben, stahl er sich ins Dunkel.</p></div>
<p>Auf dem Heimweg von einer Party fährt die Altenpflegerin Brandi Boski (Mena Suvari) unter Drogeneinfluss einen Mann an. Aus Angst um die ihr angekündigte Beförderung begeht die junge Frau Fahrerflucht, parkt das Auto in ihrer Garage und tut, als wäre nichts gewesen. Das Problem dabei: Der schwer Verletzte steckt noch in der Windschutzscheibe.</p>
<p>Gut, keine zwei Sätze. Aber das es möglich wäre, den Film in derart komprimierter Form zu pitchen, sollte deutlich sein. Diese Idee war es auch, die ihn für mich zum Pflichtprogramm machte, denn wenn es Filme mit vergleichbarem Plot gibt, fallen mir zumindest spontan keine ein.</p>
<p>Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte, ist, dass anstelle des erwarteten Psychokriegs 90 Minuten Prokrastination auf den Zuschauer warten würden &#8211; und das nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch erzähltechnischer Ebene. So scheint sich das Geschehen ab der Ankunft in der Garage mehrfach zu wiederholen. Die Pflegerin geht in die Garage, das Unfallopfer bettelt um Hilfe, die Pflegerin jammert, der Verletzte jammert lauter, Rewind, Repeat. Ähnliches gilt für den Spannungsaufbau, der immer wieder an seinen Ursprungspunkt zurückkehrt. Die Gefahr der Entdeckung durch Passanten und Anwohner, die der Garage bedrohlich nahe kommen, wirkt schnell aufgesetzt, da diese Szenen allesamt ohne Konsequenz bleiben.</p>
<div id="attachment_1619" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1619" title="Eine dieser beiden Personen spielt im Film einen Dealer. Welche wohl?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/04/stuck_02.jpg" alt="Schatz, wolltest du nicht den Müll rausbringen?" width="460" height="264" /><p class="wp-caption-text">Schatz, wolltest du nicht den Müll rausbringen?</p></div>
<p>Ohne Folgen ist auch die Figur des Opfers. Obwohl Stephen Rea eine bessere Einführung erhält als die Hauptfigur, kommt man nicht umhin sich zu fragen, inwieweit die Charakterisierung für die Handlung relevant sein soll. Weder großes Durchhaltevermögen noch ein starker Überlebensdrang werden ihm angedichtet, einzig seine sture Beharrlichkeit, die ihm Rahmen seines sozialen Abstiegs porträtiert wird, gibt dem nachfolgenden Verhalten etwas mehr Glaubwürdigkeit. Ich will nicht behaupten, dass es mit weniger oder gar ganz ohne Einführung geklappt hätte, dem Zuschauer seine Figur interessant zu machen. Es hätte bloß auch mit anderen Geschehnissen geklappt, und das wirft dann doch Fragen nach der Relevanz des eingangs gezeigten auf.</p>
<p>Auch wenn die Entwicklung der Handlung sowie einige kleinere Ideen auf dem Papier gut geklungen haben mögen, ist STUCK selbst mit seinen circa 90 Minuten deutlich zu lang geraten. Daran ändern auch die ansehnliche darstellerische Leistung von Mena Suvari sowie die Ansätze in Richtung Milieustudie nichts.</p>
<p>Ein toller Aufhänger, dessen Ausführung langweilig und uninspiriert geriet, und der man noch dazu fortwährend das geringe Budget anmerkt. Ein Film also, mit dem man ungern &#8220;stuck&#8221; sein möchte.</p>
<p>Weitergehen, hier gibts nichts zu sehen.</p>
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		<title>The Horsemen.</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 15:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<description><![CDATA[Wieviel ist ein zweiter Platz wert, wenn der schon angegraute Erstplatzierte deutlich heller strahlt? Wie groß kann das Ansehen für eine Leistung sein, die zwangsläufig im Schatten des bereits Erreichten stehen muss? THE HORSEMEN liegt mit seiner Grundidee sehr nah an SE7EN, und bei aller Qualität, die dieser durchaus solide Thriller an den Tag legt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1592" title="The Horsemen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/thehorsemen_0.jpg" alt="The Horsemen." width="104" height="149" />Wieviel ist ein zweiter Platz wert, wenn der schon angegraute Erstplatzierte deutlich heller strahlt? Wie groß kann das Ansehen für eine Leistung sein, die zwangsläufig im Schatten des bereits Erreichten stehen muss? THE HORSEMEN liegt mit seiner Grundidee sehr nah an SE7EN, und bei aller Qualität, die dieser durchaus solide Thriller an den Tag legt, sind die Fußstapfen, in die er tritt, einfach zu groß.</p>
<p><span id="more-1590"></span></p>
<div id="attachment_1593" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1593" title="Na Süßer, magst du Fingerhakeln?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/thehorsemen_1.jpg" alt="Nie, nie, nie beim Blind-Date den anderen den Ort bestimmen lassen." width="460" height="206" /><p class="wp-caption-text">Nie, nie, nie beim Blind-Date den anderen den Ort bestimmen lassen.</p></div>
<p>Dabei kann man für sich genommen kaum klagen: Die Story ist stimmig, die Atmosphäre dicht, Dennis Quaids Performance überzeugt und Langweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Sogar für einen kleinen Insiderwitz war Platz, denn es kann kaum Zufall sein, dass Liam James, der seit mittlerweile drei Jahren in der Erfolgsserie PSYCH die jüngere Version von Hauptfigur Sean Spencer verkörpert, auch in diesem Film von seinem Vater „Sean“ gerufen wird.</p>
<p>Aber zurück zum Wesentlichen: THE HORSEMEN meidet im Handlungsverlauf weitere Parallelen, spult also nicht einfach eine Reihe von bibelinspirierten Morden ab, sondern setzte eigene Schwerpunkte und weiß mit erählerischen Schlenkern zu überraschen. Hinzu kommt, dass die Charakterzeichnung, wenn auch nicht sonderlich innovativ, genug Raum erhält um den Thriller auf emotionaler Basis interessant zu halten. Deshalb stört es nicht weiter, dass relativ schnell klar wird, auf welche Enthüllung die Handlung hinausläuft. Man kann es sehen, schlecht erzählt ist die Geschichte deshalb nicht.</p>
<p>Wäre da nicht der unvermeidbare Vergleich, man könnte THE HORSEMEN (fast) uneingeschränkt loben. Doch eben dieser Vergleich ist es, der den finalen Plot-Twist ziemlich müde wirken lässt. Eben dieser Vergleich rückt das deutlich geringere Budget ins Bewußtsein und lässt Lone Ranger Quaid in den Hintergrund treten, denn seine Frustration und seine Verzweiflung sind kein Ersatz für den Kontrast, den die Figuren von Brad Pitt und Morgan Freeman auf die Leinwand brachten. Dass Ziyi Zhang, so putzig sie auch sein mag, Kevin Spacey nicht das Wasser reichen kann, bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung.</p>
<p>Im Endeffekt muss THE HORSEMEN als diabolischer Thriller an seinem Vorreiter scheitern. Als herber Krimi mit zeitgeistgemäßer Attitüde und ein paar coolen Ideen funktioniert er jedoch tadellos.</p>
<div id="attachment_1594" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-1594" title="Spoiler: Der Mörder ist ein Turngerät." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/thehorsemen_2.jpg" alt="thehorsemen_2" width="460" height="227" /><p class="wp-caption-text">Gescheiterter Leichtathletik-Event oder eigenwilliger Sehtest?</p></div>
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		<title>Franklyn.</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 00:41:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[noir]]></category>
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		<category><![CDATA[scifi]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Schenken zählt der gute Wille. Was den Rest betrifft, das Ergebnis. FRANKLYN bemüht sich redlich, eine intelligente, anspruchsvolle Geschichte zu erzählen, vergisst und verliert dabei aber sein Publikum. Nicht durch unnötige Komplexität, sondern notwendige Geheimniskrämerei, was weniger verwerflich, dafür umso enttäuschender ist. Bedingt durch Idee und Aufbau des Films kann in der ersten Hälfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1542" title="Franklyn" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/franklyn_0.jpg" alt="Franklyn" width="104" height="146" /> Beim Schenken zählt der gute Wille. Was den Rest betrifft, das Ergebnis. FRANKLYN bemüht sich redlich, eine intelligente, anspruchsvolle Geschichte zu erzählen, vergisst und verliert dabei aber sein Publikum. Nicht durch unnötige Komplexität, sondern notwendige Geheimniskrämerei, was weniger verwerflich, dafür umso enttäuschender ist.</p>
<p>Bedingt durch Idee und Aufbau des Films kann in der ersten Hälfte nur sehr wenig über die Figuren verraten werden, und was erzählt wird, verliert sich lange in bedeutungsschwangeren, wenig erhellenden Andeutungen. Dies erschwert nicht nur den emotionalen Zugang ungemein, die Auflösung, die vier bis dahin parallel verlaufende Handlungsstränge zueinander führt, büßt dadurch auch einen guten Teil ihrer Wirkung ein.</p>
<p>Beispiele? Gern.</p>
<p><span id="more-1540"></span></p>
<div id="attachment_1543" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/franklyn_1.jpg" rel="lightbox[1540]"><img class="size-full wp-image-1543" title="Franklyn - Eva Green ... in rot." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/franklyn_1.jpg" alt="Franklyn - Eva Green ... in rot." width="460" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Vorsicht: Von zu viel Performancekunst gucken kriegt man rote Augen.</p></div>
<p>Zum einen ist da der Fantasy-Plot, der FRANKLYN wohl auch den Platz im LineUp der diesjährigen Fantasy Filmfest Nights eingebracht hat. In einer surrealen, von Religion besessenen Stadt namens Meanwhile City sucht ein geheimnisvoller, maskierter Privatdetektiv mit Hang zum Groben ein entführtes Mädchen. Dieser Teil ist trotz begrenztem Budget visuell gelungen und damit noch der interessanteste Aspekt des Films (Dark City lässt grüßen). Hier zeigt sich aber auch bereits, woran es hapert. Viele kurze Szenen, die den Plot kaum voranbringen, ein Fall, der in einem Satz abgehandelt wird, trotzdem aber als Motivation für den Charakter dienen soll, sowie fortwährende Off-Kommentare des Protagonisten auf Niveau eines Groschenromans aus der schwarzen Serie. Das macht für eine Weile Spaß, führt aber letztlich nirgendwo hin.</p>
<p>Dann ist da noch ein Vater, der seinen verschwundenen Sohn sucht, eine junge Künstlerin, die sich für ihr Abschlussprojekt wiederholt und halbherzig umzubringen versucht sowie – und hier wird es dann richtig trist – ein junger Mann in Trauer um seine kürzlich verstorbene Verlobte, der stoisch durch die Tage treibt und irgendwann anfängt, einem Phantom aus seiner Vergangenheit nachzujagen. All diese Handlungsstränge laufen neben- und ineinander, treffen sich &#8211; manchmal auch nur zum Schein &#8211; für kurze Augenblicke und weichen dann wieder voneinander, um sich kurz vor Ende, nahe des titelgebenden Klingelschildes, schließlich zu verbinden.</p>
<p>Das klingt in der Theorie alles sehr interessant und kann kopflastigen Zuschauern auch durchaus Rätselfreuden bereiten. Doch liegt der Frustpegel sehr hoch, denn kein Plot will eine echte Dynamik entwickeln. Wie auch, wenn nur Tristesse (in der Wirklichkeit) und Schauwerte (in Meanwhile City) geboten sind und gleichzeitig im Minutentakt Fragen aufgeworfen werden, die für den Bezug des Zuschauers zu den Figuren höchst relevant sind, jedoch weitgehend unbeantwortet bleiben.</p>
<p>Warum ist das entführte Mädchen für den Detektiv so wichtig, dass er darüber zum Assassinen wird? Wer ist der verschwundene Sohn, wer die Frau, die der junge Mann wiederholt zu sehen glaubt? Was trieb die Künstlerin in ihre tiefe Verzweiflung? Fragen stellt man sich zu genüge, und das es an Antworten mangelt, wäre in Zeiten von Serien wie LOST kein Problem, würden die Charaktere nicht mangels alternativer Bezugspunkte zu Klischees geraten.</p>
<div id="attachment_1544" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/franklyn_2.jpg" rel="lightbox[1540]"><img class="size-full wp-image-1544" title="Wer hätte gedacht, dass unter dieser Maske eine Knubbelnase steckt?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/franklyn_2.jpg" alt="Der zweite Vorsitzende des Killerspiele-Clubs Kleingschaidt e.V." width="460" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Der zweite Vorsitzende des Killerspiele-Clubs Kleingschaidt e.V.</p></div>
<p>Keiner der Charaktere erhält ausreichend Exposition. Die Vergangenheit der Figuren, ihre Motivation, ihr Bezug zueinander &#8211; all das wird über eine Stunde verborgen gehalten, mit Andeutungen, die so vage sind, dass sie kaum nennenswert erscheinen. Statt mit dem jungen Mann zu trauern, sieht man ihm lediglich dabei zu, wie er nichts tut. Statt mit der Künstlerin zu leiden, muss man sich angesichts ihrer Videos und Tanzeinlage fast ein Lachen verkneifen. Der Aha-Effekt, der mit dem Zusammenfügen der Puzzleteile irgendwann eintritt, ist somit intellektuell anregend aber darüber hinaus weder bewegend noch bereichernd.</p>
<p>Ein löblicher Versuch, einen anspruchsvollen Mysteryfilm zu kreieren, der trotz talentierter und namhafter Darsteller (Eva Green, Ryan Philippe, Sam Riley) unter der Last seiner eigenen Ambitionen in die Knie geht.</p>
<p>Schade. Sehr, sehr schade.</p>
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