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	<title>The Midnight Screening &#187; schrott</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>A Nightmare on Elm Street</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 23:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viel gelernt, doch nichts verstanden. Die Neuerfindung des Schlapphutträgers mit dem ikonischen Pullover und der Gärtnerhand ist ein so tiefer Griff ins Klo, dass man sich als Zuschauer wünscht, selbst Handschuhe zu tragen. Wie allumfassend man hier an den eigenen Ambitionen scheiterte, wird erst bei Sichtung der generischen DVD-Interviews deutlich. Es lohnt sich, denn dort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/03/16/a-nightmare-on-elm-street/"><img class="alignnone size-full wp-image-3484" title="A_Nightmare_on_Elm_Street" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/A_Nightmare_on_Elm_Street.png" alt="" width="180" height="255" /></a>Viel gelernt, doch nichts verstanden. Die Neuerfindung des Schlapphutträgers mit dem ikonischen Pullover und der Gärtnerhand ist ein so tiefer Griff ins Klo, dass man sich als Zuschauer wünscht, selbst Handschuhe zu tragen. Wie allumfassend man hier an den eigenen Ambitionen scheiterte, wird erst bei Sichtung der generischen DVD-Interviews deutlich. Es lohnt sich, denn dort finden sich seltsamerweise auch die Deleted Scenes.</p>
<p>Wir sparen uns eine Überleitung oder Inhaltsangabe. Die NIGHTMARE-Reihe, ebenso wenig tot zu kriegen wie ihr Protagonist, ist wieder angetreten, wohlige Schauer über die Rücken volljähriger Teenager zu jagen. Doch selbst eine geringe Erwartungshaltung schützt nicht vor Ernüchterung, und so rollt der Film nach wenigen Minuten auf eine Standspur der Ödnis, von der er sich den Rest der Laufzeit nicht mehr zu lösen vermag.<br />
<span id="more-3483"></span></p>
<p>Zugegeben, eine 80er-Jahre Koryphäe lässt sich nicht so ohne Weiteres in dieses Jahrhundert übertragen. Doch was die Filme damals unterhaltsam machte, hätte auch heute noch seinen Weg in ein Drehbuch finden können. Die abgedrehten Träume, die in kreativ-kuriosen Sterbeszenen endeten, sowie der Humor, der zwar häufig naiv aber immer augenzwinkernd daherkam, fehlen hier komplett. Statt dessen gibt es ein paar müde, tendenziell eher anzügliche Sprüche und eine konzeptlose Aneinanderreihung von Alpträumen, die sich nur mühsam von X-beliebigen Slasherszenen unterscheiden lassen.</p>
<p>Vorbei die Zeiten, in denen ein Teenager mit dem Kopf voran in die Bildröhre eines zum Leben erwachten, an die Wand montierten Fernsehers (mit Freddy-Kopf!) gezogen wurde. Vorbei die Zeiten, in denen ein feuchter Traum damit endete, dass ein Junge von überdimensionierten Zungen an die vier Bettpfosten gefesselt wurde, während sich unter ihm, in der Matratze, ein Dimensionsschlund auftat. Das waren Ideen, die auch die platten Figuren, die idiotischen Dialoge und hölzern agierenden Darsteller vergessen ließen und die Filme erinnerungswürdig machten.</p>
<p>Die Liste der Beispiele könnte endlos fortgeführt werden, am Ende des Tages lässt sich aber alles auf einen Begriff reduzieren: Sympathie. Der alte Freddy war irgendwie doch sympathisch, und sei es nur, weil man die Opfer nicht leiden konnte. Dieses Konzept brachte den Franchise über beachtlich viele Teile, und hat wesentlich zu einer Tradition beigetragen, von der das Genre noch heute zehrt.</p>
<p>Diese Sympathie geht dem Reboot völlig ab. Die damals eher diffuse Hintergrundgeschichte wurde »weiterentwickelt« und in zahlreichen Rückblenden ausgebreitet. Das Thema Kindesmissbrauch &#8211; von der Widerwärtigkeit seiner Instrumentalisierung abgesehen &#8211; ist aber zu problematisch, um sich in einen solchen Film zu integrieren. Statt dessen raubt es der Geschichte den Rest der verbliebenen Leichtigkeit.</p>
<p>Darüber hinaus mag sich die Idee auf dem Papier gut &#8211; vor allem plausibel &#8211; gelesen haben, in der Praxis greift das Konzept aber nicht. Erstens schafft es einen massiven Logikfehler, der dann in Folge seiner selbst auch noch als krasse Enthüllung gefeiert wird, zweitens macht es Freddy nachvollziehbar zum reinen Täter, zum absoluten Bösen. Dass war er aber in dieser Form nie, und eigentlich sollten die Macher das verstanden haben, denn die Interviews belegen, dass vom Zuschauer erwartet wird, sich auf Freddys Seite zu schlagen. Wie genau man sich das unter diesen Voraussetzungen vorgestellt hat, bleiben die Produzenten dem Zuschauer schuldig. Genauso wie den Subtext, die vom Original unterschwellig thematisierten Kommunikationsprobleme zwischen Eltern und ihren Kindern.</p>
<p>Selbst wenn man alles über Bord wirft, was dem Franchise eine Daseinsberechtigung gab, kann der Film nicht für sich stehen: Was naiv war, hätte spannend werden können. Was albern war, hätte grausam werden können. Und irgendwo hätten sicher auch die plumpen Wortspiele ihren Platz gefunden. Wenn die goldene Regel eines Slashers ist, nicht langweilen zu dürfen, dann  kann man in diesem Fall nur von einem Scheitern auf ganzer Linie sprechen. Der Reboot ist ein zähflüssiger Quark aus uninspirierten Slasherszenen, der jeglichen Humor vermissen lässt. Und &#8211; was noch viel trauriger ist &#8211; in wesentlichen Punkten einen eklatanten Mangel an Verständnis dafür demonstriert, was den Franchise einst so bekannt und halbwegs beliebt gemacht hat.<br />
Dass die üblichen, ungerechtfertigten Lobeshymnen in den »Making of«-Clips von Szenen begleitet werden, die so nie ihren Weg in die finale Fassung fanden, unterstreicht nur das Gefühl, nicht den selben Film wie jene gesehen zu haben, die ihn loben.</p>
<p>Damit eines klar ist: Wer diesem Reboot ernsthaft Potenzial zugestanden hat, ist entweder dumm oder ein Lügner. Alles, was in den 80ern rauskam, ist irgendwann, in irgend einer Form, von unserer Generation zum Kult erklärt worden. Doch diese Erkenntnis schützt nicht vor Enttäuschung angesichts der Ideenlosigkeit, die diesem Slasher aus den Poren quillt. Zu ernsthaft, zu einfallslos, zu eintönig &#8211; NIGHTMARE mangelt es an jeglicher Kreativität. Damit verdient einer sich ein Urteil, dem es ebenso an Einfallsreichtum mangelt:</p>
<p>Ein Albtraum.</p>
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		<title>Predators</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 00:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/03/09/predators/"><img class="alignnone size-full wp-image-3471" title="predators-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/predators-poster.png" alt="" width="180" height="262" /></a>Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen &#8211; und sei es nur, um sich ins Gedächtnis zu rufen, warum man den Franchise einmal mochte.</p>
<p>Dabei sind die Zutaten allen vorhanden: Harte Kerle, markige Sprüche, viel Urwald und ein fulminanter Showdown. Hinzu kommt noch Adrien Brody, der so unterfordert scheint, dass man ihm den Söldner schon aus purem Mitleid abkaufen möchte. Über jeden Zweifel erhaben und eindeutig Höhepunkt des Films ist jedoch nur der kleine Gastauftritt von Lawrence Fishburne. Sein Auftritt beweist die naheliegende These, dass man immer einen kleinen Lichtblick braucht, um ein Desaster in seinem vollen Umfang erfassen zu können.</p>
<p><span id="more-3469"></span></p>
<p>Es ist schwer zu benennen, ab wann bzw. warum es mit dem Film abwärtsgeht. Scherzbolde mögen »mit der ersten Szene« entgegnen, da Brody zu Beginn des Films im freien Fall erwacht. Mit etwas mehr Ernst ist es die große Auswahl, welche die Entscheidung erschwert. Die dröge Mittelmäßigkeit von PREDATORS offenbart sich in so vielen Facetten, dass sich ein Spitzenreiter kaum festlegen lässt.</p>
<p>Möglich scheint, dass es primär an den Figuren liegt, die wohl als Ansammlung von Archetypen gedacht waren, über die gesamte Spielzeit jedoch nicht vergessen lassen, dass selbst eindimensionale Charaktere miteinander funktionieren müssen. Wo das Original wenigstens noch von einem heißen Wickel aus Söldnerklischees zusammen gehalten wurde, kann die hier präsentierte Gruppe nicht darüber hinwegtäuschen, um was es sich bei ihr tatsächlich handelt: Eine konzeptfrei zusammen gewürfelte Trägermasse für unterdurchschnittliche One-Liner, der jeglicher Unterhaltungswert abgeht und die darüber hinaus keinem noch so geringen erzählerischen Anspruch gerecht wird. Es wäre überspitzt, zu behaupten, dass die Opfer sogar gegenüber ihren gesichtslosen Häschern verblassen. Viel fehlt hierzu jedoch auch nicht mehr.</p>
<p>In Anlehnung an den eben bemühten Vergleich mag man, durchaus berechtigt sogar, einwerfen, dass sich diese Beschreibung auch mühelos auf den ersten Teil übertragen ließe. Hierbei sollte jedoch nicht vergessen werden, welches Jahr wir schreiben, und dass das, was damals unverbraucht, charmant und für jüngeres Publikum vielleicht sogar beeindruckend war, heute nicht einmal mehr Teenager hinter dem Ofen hervor locken würde. Und das obwohl der subtil eingeflochtene Flirt auf dem Niveau eines Jugendbuches rangiert.</p>
<p>So sehr sich Regisseur Nimród Antal auch bemüht haben mag: PREDATORS bleibt ein Film, der trotz seiner kompromisslosen Ausrichtung auf pure Action erstaunlich wenig Spaß macht und ernsthaft daran zweifeln lässt, ob noch ein Hauch von Potenzial in diesem Franchise steckt.<br />
Wenn man sich dabei vor Augen führt, dass der Regisseur, der uns KONTROLL gebracht hat, hier am Werke war &#8211; man könnte heulen. Und falls es wirklich Tränen gibt, so hat PREDATORS wenigstens eins erreicht:</p>
<p>Fans und Cineasten in Trauer zu einen.</p>
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		<title>Centurion</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 20:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für einen Schauspieler ist es zweifelsfrei von Vorteil, schamlos zu sein. Für einen Regisseur? Nicht so sehr. Neil Marshall ist ein Guilty Pleasure Regisseur allererster Güte, doch wer schon DOOMSDAY oder DOG SOLDIERS nicht fantastisch fand, wird an dem drögen CENTURION wenig Freude haben. In wesentlichen Punkten wirkt der auch von Marshall geschriebene Film nämlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/02/09/centurion/"><img class="alignnone size-full wp-image-3433" title="Centurion_Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/02/Centurion_Poster.jpg" alt="" width="180" height="261" /></a>Für einen Schauspieler ist es zweifelsfrei von Vorteil, schamlos zu sein. Für einen Regisseur? Nicht so sehr. Neil Marshall ist ein Guilty Pleasure Regisseur allererster Güte, doch wer schon DOOMSDAY oder DOG SOLDIERS nicht fantastisch fand, wird an dem drögen CENTURION wenig Freude haben. In wesentlichen Punkten wirkt der auch von Marshall geschriebene Film nämlich wie ein Abklatsch von KING ARTHUR auf Groschenheft-Niveau, was angesichts des Vergleichstitels und je nach persönlichem Anspruch an Abenteuerfilme dieser Art erstaunlich bis erschreckend klingen dürfte.</p>
<p><span id="more-3423"></span></p>
<p>Bleiben wir kurz bei dem Vergleich: Man muss KING ARTHUR, zu dem CENTURION verblüffend viele Parallelen aufweist, zugute halten, dass er durchaus unterhalten konnte. Keira Knightley als wilde Amazone war ein Witz, doch Stellan Skarsgård dabei zuzusehen, wie er Til Schweiger Backpfeifen verpasste, während Clive Owen mit einer tatsächlich nicht unsympathischen Truppe von Gekloppe zu Gekloppe zog, hatte durchaus seine Momente.</p>
<p>CENTURION verzichtet auf große Namen, eindrucksvolle Konfrontationen und Knautschgesicht Owen und tauscht die Legende gegen eine andere, ungleich unbekanntere, ein. Diese wird dann zu einem Hirngespinst aufgeblasen, dem es neben historischen Fakten nicht nur an Höhepunkten, sondern auch einer packenden Geschichte, einprägsamen Figuren und unterhaltsamen Dialogen mangelt. Als Entschädigung gibt es eine Menge Blut und viele schöne Voice-Over-Passagen, die dem Zuschauer das vermitteln sollen, was Plot, Dialoge und Mimik der Akteure nicht hergeben.</p>
<p>Apropos Blut: Der menschliche Körper ist ein erstaunliches Ding. Oder war es wenigstens, damals, als es noch echte Männer gab. Deren Köpfe platzten nämlich bei Berührung, während der Rest des Körpers quasi unverwundbar war. Beispielsweise genügte offenbar ein kräftiger Hieb oder ein angestrengter Gedanke, damit Hirnmasse spritzte, doch ein tiefer Schnitt quer über den Brustkorb verheilte in Sekunden, noch bevor der Oberkörper von Blut besudelt werden konnte. Ja, so war das damals, und damit wäre auch geklärt, warum die Spartaner in 300 alle große Helme trugen, sich darüber hinaus aber mit einer Panzerung aus Öl begnügten. Was heute in unseren Adern zirkuliert, drängte damals unnachgiebig in den Kopf. So gesehen darf man fast froh sein, dass wir uns als Spezies ein wenig weiter entwickelt haben.</p>
<p>Zugegeben: Dem Drehbuch hätte es wohl nicht geschadet, wenn Marshalls Kopf besser durchblutet gewesen wäre. Hat bei THE DESCENT ja auch funktioniert. So aber ist das Vergnügen, welches dieser Film zu verschaffen vermag, auf eine recht kleine Gruppe begrenzt. Einem sehr dankbaren, durchweg männlichen Publikum, für das Filmgenuss und Alkoholkonsum zusammen gehören, um genau zu sein. Das Einzige, was man CENTURION somit als halbwegs zurechnungsfähiger Filmfan zugute halten kann, ist die kurze Laufzeit und die Rücksichtslosigkeit, mit der er sich in seiner C-Movie-Attitüde suhlt. Nicht, dass ich mehr erwartet hätte, aber:</p>
<p>Was als Beilage zu einem Sixpack gut funktionieren würde, verdient noch lange keinen Platz in einer DVD-Sammlung.</p>
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		<title>Mindhunters.</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/02/mindhunters/"><img class="alignnone size-full wp-image-3099" title="mindhunters_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/mindhunters_poster.jpg" alt="" width="180" height="246" /></a>So weit ist es nun schon. Ich verhalte mich wie Teenager in einem Horrorfilm. Statt die offensichtlichen Zeichen (B-Movie-Cover, Christian Slater) zu befolgen, höre ich auf den Rat der unbedenklich scheinenden Einheimischen und nehme einen Film mit nach Hause, für den ich normalerweise nicht einmal aus purem Mitleid bei strömendem Regen angehalten hätte. Zwei Stunden später finde ich mich auf meiner eigenen Couch wieder und winde mich vor Schmerzen. MINDHUNTERS, so der Name meines Peinigers, ist ein Psychothriller aus dem Jahr 2004, in dem eine Gruppe angehender FBI-Profiler von einem Serienkiller mit einer Vorliebe für perfide Fallen im übertragenen wie wörtlichen Sinne auseinandergenommen wird. Im Gegensatz zu SAW, der im gleichen Jahr startete, handelt es sich hierbei jedoch um Fallen, die nicht auf Folter und ein eventuelles Überleben ausgelegt sind, sondern um heimtückische, ebenfalls individuelle für jedes Ziel konzipierten Attacken, die keinerlei Chance auf Überleben einräumen sollen.<br />
<span id="more-3098"></span><br />
Das Ganze wird als »battle of the minds« verkauft und hätte als solches auch einen sehr soliden Unterhaltungswert besitzen können, wäre da nicht das Drehbuch, dass der Prämisse einen derart dicken Strich durch die Rechnung macht, dass man nicht einmal mehr erkennen kann, was als Gesamtsumme unten heraus kommen sollte.</p>
<p>Das Problem des Drehbuchs, und somit des gesamten Films, ist nämlich, dass sich Autor Wayne Kramer gehörig verhoben hat, als er sich der Gruppe hochintelligenter Studenten annahm. Diese unterscheiden sich kein Stück von den bescheuerten, übermäßig neurotischen Volldeppen, welche die üblichen Slasher bevölkern. Im Gegenteil, sie lassen manche ihrer Genrekollegen richtig gut aussehen, denn der »damaged goods«-Anstrich, den Kramer seinen Figuren verleiht, resultiert in Sprechtext und Aktionen, die haarsträubender kaum sein könnten. Man muss es schon selbst erleben, um zu glauben, wie bescheuert die Figuren sind, und was sie stellenweise von sich geben.</p>
<p>Der Klarheit wegen sei betont: Natürlich ist es legitim, Figuren austicken zu lassen, sobald sie in Situationen geraten, von denen sie sich heillos überfordert fühlen. Die Frage ist nur, in welchem Kontext man diese Figuren einführt und wie man diese zu Beginn des Films charakterisiert hat. Bedenkt man, dass es sich hier um Spezialisten am Ende ihrer Ausbildung handeln soll, die (damit wird der Film eröffnet) bereits in eindringlichsten Simulationen auf die Probe gestellt wurden, kann man beim Besten willen nicht mehr argumentieren, dass irrationales Verhalten solcher Ausmaße nur natürlich wäre, denn es lässt den selben Mangel an Selbsterhaltungstrieb erkennen, über den man bei anderen Produktionen den Kopf schüttelt. Davon abgesehen findet auch keine Entwicklung statt, die eine zunehmende Furcht erkennen lässt. Statt dessen verfallen die Charaktere so widerstandslos dem paranoiden Wahn wie die Dominosteine der ersten Falle um.</p>
<p>Was Val Kilmer, Christian Slater und LL Cool J (ja, genau der), in dieser Produktion verloren haben, und was genau sie mit ihrer Leinwandzeit anfangen, soll hier außen vor bleiben. Auch diese Kombination hätte, zumindest zum damaligen Zeitpunkt, Warnung genug sein sollen. Empfehlen kann man MINDHUNTERS jedenfalls nur absoluten schmerzbefreiten Genre-Junkies, denen glaubwürdige Dialoge und Wendungen vollkommen schnuppe sind, solange nervtötende Charaktere auf kreative Weise das Zeitliche segnen. Alle anderen werden sich über das Ende, dass noch die ganze Fadenscheinigkeit der Geschichte entblößt, kaum mehr aufregen können. Denn glücklicherweise schaltet sich ja ab einem gewissen Pensum an Pein der menschliche Geist einfach ab.</p>
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		<title>Legion.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 14:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich vorgestern beim Frühstück mit einem sehr klugen Menschen über Filme redete, bekam ich endlich die Bestätigung dafür, was ich schon lange vermutet habe. Es ist nicht nachvollziehbar, warum in diesem Weblog ständig Rezensionen offensichtlich mieser Filme auftauchen, die sich dann auch entsprechend aufgebracht lesen, wo doch von vorneherein klar gewesen sein muss, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/31/legion/"><img class="alignnone size-full wp-image-3050" title="LEGION" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/legion_poster.jpg" alt="" width="180" height="233" /></a>Als ich vorgestern beim Frühstück mit einem sehr klugen Menschen über Filme redete, bekam ich endlich die Bestätigung dafür, was ich schon lange vermutet habe. Es ist nicht nachvollziehbar, warum in diesem Weblog ständig Rezensionen offensichtlich mieser Filme auftauchen, die sich dann auch entsprechend aufgebracht lesen, wo doch von vorneherein klar gewesen sein muss, was mich als Zuschauer erwartet.</p>
<p>Normalerweise ist die Antwort darauf, warum ich mich wider besseren Wissens solchen Machwerken aussetze, etwas komplizierter. Im Falle von LEGION, der bereits und zu Recht von vielen Seiten eine gescheuert bekam, ist die Antwort hingegen ganz einfach: Paul Bettany. Der bald 40-jährige Brite hat sich nicht nur verdammt gut gehalten, sein durchdringender Blick hat mehr als nur einen Film visuell aufgewertet, allen voran den eher enttäuschenden GANGSTER No1, den er mit seiner persönlichen Tour de Force vor dem absoluten Aus rettete. So auch meine Hoffnung für LEGION.</p>
<p><span id="more-3049"></span><br />
Blöd nur, dass Bettany tatsächlich der bzw. das Einzige ist, was sich an LEGION länger als eine Minute ertragen lässt, ohne zähneknirschend und mit geneigtem Haupt in die Knie zu sinken. Das passt dann zwar von der Geste her gut zu dem religiös-martialischen Apokalypsenkompott, der einem präsentiert wird, den Herrn im Himmel eines Actionfilmes wegen um Erlösung zu bitten, ist aber eher traurig und wenig erfolgversprechend. Also bleibt einem nicht mehr, als fassungslos zu beobachten, wie sich der kleine, technisch passable Streifen mit jeder Dialogzeile tiefer in die Scheiße reitet.</p>
<p>Anstelle einer Kritik, die in diesem Falle ohnehin auf eine Protokoll des Geschehens hinauslaufen würde, biete ich diesmal eine Liste, der Fragen, die sich beim Ansehen von LEGION unweigerlich aufdrängten, in fast chronologischer Reihenfolge:</p>
<p>01. Wer um alles in der Welt hat diese Dialoge geschrieben?<br />
02. Soll ich irgend eine dieser Figuren mögen oder auch nur vage interessant finden?<br />
03. Bekommt man für solch eine Story eigentlich Unterstützung aus Kirchenfonds?<br />
04. Wer kam eigentlich auf die Idee, dass Aggro-Omas lustig sind?<br />
05. Sind die Drehbuchautoren die selben wie bei MADAGASCAR 2?<br />
06. Wer zum Teufel hat diese Dialoge verbrochen? Und wo wohnt der?<br />
07. Das Diner heißt »Paradise Falls«? Ernsthaft?<br />
08. Oh Gott, die fangen ja erst AN, zu erzählen.<br />
09. Ich bin sicher, der Film wäre cooler, wenn ein <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/26/reise-zum-mittelpunkt-der-erde/" target="_blank">T-Rex</a> auftauchen würde.<br />
10. Hören die auch mal wieder auf, Unsinn zu reden?<br />
11. Offensichtlich nicht.<br />
12. Darf ich mich trotz der Prämisse ärgern, was für ein verklärt-religiöser Mist das ist?<br />
13. Mittlerweile würde ich mich sogar mit einem Velociraptor zufrieden geben.<br />
14. Oder einer Kröte.<br />
15. Mehr ballern, weniger faseln, Leute.<br />
16. Ach komm.<br />
17. Gott sei Dank. Vorbei.</p>
<p>Für jene, die es noch nicht gemerkt haben: LEGION leidet am meisten unter seinen Dialogen, die sich bis auf wenige Sprüche von Dennis Quaid ausschließlich und absolut unrealistisch anfühlen. Dem Drehbuch gelingt es nicht, die offensichtliche Exposition, die jedem Charakter zuteil wird, zu kaschieren, was darin resultiert, dass man ununterbrochen den Drehbuchautor heraus hört. Das geht soweit, dass man sich statt dessen die idiotischen One-Liner herbeiwünscht, die andere Actionfilme auszeichnen und natürlich auch hier nicht fehlen. Es klingt banal, zu sagen, dass es unglaubwürdig wirkt, wann und auf welche Weise die Figuren ihr Innenleben offenbahren. Das die Worte, die sie wählen, und die Einsichten, die sie äußern, so in dieser Form nicht glaubwürdig sind. Aber genau dieser Faktor ist es, der den Film selbst unter Trash-Aspekten schwer verdaulich macht.</p>
<p>Man kann somit nur jedem raten, die Finger von LEGION zu lassen. Wer nicht auf die Atmosphäre verzichten will, sollte sich statt dessen mit einer Bettany-Autogrammkarte in die nächstbeste Kirche setzen.</p>
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		<title>Dead Space: Downfall.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 11:52:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bitte weiterscrollen, hier gibt es nichts zu sehen. Der einzige Grund, warum ich auch nur ansatzweise auf die Idee kam, mir DEAD SPACE: DOWNFALL anzusehen, ist meine hingebungsvolle Liebe zu dem gleichnamigen 3rd Person Shooter DEAD SPACE, dessen Erscheinen dieser Anime 2008 begleitete. Von mehr als einer Marketingmaßnahme kann hier allerdings nicht die Rede sein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/08/30/dead-space-downfall/"><img class="alignnone size-full wp-image-3026" title="deadspacedownfall_poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/deadspacedownfall_poster.jpg" alt="" width="180" height="259" /></a>Bitte weiterscrollen, hier gibt es nichts zu sehen. Der einzige Grund, warum ich auch nur ansatzweise auf die Idee kam, mir DEAD SPACE: DOWNFALL anzusehen, ist meine hingebungsvolle Liebe zu dem gleichnamigen 3rd Person Shooter DEAD SPACE, dessen Erscheinen dieser Anime 2008 begleitete. Von mehr als einer Marketingmaßnahme kann hier allerdings nicht die Rede sein, denn für sich genommen besteht dieses Machwerk keine 2 Minuten, bevor es in seiner eigenen Minderwertigkeit verglüht.</p>
<p>DEAD SPACE: DOWNFALL ist in jeglicher Hinsicht eine Katastrophe, die technisch nicht einmal als Bonusmaterial überzeugen könnte. So wäre der Stil, gemessen an anderen Anime-Filmen, schon 1998 zeichnerisch veraltet gewesen. Aus jener Zeit sind mir jedenfalls  Produktionen bekannt, die trotz überschaubarem Budget das hier Gezeigte bei weitem übertreffen.<br />
<span id="more-3025"></span></p>
<p>Zu allem Überfluss ist es aber nicht nur die billige Umsetzung, sondern auch der schwache Plot, der sich sehr schnell in all seiner Simplizität und Oberflächlichkeit offenbart. Auch schlichen sich Fehler in die Produktion, die gemessen an Ziel und Zielgruppe nicht passieren dürften. Wenn sich wiedererkennbare Figuren und Orte von denen des Spiels, dass der Film unterstützen soll, maßgeblich unterscheiden, darf man die Frage stellen, welcher Produzent Drehbuch und Storyboard abgenickt hat. Ganz abgesehen davon, dass das Spiel selbst durch die dort eingestreuten Audio-Files, Tagebucheinträge und Videosequenzen weitaus mehr an Informationen, Hintergründen und Atmosphäre/Stimmungen transportiert. Man kann dem Film demnach nicht einmal zugutehalten, dem Fan zusätzliche Einblicke in die Vorgeschichte des Spiels zu verschaffen, was der geringste Grund sein sollte, für diese DVD Geld auszugeben.</p>
<p>Manchmal wird man bitter dafür bestraft, Fan eines Franchise zu sein. Jeder, der STAR WARS kennt, kann ein Lied davon singen. Auch für mich war es nicht das erste, und ganz sicher nicht das letzte Mal, dass die Nachhaltigkeit meiner Begeisterung auf die Probe gestellt wird. Grundlegend spricht nichts dagegen, aus einer guten Idee mehr zu machen, einen Franchise zu kreieren  und somit ein vielschichtigeres Erlebnis zu schaffen. Schade nur, dass  es bislang meist nur unausgereifte Ergebnisse bringt, wie auch die  Kurzfilme im Vorfeld des ALAN WAKE Release zeigten.</p>
<p>DEAD SPACE: DOWNFALL ist jedenfalls Schund und lässt nur hoffen, dass es dem Spielerfolg nicht geschadet hat. Da der zweite Teil bereits auf Messen präsentiert und kommendes Jahr veröffentlicht wird, besteht hier wohl keine Gefahr. Vielleicht wird ja auch der nächste Anime, der ebenfalls angekündigt wurde, etwas besser. Mein Karma dafür müsste gut stehen. Meine Sünden habe ich jetzt ja abgebüßt.</p>
<p>Abschliessend der Spieltrailer als Ausgleich.</p>
<p><object width="460" height="325"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/IbXwL8IcNJc?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/IbXwL8IcNJc?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="460" height="325"></embed></object></p>
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		<title>Daybreakers.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS. Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/daybreakers/"><img class="alignnone size-full wp-image-2773" title="Daybreakers Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers1.jpg" alt="" width="180" height="267" /></a>Es ist mal wieder Zeit für eine neue Regel, also aufgemerkt: Je schicker der Trailer für einen Genrefilm wirkt, desto beschissener ist wahrscheinlich das abendfüllende Endergebnis. Spontan denke ich hier an UNDERWORLD und 28 WEEKS LATER. Seit kurzem auch an DAYBREAKERS.</p>
<p>Zugegeben: Ich hab es mit Vampirfilmen nicht so. Wie mittlerweile auch bei Zombiefilmen muss ich darauf achten, ein gewisses »Film/Jahr«-Pensum einzuhalten, da aus wiederholter Enttäuschung sonst Abneigung, später physisch spürbarer Widerwillen wird. Bei DAYBREAKERS, einem postapokalyptischen Vampirstreifen mit Sam Neill, Willem Dafoe und Ethan Hawke, schien es an der Zeit, sich zu  überwinden. Das Ergebnis waren gut zwei Stunden gequältes Herbeisehnen eines Abspanns, der einfach nicht kommen wollte.</p>
<p><span id="more-2770"></span></p>
<div id="attachment_2772" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers2.jpg" rel="lightbox[2770]"><img class="size-full wp-image-2772" title="Nein, das sind nicht Hudson Hawke und Willem Tell." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers2.jpg" alt="" width="460" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Zeitgemäße Herrenmode trifft auf zeitgemäße Waffentechnik.</p></div>
<p>Zugegeben 2: Die Besetzung war eine Warnung, die man nicht hätte ignorieren dürfen. So sehr ich Neill, Dafoe und Hawke auch mag, jeder von ihnen hat bei seiner Filmwahl mehr als nur einmal heftig enttäuscht. Im Fall von Neill und Dafoe sollte man sogar von einem Abgleich absehen, das Resultat könnte ernüchternd sein.</p>
<p>Was hat der Film also zu bieten, abgesehen von einem Titel, den man wörtlicher kaum nehmen kann (jedenfalls, wenn man sich den Tag kaputt machen will). Die Ernüchterung setzt quasi bereits mit dem Kennenlernen den Protagonisten ein. Die aufgesetzte Schwermut von Hawkes Charakter (Name schon wieder vergessen) nervt, lange bevor sich die Handlung als absoluter Quark enttarnt. In gewissem Sinne erinnert seine Passivität an das extrovertierte Leiden von Brad Pitts Charakter Louis de Pointe du Lac (übersetzt: Louis, dem die Daseinsberechtigung fehlt) in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR. Als Hauptfigur eine denkbar schlechte Wahl, die darin resultiert, dass man sämtlichen Nebenfiguren &#8211; selbst den Antagonisten &#8211; mehr Dialoge und zum Teil auch mehr Erfolg in ihrem Bemühungen wünscht. Abgesehen davon sieht es auf deren Seite aber nicht viel sonniger aus.</p>
<p>Sam Neill darf mal wieder finster sein, versteckt sich aber hinter der blassen Schminke und trägt seine banalen Zeilen mit einer Zufrieden- und Gelassenheit vor, der man fast anmerken kann, wie sehr es ihn beruhigt, seine Karriere in trockenen Tüchern und nicht von diesem Film abhängig zu wissen.<br />
Willem Dafoe als Widerstandskämpfer scheint komplett austauschbar, vor allem da sein Sprechtext ein paar der generischsten, bemühtesten One-Liner enthält, die der Film zu bieten hat. Seine Inszenierung als »coole Sau« ruft leider nur in Erinnerung, um wie viel besser James Woods in JOHN CARPENTERS VAMPIRES diesen trashigen Archetyp im Griff hatte.</p>
<div id="attachment_2775" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers3.jpg" rel="lightbox[2770]"><img class="size-full wp-image-2775" title="Ihr wisst, nur einer von euch kann Germanys Next Armbrustmädel werden..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/daybreakers3.jpg" alt="" width="460" height="308" /></a><p class="wp-caption-text">Gar nicht so selten: Eine ménage à trois in der Partnerberatung. Scheint aber ein recht hoffnungsloser Fall zu sein.</p></div>
<p>Die Handlung selbst ist kaum einer Erwähnung wert, soll der Fairness halber aber knapp erläutert werden, also: Vampire haben die Menschheit versklavt und nutzen sie als Zapfsäulen. Die fortgeschrittene Technik erlaubt eine voll automatisierte Ernte, eingegliedert in ein schattenhaftes Abbild unserer kapitalistisch geprägten, modernen Zivilisation. Als sich die Menschheit der Ausrottung nähert, die Blutreserven zu  Neige gehen und immer mehr Vampire aus Blutmangel zu Monstern degenerieren, wird die Bevölkerung zunehmend unruhig. In der wachsenden Verzweiflung gerät ein standhafter Blutforscher (Hawke), der  sein Dasein als Vampir verabscheut und mit dem Finden einer Ersatzlösung betreut ist, an eine Zelle menschlicher Widerstandskämpfer, angeführt von einem »ehemaligen« Vampir (Dafoe), die ihn für sich gewinnen können und versprechen, ihn ebenfalls zurück zu verwandeln. Von sich, seiner Rasse im allgemeinen und seinem Boss (Neill) im speziellen angewidert, verbündet sich Hawke mit Dafoe und nimmt den Kampf für &#8211; oder gegen, je nachdem &#8211; sein eigenes Volk auf.</p>
<p>Das hier im Kleinen wie im Großen mit dem breiten Pinsel gearbeitet wird, dürfte nicht überraschen. Was aber erstaunt, ist die Dreistigkeit, mit der interessante Themen in irrwitziger Knappheit abgehandelt oder quasi links liegen gelassen werden, während die banale Hatz, das Hin und Her der verfeindeten Parteien, auf die von durchschnittlichen Actionfilmen zu genüge bekannte Weise vor sich hin tröpfelt. Die Inszenierung krankt dabei am alten »Optik vor Inhalt«-Syndrom, denn Sätze, die nicht von einem Minderjährigen geschrieben scheinen, sind in etwa so knapp wie die Blutreserven 20 Minuten vor Filmschluss, als (Wenn das ein SPOILER ist, Pech) nur noch ein paar ausgelutschte Leichen an den Zapfsäulen hängen.</p>
<p>Um das Leid hier schneller zu beenden als der Film, sei eingestanden, dass nicht wenige Leute in der von mir besuchten Vorstellung den Saal mit einem breiten Grinsen verließen. Ich fühlte mich eher so, als hätte ich meine mehrstündige Zugfahrt mit überdrehten, dauerschnatternden Teenagern im selben Abteil hinter mir.</p>
<p>Wer die eingangs im Vergleich genannten Filme mag, und somit die letzten 2 Minuten mit anhaltendem Zweifel diese Kritik überflogen hat, mag durchaus auf seine Kosten kommen. Der Film wagt zumindest einen zaghaften Schritt in Bereiche des Vampirfilms, die noch nicht völlig ausgetreten sind. Wer allen Ernstes einen Film erwartet, der einem die Zähne zeigt, wird jedoch restlos enttäuscht.</p>
<p>THIRST bekommt noch eine Chance, dann ist wahrscheinlich Ruhe bis 2011. Danke, DAYBREAKERS.</p>
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		<title>Avatar.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 21:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/16/avatar/"><img class="alignnone size-full wp-image-2721" title="Avatar Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_01.jpg" alt="" width="105" height="148" /></a>Ach ja, was soll man sagen. Zuerst hatte ich überlegt, diese Rezension auf einer Metaebene zu bestreiten, indem ich eine Pocahontas-Kritik kopiere und einfach die Namen austausche. Aber erstens ist das abmahnfähig und zweitens hätte es sicher kaum jemand verstanden, jedenfalls nicht, wenn man danach geht, was sich im Web so herumtreibt. Die nächste Idee war, es bei einer selbstironischen Spitze zu belassen und einen Aufguss meiner eigenen Phrasen als Einleitung zu verwenden, im Stil von: <em>»Es gibt Kinofilme, nach deren Besuch man merkt, wie mit jeder Minute die Begeisterung, und somit auch die persönliche Wertung, abebbt. Bei AVATAR stellt sich dieser Effekt weit vor dem Abspann ein.«</em><br />
Haute mich aber auch nicht vom Hocker. Also lassen wir das.<br />
<span id="more-2719"></span></p>
<div id="attachment_2720" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_04.jpg" rel="lightbox[2719]"><img class="size-full wp-image-2720" title="Was schleicht herum und trifft sehr schwer? Der Tiecher mit dem Schiessgewehr." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_04.jpg" alt="" width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Hätte er nicht so kleine Ohren, würde er vermutlich hören, wie sich der Heli von hinten anschleicht.</p></div>
<p>AVATAR ist einfach alles, was die Kritiken besagen. Und weniger. Denn selbst in 3D auf gigantischer Leinwand kann die Sturmflut an Effekten die banale Langeweile nicht ersäufen, welche die Handlung heraufbeschwört. Man sieht sich fast genötigt, dem Film eine seiner wenigen Leistungen vorzuhalten: Die Welt, die James Cameron mit seinem CGI-Overkill erschaffen hat, ist absolut stimmig und leistet sich keine künstlerischen Ausrutscher &#8211; wirkt aber auch nicht fremdartig genug, um dauerhaft zu faszinieren. Ein halbes Dutzend schräge Tierarten und ein paar leuchtende Blumen machen eben aus einem Regenwald keinen faszinierenden, fremden Planeten.</p>
<p>Zugegeben: Die Gesichtsanimationen der Aliens sind hervorragend, Tier- und Pflanzenwelt wirken paradiesisch und exotisch, aber nie übertrieben genug, um sich zu diskreditieren. Die 3D-Effekte werden konsequent und nicht allein um ihrer selbst willen eingesetzt, und fügen sich so nach einer Weile angenehm in das Filmerlebnis ein. Das bunte Treiben macht für eine Weile ordentlich Spaß, und man meint fast, sich an den Bildern niemals sattsehen zu können.</p>
<p>Dieses Gefühl hält ungefähr bis zur Hälfte des Filmes vor. Dummerweise mobilisiert das Drehbuch zum selben Zeitpunkt all seine Reserven. Das esoterische, religiös-verklärte Fantasygebrabbel der Figuren, welches zuvor als leichtes Hintergrundrauschen halbwegs ausgeblendet werden konnte, erreicht zunehmend eine Intensität, bei der sich besten Willens nicht mehr übersehen lässt, was einem da in hübscher Folie dargeboten wird: ein strunzbanaler Fantasyplot auf Grundschul-Niveau, in seiner Harmlosigkeit und Vorhersehbarkeit kaum mehr zu übertreffen. Wer sich in eine Welt, bevölkert von Indianern, die Bäume anbeten und auf Drachen (ja, was sonst bitte?) reiten, als bahnbrechende Science-Fiction verkaufen lässt, ist selbst schuld. Genauso all jene, die sich von derart weichgespülten Konflikten und Erwählten-Fantasien mitreißen lassen, um nach Filmende in der Schlange einer FastFood-Kette darüber zu diskutieren, wie wir doch mit mehr Nähe zur Natur bessere Menschen werden könnten.</p>
<div id="attachment_2723" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_02.jpg" rel="lightbox[2719]"><img class="size-full wp-image-2723" title="Gebannt beobachteten sie das Heranwachsen ihres ersten Uhrzeitkrebses." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Avatar_02.jpg" alt="" width="460" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Was ist das, Rambo?&quot; -  &quot;Ein blaues Licht.&quot; - &quot;Was tut es?&quot; - &quot;...&quot;</p></div>
<p>Gegen Ende hin wird das Getöse noch einmal richtig laut, um über ein paar Logikfehler und erzählerische Dreistigkeiten hinweg zu täuschen. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht bereits mit dem Einnicken ringt, sitzt wahrscheinlich in der Nachmittagsvorstellung. Das Positivste, das man wagen kann, ist AVATAR als eine Art Reise in eine fremde Welt zu bezeichnen. Selbst dafür ist er jedoch erschreckend inhaltsarm, werden doch die wenigen, interessanten Fragen und Aspekte (neurale Vernetzung des gesamten Planeten, kulturelle Besonderheiten, Missionierung der Einwohner durch Schulen) in Halb- und Nebensätzen abgehandelt. Es braucht keine Forschung, keine Völkerverständigung, nur einen Helden mit Bierfilz-tauglicher Motivation, der zahlreiche Nebenfiguren voller Inbrunst in den Untergang führt, ohne jemals inne zu halten. Wirft man einen halbwegs klaren Blick auf das Geschehen, kann man nicht umhin, zu erkennen, wie erstaunlich konservativ, angepasst und fundamentalistisch all das Treiben im Kern ist. Das macht aus AVATAR in erster Linie eine unglaubliche Ansammlung verschenkter Chancen,  etwas wirklich Ungewöhnliches, Innovatives oder Provokantes zu zeigen. Der Mut der Macher reichte leider nicht einmal für Polygamie oder ein Kastensystem, dass mehr als »Jäger« kennt.</p>
<p>Schlussendlich dürfte egal sein, was die Kritiker sagen. Der Erfolg gibt Cameron Recht, und so wird AVATAR ganz sicher nicht der letzte seiner Art sein. Aber der Erfolg spricht auch Bände über jene, die ihn zu verantworten haben.</p>
<p>Er spricht Bände über uns.</p>
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