A Serious Man

Das wird jetzt ein wenig weh tun. Vor allem meiner Reputation. Und meiner Überzeugung, ein Coen-Fan zu sein. Denn A SERIOUS MAN läuft in meinem Kino der emotional behafteten Kalauer unter dem Titel »A TEDIOUS FILM«. Es ist nicht leicht, darüber zu schreiben, was mir gefiel – denn davon gab es wenig. Nähern wir uns dem Film deshalb von einer anderen Seite. Beginnen wir auf einem Allgemeinplatz.

Zu den seltenen und eher fragwürdigen Freuden eines Filmfans gehört, sich mit Oscarnominierten anzulegen. Das kann viel Ärger mit sich bringen, besonders wenn es sich dabei um einen Kandidaten wie die Coen-Brüder handelt, die nicht nur – und vollkommen zu Recht – Kultstatus genießen, sondern bei den Academy Awards auch regelmäßig leer ausgehen. Dies mag nicht verwundern, wenn man die Kompromisslosigkeit bedenkt, mit der sie ihre Themen und Geschichten wählen. Dennoch schmerzt es mich als überzeugten Anhänger ihrer Werke, diesmal aus voller Überzeugung zu verkünden, dass A SERIOUS MAN mein Rohrkrepierer des Quartals war.

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The Expendables

Guter Trash, das muss selbst ich als Kostverächter eingestehen, ist eine Kunstform für sich. Das zeigt sich spätestens dann, wenn ein Film versucht, trashig zu sein, und dabei eine Bauchlandung hinlegt. Besonders fade wird es, wenn die Übung in Selbstironie 10 bis 20 Jahre zu spät kommt. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass beides auf THE EXPENDABLES zutrifft.

Die Rechnung war ja denkbar einfach: Man nehme ein Drehbuch für einen 80er-Jahre Actionknaller, füge ein wenig augenzwinkernden Charme hinzu, und multipliziere das Ganze mit 8. Acht Actionhelden alter Schule, von Urgesteinen wie Dolph Lundgren und Sylvester Stallone bis hin zu deren Erben Jet Li und Jason Statham, sollten mit mächtig Krawall und testosterongeladenen Einzeilern daran erinnern, was Actionfilme einst so unterhaltsam (und erfolgreich) machte.

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Crazy Heart

Wenn ich eine Wagenladung Oscars hätte, würde ich bei Jeff Bridges vorbeifahren und sie ihm als Zeichen meiner Wertschätzung in die Einfahrt kippen. Okay, das ist gelogen. Ich würde die Goldbeschichtung abkratzen und davon schön in Urlaub fahren. Den kümmerlichen Rest würde ich meiner ehemaligen Biologielehrerin in die Einfahrt kippen. Aber ihr versteht schon, was ich meine. Bridges ist ein wundervoller Schauspieler, der sich seine große Beliebtheit redlich verdient hat, und es freut zu wissen, dass er mit bzw. für CRAZY HEART endlich die auch wohlverdiente Anerkennung erhielt, die ihm jeder Filmfan schon seit Jahren zugestehen würde. Schade nur, dass er sie ausgerechnet für CRAZY HEART bekam.

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Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen

Jeden Animationsfilm an den Pixar Produktionen zu messen ist in etwa so, wie jedes Auto mit einem Mercedes zu vergleichen. Kann man machen, besonders wenn man die Eigenschaften des Letzteren gewohnt ist, muss man aber nicht. Besser sollte entschieden werden, ob der Film für sich funktioniert. Und das trifft auf WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN zweifellos zu. Die Grundidee mit dem Wetter aus Lebensmitteln verbraucht sich weniger schnell, als man meinen sollte, und da sich das Drehbuch nicht zu sehr auf ihr ausruht, gestalten sich die klug bemessenen 80 Minuten durchweg amüsant und unterhaltsam.

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A Nightmare on Elm Street

Viel gelernt, doch nichts verstanden. Die Neuerfindung des Schlapphutträgers mit dem ikonischen Pullover und der Gärtnerhand ist ein so tiefer Griff ins Klo, dass man sich als Zuschauer wünscht, selbst Handschuhe zu tragen. Wie allumfassend man hier an den eigenen Ambitionen scheiterte, wird erst bei Sichtung der generischen DVD-Interviews deutlich. Es lohnt sich, denn dort finden sich seltsamerweise auch die Deleted Scenes.

Wir sparen uns eine Überleitung oder Inhaltsangabe. Die NIGHTMARE-Reihe, ebenso wenig tot zu kriegen wie ihr Protagonist, ist wieder angetreten, wohlige Schauer über die Rücken volljähriger Teenager zu jagen. Doch selbst eine geringe Erwartungshaltung schützt nicht vor Ernüchterung, und so rollt der Film nach wenigen Minuten auf eine Standspur der Ödnis, von der er sich den Rest der Laufzeit nicht mehr zu lösen vermag.

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Die Tür

Der größte Spoiler vorweg: Die Tür ist streng genommen keine Tür, sondern ein Tunnel. Ein magischer, ja geradezu magnetischer Tunnel, denn neben dem Protagonisten finden noch ein paar Leute mehr ihren Weg in die ach so verborgene Parallelwelt, welche – die Leistungsbereitschaft von Paralleldimensionen hat in den letzten Jahren offenbar dramatisch nachgelassen – der unseren um gut fünf Jahre hinterherhinkt.

Nun, da dieses titelgebende Missverständnis aus dem Weg geschafft ist, ein Geständnis. So wirklich begriffen, was diese deutsche Produktion sein möchte, habe ich nicht. Einerseits ist es den Machern geglückt, eine Geschichte mit der Kamera einzufangen, die auch eine große, englischsprachige Genreproduktion sein könnte. Das kann man gut finden oder auch nicht, letztendlich spielt es sowieso keine Rolle, denn: Auf der anderen Seite haftet dem Ganzen immer noch der Beigeschmack eines typischen,  deutschen TV-Films an.

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Predators

Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen – und sei es nur, um sich ins Gedächtnis zu rufen, warum man den Franchise einmal mochte.

Dabei sind die Zutaten allen vorhanden: Harte Kerle, markige Sprüche, viel Urwald und ein fulminanter Showdown. Hinzu kommt noch Adrien Brody, der so unterfordert scheint, dass man ihm den Söldner schon aus purem Mitleid abkaufen möchte. Über jeden Zweifel erhaben und eindeutig Höhepunkt des Films ist jedoch nur der kleine Gastauftritt von Lawrence Fishburne. Sein Auftritt beweist die naheliegende These, dass man immer einen kleinen Lichtblick braucht, um ein Desaster in seinem vollen Umfang erfassen zu können.

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Little Big Soldier

Schuster, bleib bei deinem Leisten. LITTLE BIG SOLDIER funktioniert als Abenteuerfilm mit Herz genau in jenen Szenen, in denen Jackie Chan das tut, was er am Besten kann: Martial Arts mit einfachem, verschmitztem Humor anreichern. Mit dieser Einsicht lässt sich das Drehbuch leider Zeit. Der augenzwinkernde Charme des kleinen Mannes, der eigentlich kein Held sein will, hat Chan berühmt gemacht, braucht hier aber erstaunlich lange, um in die Gänge zu kommen.

Filme wie THE SHINJUKU INCIDENT  (den ich nicht gesehen habe) lassen vermuten, dass LITTLE BIG SOLDIER ein weiterer Versuch von Chan war, ein ihm wichtiges Thema oder eine ihm wichtige Geschichte mit etwas mehr Ernst zu behandeln, als die breite Masse von seinen Filmen gewohnt ist. Leider funktioniert dies nur insoweit, dass der Film ohne Chans »special sauce« wie jeder x-beliebige, asiatische Mittelalterfilm daher kommt: austauschbar und unterkühlt pathetisch.

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