Dead Space: Downfall.

Bitte weiterscrollen, hier gibt es nichts zu sehen. Der einzige Grund, warum ich auch nur ansatzweise auf die Idee kam, mir DEAD SPACE: DOWNFALL anzusehen, ist meine hingebungsvolle Liebe zu dem gleichnamigen 3rd Person Shooter DEAD SPACE, dessen Erscheinen dieser Anime 2008 begleitete. Von mehr als einer Marketingmaßnahme kann hier allerdings nicht die Rede sein, denn für sich genommen besteht dieses Machwerk keine 2 Minuten, bevor es in seiner eigenen Minderwertigkeit verglüht.

DEAD SPACE: DOWNFALL ist in jeglicher Hinsicht eine Katastrophe, die technisch nicht einmal als Bonusmaterial überzeugen könnte. So wäre der Stil, gemessen an anderen Anime-Filmen, schon 1998 zeichnerisch veraltet gewesen. Aus jener Zeit sind mir jedenfalls  Produktionen bekannt, die trotz überschaubarem Budget das hier Gezeigte bei weitem übertreffen.

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OSS117 – Lost in Rio.

OSS117 – LOST IN RIO (bzw. stilgerecht »Rio ne répond plus«) bietet in erster Linie das gleiche Menü wie sein Vorgänger. Eine unbeschwerte, stellenweise etwas aufgesetzte aber durchweg unterhaltsame Agentenparodie ohne besondere Höhepunkte oder schlimme Aussetzer. Dreh- und Angelpunkt ist erneut Hauptdarsteller Jean Dujardin, der seiner nur bedingt salonfähigen,  haarsträubend ignoranten Figur genau das richtige Maß an Chuzpe verleiht, um dem Zuschauer ein Schmunzeln zu entlocken, wo viele andere Parodien eine Bauchlandung machen würden.

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Men who stare at goats.

Solch eine schöne Idee, so viele verpasste Gelegenheiten. Kaum ein Film in letzter Zeit versprach einen vergleichbar hohen Unterhaltungswert, nur um dann derart zu enttäuschen. Bereits der Titel klang nach einer herrlich exzentrischen Komödie, womöglich im Stil eines BURN AFTER READING, in jedem Fall aber abseits dessen, was einem derzeit sonst so als Komödie verkauft wird. Als der erste Trailer auf die Massen losgelassen wurde, bestätigte sich dieser Eindruck und ließ Großes Ahnen: Schräges Thema, kruder Humor, tolle Bilder, große Darsteller. Was konnte da schon schief gehen?

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Thirst.

Wie war das doch gleich mit »schwierig zu rezensieren« (Valhalla Rising)? Ich vergaß, da war ja noch THIRST. Und der hat es auch ziemlich in sich.

Es lässt sich wohl bedenkenlos behaupten, dass man sich auf einen Film wie THIRST nicht vorbereiten kann. Weder mental, noch cineastisch, auch wenn Erfahrung im Umgang mit asiatischem Kino sicher nicht schadet. Trotzdem: Ganz gleich, welche Erwartungshaltung man dem Film entgegenbringt, auf die ein oder andere Weise wird man überrascht, schlichtweg weil Chan-wook Parks neues Werk so viele unterschiedliche Töne anschlägt und so viele Wandlungen erfährt, dass damit gut und gerne drei Filme versorgt wären. Damit ist aber auch bereits genannt, was THIRST zu einem besonderen Film macht und die vielen positiven Kritiken legitimiert.

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Valhalla Rising.

VALHALLA RISING ist der womöglich am schwierigsten zu rezensierende Film, den ich in den vergangenen Monaten zu Gesicht bekommen habe. Deshalb will ich gar nicht erst versuchen, diesen Beitrag sauber zu strukturieren und mit einem gewissen Konzept vorzugehen. Bei einem Film, der nicht eindeutig erkennen lässt, ob Regisseur und Co-Autor (Nicolas Winding Refn) selbst eines hatte, wäre dies ohnehin müßig.

Belassen wir es deshalb bei den Fakten: VALHALLA RISING ist ein esoterischer Wikingerfilm, der sich ein, zwei historisch belegte Details schnappt und diese vollkommen frei und fiktiv aufbereitet. Das Ergebnis ist mehr Trip als Film, was angesichts der Inszenierung auch definitiv beabsichtigt war.

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Watchmen.

Ganz ehrlich: Ich würde mir niemals anmaßen, eine Rezension über ein Werk von Alan Moore zu schreiben. Schon allein, weil ich nie sicher sein könnte, genug der Hintergründe und Anspielungen, genug von Subtext, Metaphorik und Symbolik erfasst zu haben, um ein informiertes Urteil fällen zu können. Und so bin ich auch geneigt, es bei der Verfilmung eines dieser Werke zu halten, selbst wenn diese fassbarer und zugänglicher scheint.

Dass FROM HELL nicht an die Klasse seiner Vorlage heranzureichen vermag, scheint weitestgehend Konsens zu sein. Der V FOR VENDETTA ging zwar viel der eben erwähnten Symbolik und Vielschichtigkeit verloren, die Verfilmung funktionierte aber für sich genommen sehr gut. Ähnlich verhält es sich nun bei WATCHMEN. Man mag im Abgleich mit dem Graphic Novel Änderungen kritisieren und generell viel vermissen. Das bedeutet aber nicht, dass der Verfilmung irgendetwas fehlt.

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Law Abiding Citizen.

Ein Rachefilm mit Starbesetzung, wie schön. Will zwar keiner mehr im Kino sehen, spielt mit ein paar bekannten Namen auf dem Plakat aber immer seine Kosten wieder rein. So auch hier. Mit überraschend wenig Publicity schlich sich LAW ABIDING CITIZEN Ende 2009 durch die deutschen Kinos bis in die Verleihregale, wo er – dank herrlich uninspiriertem Cover – gleich noch einmal untergeht. Oder untergehen würde, hätte sich der deutsche Verleih nicht mit dem Titel GESETZ DER RACHÖÖÖ mächtig ins Zeug gelegt und sich so souverän die Aufmerksamkeit der jungen, männlichen Zielgruppe gesichert.

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The Taking of Pelham 123.

Wer schon einmal einen Abend mit ziellosem Surfen verschwendet hat, kann sich diese Kritik eigentlich schenken, denn dann kennt man das Gefühl, dass ein Film wie PELHAM (wir kennen uns schon länger), dem Zuschauer gibt. Während er läuft (man beachte wie rücksichtsvoll an dieser Stelle auf eine U-Bahn-Metapher verzichtet wird), fühlt man sich gut unterhalten. Man hat vielleicht keine Ahnung, wo es hingehen soll, aber es passiert genug, um einen davon abzuhalten, darüber nachzudenken.

Das Problem bei solchen Abenden ist, dass man, so fesselnd die Stunden auch gewesen sein mögen, im Nachhinein keine echte Genugtuung verspürt. Auch kann man oftmals nicht mehr wirklich nachvollziehen, wie einen das, was anfangs interessierte, an den Punkt bringen konnte, an dem die Sinnlosigkeit des Ganzen unübersehbar wurde.

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Paranormal Activity.

Warum leiht man sich einen Film wie PARANORMAL ACTIVITY aus? Masochismus, okay. Aber darüber hinaus, bzw. davon abgesehen? Man will sich erschrecken. Gelingt es dem Film, dieses Bedürfnis zu befriedigen? Durchaus. Leider in mehrerlei Hinsicht.

Zum einen wäre da der Erzählstil. Wie viele niedrig budgetierte Genrefilme in den letzten Jahren setzt Regisseur und Drehbuchautor Oren Peli auf die aktuell abgegriffenste Technik, die man sich vorstellen kann: eine Kombination von Wackelkamera und dokumentarischer Erzählperspektive. In bester BLAIR WITCH PROJECT Manier soll dem Zuschauer suggeriert werden, dass die Geschehnisse wirklich in dieser Form passiert seien.

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Pandorum.

Gab es mal eine Zeit, in der Dennis Quaid NICHT für gesundes Mittelmaß stand? Lässt man seine Filmografie vorüber scrollen, findet man wenig, as dagegen spricht. Das “amerikanische Gesicht”, das wie nur wenige überzeugende Bodenständigkeit ausstrahlt und selbst in kruden Rollen stets sympathisch wirkt, fiel häufig durch Hauptrollen in schlechten und Nebenrollen in guten Filmen auf. Da finden sich Titel wie Dragonheart, G.I. JOE, Vantage Point, Any given Sunday, Frequency, Horsemen … und nun auch PANDORUM und LEGION. Und spätestens seit diesen beiden Filmen muss man sagen: Dennis Quaids Name auf dem Kinoplakat steht NICHT für gesundes Mittelmaß. Es steht für weniger. Letztgenannter Film verdient (und bekommt) seinen eigenen Verriss. Jetzt ist erst einmal PANDORUM an der Reihe.

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Star Trek.

Das Interessante beim Lesen der Kritiken zum Quasi-Reboot des Star Trek Franchise war stets, herauszufinden, ab welchem Punkt man mit Bestimmtheit sagen konnte, ob der Rezensent ein Fan des Originals ist beziehungsweise war.

Ungeachtet davon, wie das Urteil letztlich ausfiel, von Objektivität – genauer gesagt der sich üblicherweise als solche ausgebenden, persönlichen Einstellung (ich nenne sie »Sobjektivität«) – konnte man in keinem Fall ausgehen. Also blieb einem nichts anderes übrig, als jedes Urteil mit der eigenen Prägung abzugleichen und die Wertung in angemessenem Umfang zu korrigieren.

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Zombieland.

Es hätte so schön werden können. Nachdem das Revival der Zombie-Filme seinen Höhepunkt überschritten und sich die Welle der qualitativ minderwertigen Nachahmer längst am Publikum gebrochen hatte, kam ZOMBIELAND daher, um dem Trend ein würdiges, massentaugliches Ende zu setzen. Es wusste von dieser Bestimmung vielleicht nichts, aber von meiner Warte aus standen die Sterne günstig. Was danach noch folgen mochte, so meine Überzeugung, würde man getrost vergessen können – genau wie die Zombiefilme, die vor dem  2004er-Remake von DAWN OF THE DEAD niemanden interessierten. Und nein, ich habe 28 DAYS LATER nicht vergessen, ich ignoriere ihn bloß.

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Where the buffalo roam.

Gut 18 Jahre bevor Johnny Depp in Terry Gilliams “Fear and Loathing in Las Vegas” den berühmten Gonzo-Journalisten Hunter S. Thompson auf höchst unterhaltsame Weise porträtierte, gab es einen Film mit dem wenig mitreißenden Titel “Where the buffalo roam”, der sich ebenfalls Thompsons Eskapaden widmete.  Hauptdarsteller war ein junger, aufstrebender Schauspieler, der sich mit seinen Auftritten bei Saturday Night Live bereits einen guten Namen gemacht hatte, und 4 Jahre später als Geisterjäger unsterblich werden sollte: Bill Murray.

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Inglorious Basterds.

Schon alles gesagt. Damit muss man ja quasi eine Kritik zu diesem Film, die jetzt erst kommt, beginnen. Nichts, was man noch hinzufügen könnte, kein Blickwinkel, der nicht auf mehr Niveau, als mir möglich ist, bis ins Detail ausgeleuchtet wurde.

Alles schon gesagt. Sogar dieser Ausdruck, der auf seine Weise selbst verlogen ist, dient er doch lediglich als Alibi, sämtlichen Anspruch auf Objektivität und Vollständigkeit hinsichtlich der Berichterstattung über Bord zu werfen.

Wie gut, dass es sich bei diesem Eintrag nicht um eine Kritik handelt, sondern um blanke Polemik, genährt durch eine befremdliche Mischung aus Ekel und Frustration. Denn so unterhaltsam wie INGLORIOUS BASTERDS ist, so sehr muss man sich wundern, was hier von Volk und FSK als Entertainment dankend durchgewunken wurde.

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Antichrist.

Zu jener Zeit, in der ANTICHRIST in Feuilletons und Öffentlichkeit diskutiert wurde, konnte man ein interessantes Detail beobachten, dass in der Abreibung, die von Triers Neuer vielerorts kassierte, beinahe unterging. Selbt jene Kinogänger, die den Film prinzipiell mochten, äußerten sich relativ verhalten bzw. gaben sich nüchtern-kritisch, was die Bewertung mancher Aspekte betraf. Auf echte Begeisterung traf man recht selten. Deshalb sehe ich es als meine Pflicht, hier einen Schritt nach vorn zu wagen und mit einer klaren Ansage zu eröffnen. ANTICHRIST ist nicht genial, aber sehr, sehr gut. Punkt. Jedenfalls wenn man von der Prämisse ausgeht, dass ein Regisseur wie von Trier ein recht klares Bild vor Augen hat, wo er mit einem Film, einer Geschichte, hin will.

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Cargo.

»Stell Dir vor, du fliegst ins All, und langweilst dich zu Tode.« So könnte der Slogan eines Films über die Folgen anhaltender Isolation bei Raumfahrern lauten. In diesem Fall beschreibt es leider in erster Linie den Film selbst, weniger dessen Handlung.

Der Start der Reise gerät noch halbwegs interessant. Regisseur und Co-Autor Ivan Engler verstand das Beste aus dem überschaubaren Budget zu machen und eröffnet sein Zweitwerk mit Space-Porn allererster Güte. Eine gigantische Raumstation, auf der fast die komplette, verbliebene Menschheit beheimatet ist, dreht sich glitzernd im All. Aus einer TV-Sendung und Werbetrailern erfährt der Zuschauer vom Elend unserer Erde, die längst nicht mehr bewohnbar ist, sowie der Existenz eines neuen Planeten, der jedoch nur den Glücklichen und Reichen Unterschlupf gewährt.

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The Collector.

Das Wichtigste vorweg: Ich habe kein gutes Gefühl dabei, THE COLLECTOR zu empfehlen. Es ist ein kleiner, wenig innovativer Folter- Fallen-Film, der in keiner Kategorie, sei es Drehbuch, Inszenierung oder Technik, richtig überzeugt. An den Standards seines Genres gemessen, kann man ihm aber einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Dass er diesen maßgeblich daraus bezieht, im Gegensatz zu seinen Genossen nicht maßlos zu nerven, muss einem nicht gefallen, der Fairness halber aber kurz erwähnt werden.

Man ist ja einiges gewohnt. Figuren, deren Sprechtext einem mehr Schmerzen bereitet als der Anblick der grausigen Gewaltakte. Plotwendungen, denen Glaubwürdigkeit ebenso fremd ist wie den Schauspielern der Begriff “Mienenspiel”, und die charakterbezogene Motivation durch blanke Idiotie ersetzen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. THE COLLECTOR ist hier nicht viel besser. Nur ein wenig. Aber auf dieses Etwas kommt es durchaus an.

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Heartless.

Vor ein paar Monaten stellte FRANKLYN bedauernswerterweise zur Schau, dass auch ein frischer Wind den Geruch von faulen Eiern mit sich tragen kann. Trotz aller Ambitionen, seinem Genre etwas Neues abzugewinnen, wenn nicht sogar ein eigenes zu schaffen, vermochte er in keinem Punkt richtig zu überzeugen. HEARTLESS scheitert ebenfalls bei dem Versuch, wichtige Schlaglöcher zu umfahren, und donnert statt dessen mit Karacho in eine Sackgasse anstrengender Belanglosigkeit.

Aber beginnen wir von vorn.

Zu Beginn ist vom Willen zur Innovation nicht viel zu merken. Ein junger, durch ein schlimmes Muttermal entstellter Fotograf streift durch die heruntergekommenen Teile Londons um Fotos von Hausruinen und Verfall zu schießen. So weit, so klischeebeladen. Als er beim späteren Entwickeln der Fotos in einem Fenster eine geisterhafte Fratze entdeckt, hat er natürlich nichts Besseres zu tun, als mitten in der Nacht zu jenem Haus zurück zu kehren und den Dingen auf den Grund zu gehen, wobei er gleich mal Hausfriedensbruch begeht.

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Kalender girls.

Rund um die Jahrtausendwende, offenbar zu einer Zeit, als in gewissen Bevölkerungsgruppen ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität und Harmonie herrschte*, schafften es eine Reihe von Filmen auf die Leinwände mittlerer bis kleinerer Säle, die man herablassend als “Dorfkomödien” bezeichnen könnte. Filme wie LANG LEBE NED DEVINE und GRASGEFLÜSTER setzten auf frechen, aber leicht verdaulichen Humor sowie schrullige Charaktere, die in ländlichem Setting von charmant verrunzelten Darstellern verkörpert wurden.
Das kam gut an und wurde beinahe zu einem cineastischen Même, dessen Ausläufer noch Jahre später spürbar waren. Selbst heute  beschert der Wunsch nach Landidylle und Culture Clash Komödien Filmen wie dem mies übersetzten WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS noch ein dankbares Publikum. Nüchtern betrachtet war CHOCOLAT jedoch der einzige Vertreter der “gentle comedies”, der dank großer Namen und süßem Thema nachhaltig Freude bereiten konnte. Selbst dieser findet heute jedoch bestenfalls noch in Frauenzeitschriften und Fernsehprogrammen Erwähnung.

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Daybreakers.

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS.

Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss ich darauf achten, ein gewisses »Film/Jahr«-Pensum einzuhalten, da aus wiederholter Enttäuschung sonst Abneigung, später physisch spürbarer Widerwillen wird. Bei DAYBREAKERS, einem postapokalyptischen Vampirstreifen mit Sam Neill, Willem Dafoe und Ethan Hawke, schien es an der Zeit, sich zu überwinden. Das Ergebnis waren gut zwei Stunden gequältes Herbeisehnen eines Abspanns, der einfach nicht kommen wollte.

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